HTWK Leipzig mit neuer visueller Identität

HTWK Logo, Quelle: Wenke & Rottke

Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK), 1992 gegründet, stellt sich strukturell wie auch visuell neu auf. Ein neues Logo und eine frischere Gestaltung sollen den Anspruch und das Profil der HTWK Leipzig als moderne Hochschule der Angewandten Wissenschaften unterstreichen.

Mit Beginn des Sommersemesters wurden am 1. April 2019 die letzten Vorhaben einer internen Strukturreform in Kraft gesetzt. Diese sind Teil des Hochschulentwicklungsplans, den der Senat der Hochschule bereits 2017 beschlossen hatte, um die Hochschule zukunftsfähiger aufzustellen.

„Ob demographischer Wandel oder Digitalisierung, ob Energiewende oder neue Mobilitätskonzepte – die heutigen Herausforderungen können nicht mehr eindimensional, sondern nur durch integrierte, vernetzte Ansätze gelöst werden. Unsere Fakultäten und Bereiche sollen daher beste Voraussetzungen für die notwendige Entwicklung und Vernetzung haben“, so Prof. Gesine Grande, Rektorin der HTWK Leipzig.

Seit Mai 2018 wurde in zahlreichen Workshops an der Weiterentwicklung des Corporate Designs gearbeitet. Zeitgleich mit Inkrafttreten der Fakultätsfusionen, der Gründung des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Zentrums und weiteren Neustrukturierungen wird nun mit der Umstellung auf ein verändertes Erscheinungsbild begonnen. Die Arbeiten diesbezüglich sind derzeit in vollem Gange. In den digitalen Medien wurde das neue Hochschullogo bereits implementiert. Bei der Website sollen in kürze weitere Anpassungen vorgenommen werden – der Grundaufbau und die Technik bleiben erhalten.

HTWK Logo animiert, Quelle: Wenke & Rottke

HTWK Logo animiert, Quelle: Wenke & Rottke

Das Logo der HTWK wurde im Zuge des Redesigns völlig neu gestaltet. (siehe vorher/nachher). Aus einer zuvor blauen Wortbildmarke wurde eine reine, in der Farbe Schwarz angelegte und ebenfalls in Großbuchstaben gesetzte Wortmarke. Der Querstrich im „H“ ist freigestellt und deutlich dünner als für diese Schriftart üblich.

Hauptgestaltungselement innerhalb des Erscheinungsbildes sind zwei vertikal verlaufende Balken, sogenannte „Tapes“, die sich vom Anfangsbuchstaben „H“ ableiten. In Schwarz, Weiß und auch in kontraststarken Farben angelegt tragen sie maßgeblich zur Wiedererkennbarkeit der Hochschulmedien bei. Als neue Hausschrift kommt ab sofort die Source Sans Pro zum Einsatz. Vorgabe seitens der Hochschule war, dass die neue Hausschrift von allen Anwendern (HTWK-Mitarbeiter, Dozenten, Professoren, Studenten) ohne zusätzliche Lizenzkosten genutzt werden kann.

Verantwortlich für die Entwicklung war die Agentur wenkerottke aus Berlin, mitgegründet und geleitet von Katrin Wenke, Absolventin der HTWK Leipzig.

Kommentar

Das bisherige, blaue Logo mit ominösem, bedeutungsschwangerem Strahlenkranz ist ein typisches Kind der 1990er-Jahre. Ein wahrer Klotz am Bein, der alle Bemühungen, als zeitgemäße Marke wahrgenommen zu werden, unnötig erschwert. Innerhalb des Erscheinungsbildes der Hochschule, das (mir persönlich) weniger erneuerungsbedürftig schien als das Logo, wirkte der Strahlenkranz wie ein Fremdkörper. Dem gegenüber steht ein neues Gestaltungskonzept, bei dem sich Logo und Gestaltungselemente auf einander beziehen (die „Tapes“ leiten sich von den Stämmen des H ab).

Das Gestaltungskonzept gefällt mir gut, die Wortmarke hingegen weniger. „HTWK“ tritt nach meinem Empfinden nicht als Einheit und als Wortmarke in Erscheinung, sondern vielmehr als vier Buchstaben, die, sieht man einmal vom „T“ ab, jeweils über visuelle Eigenheiten verfügen. Beim „H“ löst sich der Querstrich, beim „W“ fällt der hohe Strichstärkenkontrast auf und auch beim „K“ springt der Querstrich ins Auge, der in diesem Fall als Verbindungselement für die beiden Diagonalen fungiert. Gestaltungsmerkmale, die ein harmonisches Zusammenspiel nicht eben befördern.

Vom Ansatz hier bietet die neue Gestaltungslinie das Potenzial für mehr Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit. Viel wird davon abhängen, ob die Vorgaben auch konsequent umgesetzt und das neue Design durchgängig implementiert werden, so auch bei der Website (htwk-leipzig.de), die das in den Moods und den Entwürfen aufgezeigte visuelle Profil derzeit noch nicht widerspiegelt. Nach der Präsentation, und das ist im Corporate Design keine neue Erkenntnis, fängt die Arbeit erst richtig an.

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7 Kommentare zu “HTWK Leipzig mit neuer visueller Identität

  1. Der H-Strich (Mitte) ist mir im Vergleich etwas zu schmal. Außerdem kippt das Logo für mich nach rechts. Dies ist meine Sicht als Laie.

  2. Sehr clevere Gestaltung, gefällt mir sehr gut! Schön wie prominent und plakativ mit der Wortmarke umgegangen wird und das einfache aber wirksame „Tapes“ Konzept konsequent durchgezogen wird, ohne ermüdend zu wirken. Das Erscheinungsbild schafft meiner Meinung nach den Spagat zwischen expressiven/lebendigen Elementen und einer gewissen Seriosität/Aufgeräumtheit. Ich finde nicht, dass sich die einzelnen Buchstaben zu wenig harmonisieren – diesen Grad an Eigenständigkeit bzw. genau diese kleinen Reibungspunkte hat es dringend nötig, sonst wäre es zu austauschbar. Nur beim W laufen innen die Spitzen etwas zu sehr zu, das hätte man optisch etwas ausgleichen können. Insgesamt ein echter Hingucker in der Identitätslandschaft deutscher Hochschulen – well done! :-)

  3. Die gesperrten Minuskeln zwischen den H Balken sind nicht notwendig und eher »schlecht«.
    Versalien wären an der Stelle doch sinnvoller.
    Sonst ist es ein interessanter Ansatz.

  4. Immerhin besser als zuvor, wo der möchtegern „Strahlenkranz“ perspektivisch derart missraten war.

    Leider fiel mir in der Animation sofort negativ auf, dass die Texte, die den H-Strich ersetzen optisch nicht auf gleicher Höhe sitzen, sondern nach unten rutschen. Wenn es schon animiert sein muss, dann sollten solche Fehler nicht noch offensichtlicher zur Schau gestellt werden… Finde den Strich auch etwas zu dünn geraten und das W gefällt mir in dieser Form leider auch nicht, das liegt natürlich an der verwendeten Schriftart.

    Die grafische Ausarbeitung ist schon recht abwechslungsreich und soweit okay. Das Logo ansich kann mich aber optisch, sowie vom holprigen Klang der vier Buchstaben nicht recht überzeugen.

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