Stern wirbt mit Tsunami-Collage

Stern Anzeige Tsunami

Was will einem die in der VIEW geschaltete Doppelseite für den „Stern“ mitteilen? Der Tsunami, der im März dieses Jahres Japan überflutete, war menschengemacht? Sportlicher Ehrgeiz resultiert stets in einer Katastrophe? Wie es scheint, hat man beim Erstellen dieser Collage die Grenzen des guten Geschmacks ein wenig aus den Augen verloren. Idee und Anzeige sind arg konstruiert. Die Bildaussage ergibt keinen Sinn. Nur weil sich alles in Photoshop wunderbar zusammenschieben lässt, sollte man dies nicht immer tun.

50 Kommentare zu “Stern wirbt mit Tsunami-Collage

  1. Bei der Tsunami Werbung wurde wohl ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen – und man beachte die schlechte PS – Collage.
    Allerdings finde ich die Bootwerbung durchaus gelungen.

  2. Ich kann die Aufregung hier auch nicht ganz nachvollziehen.

    Wie „Patrick M“ bereits geschrieben hat können wir solche Katastrophen nicht einfach tot schweigen denn sie gehören leider zu unserem täglichen Leben dazu. Genau wie z.B. Schwimmer die ein ums andere mal Weltrekorde aufstellen und so über die Grenzen des für Menschen möglich gehaltenen hinaus gehen.
    Freud und Leid, Erfolg und Misserfolg liegen oft sehr nahe beieinander. Über all das berichtet der Stern und genau das sagt diese Werbung auch aus. Und dass diese Art der „Gegenüberstellung“ in Werbeanzeigen des Stern Methode hat ist auch nicht verwerflich denn der Stern berichtet eben über alle Fassetten des Lebens und eben nicht nur über „Friede, Freude, Eierkuchen“. Wenn ihr das wollt müsst ihr Glamour oder die Bravo lesen …

    Der Text ist zugegebenermaßen etwas unglücklich platziert denn er ist notwendig um die Anzeige zu verstehen und sollte daher direkt ins Auge fallen. Aber sollen wir nun ernsthaft nur noch Anzeigen machen die ja keine negativen Ereignisse beinhalten? Dann haben wir bald nur noch Werbung mit einer blühenden Blumenwiesen und einer Heidi die die Produkte präsentiert.

  3. Auf mich wirkt die Bildsprache als würden die Schwimmer für den Tsunami/Flutwelle verantwortlich sein. Und das ist unwar.

    Das Argument, man brauche solche Anzeigen um eine Katastrophe nicht tot zu schweigen verstehe ich nicht. Im Gegenteil, Die Boatpeople haben es nicht verdient, für die Kampangne des Stern her zu halten! Der Stern (die Macher dieser Anzeige) bedienen sich dem Leid und das ist dumm, weil es nicht gerade einen Anspruch an die Adressaten fordert und dreist, weil es leidenen Individuum (vielmehr allen Leuten auf dem Boot) den Respekt nimmt! Wolle hat es auf den Punkt gebracht!

    bei mir ist die Ansage des Sterns angekommen:
    Wir berichten von Leid und Wohlstand, von ganz unten und ganz oben, für euch Leser in der MItte.

    -sorry nicht mein Anspruch-

  4. @db Katastrophen sollen nicht tot geschwiegen werden, sie sollen nur bleiben was sie sind, ein Unglück, über das berichtet wird. Der Stern instrumentalisiert die Katastrophe und strickt daraus eine in allen Bereichen rumpelige Werbekampagne.

    Freilich instrumentalisierte auch Toscani für Benetton Leid und Elend. Anders allerdings, als beim Stern, stehen die Tragödien selbst im Mittelpunkt der Kampagne! Schockmotive wie eine öl-verschmierte Möve, ein Schiff, auf dem sich tausende Menschen retten oder ein AIDS-Kranker, der in den Armen seiner Angehörigen stirbt, sind Appelle, die einem sagen: Seht hin! Seht nicht weg! Das ist Teil unseres Lebens! Es gehört dazu! Wir gehören dazu! Und letztendlich dann auch: Benetton gehört dazu! Abgesehen davon ist die Bildsprache und die fotografische Qualität bei Toscanis Motiven eine ganz andere, die deshalb so prägnant sind, weil sie das Rohe und eben das nicht Inszenierte zeigen.

    Das Stern-Motiv samt Text hingegen, drückt den Katastrophen-Voyeurismus aus, den die gesamte Nachrichtenbranche umtreibt und dem auch fraglos weite Teile der Bevölkerung verfallen ist. Gebt uns eine Katastrophe, über die wir berichten können, damit ihr Leser respektive Zuschauer uns beachtet! DAS ist die Aussage der oben abgebildeten Anzeige.

  5. Also es ist wirklich geschmacklos wie weit Werbemacher oder Journalisten gehen, um die Aufmerksamkeit der Massen zu erregen. Frage mich wirklich, wo Ethik und guter Geschmack geblieben sind und wie diese Leute abends ruhig einschlafen können bei all dem was die so fabrizieren. Unfassbar!

  6. @ Achim: Komplett richtig und schön ausgedrückt.

    @ db: Werbung darf (und sollte, meiner Meinung nach, wo immer möglich) kritisch sein. Nicht nur selbstkritisch, sondern auch auf globale wie regionale Missstände hinweisen. Ein ganz wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist Menschenwürde. Und wer Gefühle des Mitleids in so intensiver Weise wie in oben stehender Anzeige zu kommerziellen Zwecken ausnutzt, handelt gewissenlos. Das ist der große Unterschied zwischen z.B. Benetton und dem Stern. Benetton schuf Aufmerksamkeit für das Elend in der Welt. Der Stern nutzt das Elend in der Welt, um Aufmerksamkeit für sich zu generieren.

  7. So sehr ich mich auch anstrenge. Ich sehe keine Grenzen die hier gesprengt wurden.
    Die Anzeige erzeugt Aufmerksamkeit. Und das sollte ja auch Sinn einer Anzeige sein.
    Die Werbebotschaft in einem Bild zu verpacken finde ich perasönlich gut.

    Das hat auch nichts mit Mitgefühl für die Betrofffenen zu tun. Davon gibt es und gab es genug. und hier wird nimend beleidigt oder in Kisskredit gebracht. Deshalb von mir einen Daumen hoch.

  8. der große Unterschied zwischen z.B. Benetton und dem Stern. Benetton schuf Aufmerksamkeit für das Elend in der Welt. Der Stern nutzt das Elend in der Welt, um Aufmerksamkeit für sich zu generieren.

    Sehr treffend zusammengefasst.

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