Das neue Commerzbank-Team

Commerzbank Team Anzeige

Sag einer was er will. Ich sehe in dem neuen Corporate-Motiv der Commerzbank-Kampagne kein Team aus Beratern, das vor der Frankfurter Skyline steht, um den Zusammenschluss von Commerzbank und Dresdner Bank zu begleiten, sondern eine Armada Pappaufsteller, die im Verbund mit einer schweren Typographie, und einem sehr künstlich wirkendem Foto-Artwork ein vollkommen überladenes Anzeigenmotiv ergeben. Unglücklich erscheint mir zudem, dass sich im Meer der Anzugträger einige Personen auch noch sehr ähnlich sehen. Vermutlich sollte Menschlichkeit zum Ausdruck gebracht werden. Das Gegenteil wurde erreicht.

74 Kommentare zu “Das neue Commerzbank-Team

  1. In der Tat: Es wirkt unterschwellig bedrohlich. Ich habe da Assoziationen zu irgendwelchen Endzeit-Filmen: ein endloses Heer von siegessicher grinsenden Klonen vor einer atomblitzartigen Sonne, die die Frankfurter City niederstrahlt. Das Ganze in einer an Künstlichkeit kaum zu überbietenden Optik. Irgendwo aber auch konsequent – spiegelt es doch das Image wieder, das man heutzutage von Bankern hat.

  2. Von der überladenen Gestaltung abgesehen finde ich es unpassend, diese Riesenversammlung von Schlipsträgern als vermeintliche Sympathiefiguren zu präsentieren. Den Team-Gedanken hätte man sicherlich geschickter darstellen können. Soll der Eindruck vermittelt werden, diese Menschenmasse würde fortan reibungslos und zum Wohle des Kunden zusammen arbeiten, oder geht es um die Demonstration schierer Größe und des Strebens nach einer marktbeherrschenden Position? Angesichts der Negativschagzeilen, die diese Branche in den letzten Jahren gemacht hat, dürfte das Motiv bei vielen Betrachtern nicht gerade Vertrauen erwecken, sondern eher das Gegenteil.

  3. Ich höre schon das Gespräch zwischen Designer und Chef:

    Chef: “Mach den Text größer”.

    Designer: “Aber sehen Sie nicht, dass dann kein Abstand mehr zwischen Unterkante Schrift und Oberkante Bäume/Gebäude vorhanden ist? Das Chaos an Köpfen wird doch nur noch verstärkt. Meine Güte, die Köpfe schleifen ja fast schon am Text”.

    Chef: “Das ist doch mir egal. Wir sind modern, wir sind groß!! Also mach auch die Schrift groß bis zum Anschlag!!!”

    Designer: “…Ok. Ach, da wäre noch ne Kleinigkeit wegen der Atombomben-Sonne…”.

    Chef: “Raus!!!!”. Nachdem der Designer gegangen ist, murmelt der Chef noch was modern und groß und freundlich…

    Herrliche Zeiten, in denen wir leben.

  4. Ich fühle mich diffus an Szenen aus Horrorfilmen erinnert. Das Bild erinnert zudem eher an eine Kollage. Würde ich einer solchen Armee wirklich gegenüberstehen, würde ich sicherheitshalber die Flucht ergreifen. Die 5 Gesichter in der ersten Reihe sehen auf jeden Fall so aus als ob sie gleich ein Messer zücken würden

  5. Wirkt leider sehr schwer und sehr artifiziell. Neben der unglücklichen Typo (sollte das jetzt ein Block werden oder nicht?), zudem noch deutlich zu groß, ist die Motivwahl eher unglücklich. Wäre dieses Composing ordentlich gemacht (Was es nicht ist, wie ich finde) sehe ich hier eher eine Armada von Feinden als eine Massen von dem Kunden freundlich gesonnenen Beratern.

  6. Ich habe von Design keine Ahnung. Aber ich hätte zwei Menschengruppen, von schräg oben fotografiert, die sich in einer vereinigen. Und nach Möglichkeit in ihrer Freizeitkleidung das macht Menschen sympathischer. Aber das lässt sich nur schwer mit einem knappen Duzend Personen erreichen.

