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Maskottchen der Olympischen Spiele 2016 in Rio

Rio 2016 Maskottchen

Vor zwei Wochen wurde das Maskottchen für die Olympischen Spiele 2016 in Rio präsentiert. Eine Figur, die im Gegensatz zum ebenfalls kürzlich vorgestellten UEFA-EURO-2016-Maskottchen kein Mensch-ähnliches Wesen beschreibt, sondern eine fiktive, anthropomorphe Tierfigur, die – wie könnte es bei dieser Großveranstaltung anders sein –, jede Sprache spricht, jede Bewegung vollführen kann und auch sonst alles kann.

Wie wohl Kinder heutzutage auf ein Maskottchen wie Waldi reagieren würden, dem unter Otl Aicher entstandenen Erkennungszeichen für die Olympiade 1972 in München? Gäbe es überhaupt eine Reaktion? So statisch, zweidimensional und – abgesehen von der Farbgebung – emotionslos, wie Waldi angelegt ist? In Zeiten, in denen unsere Kinder mit iPad, Wii und Playstation aufwachsen, um bei geringstmöglichem Einsatz aufwendig animierten 3D-Charakteren ihre Superkräfte zu entlocken, ist das Außergewöhnliche gerade gut genug, so scheint es.

Dementsprechend kann das in den Nationalfarben Brasiliens gehaltene Wesen, dessen Namen derzeit noch gesucht wird, jede Sprache der Tierwelt sprechen und es beherrscht jede Sport- und Fortbewegungsart, wie wir dank multimedialer Präsentation wissen. Ein Supergeschöpf, von dem sich die Verantwortlichen über den Verkauf unzähliger Merchandise-Produkten einen Umsatz von umgerechnet 52.5 Millionen Euro versprechen und für das im Vorfeld ein enormer Aufwand betrieben wird.

Rund 600 Tage vor Eröffnung der Spiele in Rio beginnt bereits die Vermarktung der Maskottchen. Auch in Bezug auf eine solch lange Vorlaufzeit unterscheiden sich Maskottchen wie Waldi von heutigen Neuschöpfungen, die nicht mit Beginn der Spiele einfach so um die Ecke gedackelt kommen, sondern schon Monate voraus via Kampagnen, Promo-Veranstaltungen und Videos auf sich aufmerksam machen.

Als Namen für die Maskottchen der Olympischen und der Paralympischen Spiele stehen übrigens zur Auswahl: „OBA und EBA“, „TIBA TUQUE“ und „ESQUINDIM“ sowie „VINICIUS und TOM“. Noch bis zum 14.12.2014 kann abgestimmt werden.

Rio 2016 Mascot
Die beiden Maskottchen der Olympischen und der Paralympischen Spiele 2016 in Rio

https://youtu.be/mmGuf-qWmoA

Mediengalerie

Rio 2016 Mascots Official Website

Weiterführende Links

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare

  1. Das Maskottchen finde ich super – schön gezeichnet, sympathisch, flexibel, eine sehr schöne Umsetzung in statischen und bewegtem Bild.

    Und auch wenn das Maskottchen nichts dafür kann, diese Veranstaltung, mit allen Kosten und Aufwänden die damit einhergehen, nur Monate nach der WM, in diesem Land – (ein Land in dem immer noch Menschen vor Hunger sterben), hier hat der Spaß ein Loch.
    Ich kann mir solche Teaser-Filem nicht mehr ansehen – es mag etwas wohlfeil sein, aber die Utopie einer perfekten Welt aus rosa Badeschaum in einem Disneyfilm hat in meinen Augen ihre Berechtigung, diese Selbstdarstellung, die sich zwar auf eine echtes Land bezieht, dabei inhaltlich einem Disney-Streifen in Sachen Fantasie nichts nachsteht, ist unerträglich. Regenwald und das schöne Rio, statt Sojafelder und Favelas mit all ihrem Elend.

    Ich sehe schon ein, dass Freud und Leid überall nah beieinander liegen, und es für Menschen, die im Elend leben, kaum einen Unterschied macht ob eine Olympiade nun stattfindet oder nicht – Die Schamlosigkeit mit der diese Mammuth-Organsiationen aber über dieses Thema hinwegwalzen erstaunt mich doch.
    Es scheint fast so, als wäre doch ein Bewusstsein da, je größer die Mißstände in einem Staat, je offenkundiger das Leid mancher Menschen, desto bunter, fröhlicher und extrovertierter fällt die Farbe aus, mit der man dieses Thema zu übertünchen sucht.

    Ich bitte den themenfremden Weltschmerz zu verzeihen, das musste mal raus.

  2. Ein sympathisches Tierchen, rein graphisch. Die Beschreibung schreckt mich aber ab. Jeder Superlativ spricht für den kleinen Waldi, oder den bierbäuchigen Löwen, der für die Fußball-WM warb. Einem Dackel muß die Dynamik nicht andichten – jedes Kind weiß, wie flink er ist, wenn es denn schon einen echten Dackel gesehen hat – zwischen lauter Wiiis und Wisch-Tabletts. Gut – er ist etwas kurzatmig und kann keine Treppen steigen, aber das macht ihn nur glaubwürdiger und sympatischer. Er hat Schwächen also hat er auch Charakter.

    Was soll man dagegen von einem Wesen halten, das alles weiß und alles kann? vermutlich niemals schläft, CO-2-neutral lebt und sich vegan ernährt; das strotzt vor Kraft und keinen Schatten wirft?
    Daran ist nichts falsches – und genau deshalb kann man es nicht glauben!

    Zum Glück für das Tierchen sieht man ihm die vermeintlichen Super-Kräfte nicht an. Der größte Teil des Publikums wird sich nicht die Mühe machen, seinen Lebenslauf zu studieren, und diesen Teil des Publikums wird es auch erobern.

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