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Deezer gönnt sich erneut einen neuen Look

Deezer Logo Bildmarke, Quelle: Deezer
Deezer Logo Bildmarke, Quelle: Deezer

Deezer tritt seit Kurzem mit neuem Logo auf. Erst vor vier Jahren hatte der Streamingdienst sein visuelles Profil modifiziert. Das vor wenigen Tagen erfolgte Rebranding ist im Vergleich dazu noch einmal umfassender.

Der Audio-Streamingdienst Deezer wurde 2007 gegründet. Eigenen Angaben zufolge hat der Dienst 9.9 Millionen Abonnenten. Beim letzten Rebranding 2019 waren es noch 14 Millionen. Der weltweite Marktanteil liegt derzeit bei 1,5 %. In Deutschland ist Deezer mit einem Marktanteil von 7 %, in Frankreich sogar mit 12 % vertreten. Der Markt für Streamingdienste, sei es Musik oder Videos, ist nach wie vor stark umkämpft.

Mit dem nun vollzogenen Rebranding verfolgt Deezer, wie das Unternehmen im Rahmen einer Presseveröffentlichung erklärt, die Positionierung hin zu einer Plattform für Erlebnisdienste, auf der Künstler, Fans und Partner durch Musik verbunden werden. Um diesen Wandel hervorzuheben und die „emotionale Bindung der Menschen zur Marke zu stärken“, erneuert Deezer seine visuelle Identität.

Auszug der Pressemeldung

“We have transformed Deezer over the past two years, and today marks a key milestone as we introduce our new identity and logo, while showcasing how our product is evolving into a platform where people can experience and live the music in a way that cannot be found anywhere else,” said Jeronimo Folgueira, CEO, Deezer. “Love for music, and helping people be and belong through music have always been at the heart of Deezer, and it is time for us to embark on this new journey where we reinforce that commitment to fans, artists and partners.”

Deezer Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Deezer, Bildmontage: dt
Deezer Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Deezer, Bildmontage: dt

Erst 2019 hatte Deezer Anpassungen am visuellen Erscheinungsbild vorgenommen (dt berichtete). Während die letzte Überarbeitung eher evolutionärer Natur war, kommt nun ein völlig neues Markendesign zum Einsatz. Die Ursprungsidee bleibt gleichwohl erhalten, beziehungsweise wird diese neu interpretiert.

Statt mit Hilfe von Rechtecken wird die Bildmarke, welche seit Firmengründung eine grafische Umsetzung eines Audiospektrums darstellt, nun aus mehreren unterschiedlich großen Ovalen gebildet. Diese wiederum ergeben im Verbund eine Herzform. Als neue Primärfarbe setzt Deezer nun auf Lila. Vorgestellt wurde das neue Markendesign am 7. November im Rahmen einer Veranstaltung im La Gaîté Lyrique (Paris).

Kommentar

„Love is in the air …“ – überall, wo man hinschaut wird die Love-Thematik und Herz-Symbolik gespielt. Die Herzform ist im Markenkosmos mittlerweile extrem weit verbreitet. Eine originäre, unverwechselbare Identität und Markenkommunikation lässt sich darauf kaum noch aufbauen. Wenn ein generisches Zeichen (eine aus Rechtecken bestehende Audiospektrumgrafik) durch ein anderes generisches Zeichen (ein Herz) abgelöst wird, kann ich darin nicht wirklich einen Fortschritt erkennen.

Musik ist ein hochemotionales Thema. Musik kann uns zum Weinen und zum Lachen bringen, uns in Feierlaune versetzen oder uns in den Schlaf wiegen. Musik kann Glückshormone (Dopamin) freisetzen, ebenso Stress verursachen. Musik wirkt auf die eine oder andere Weise ansteckend auf uns: ein Phänomen, das als emotionale Resonanz bekannt ist. Also ist die neue lilafarbene Audiospektrumgrafik in Herzform doch eine überaus passende visuelle Entsprechung, könnte man sagen. Sicherlich – als Visualisierung von Musik IN SUMME ist die Grafik passend. Nur ist der Umstand, dass Musik in uns eine emotionale Resonanz erzeugt, eben kein Alleinstellungsmerkmal der Marke Deezer.

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Dieser Beitrag hat 22 Kommentare

  1. Was mir sofort auffiel war das Einbrennen des Lilas in meine Netzhaut und die Wiedergabe der Komplementärfarbe beim Blick auf eine weiße Fläche… :D

    Davon abgesehen ist die auf Sinuskurven basierende Welle eines Audiofiles generell nicht abwegig. Leider kommt diese einerseits in der Herzform mit den starken Abrundungen nicht sehr realistisch rüber, andererseits sind echte Kurven eines komplexen (Musik-)Soundfiles doch deutlich zackiger. Ebenfalls lassen sich diese Tonmuster selten in der Mitte spiegeln. Also etwas mehr “Realismus” in der Sinus-Herzgrafik hätte ich hier begrüßt.

