Danish Crown erneuert visuelle Identität

Danish Crown Visual Identity, Quelle: Danish Crown

Danish Crown, nach eigenen Angaben einer der größten Schweineexporteure der Welt, hat seine visuelle Identität erneuert. Der veränderte Look sei Teil der Ausrichtung des Unternehmens hin zu einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Transparenz.

Mit 6.800 angeschlossenen Farmern und 29.000 Mitarbeitern ist Danish Crown Europas größter Fleischverarbeiter. Der Ursprung des Unternehmens liegt im Jahr 1887, als sich in Dänemark 500 Landwirte zu einer Schweineschlachtgenossenschaft zusammenschlossen. Seit 1990 firmiert das Unternehmen, das derzeit über 75 Standorte verfügt und in 23 Ländern aktiv ist, unter dem Namen Danish Crown. Die zur Unternehmensgruppe gehörende Tulip Food Company firmiert fortan unter dem Namen Danish Crown Foods.

Anfang des Jahres hatte Danish Crown bekannt gegeben, die Treibhausgasemissionen bis 2030 über die gesamte Kette vom Erzeuger zum Verbraucher um 50 % senken zu wollen. Mittlerweile stammten 90 % der dänischen Schweine aus nachhaltig geprüften Betrieben, so das Unternehmen. Um diese Transformation auch nach außen hin sichtbar zu machen, wurde nun die visuelle Identität erneuert.

Auszug der Pressemeldung

We want to create a closer link between our farmers and our consumers and to make it easier for consumers to make climate-friendly choices. Today, we are setting a clear direction for owners and employees; and we are sending a clear message to our customers and society in general about our vision to create a more sustainable future for food. We are changing the old Danish Crown corporate brand into a new brand identity that brands both company and products, says Jais Valeur, CEO Danish Crown. We have given ourselves a challenge to produce more sustainably. Our farmers and employees want to deliver that change and we have to be better at communicating our story, says Jais Valeur.

Danish Crown – Corporate Font, Quelle: Danish Crown

Danish Crown – Corporate Font, Quelle: Danish Crown

Zur neuen visuellen Identität gehören unter anderem eigens für das Unternehmen entwickelte Schriften – Danish Crown Display und der Danish Crown Text (siehe Abb. oben). Die traditionelle Hausfarbe von Danish Crown, Rot, wurde aufgehellt. Schwarz wurde gänzlich aus dem Gestaltungskonzept gestrichen, stattdessen wurden Grün und Rosa als weitere Primärfarben aufgenommen. Das Unternehmenslogo wurde in einem evolutionären Schritt angepasst und auf die neue Hausschrift sowie das veränderte Farbspektrum umgestellt, der zentrische Grundaufbau bleibt erhalten. Der Webauftritt danishcrown.com wurde vor wenigen Tagen umfassend relauncht – zeitgleich wurde unter brandhub.danishcrown.com das zugehörige Markenportal ins Netz gestellt.

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36 Kommentare zu “Danish Crown erneuert visuelle Identität

  1. einer der größten Schweineexporteure der Welt […] Teil der Ausrichtung des Unternehmens hin zu einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Transparenz

    Das Geschäftsfeld geht nicht nachhaltig. Period.
    Völlig egal, wie es aussieht, Greenwashing ist ein viel zu schwaches Wort für die notwendigen vorsätzlichen Unwahrheiten, die verbreitet werden müssen. So viel geht auf keine Kuhhaut.
    Ja, das ist jetzt keine qualifizierte Aussage zur gestalterischen Qualität, um die es hier gehen sollte. Aber schon der erste Satz hat mich dermaßen entsetzt, dass ich nicht anders konnte. Entschuldigt bitte.

    • Muss man nicht entschuldigen – bei Gestaltung geht es eigentlich auch um deutlich mehr als schlicht etwas toll aussehen zu lassen. Man sollte sich schon überlegen was man verkauft, ansonsten ist man vom psychologischen Muster her beim Straßenstrich angekommen – nett anziehen/aussehen lassen und Geld machen. Ich denke in dieser Hinsicht sollte die Gestaltungsbranche mal dringend Selbstrefelektieren. Wenn man überlegt wieviele Ressourcen verbraucht werden um etwas gut aussehen zu lassen um es zu verkaufen…

    • Bitte nicht entschuldigen für solche Gedanken, es lässt mich positiv in den Montag starten dass noch andere so denken… Eine der miesesten Branchen überhaupt mit unerträglichem Leid für Tiere (und Menschen) und gravierenden Folgen für die Natur.
      Wer sich dabei nur über die Typo unterhalten kann hat eh eine seltsame Berufsauffassung.