  7. Mit diesem Logo, dass sich nicht entscheiden kann ob es nun abgerundet oder eckig sein will, kann ich mich immer noch nicht anfreunden…

    Und das Bild liefert irgendwie ne Steilvorlage für PS-Zombiecontests. ^^

  8. problem ist praktisch es ist so aufgesetzt das man beim betrachten eine abneigung entwickelt.
    “jetzt nach der fusion sind wir ne armee die uns keiner aufhalten kann”

  9. Das ist mal nach hinten los gegangen…
    finde sowieso, das Werbeplakate, in denen man versucht mit Fotografien von Gruppen oder auch einzel Personen, Menschlichkeit zu erreichen, meist in die Hose gehen.
    Weil diese oft Künstlich wirken…wie man an diesem Beispiel gut sehen kann.

  10. Eine Armee von Business-Kaspern – beängstigend.
    Sie sind angetreten, auch den letzten Euro des Kunden in sinnlose, riskante (aber für die Bank lukrative) Finanzprodukte anzulegen …

    Über 8 Mrd. € Finanzhilfe erhielt die Commerzbank, um die Dresdner Bank übernehmen zu können. Man bekommt so eine Ahnung, was die damit wohl angestellt haben. Steht der ‘Angriff der Klonkrieger’ unmittelbar bevor …?

  11. Ich kann mich den vorherigen Kommentaren nur anschließen. Ich bin kein Freund dieser künstlich wirkenden Fotoberabeitung. Dieses Strahlen allenthalben – furchtbar. Das erzeugt m.M. keine Kundennähe, sondern lässt Assoziationen wie Abgehobenheit, und Künstlichkeit zu. Zudem wirken einige der Köpfe künstlich vergrößert, was den bedrohlichen Eindruckt verstärkt. Alles in allem (auch mittels Typo) schreit diese Gestaltung: “Wir sind übermächtig!” Brrr.

  12. Was machen die ganzen Bankmenschen denn da auf der Wiese? Sollten die nicht besser in den Gebäuden sein und dafür sorgen, dass keine Kunden mehr abgezockt werden?

  13. Die Anzeige wirkt irgendwie seltsam und surreal.

    Die schier undurchdringliche Masse von uniformen Bankberatern erinnert tatsächlich an seelenlose Zombies aus irgendwelchen Horrorfilmen. Im Gegensatz zu ihren Konsorten aus Hollywood will diese Art von Untoten aber nur mein Bestes, mein Geld. ;) Beim Anblick dieses “Banker-Mobs” empfinde ich definitv ein Gefühl von Bedrohung.

    Dazu kommt dann noch die seltsame Atmosphäre durch das gleißende Sonnenlicht in Kombination mit der warmen, goldenen Farbstimmung und den seltsam zweidimensionalen Gesichtern.

  14. Ich finde die Kampagne im Endverbraucher-Sinne sehr gelungen.

    Ehrlicher kann man den Inhalt der beworbenen Dienstleistung gar nicht kommunizieren – die Attribute wurden hier schon mehrfach erwähnt: Seelenlos, Armee, Clone, Zombies, Horrorfilm. Der abgebildete Personenkreis steht wohl auch nicht zufällig im Zusammenhang mit der Finanzkrise – sozusagen “Weltuntergang light”. Also ist sogar die Atom-Sonne stimmig.

    Natürlich ist die Kampagne damit sicher nicht im Sinne des Absenders.

  15. Die Banker können gar nichts dafür, es gibt eben Jobgruppen die können schwerlich sympathisch wirken – vor allem vor aktuellem Hintergrund. Ansonsten muss ich mal einen Stein für das Plakat brechen, es ist solide gemacht. Der Schriftzug könnte etwas mehr Freiraum vertragen und die Sonne im Hintergund hat auch einen Eye-Catcher Effekt.

    Das “Heer” von Beratern die Kundenservice zum Ausdruck bringen sollen ging allerdings deutlich daneben, der Schleim tropft und bedrohlich ist da eher die richtige Assoziation. Man könnte den Fotografen fragen was er sich dabei gedacht hat.

    Erinnert mich übrigens an die alte Bildsprache der Deutschen Bank, die ist ähnlich unterkühlt und surreal auf ihre Art & Weise. Es hat sich aber gebessert, da die Models nun natürlicher geworden sind und auch nicht mehr wie Puppen in die Linse schauen.

    Die sympathischste Bildsprache hat übrigens aktuell die Sparkasse wie ich finde, die ist mir immer positiv in Erinnerung geblieben. Allerdings muss man sagen, dass sich die SK auch als Bank für Privatkunden positioniert, im Gegensatz zur Deutschen Bank. Die Commerzbank ist, soweit ich weiß, auch eher eine Wirtschaftsbank.

    Greetz
    Till

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