    1. …seit wann sollten denn Logos der physikalische Realität möglichst sehr nahekommen? Nein, da muss ich dir widersprechen, das sehe ich anders. :) Würde mir ein Kunde mit deiner Argumentation kommen, dem würde ich dem das auszzureden versuchen.

      Klar, wenn die ABstraktion so groß ist und die Anlehnung gar nicht mehr rauskommt, dann kann man es ebenso lassen. Aber in diesem Logo hier ist die Assoziation Herz + EQ ganz klar erkennbar.

      Bzgl Achims Kommentar:
      Ja, es ist generisch, aber die Wahl der Farbe lila war schon mal klug. Ich habe wenig bis gar keine Appe, die mir spontan in den Sinn kommen mit diesem klaren Farbbild. Ich finde das Logo daher gelungen…

      1. @Ruben: Hätte wohl statt “Realismus” eher “Dynamik” schreiben sollen. Habe nicht gemeint, dass Logos (generell) nahe an der Realität sein sollten. Also bitte nicht gleich wieder diese schwarz-weiß-Malerei. In diesem speziellen Fall hätte ich mir die Sinus-Herzform etwas dynamischer, ungleichmäßiger und weniger rundlich-weichgespült gewünscht. Das habe ich gemeint und nicht, dass alles möglichst realistisch aussehen muss. Wie wir alles wissen, ist auch ein Herz in der Realität ein hässlicher Fleischklumpen… ;-)

  2. Finde ich gut soweit, funktioniert einfach :)

    Großartig ist auch, dass man wieder Mut erkennt, nicht nur bei diesem Redesign/-launch – typografisch wird auch wieder mehr weg vom Mainstream gestaltet.

    Wobei ich bisher bei der Bildmarke, diese oldschool Look, auch sehr gut fand :)

  3. Interessant finde ich, dass der senkrechte Strich (nennt man das so?) beim Z leicht gebogen ist. Zumindest scheint das so. Ist das wohl generell beim verwendeten Font so oder ist der Schriftzug als eigenes Logo erstellt worden?

  4. Die sollen mal lieber Geld ausgeben für ihre UI . Neue Musik zu finden die meinem Geschmack nahe kommt ist eine Schatzsuche in deren Interface.
    Aus meiner Sicht ist deren Erfolg ganz klar an die schlechte Gestaltung der Oberfläche geknüpft.

    1. Kann ich so definitiv nicht bestätigen und der Flow sucht seinesgleichen. Was ich dadurch schon an musikalischen Schätzen gefunden habe, ist einfach nur überragend.

  5. In Groß gefällt mir das Logo sehr gut, schaue ich es mir aber auf einer Appkachel an wirkt er nur noch billig. Es ist schon was dran, das das Herz als Symbol alles andere als unique ist.

  6. Also, was mir direkt auffällt: Das neue Logo wirkt sehr weiblich bzw. wenig männlich. Mag klischeehaft klingen, aber ich würde jedenfalls vermuten, dass das kein Logo ist, um Deezer für männliche Kunden attraktiver zu machen. Und das müsste den Machern ja bewusst gewesen sein. Weshalb ich mich frage, ob die Strategie dahinter sein könnte, dass man verstärkt weibliche Nutzende ansprechen will. Vielleicht ist die Marktforschung ja zu dem Schluss gekommen, dass man hier mehr zu gewinnen hat als bei den Männern, die sowieso alle Spotify nutzen? 😉

  7. 💜 – Dieses Symbol steht für Verständnis und mitfühlende Liebe.
    Das lila Herz kann aber auch für Zuneigung und Fürsorge stehen.

    was sich ins absurdum führt, wenn die bildmarke quasi wegschmilzt.
    wird wohl eher wieder etwas recht kurzweiliges…

  8. Mir gefällt’s, vor allem, wenn man das ganze Designsystem anschaut (auf koto.studio zu sehen). Da macht das schon Sinn und Lust auf mehr – wirkt stimmig, ausgeklügelt und dynamisch.

  9. ich wundere mich, dass hier überhaupt ein herz assoziiert wird.
    wo doch ganz offensichtlich eine “fledermaus” oder ein “bundesadler”, wie von karl schon angemerkt, “wegschmilzt”.