    • Alleine die Anzeige mit „Real Actions, real Change“ stößt mir so unglaublich übel auf, wenn ich den Branchenbezug betrachte. Das alles –Visuals inklusive– wirkt für mich nur aufgesetzt. Schön, dass das Ganze hier von mehreren Leser*innen hinterfragt wird!

  2. Das Massentierhaltung jetzt nicht der Hit ist, darüber lässt sich denke ich nicht Streiten. Aber die zahlreichen Abnehmer die genau dies nötig machen sind eben vorhanden und werden ziemlich sicher auch nicht so schnell verschwinden, egal ob mit oder ohne Redesign. Von daher finde ich es Grundsätzlich gut wenn auch in solchen kritischen Branchen etwas getan wird um die aktuelle Situation zu verbessern. Klar ist es ein Weg das Image aufzubessern und natürlich könnten sie noch deutlich mehr leisten, aber wenn sie sich auch nur an die Hälfte der gesteckten Ziele halten, stehen sie umwelttechnisch nachher immer noch besser da als ohne Greenwashing. Von daher dürfen meinersteits gerne alle soviel Greenwashing betreiben wie sie wollen, solange dadurch mehr passiert wie ohne!

    Und in diesem Fall muss ich sagen gefällt mir das Ergebnis auch noch ausgesprochen gut! Die Typo und die Farbwelt sind einfach der Hit. Super markant und eigenständig.

    • Im ersten Moment dachte ich, es würde um Reisen nach Dänemark gehen, wegen der auffällig grünen Landschaft und der verspielten Schrift.
      Erschreckend, dass es so ungefähr um das Gegenteil davon geht. Die Gestalter, die hierfür verantwortlich sind, haben meiner Meinung nach ihre Seele verkauft. Ich finde es geschmacklos und augenwischerisch, wie hier billiges Fleisch als eine Art Lifestyle verkauft wird, natürlich minus das schlechte Gewissen dank einlullender Farbgebung. Hallo schöne neue Welt.
      Bei längerer Betrachtung erinnern die scharfen Kanten der Schrift dann doch an Messer, aber das ist mir als Verweis auf die Branche zu subtil. Blutende Schweine wären hinter der Wortbildmarke ehrlicher gewesen.

    • Mein erster Gedanke – vorher noch nie davon gehört – war: Tourismusmarke oder Reiseveranstalter.

      Die Typo und die Farben gefallen mir, in meinen Augen aber am Zweck vorbeigestaltet … Passt leider gar nicht zu einem Fleischproduzenten.

  3. Ich bin froh (und tatsächlich auch beruhigt), dass der Fokus beim Kommentieren nicht irgendwelche Typodetails sind. Es ist richtig und wichtig, sich nicht allein von visuellen Oberflächlichkeiten leiten zu lassen und die Dinge zu hinterfragen, und zwar in Bezug auf jedwede Marke, jedes Unternehmen und jeden Absender.

    Das Geschäftsfeld geht nicht nachhaltig

    Ich halte diese Einschätzung für zu pauschal. Insbesondere kleinen Betrieben, die nach hohen ökologischen wie ethischen Standards arbeiten, wird man mit einer solchen Bewertung nicht gerecht. Bio-Fleisch und regional erzeugtes Fleisch ist mit herkömmlichen Billig-Fleisch aus der Massenproduktion, welches im Großhandel angeboten wird, nicht zu vergleichen. Deshalb sollte man differenzieren, finde ich. Klar ist: Massenkonsum von Fleisch, wie er gerade von den westlichen und als „zivilisiert“ bezeichneten Gesellschaften betrieben wird, hat in hohem Maße schädliche Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Erfreulicherweise wird dieser wenig neuen Erkenntnis in der aktuellen Debatte mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Ich halte einen Fleischverbrauch von 85,9 Kilogramm, wie wir ihn in Deutschland pro Kopf pro Jahr haben, jedenfalls für alles andere als zivilisiert.

