Leipzig, die Verkehrsbetriebe im Netz und dicke Autofahrer

Leipzig Verkehrsbetriebe

Die abgebildete Grafik ist keine Satire. Sie ist auch nicht von mir. Ihre Quelle hat sie im frisch relaunchten Webauftritt der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), wo sie die Aufgabe hat, die unterschiedlichen Tarifgruppen abzubilden. Mit dem neuen Webauftritt möchte man bei der LVB „Internationale Maßstäbe“ setzen, so zumindest wird Frank Hofmann, Professor für Multimediale Anwendung an der Hochschule Merseburg zitiert, der den Relaunch begleitet hat.

Der neue Auftritt ist nicht nur unfassbar langsam, er ist mit Fehlern und Fehlermeldungen nur so gespickt. In Bezug auf die neue Präsenz, lehnt man sich seitens der Betriebe weit aus dem Fenster: “Wir wollten nicht allein den Anschluss an den allgemeinen Entwicklungsstand herstellen, sondern unsere Seite so aufstellen, dass sie den Anforderungen der nächsten Jahre gerecht wird”, so LVB-Marketing-Leiter Peter Nebe. Technisch umgesetzt wurde die Site von eWerk IT.

Das Interface, die Ikonografie und das Design wirken, als stammen sie aus dem Jahr 1999. Die Abbildung der Tarife mit Hilfe von menschlicher Umrisse, ist freundlich ausgedrückt “skurril”. Eine seltsame Auffassung wird hier visualisiert. Das Logo, untergebracht im Footer, wirkt wie ein Werbebanner.

Suchmaschinenoptimierung wurde bei lvb.de nicht wirklich betrieben. Im Titel des Browsers steht einzig “Startseite”. In der Description steht dann “Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH”. Vielleicht hätte man doch besser einmal den (Web)Markt sondieren sollen, denn gute Lösungen gibt es ja durchaus, etwa die BVG oder auch die DVB. Mich würde mal interessieren, was die Leipziger vom neuen Auftritt halten?

153 Kommentare zu “Leipzig, die Verkehrsbetriebe im Netz und dicke Autofahrer

  1. Uff, auf den ersten Blick wirkt es, als hätte ein Schüler/Student die nächste Handyoberfläche entwickelt.
    Macht auf mich wirklich keinen guten Ersteindruck, und das was im Artikel steht lässt mich daran zweifeln, ob ich mich wirklich durch die Unterseiten klicken möchte.

    War immer überzeugt der hier ansässige MVG hätte schon eine überarbeitungswürdige Präsenz. Aber dagegen wirkt fast jeder Auftritt modern und nutzerfreundlich.

    Ich find es zwar nicht verkehrt ein Logo / Banner permanent sichtbar durch fixed zu setzen, aber im Footer wirkt das wirklich seltsam. Schon allein weil auf größeren Monitoren der so weit unten liegende Bereich fix übersehen wird, angesichts der wenigen Inhalte auf der Startseite des LVG.

  2. Wahnsinn!

    Das “Design” erinnert mich auch an erste Screen-Designs auf interaktiven CD-Roms die mit Macromedia Director gemacht wurden. Insgesamt für ein Informationsportal extrem grafiklastig … wenn die Grafiken wenigstens sinnvoll und schön wären …

  3. Von den ganzen Ideen her finde ich es gut. Positiv sind mir die 5 Icons oben rechts aufgefallen. Und diese Übersicht mit den Tarifgruppen ist eigentlich auch fortschrittlich … trotzdem vielleicht lieber Stock Photography?

    Aber wie gesagt … Das Design und die Umsetzung 4- …

  4. Heilige Sch…, ich dachte, die KVV hat einen schlimmen Auftritt, aber der hier übertrifft alles. Die Webseiten unserer Praktikaten sehen um weiten besser aus.

