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Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) im neuen visuellen Erscheinungsbild

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) Logo
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) Logo, Quelle: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB)

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), 1923 gegründet, hat im Vorfeld der Spielzeit 2022/23 ein neues visuelles Erscheinungsbild erhalten. Ein Jahr vor dem 100-jährigen Jubiläum präsentiert sich das Orchester in Print und in digitalen Medien optisch runderneuert.

Kurz vor Beginn der Spielzeit 2022/23 erhält das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin ein neues Logo und eine veränderte visuelle Identität. Auch der Webauftritt unter rsb-online.de wurde aktualisiert.

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) Logo – vorher und nacher
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), Bildmontage: dt

Lange währte das bisherige Logo nicht – zur Spielzeit 2015/2016 wurde die vergleichsweise minimalistische, in Kleinbuchstaben gesetzte „rsb“-Wortmarke eingeführt. Das neue, ausschließlich in Großbuchstaben gesetzte Typo-Logo ist aufgrund des veränderten Aufbaus deutlich kompakter, wodurch die Sichtbarkeit verbessert wird.

Während das Logo vom Ausdruck her weiterhin vergleichsweise unauffällig/simpel anmutet, vermitteln die vom spanischen Designer Alvaro Valiño Pardo gestalteten Illustrationen hingegen fröhliche Verspieltheit. Das Cover der Saisonbroschüre 2022/2023 (PDF, Screen) ziert ein Frack und Fliege tragender, Cello-spielender Bär. Innerhalb des neuen Außenauftritts des Orchesters sind die Illustrationen und Grafiken ein zentrales und identitätsstiftendes Gestaltungsmerkmal.

Besucher der frisch relaunchten RSB-Website (Agentur Clear Canvas) werden bemerken, dass das Farbkonzept deutlich mehr Abwechslung bietet, als es der Schwarz-Weiß-Magenta-Look zunächst vermuten lässt.

Kommentar

Die Wortmarke „RSB“ hat, im Gegensatz zu so vielen Logos im Kontext Kultur/Kunst, so rein gar nichts Künstlerisches. Die unauffällige, unprätentiöse, um nicht zu sagen generische Form des Logos ist natürlich bewusstes Understatement. Ganz in der Tradition der Saison 2015/2016 – „das Wesentliche ist die Musik“ – nehmen sich die statisch wirkenden Lettern zurück. „RSB“ könnte für alles mögliche stehen – für ein Finanzinstitut, einen Regionalverband oder für eine staatliche Eisenbahngesellschaft. Das Logo für sich genommen mag einfallslos und austauschbar wirken. Ich sehe darin allerdings weniger ein Problem, als vielmehr ein Konzept. Denn die stark konträren Gestaltungselemente Logo (betont sachlich/nüchtern) und Illustration (verspielt/ideenreich) erzeugen als visuelle Gegenpole einen interessanten Kontrast und machen den Reiz dieser Corporate-Design-Lösung aus.

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Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. ist irgendwie, wie bei t-online. – von logo
    kann man eigentl. kaum noch sprechen…

    die animierten illus und icons sind hin-
    gegen sehr sehr eigenständig.

  2. Als für diese Neugestaltung Verantwortlicher (Leiter Kommunikation beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin) bin ich ziemlich beeindruckt von der seriösen Auseinandersetzung damit. Besonders freut mich, dass es gelungen ist unsere Absichten „rüberzubringen“. Die schönsten Produkte sind gar noch nicht zu sehen, Alvaro Valino hat Piktogramme für jedes Instrument entwickelt, die besonders bei den Plakaten zum Einsatz kommen werden. Die Zusammenarbeit mit ihm ist längerfristig angelegt, da kommt noch einiges.

  3. Handwerklich gut gemacht, insbesondere die Piktogramme inklusive dem witzigen Bären, der offensichtlich in Jimi-Hendrix-Manier zungenfertig die Saiten bearbeitet. Allerdings empfinde ich die Gestaltung dennoch als etwas zu technisch und fühle mich an Stiftplotter der 90er Jahre erinnert.

    Warum genießt der Bindestrich unter Designern so wenig Wertschätzung? Insbesondere im »seriösen« Genre fände ich ihn angebracht. Mir begegnen im Alltagsleben mit Hühner Gemüse Eintopf und Vanille Eis Kugeln bereits genügend orthografische Gräuel. Den Nullpunkt aus dem Zeitalter der Datenverarbeitung 1.0 halte ich dagegen für überflüssig.

  4. Erst einmal vorweg: Tolle Umsetzung. Das Gesamtpaket gefällt mir gut, und vor allem kann man viel damit gestalten.

    In den letzten Jahren habe ich wahrgenommen, dass gerade das Gesamtpaket als Ganzes zu sehen sein sollte, weil es nicht mehr nur alles am Logo hängt. Das ist eine interessante und gute Entwicklung, da zuvor der Fokus oft viel zu stark allein darauf lag.

    Eine kleine Sache hätte ich persönlich vielleicht noch anders gemacht, ohne jetzt spontan einen konkreten Vorschlag zur Hand zu haben: Ich mag es, wenn das Logo, trotz eines ausgeprägten Minimalismus noch an einer Stelle ein kleines „Jucken im Auge“ verursacht. Sei es eine händisch erstellte Ligatur oder eine andere kleine Modifikation. Das wäre für mich hier das Sahnehäubchen gewesen.

  5. Hallo zusammen
    Wie mein Vorgänger „Christoph“ schon bemerkte, hier wird das große Ganze gesehen und die Umsetzung des neuen Logodesigns ist nicht mehr dem Gesamtdesigns anhängig. Eine Wohltat (und großartige Vorlage) für spätere grafische Umsetzungen und bin schon gespannt, was daraus alles entsteht.
    Ich persönlich mag den Grafikstil und Illustrationen – zumal sie den Duktus der Schrift aufnimmt und daher sich stimmig in die Gesamtkomposition einfügt.

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