    Die meisten von uns, so ehrlich sollte man schon sein, haben dazu beigetragen, dass ein Fleisch-produzierendes Unternehmen eine solch enorme Größe annehmen konnte, wie sie Danish Crown repräsentiert. Der Konsum von Fleisch gehört immer hinterfragt. Deshalb bin ich auch für alle kritischen Kommentare diesbezüglich sehr dankbar.

    • Schön, dass ich dem einen oder anderen den Montagmorgen verschönern konnte, das freut mich.
      Das Geschäftsfeld, um das es hier geht, ist »einer der größten Schweineexporteur der Welt«, ist also Massentierhaltung mit allen Arten von Tierquälerei bei Haltung und Schlachtung. Es geht bei Danish Crown nicht um kleine Betriebe, Bio-Fleisch und regionale Erzeugung. Für die mag es ganz anders aussehen, ja.

      • „Einer der größten Schweineexporteur der Welt“ ist kein Geschäftsfeld, sondern eine branchenspezifische auf den Umsatz bezogene Benennung. Das Geschäftsfeld ist Tierhaltung zwecks Fleischerzeugung. Massentierhaltung ist lediglich eine Ausprägung.

  4. Bezogen auf die Krone hatte ich schon die Befürchtung, hier würde ein Unternehmen auf den Zug aufspringen, das Logo auch auf kleinen Displays erkennbarer zu machen …
    Die Wahl der Hausschriftart widerlegt den Verdacht jedoch.

    • Also ne, diese Berge als Hintergrundbild. Man meint fast, zu den norwegischen Fjorden zu blicken. oder Spitzbergen Minimum. Nichts davon stimmt.

      Was stimmt nicht?

      Wäre Danish Crown beispielsweise eine in Dänemark befindliche Destination/Region, wäre das Bild zweifelsfrei unpassend und auch falsch, da es offenbar in Norwegen aufgenommen wurde. Danish Crown ist allerdings keine Tourismusmarke, sondern eine global aufgestellte Unternehmensgruppe, die unter anderem auch in Norwegen über mehrere Unternehmen/Standorte verfügt. Darüber hinaus ist (m)eine Deutung des Bildes, dass Danish Crown weit über die Landesgrenze hinaus Waren vertreibt, denn ganz offensichtlich ist ja hier kein Produktionsbetrieb abgebildet, sondern ein LKW, der Waren von A nach B transportiert. Vor diesem Hintergrund mag sich die Verwendung des Bildes vielleicht nicht aufdrängen, allerdings ist sie vollkommen legitim. Das Logo könnte beispielsweise auch in Kombination mit einem Landschaftsbild aus Skåne/Schweden oder vor der Skyline von Shanghai in Szene gesetzt werden, wo die Gruppe ebenfalls über Standorte verfügt. Dehnt man den Fokus auf die Märkte aus (Großbritannien, Deutschland, Niederlande, u.a.), was für alle B2C-Marken gängige Praxis ist, wäre die Bildauswahl noch größer.

      In Bezug auf die Bildauswahl sehe ich jedenfalls keinen Fehler.

      • Der Truck karrt also die Schweinehälften oder Filets auf idyllischen einsamen Landsträßlein rauf ins ländliche Schafe- und Fjord-Norwegen. Und das soll dann für „international“ und „global aufgestellt“ stehen. Wenn’s schee macht … ;-)

        Nix für ungut.

    • Das ist aber schon sehr kurz gedacht. Der Logik folgend dürfte BMW dann nur Bilder in Oberammergau machen? Man muss die Branche nicht mögen (persönlich verachte ich Massentierhaltung zutiefst), aber es bringt doch nichts auf solchen Ebenen zwanghaft das Haar in der Suppe zu suchen.

    • Danke, dachte ich mir’s doch.
      Mir sagt das, dass sie es mit ihrer Region und dänischen Herkunft nicht sonderlich genau nehmen. Wenn man schon Danish Crown heißt. Ein dummer Fauxpas.