  5. Schlaghosen sind definitiv out! Man hätte vielleicht zunächst einen Professor für Kommunikationsdesign zu Rate ziehen sollen. Und die Umsetzung? Sieht für mich nach dem Werk eines Ich-AG-Gründers aus (Website + Logo + Flyer + Visitenkarten = 199,00 Eur).

  6. Ich will ja nicht schon wieder meckern: Aber wieso werden Erwachsene und Autofahrer als Übergewichtige dargestellt? Und Azubis und Studenten als ausschließlich weiblich? Hallo ?

    Hat nen äußerst schalen Beigeschmack. …und wird auch nicht lange so stehen bleiben. Über dem Ganzen schwebt ein Hauch von Diskriminierung.

    Guten Tag.

  7. Ich habe nur drauf gewartet bis die Seite hier zerlegt wird, großartig! Die Seite vom BVG ist wirklich sehr schön die LVB ist es nicht!

  8. Das dürfte man eigtl. schon mit EPIC-FAIL bezeichnen. – Mit dem neuen Webauftritt möchte man bei der LVB „Internationale Maßstäbe“ setzen… fragt sich in welcher Hinsicht.

    Übersichtlich gestaltet kann man die Seite nicht unbedingt nennen. Die Inhalt-Frames sind auch umständlich.

  9. Am 19. Januar, 12.00 Uhr haben die Leipziger Verkehrsbetriebe…

    …nach 1,5 Jahren Entwicklungszeit…

    …und zwei Monaten intensivem Test mit ausgewählten Usern ihren neuen Internetauftritt freigeschalten. Bis heute haben 36.903 Gäste den Webauftritt besucht und 233.911 Seiten angeschaut. Das zeigt ein breites Interesse am neuen Webauftritt der LVB.

    Gemeinsam mit Kunden unterschiedlicher Altersgruppen entwickelte Prof. Frank Hofmann, Professor für Multimediale Anwendung an der Hochschule Merseburg, die neue Struktur.
    Dazu bedurfte es sowohl wissenschaftlicher Untersuchungen als auch Markterhebungen zum künftigen Kundenverhalten. Parallel dazu flossen Ergebnisse aus Untersuchungen und Studien der Hochschule in die Entwicklung des Internetauftritt der Zukunft mit ein. Die Firma eWerk IT GmbH zeichnet für die Programmierung verantwortlich.

    wow, mal wieder schön geld verpulvert… und die studenten der hochschule merseburg tun mir auch leid…

  10. Ich habe am Wochenende Mac OS X 10.0.3 installiert (kein Scherz), da waren auch noch diese Quer-Linien ein wichtiges Gestaltungsmerkmal. Nur: das war im Jahr 2001.

  11. ….Gemeinsam mit Kunden unterschiedlicher Altersgruppen entwickelte Prof. Frank Hofmann, Professor für Multimediale Anwendung an der Hochschule Merseburg, die neue Struktur…..

    Wenn der Mob mit weltfremden Professoren zusammenarbeitet geht das schon manchmal sehr an der Realität vorbei….

  12. Was für ein unpassendes Design! Und über die Grafiken braucht man schon gar nicht reden…. okay tun wir es doch :) Kategorie: “Erwachsene” schaut aus wie einfach eine Grafik von den Ludolfs geklaut!

    Neee… lassen wir es dabei.

  13. Also das ist wirklich mit das Fieseste, was ich seit langem gesehen, habe. Ich sehe das Briefing vor mir: „Macht mal was mit Rich Interface. Und iPodig soll’s sein.“ Hammer. Das Ding spottet jeder Beschreibung, und das Schönste ist wirklich dann noch der „Marketing-Chef“, der sich in leeren Worthülsen ergießt und vor Stolz kaum laufen kann.

    „Derzeit arbeiten alle Beteiligten daran, Hinweisen aus berechtigten Kritiken nachzugehen und die Ursachen dafür abzustellen.“ Ich sag mal so – einfach die ganze Seite abstellen und jemanden ranlassen, der von Usability und Design so was Ahnung hat. Echt, ey.

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