  10. In Anwendung und im Gesamtkonzept durchaus überzeugend. Schade dass das hier nicht erwähnt wird. Durch die Darstellung und den Kommentar kommt nicht ansatzweise das Konzept rüber. Wird doch gerade das bei vielen anderen hier kommentierten Branding Cases doch bemängelt? Ich erinnere mich an einige Beiträge, insbesondere bei Städten-/Kommunen-Logos, wo man sich über die Lokalpresse aufregt, die ein “neues Logo” mit teuren Kosten mit einem kompletten Re-Brand verwechselt. :) Ich finde den Beitrag/die Meinung stark reduziert.

    Hier die Case Study der Agentur: https://koto.studio/work/deezer/. Meiner Meinung nach sehr starkes Gesamtkonzept und gut umgesetzt.

    1. …sicher ist die studie innovativ und das logosystem lebt in animation.

      mit deezer in aktion nach einem login hat die case study von koto
      jedoch akt. wenig zu tun. dort erscheint das logo dann als reine wort-
      marke in schwarz auf weiß und es dominieren andere illustrationen
      und key visuals, sowie teils ein mischmasch mit alten elementen.

      ps: ob der fb-like button nun wirklich die lilla kuh adoptieren muß –
      mal dahin gestellt, dichter am goldenen schnitt wäre die arbeit
      wohl harmonisch-gefälliger und mit sound branding lebendiger.

    2. Ich finde den Beitrag/die Meinung stark reduziert.

      Kann man so sehen. Lasse ich gerne so stehen.

      Meiner Meinung nach sehr starkes Gesamtkonzept und gut umgesetzt. […] Durch die Darstellung und den Kommentar kommt nicht ansatzweise das Konzept rüber.

      Das Konzept ist eben halt nur bedingt umgesetzt, wie auch karl anmerkt. Beispielsweise fehlt in der Anwendung die Animation des Logos. Konzept und Anwendung sind zwei Paar Schuhe. Da sollte man schon differenzieren, und sich nicht vom schönen Schein blenden lassen.
      Konzepte, die Agenturen auf ihren Websites präsentieren, interessieren mich nur bedingt. Stichwort Hochglanz. Derlei aufbereitete Projekte haben leider oftmals wenig mit der Realität zu tun. Ich bewerte und urteile vor allem mit dem Fokus auf Anwendung/Umsetzung/Realisierung.

      Wird doch gerade das bei vielen anderen hier kommentierten Branding Cases doch bemängelt? I

      Mir scheint, Pascal, dass Du hier zwei ganz unterschiedliche Dinge vermischst. Die von Dir attestierte „Aufregung über die Lokalpresse“ (dt-Beitrag „Kommunikationsdesign in der (lokalen) Berichterstattung“) rührt daher, dass oftmals in besagter Lokal-/Boulevardpresse Designthemen verkürzt wiedergegeben werden. Vielfach werden hierbei bewusst reißerische Titel wie „Logo kostet 50.000 Euro“ gewählt, mit dem Ziel zu polarisieren, Stichwort Click-Baiting. Dabei bleibt vielfach gegenüber dem (in der Regel design-unkundigen) Leser unerwähnt, dass die Kosten/Steuergelder eben nicht einzig für das Logo aufgewendet werden, sondern für ein komplettes Corporate Design. Anwendungsbeispiele werden in besagten Beiträgen in diesem Zusammenhang meist nicht gezeigt. Ja zuweilen wird nicht einmal das Logo selbst abgebildet (derwesten.de).

      Hier im dt kann ich einerseits voraussetzen, dass viele Leser um diesen Umstand wissen, den Zusammenhang zwischen Logo-Redesign und Corporate Design kennen. Zudem sind andererseits in diesem dt-Beitrag mehrere Anwendungsbeispiele enthalten, auch das Beispiel der App, dem bei weitem wichtigsten Anwendungskontext.

      Man muss den Inhalt der Agenturseite nicht kennen, um das Design beurteilen zu können. Hierfür genügen 2 Minuten User-Interaktion und Customer Journey in der App.

    3. So sehe Ich es auch. Ich als Deezer Nutzer hatte mir den Case auch zuerst bei koto auf der Website angeschaut und war sehr überzeugt von der Umsetzung.
      Die ganze Bildwelt wurde ja auch überarbeitet und ich finde die visuelle Abgrenzung allgrmein zu anderen Diensten wie Spotify oder Apple Music sehr deutlich.
      Für mich eine gelungene Maßnahme.

  11. Für mich hat das neue Logo sofort funktioniert, die Assoziation Soundwelle war direkt da. Dass es hier in den Kommentaren teils stark kritisiert wird, kann ich nicht nachvollziehen, da ich das alte Logo als deutlich langweiliger empfinde.

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