  5. Ja Error, ich kapiers auch nicht. Das gesamte Design ist unique aber passt dabei einfach nicht zum Unternehmen. Und das meine ich nicht negativ auf diese Schweinebranche bezogen sondern die Reflektion geht schlicht komplett am Kunden vorbei. Das Thema Tier und Food wurde komplett vernachlässigt. Auch die Chance, den angeblichen Fortschritt und Klimaschutz zu kommunizieren wurde vertan.
    Man denkt direkt an Kultur, Reise, Print oder Kommunikation, aber das hier spiegelt das Produkt in keinster Weise wieder ! Nichts gegen schick für eine Schweinemast aber ich möchte das schon irgendwie in Typo und Design wiedergespiegelt sehen.

    • Das Thema Tier und Food wurde komplett vernachlässigt.

      Überhaupt nicht! Einfach mal beispielsweise die Website des Unternehmens besuchen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.

      möchte das schon irgendwie in Typo und Design wiedergespiegelt sehen

      Meines Erachtens widerspiegeln die betont schnittig geformten Lettern das Geschäftsfeld in höchst treffender Form. Auch die Farbgebung Rot/Rosa/Grün erscheint mir sehr passend.

  6. Ich muss jetzt doch noch einmal loswerden, auch um nicht den Eindruck zu vermitteln, ich würde das Unternehmen verteidigen wollen oder gar das Geschäftsfeld der Massentierhaltung gutheißen, dass ich einige der Kommentaraussagen hier für arg pauschal und überzogen halte. Das Geschäftsfeld der Tierhaltung zwecks Fleischerzeugung sei nachhaltig nicht möglich. Die Verwendung des Landschaftsbildes sei falsch, da es ja offenbar nicht Dänemark zeige. Die Farben und die Typo würden das Unternehmen nicht repräsentieren. Also im Prinzip alles „Error“! Wenn Schweinchenrosa und scharf angeschnittene Lettern nicht ausreichen, um ein solches Unternehmen darzustellen, ja wie denn bitteschön dann?

    Bei aller berechtigter Kritik an Massentierhaltung – darüber sind wir uns wohl alle einig, dass dieses Geschäft höchst problematisch ist, wobei ebenfalls klar sein sollte, dass alle Fleischverzehrer (und ich gehöre dazu) mit ihrem Konsumverhalten ein solches Business befördert und gefördert haben –, scheint mir im Rahmen der Diskussion hier doch bei dem ein oder anderen der objektive Blick und eine differenzierte Betrachtung abhanden gekommen zu sein. Und das finde ich schade. Ich hatte den Beitrag bewusst ohne Kommentar verfasst, um die Diskussion in diesem Fall nicht vorzugeben. Denn natürlich kann man, sofern man substanziell über Design sprechen möchte, in diesem Kontext die Themen Klima, Umwelt, Nachhaltigkeit und Ernährung nicht ausblenden. Substanziell heißt für mich allerdings auch, auch bei einem so sensiblen und emotional aufgeladenen Thema wie Massentierhaltung auf Pauschalisierungen und Mutmaßungen zu verzichten.

    • Guter Kommentar! Genau meine Denke und wie ich finde die perfekte Erklärung warum man bezüglich Branding vermutlich eine Richtung eingeschlagen hat die eben erst auf den zweiten Blick das direkte Geschäftsfeld erkennen lässt.

    • Die Verwendung des Landschaftsbildes sei falsch, da es ja offenbar nicht Dänemark zeige.

      Ja mei, Achim, wenn man oben in der Headline schreibt: „neue visuelle Identität“
      geht der brave Soldat Schwejk, der in unschuldigeren Zeiten unbedachterweise gelernt hat die Typofeder zu schwingen, logisch davon aus, dass ein dänisches Unternehmen nicht irgendeinen Microsoft-Bildschirmhintergrund fremder Länder und Berge nimmt.

      Sondern dass es – vielleicht – stolz auf seine dänische Identität ist und das zeigt. Nein, es zeigt seine globalisierte Beliebigkeit und Nichtidentität.

      Man trifft sich um acht nach diesem alltäglichen Wahnsinn.

  7. Achim, man kann das so oder so sehen.

    Meine persönliche Einschätzung gegenüber überzogen geschönte Bilder bleibt.

