Die Bitburger Braugruppe führt in diesem Monat neue Flaschenetiketten und ein neues Verpackungsdesign für alle Produkte der Marken Bitburger Premium Pils und Radler ein.
Bitburger lag (laut Statista) in den vergangenen Jahren auf Platz drei der meistverkauften Biermarken in Deutschland. Beim zuletzt vorgenommenen Redesign vor sieben Jahren wurde eine taillierte Flaschenform eingeführt. Die jüngsten Veränderungen sind im Vergleich dazu dezent. Neben einem neuen Siegelhopfen-Emblem, das nun auf den Etiketten und auf den Verpackungen zum Einsatz kommt, ist vor allem die neue Form der Bauch-Etiketten auffällig.
Aus der offiziellen Pressemeldung heißt es: „Der Design-Relaunch ist ein weiterer Schritt in der kontinuierlichen Modernisierung der Marke Bitburger, die neben der hohen Qualität und dem hervorragenden Geschmack der Produkte entscheidend zum Erfolg beiträgt. Die neue Produktausstattung unterstreicht die Wertigkeit der Marke Bitburger und vermittelt den Käufern in den Getränkemärkten schon beim Anblick, wofür Bitburger steht:…
Die Bitburger Braugruppe führt in diesem Monat neue Flaschenetiketten und ein neues Verpackungsdesign für alle Produkte der Marken Bitburger Premium Pils und Radler ein.
Bitburger lag (laut Statista) in den vergangenen Jahren auf Platz drei der meistverkauften Biermarken in Deutschland. Beim zuletzt vorgenommenen Redesign vor sieben Jahren wurde eine taillierte Flaschenform eingeführt. Die jüngsten Veränderungen sind im Vergleich dazu dezent. Neben einem neuen Siegelhopfen-Emblem, das nun auf den Etiketten und auf den Verpackungen zum Einsatz kommt, ist vor allem die neue Form der Bauch-Etiketten auffällig.
Aus der offiziellen Pressemeldung heißt es: „Der Design-Relaunch ist ein weiterer Schritt in der kontinuierlichen Modernisierung der Marke Bitburger, die neben der hohen Qualität und dem hervorragenden Geschmack der Produkte entscheidend zum Erfolg beiträgt. Die neue Produktausstattung unterstreicht die Wertigkeit der Marke Bitburger und vermittelt den Käufern in den Getränkemärkten schon beim Anblick, wofür Bitburger steht:…
Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.
Ich finde es weder besser, noch schlechter, als das alte Design… geschweigedenn moderner.
Was mir aber ein Rätsel ist: wieso platziert man auf dem Sixpack einfach nur das Etikett?!
Sowohl die Gestaltung des alten Sixpacks, als auch das frühere, wirklich(!) ovale Etikett fand ich eindeutig überzeugender. Wieso man nun ein »eckigeres« Oval einführt, ist mir ein Rätsel. Es gibt dem Ganzen einen verstaubt-altmodischen 50er-Jahre Look. Vorher war das Sixpack-Facing heller, offener und die Marke kam prägnanter zur Geltung. Irgendwie wollte die Agentur wohl zeigen, dass sie für ihr Honorar auch etwas verändert hat. Nur tat sie das leider schlecht und an den falschen Stellen. Von wegen frischer und moderner – »verschlimmbessert« wäre hierfür passender.
Ernstgemeinte Frage: ist das ein “sponsored post”?
Natürlich ist dies kein sponsored post. Wie kommst Du darauf?
Verstehe die Relevanz des “Redesigns“ nicht. Nichts für ungut, verstehe dass du hier alle Sparten des Designs bedienen willst und ich habe über die letzten Jahre einige äußerst spannende Beiträge gelesen (Diverse Markenrelaunches, Wahlplakate, Norwegischer Reisepass, etc.)
Dieser hier lässt mich aber mit der Frage zurück warum das Bitburger Redesign solch ein Forum verdient hat. Das hat nichts mit ästhetischen Gesichtspunkten zu tun – ich befasse mich auch gerne mit Beiträgen über weniger aufregende Designs als z.B. der besagte Reisepass. Der Artikel wirkt jedoch bis auf den Hinweis dass das Redesign “dezent“ ist auf mich wie eine bloße Pressemittteilung.
Jo, wenn die Frage der Relevanz davon abhängig gemacht würde, in wie fern das Design einen signifikanten Entwicklungsschritt vollzogen hat, hätte es einen Großteil der Artikel im dt nicht gegeben (siehe Stichwort Evolution). Zweifellos sind in der Regel die revolutionären Sprünge interessanter, auch für mich als Autor. De facto gibt es allerdings deutlich mehr dezente Redesigns. Redesigns, bei denen die Grundzüge der Gestaltung erhalten bleiben, die jedoch hier und da einige Veränderungen mit sich bringen. Das gilt für die Sparte Verpackungsdesign in besonderem Maße. Echte Konsummarken-Relaunchs sind sehr selten. Kein Hersteller will seine Stammkundschaft aufgrund eines zu radikalen Wechsels verschrecken. Gleichzeitig aber besteht die Herausforderung, bei ähnlicher Tonalität eine zeitgemäße Optik zu erreichen. Und das geht nur indem man das Produkt von Zeit zu Zeit optisch anpasst.
