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Neues Sitzmuster der BVG bewegt Berlin

BVG „Muster der Vielfalt“, Quelle: BVG

Das neue Sitzmuster der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zieht derzeit die Aufmerksamkeit auf sich. Vor allem in der lokalen Presse wird das aus menschlichen Figuren gebildete Muster thematisiert und diskutiert. Die BVG knüpft die Einführung des Designs an eine Kampagne und macht so Werbung in eigener Sache.

Wenn in der breiten Öffentlichkeit über Kommunikationsdesign gesprochen wird, sind es meist Logos von Marken, Unternehmen oder Vereinen, die im Mittelpunkt stehen. Diesmal jedoch ist es das grafische Muster, mit dem die BVG zukünftig ihre Sitze und Bänke ausstatten möchte, über das in den Medien diskutiert und in Social Media debattiert wird. Ein Ziel des Verkehrsbetriebes dürfte damit bereits erreicht sein: das „Muster der Vielfalt“, wie die BVG das grafische Gestaltungskonzept nennt, steht im Fokus der Öffentlichkeit.

In Folge eines Rechtsstreits gab die BVG die Nutzungsrechte an dem in den letzten Jahren zum Kult-Design avancierten „Urban Jungle“-Muster auf. Umgangssprachlich wird das Stoffmotiv auch als „Würmchen-Muster“ bezeichnet. Dessen Designer, Herbert Lindinger, forderte im Rahmen der rechtlichen Auseinandersetzung gar die Vernichtung aller Sitze mit dem betreffenden Muster.

BVG Sitzmuster
BVG Sitzmuster, Quelle: BVG

Das „Muster der Vielfalt“ verfügt, ähnlich wie das Vorgängermotiv, über eine Art Camouflage-Pattern. Gebildet wird das in den Farben „Rostrot“, Hellblau, Gelb, Beige und Schwarz gehaltene Muster aus den Silhouetten menschlicher Figuren. Zu erkennen sind etwa ein Vater mit seinem Kind, ein homosexuelles Paar, Rollstuhlfahrer*innen, ein Frau, die Yoga macht und auch ein*e Rentner*in mit Hund. Insgesamt sollen es 80 unterschiedliche Silhouetten sein, die in dem Muster eingebettet sind. Entstanden ist das Musterdesign in Zusammenarbeit mit der Agentur Jung von Matt / SAGA.

Begleitet wird die Einführung des neuen Designs von einer Kampagne, mit der die Berliner Verkehrsbetriebe zudem ein politisches Statement setzt. Für die BVG verkörpere das neue Sitzmuster ein Symbol der Vielfalt: „Die BVG ist ein Abbild von Berlins Vielfalt. Und genau diese Vielfalt bilden wir jetzt auch auf unserem Sitzmuster ab. Denn es besteht aus verschiedenen Silhouetten von echten Menschen. Genauer gesagt: aus Silhouetten von euch!“, wie es in der offiziellen Pressemeldung heißt.

Bis alle U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse und Fähren mit dem neuen Sitzmuster ausgestattet sein werden, wird es noch einige Jahre dauern. „Wir reißen jetzt keine Sitze heraus“, so Torsten Mareck, Bereichsleiter Omnibus bei der BVG. Die vom britischen Hersteller Alexander Dennis angelieferten Doppeldeckerbusse sollen die ersten Fahrzeuge sein, die mit dem „Muster der Vielfalt“ ausgestattet werden.

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Dieser Beitrag hat 35 Kommentare

  1. Gut, diese Gender-Debatte lasse ich jetzt einfach mal beiseite, das würde ausufern …

    Das Muster hat eine schöne, kommunikative Idee die sich gut verkaufen lässt und BVG-typisch eine intensive Kommunikation und umfangreiche Marketingwelle ermöglicht. Zudem erfüllt es wohl auch den eigentlichen Zweck wie das Vorgängermuster auch, „Flecken“ (beabsichtige oder kreativ geschaffene) weniger sichtbar zu machen. Was mich aber etwas überrascht sind die Farben, nicht in der Kombination als solche, sondern in der Umsetzung. Also wenn ich offizielle U-Bahn-Sitz-Fotos mit den Bus-Sitz (Velour?) vergleiche, frage ich mich schon wie es bei einer Neuentwicklung eine solche Farbabweichung geben kann? Liegt es am Foto? Ich hoffe sehr, denn eine Farbverbindlichkeit in sämtlichen Materialien wäre ja wohl oberstes Gebot für solch einen Job und bei Nichterfüllen doch recht peinlich für Agentur & CO …

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