    Design muss seine schönfärberische Rolle erkennen und überdenken. Auf ihrer Website haben sie ehrlichere Bilder, geht doch.

  8. Ich finde die neue visuelle Identität von Danish Crown stark, anders und mutig. Die neue Krone finde ich allerdings nicht wirklich überzeugend, sie passt aber in der Anwendung.

    Was mich aber ein wenig schockiert, sind die Kommentare zum Thema Fleischproduktion, die hier kommen. Nicht falsch verstehen, ich bin auch gegen Massentierhaltung und Tierquälerei. Aber diese Moralisierung sehe ich etwas anders. Wenn alle die, die hier aufschreien (nicht nur hier, auch in anderen Medien) darauf achten würden, nur hochwertiges Fleisch zu kaufen und auf das aus Massentierhaltung zu verzichten, hätten solche Unternehmen nicht diesen Erfolg.

    Die Crux: es gibt diese enorme Fleischnachfrage und die wird – wie es in freien Märkten üblich ist – befriedigt. Das lässt sich nicht ändern. Dänemark ist ein stark landwirtschaftlich geprägtes Land mit vielen Betrieben aus der Viehhaltung. Somit schafft die Landwirtschaft viele Arbeitsplätze in den strukturschwächeren Gegenden um die wenigen größeren Städte.

    Als große Industrienation haben wir Deutschen natürlich einen anderen Bezug zu
    landwirtschaftlichen Betrieben, besonders zu Betrieben mit Viehhaltung. Aber auch in den landwirtschaflich geprägten Regionen in Deutschland ist das Verhältnis zur Tierhaltung ein anderes als in den Ballungsgebieten. Das schreibe ich einfach mal nur zum Nachdenken.

    Aus diesem Grund muss ich sagen, dass ich es gut finde, wenn Danish Crown alle Hebel in Bewegung setzt, die Fleischproduktion nachhaltiger aufzustellen. Dieses jetzt so zu kommunizieren ist Marketing. Ganz einfach. Die Fleischproduktion ist das eine, das Thema Nachhaltigkeit das andere – und das ist das neue Versprechen und Thema des aktuellen Erscheinungsbildes. Es gibt aber sicher auch nicht viele Agenturen, die so einen Kunden ablehnen würden.

    Es gibt aber auch genügend andere Bereich, wo sich auch die Frage gestellt werden müsste:
    Autos (z.B. Volkswagen) schädigen die Umwelt und belügen Käufer, Chemie-/Arzneifirmen (ohje), Energiekonzerne (sofern noch mit Kohle-/Braunkohlekraftwerken unterwegs), Fluglinien, Pauschalreiseanbieter, Hersteller von Produkten mit Palm-/Soja-/Kokosöl, Mineralölkonzerne usw.. Das schränkt einen Kundenkreis für Werber dann schon sehr ein.

    Bitte nicht missverstehen: Ich finde Massentierhaltung auch nicht gut, aber ich gbe zu, dass ich auch mal Fleisch vom Discounter kaufe. Ich achte mittlerweile darauf, dass ich deutlich weniger und seltener Fleisch esse und kaufe Fleisch auch beim Metzger meines Vertrauens.

    Ganz allgemein und mit Bezug auf Fridays for Future: Jeder sollte mal bei sich anfangen, ob er nachhaltiger leben kann und will. Muss es jedes Jahr ein neues teures Smartphone sein? Muss ich alles vernetzen, weil es ja so bequem ist – der Strom ist ja günstig. Fahre ich Auto oder ÖPNV? Wenn es keine Alternative zum Autofahren gibt, kaufe ich einen SUV oder ein kleineres Auto und wie lange fahre ich mein altes Auto und spare die Herstellung eines Neuwagens inklusive der dafür benötigten Ressourcen? Muss ich alles bei Amazon usw. im Internet bestellen und es wird mir nach Hause geliefert? Dazu gehört dann auch das Thema Fleischkonsum, aber auch Müllvermeidung (To-Go-Kaffe/Salate/Menüs usw.).