In der Regel gehen derlei Wechsel an den meisten Konsumenten vorbei. Sichtbar wird er doch erst aufgrund eines solchen Artikels! Zugegebenermaßen glänzt dieser nicht eben durch seinen einordnenden Charakter. Ich hoffe, dass dieser Kommentar dies ein Stück weit kompensiert. Die Relevanz des Artikels ergibt sich darüber hinaus aus der Bekanntheit der Marke. Wie entwickelt sich eine der bekanntesten Biermarken Deutschlands/Europas im Zuge der Zeit? Welche Maßnahmen werden unternommen, um die Marke, so das Ziel, attraktiv und im Sinne des Kaufanreizes begehrenswert zu machen bzw. halten? Wenn am Ende die Erkenntnis bleibt, dass der Aufwand, der insgesamt im Rahmen des Redesigns betrieben wird, zwar groß, das Ergebnis jedoch nur vergleichsweise dezente Veränderungen mit sich bringt, halte ich das für eine sehr relevante Information, die es übrigens, soviel darf gesagt werden, an keiner anderen Stelle im Netz gibt.
Danke Achim für den ausführlichen Nachtrag. Das fässt sicherlich ganz gut die grundsätzliche Situation (Problematik?) des Verpackungsdesigns in Deutschland zusammen, das meiner Meinung nach einen wahnsinnigen Nachholbedarf hat – beispielsweise GB gegenüber (M&S, Sainsbury’s).
Ich verstehe durchaus, dass gerade solche großen Namen wie Bitburger ihre Stammtischkunden nicht vergraulen wollen und ergo auf behutsame Markenpflege setzen. Damit werden sie aber automatisch auf der Stelle treten (was sie wohl auch wollen) und sich auf lange Sicht hin nicht einem größeren Publikum öffnen können.
Im Kleinen, den so angesagten Craft Bieren und den regionalen Brauereien, passiert sicherlich Spannenderes: https://www.ratsherrn.de/de/ und https://www.intobranding.de/onkelbier.html
deutlich besser, das Gold ist moderner, die Typo und die Verhältnisse ausgewogener ohne der Marke nicht mehr zu entsprechen. Über die Labelform lässt sich streiten.
Immer dieses Gemotze …
Unterschwellige Botschaft: Das Glas von dem Mann ist im neuen Design leicht größer als im alten. Soll das wohl insgeheim zu mehr Konsum anregen..? :-)
Die taillierten Flaschen wirken durch das neue Ettiket etwas breiter, was ich persönlich hübscher finde. Auch das mattere Gold finde ich angenehmer.
Mal schauen, wer in meinem Freundeskreis das Redesign wahrnehmen wird. Ich wette, dass man mich ganz schön schief angucken wird, wenn ich bei Gelegenheit sagen werde: “Hey, guck mal, das Ettiket sieht seit kurzem anders aus!”
Die individualisierte Flasche ist eine überflüssige Idee und führt in der Tat nur zu vermeidbarer Logistik oder Neuproduktion! Kein Vergleich zu den Flaschen von “Deutscher Brunnen”.
Das mit dem größeren Glas ist mir auch aufgefallen. Wurde auch Zeit, dass sie dem Knaben endlich mal ein großes Bier servieren ;-)
Info am Rande von einem gebürtigen Bitburger: Die Figur nennt sich “der Genießer” und spielte früher – also bevor Bitburger auf “Premium” machte und zum global player aufstieg – eine recht dominante Rolle im Markenauftritt, insbesondere auf Kneipenlampen war er zeitweise das beherrschende Element.
In meiner Heimatregion galt in der Gastronomie immer die goldene Regel “Genießer zum Gast”, was bedeutet, dass man dem Gast das Bierglas immer so hinstellen soll, dass er das Label direkt vor sich sieht.
Langweiliges Industriebier mit langweiligem Etikett und neun Buchstaben? Bitburger!
Bloß nicht viel am Etikett ändern, nicht dass man noch den Kunden überfordert.
Interessanter find ich die neuen Etiketten von Mayerbräu, bzw. neuerdings Mayer’s Brauwerk (ja, wirklich mit Deppenapostroph): https://www.mayers-brauwerk.de (übrigens die erste wirkliche Website der Firmengeschichte)
Da hätten sie die Chance, das Etikettenwirrwarr zu beenden, verschlimmbessern es allerdings nur.
Am Rande: Auch wenn Mayer mit den Worten Handwerk, Tradition und Leidenschaft wirbt, würd ich im Zweifel zum faden Industriebier aus Bitburg greifen. Einzig das Pfalzstoff ist ganz in Ordnung.
Das Verpackungsdesign des 6er-Trägers ist ein Totalausfall. Damit ist das “Premiumbier” (man möge sich drum streiten) nicht mehr von Discounter-Marken und Billigbieren zu unterscheiden. Das neue Etikett finde ich hingegen völlig ok.
Der Bierkauf ist für mich überraschend oft eine Impulsentscheidung – gerade wenn es um den Spontankauf eines Sixpacks geht und man vor den endlosen Regalen mit Dutzenden Variationen steht. Auch wenn ich eine Reduzierung grundsätzlich gut heiße, bin ich hier eher für eine kräftigere Gestaltung. Dieser seichte Gold/Beige-Ton gefällt mir nicht.
Das neue Tonnen- bzw. Fassförmige Label weckt zudem eher “bäuerliche” oder “einfache” Assoziationen. Speziell beim Design der Sixpack Verpackung hat man damit das eigentlich von Bitburger angestrebte Premium Segment völlig verfehlt.