Danone verpasst Dany ein Rebranding

Dany Sahne Logo, Quelle: Danone

Dany Sahne, eine zum französischen Lebensmittelkonzern gehörende Pudding-Marke, hat vor kurzem ein Rebranding vollzogen. Sowohl die Verpackung wie auch das Markenlogo wurden modifiziert.

Seit 1969 sind Produkte der Marke Dany Sahne auf dem deutschen Markt vertreten. In der Vergangenheit wurde das Design der Verpackung immer wieder einmal verändert. Die heutige flache Becherform wurde im Zuge eines Verpackungsrelaunch im Jahre 2002 eingeführt. Acht Jahre später wurde das Design der Etiketten und der Umverpackung erneuert. In jüngster Zeit wurden unter dem Markennamen Dany neue Produkte eingeführt, darunter auch der erste pflanzliche Pudding der Marke Dany. Mittlerweile besteht das Sortiment aus vier Produktgruppen: Dany Sahne, Dany Mousse, Dany Pflanzlich & Dany Shake To Go. Dies hat der Lebensmittelkonzern zum Anlass genommen, das Markendesign abermals zu ändern. Auch das Logo selbst wurde im Zuge des vor kurzem vollzogenen Rebrandings modifiziert.

Dany Sahne Vanille – vorher und nachher Bildquelle: Danone, Bildmontage: dt

Dany Sahne Vanille – vorher und nachher Bildquelle: Danone, Bildmontage: dt

Zahlreiche Gestaltungselemente und Marken-Assets wurden im Rahmen des Redesigns verändert, angefangen beim Logo selbst, welches fortan aus einer reinen Wortmarke besteht. Das umgebende Oval wurde entfernt. Der Markenname ist nicht mehr in einer handschriftlichen Typo gesetzt, sondern in einem Script-Hybrid-Font, in dem Elemente einer Serifenlosen Antiqua-Schrift mit handschriftlichen Merkmalen vereint sind. Die neue Verpackung unterscheidet sich im Aufbau, in der Bildauswahl und der Stilistik. So kommt im Rahmen des neuen Markendesigns auch ein anderes Set an Schriften zum Einsatz. Lediglich die Farbauswahl bleibt weitestgehend erhalten und sortgt so für Kontinuität und Wiedererkennung.

Vor dem Hintergrund der Einführung der Produkte im neuen Design wurde auch die Website der Marke unter danone-dany.de relauncht.

Kommentar

Etiketten und Verpackungen von Lebensmitteln werden regelmäßig neu gestaltet und dabei zuweilen auch nur sehr dezent angepasst. Die Markenlogos bleiben bei solch einem „Facelift“ oder (noch dezenter) „Rebrush“ meist unangetastet. Wenn auch zentrale Marken-Assets wie das Logo verändert werden, wird dies als „Redesign“ bzw. „Rebranding“ bezeichnet. In diesem Fall, bei der Marke Dany, sorgen einzig der Name selbst sowie die Farben der Verpackungen für Kontinuität und Wiedererkennbarkeit. Illustrative Schmuckelemente, die keinerlei unmittelbaren Bezug zum Produkt haben, wurden ebenfalls entfernt.

Die vergleichsweise umfassende Anpassung hängt vermutlich mit der Erweiterung des Produktportfolios zusammen. Danone macht zum Redesign keinerlei Angaben und hat auch keine Pressemeldung diesbezüglich veröffentlicht.

Spannender als die optische Anpassung der Oberfläche ist meiner Ansicht nach der Umstand, dass der Hersteller das Rebranding zum Anlass genommen hat, um auf der Website den Unterpunkt „Nachhaltigkeit“ zu integrieren. Mehr als ein Trend. Ein Bekenntnis zur Ressourcen-schonenden Produktion, wie es von immer mehr Lebensmittelhersteller abgegeben wird, ist ein echter Hype. Danone-Deutschland-Chef Richard Trechman erklärte gegenüber dem Fachmagazin LebensmittelPraxis bekannt, das Unternehmen neu ausrichten zu wollen. Man höre wieder stärker auf das, was der Konsument möchte und führe pflanzenbasierte Produkte ein und ändere Rezepturen, um den Zucker-Anteil zu reduzieren. Bis spätestens 2025 sollen alle Danone-Verpackungen wiederverwendbar sein.

Dass Danone, ähnlich wie viele andere Hersteller, mit der Themensetzung Nachhaltigkeit positiv punkten und das Image seiner Marken aufbessern möchte, ist leicht nachvollziehbar. Bemerkenswert: Wenige Monate zuvor führt Danone unter dem Namen „Shake To Go“ ein neues Dany-Produkt im Markt ein. So wirklich entwickelt scheint der Nachhaltigkeitsgedanke im Unternehmen offenbar noch nicht zu sein. Ausgerechnet „To Go“! Steht diese Bezeichnung doch mittlerweile synonym für achtlosen Konsum und Ressourcen-Verschwendung. Der „Coffee-to-go-Becher“ etwa ist ein großes Umweltproblem. Wollte man das Thema Ressourcenschonung ernsthaft angehen, müsste man über den Einsatz zusätzlicher/abkömmlicher Umverpackungen nachdenken, wie sie für Dany-Produkte üblich sind. Zur Erinnerung These 9 von Dieter Rams: „Gutes Design ist umweltfreundlich“.

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Ein Kommentar zu Danone verpasst Dany ein Rebranding

  1. Spannendes hin und her bei Danone. Das “vorher”-Logo gab es ja nur ganz kurz. Zwischenzeitlich gab es ja bereits schon längere Zeit ein Logo, das nicht mehr handschriftlich mit großem Bogen über dem D gestaltet war – und dann gab es das dann doch plötzlich wieder, aber eben längst nicht so stilvoll wie noch in den 90ern und Anfang des Jahrtausends. Ein wenig plan- und orientierungslos wirkte der neuerliche Wechsel auf mich.

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