    Tut mir jetzt leid, dass das so viel Text wurde und sich vom Thema entfernt hat, aber dass musste ich hier mal los werden. Die gemachte Arbeit ist toll, jeder erkennt, dass dieses LKW-Bild nicht Dänemark sein kann und soll. Und bevor ich es vergesse: Ich habe nichts mit Danisch Crown, deer Fleischbrancheoder der betreffenden Agentur zu tun, kenne aber die Situation in Dänemark (Ja, auch Schweinebauern).

    • Wow, super geschrieben, deine Argumente sind absolut verständlich!
      Ich bin gegen Massentierhaltung, finde aber, dass wir weniger den Fokus darauf als auf das Design legen sollten.

      Ich finde es von Danish Crown absolut einen mutigen und richtigen Schritt, in das Thema Nachhaltigkeit einzugehen und etwas dagegen zu unternehmen. Auch die Typo und Farben finde ich passend zur Branche gewählt. Die Website spiegelt die Message der Nachhaltigkeit weiter.

      Natürlich bedeutet dies nicht, das wir jetzt auf die Friede-Freude-Eierkuchen-Farm hoffen können, das wäre total unrealistisch und wird bei der Anfrage an Fleisch niemals passieren.

      So etwas passiert nämlich nicht bei unseren Fleischpreisen, Leute. Wir können nicht erwarten ein Hühnchen für 3€ zu kaufen und dass das Tier ein tolles, entspanntes Leben hatte.

    • Die Crux: es gibt diese enorme Fleischnachfrage und die wird – wie es in freien Märkten üblich ist – befriedigt.

      Ja so geht das Killer-Narrativ. Damit soll man sich dann zufriedengeben, damit man schön stillhält und nicht mehr weiter dagegen argumentiert.

      Doch differenzierter ist das:
      Es kehren von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen in Europa dem Fleischverzehr den Rücken. Nicht nur wegen all der Skandale, wo bis 2010 auch Danish Crown heftig dabei war (unbetäubte Schweine, Leiharbeiterskandal, wie alle eben. Auch bayerische Betriebe in Landshut u.a.O. waren und sind ganz vorne mit dabei. Für die Tiere ist nichts besser geworden. Es wird nach wie vor CO2-betäubt in der Grube, als wenn nichts wäre. Es wird immer noch ohne Betäubung kastriert, danke Frau Klöckner.

      Und für die, die vom Fleischgeschmack nicht wegwollen oder können: Der Riesen-Erfolg von Alternativen zum Fleisch spricht Bände (Beyond-Burger et alii) und beweist mit der Abstimmung zu Fuß hin zum Supermarkt, dass vielen Menschen nicht mehr wohl ist beim Fleischverzehr. Damit hat keiner der „ehrlichen“ Fleisch-PR-Spezialisten gerechnet.

      Aber damit die EU-Subventionen weiter fließen wird halt ein bisschen mehr geschicktere PR gemacht („Wir sind jetzt nachhaltig“ – „Wir machen uns ehrlich und zeigen offen wie wir Schweine zerlegen“) und unverfroren die Produktion weiter hoch gehalten und dann eben in die – asiatische, whatever – Welt hinaus exportiert. Und lebende Rinder in die arabische Welt.

      Als Designer sehe ich das sehr kritisch. Das fließt sehr wohl – ob ich will oder nicht – in meine Beurteilung mit ein, wie ich diese „neue Identität“ (Zitat von oben, Headline) finde.

      Tolle neue Identität, wenn ich als jetzt „ehrlich“ gemachter Schlachtbetrieb Hochgebirgslandschaften und supergrüne Wiesen (auf deren Website) brauche. Obwohl man um das Gülleproblem weiß.

      VW brauche ich da gar nimmer als Argument hinzuziehen, um zu belegen, dass die meisten solcher Unternehmen lügen. Und dass sie nach wie vor lügen.

      Nach ihren aufgedeckten Skandalen. Nur halt geschickter jetzt. MIt „ehrlicher“ Flucht nach vorne (halte ich einfach nur für eine neue PR-Strategie) und etwas besserem „schickerem“ Design.

      Nachhaltig ist ein am häufigsten missbrauchtes Wort.
      Und wir Designer sind schon ganz schöne Huren.

      • Moment, Danish Crown bezieht sich beim Thema Nachhaltigkeit in dieser Kampagne ehrlicherweise vor allem darauf, die CO2-Emissionen zu senken. Im Nachhaltigkeitskonzept hat aber das Tierwohl anscheinen an Stellenwert gewonnen. Wie das umgesetzt bzw. kontrolliert wird, kann man außenstehend natürlich nicht huntertprozentig nachvollziehen und ich werde hier auch nicht mutmaßen, ob sie ihre selbstgesetzten Standards wirklich einhalten. Die Transportdauer, die in der Animal-Welfare-Policy genannt sind, sind zum Beispiel ganz gut, denke ich. Aber der Grundgedanke der CO2-Reduktion ist sicher ein großes Ziel bei einem Fleischproduzenten.

        Allerdings ist die Ernährung der Weltbevölkerung trotzdem ein riesiges Problem, sind es nun die bekannten Problme der Fleischproduktion, der Raubbau an der Natur z.B. für Monokulturen zur Palmölgewinnung, z.B. Raps-Monokulturen zwecks Ölgewinnung für Bioethanolbeimischung bei aktuellen Kraftstoffen, unfassbare Geschäfte mit Trinkwasserrechten (Nestle) und vieles mehr. Wenn nun alle Menschen auf Fleisch verzichten (Tierwohl + CO2-Emmisionen) gäbe es riesige Probleme bei der Versorgung mit „Ersatzprodukten“. Hierbei war der beyond-meat-burger wohl noch OK, aber spätestens die Nachahmprodukte enthalten problematische Beigaben wie z.B. Soja.

        Auch diese Produkte werden viel über das Marketing verkauft. Aber auch hier hat man oft keine ehrliche Lösung für das CO2-Problem und die Probleme beim flächenintensiven Anbau. Eine Lösung zur nachhaltigen Ernährung hat anscheinend noch keinen größeren Erfolg, da viele sich dann doch nicht soooo nachhaltig ernähren wollen: Die Nutzung von Insekten als CO2-neutrale Alternative zu Fleisch und ohne Probleme wie beim exzessiven Anbau von Soja usw.. Aber Insekten sind ja ekelig und krabbelig, die will man nicht essen, obwohl das in anderen Ländern normal ist. Schaffen auch nur die Deutschen zu sagen: Igitt, in China isst man Hunde und Katzen. Das geht ja gar nicht – aber nur, weil es nicht in unseren Kulturkreis gehört.

        Auch wird sich über diese Schlachtungsmethoden aufgeregt, aber es gibt wenig Widerstand dagegen, dass in Deutschland große Mengen an Halal-Fleisch (betäubungslose Schlachtung durch Aufschlitzen der Kehle) in den Verkehr kommen – meines Erachtens wird das auch immer mehr.

        Nachhaltigkeit fängt nicht beim Unternehmen an, sondern schon beim Verbraucher. Nachhaltigkeit heißt durchaus mal, Verzicht zu üben (Siehe vorigen Post). Nachhaltigkeit heißt auch, in sich zu gehen und zu reflektieren, was mir wichtig ist, was ich an mir ändern kann und was ich in meinem Umfeld bewegen kann.

      • Weniger C02 ist nicht nachhaltig. Es ist immer noch zuviel C02.
        Kein Co2, das ist nachhaltig. Und nur das.

        Das ist dieses Unternehmen nicht.

        Immer dieses Wort Nachhaltigkeit im Marketing. Purer Wort-Missbrauch an verunsicherte Verbraucher.
        Und Politiker und Ingenieure verstehen meist immer noch fälschlicherweise drunter: hält länger, spart ein. ;-)

        Neoliberale Verantwortungsverschiebung:
        Ach und das nette neoliberale Ding, dass der Verbraucher die Veranwortung hätte, lenkt davon ab, dass man sich in der Politik immer noch brutal um Rahmenbedingungen und Setzungen herummogelt, die es aber dringend braucht, damit der Verbraucher Orientierung bekommt jenseits von Lüge und Werbeschmu. Sonst machen Unternehmen nur immer das in ihren Shareholder-Augen gerade noch Nötigste (oft nicht einmal das, VW) und veräppeln mit listiger Fehlinfo weiterhin den Verbraucher. Auf den Sie anscheinend die Verantwortung legen wollen.

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