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Aus „real“ wird „mein real“

mein real Logo
mein real Logo, Quelle: mein real

Nachdem die SB-Warenhauskette Real, einst ein Tochterunternehmen der Metro AG, vollständig zerschlagen wurde, starten die nunmehr noch 64 verbliebenen Filialen unter leicht verändertem Markenauftritt.

Die Anpassung des Markenlogos erfolgt vor dem Hintergrund veränderter Besitzverhältnisse. Es würde den Rahmen sprengen, wollte man an dieser Stelle im Detail auf die jüngere Geschichte der deutschlandweit einst mit mehr als 270 Filialen vertretenen SB-Warenhauskette Real eingehen. Nur soviel: Die Metro AG hatte die von ihr als unrentabel angesehene SB-Warenhauskette verkauft. Eine Einigung mit der Gewerkschaft verdi hinsichtlich eines neuen Haustarifs wurde auch nach acht Verhandlungsrunden nicht erreicht. Zwischenzeitlich wechselte die auf knapp 60 Standorte zusammengeschmolzene Real GmbH mehrfach den Besitzer.

90 der 270 Filialen firmieren zukünftig als Kaufland, einige Filialen wurden zudem von Edeka übernommen. Etwa 50 Standorte schließen komplett. 64 Real-Filialen hat sich vor wenigen Wochen der Frankfurter Investor Sven Tischendorf gesichert. Jene 64 Filialen sollen nun im Zuge einer Modernisierung gleichzeitig einen neuen Markenauftritt erhalten. Zuletzt wurde der Markenauftritt der SB-Warenhauskette Real im Herbst 2017 modifiziert (dt berichtete).

real / mein real Logo – vorher und nachher
real / mein real Logo – vorher und nachher, Bildquelle: mein real

Das bisherige in blau gehaltene „real“-Logo macht Platz für eine orangefarbene Wortmarke „mein real“. Damit einhergehend erfolgt auch ein Wechsel auf Orange als neue Primärfarbe. Der Claim „Einmal hin. Alles drin.“ ändert sich und lautet nunmehr „alles was ich mag!“. Mitte Mai wurde für das neue Logo Markenschutz beantragt (DPMA-Eintrag).

Ende Mai wurde unter der Domain meinreal.de die Website der neuen Mein-Real-Supermarktkette gelauncht. Die bisherige Domain real.de fungiert mittlerweile lediglich noch als Weiterleitung auf kaufland.de.

Kommentar

Bei all den Restrukturierungen, Abspaltungen, Verkäufen und Umfirmierungen rund um Real ist es kein Wunder, wenn man als Konsument den Überblick verliert. Mir geht es jedenfalls so. Obschon der Ausverkauf im Zuge der Filialschließungen vonstatten geht, wissen Mitarbeiter zum Teil nicht, wie es am jeweiligen Standort weitergeht.

Aktuell werden Store-Fronten eher mit provisorisch anmutenden Transparenten/Bannern ausgestattet, denn mit einer professionellen Leuchtwerbung. Wobei Design und Rebranding hier freilich nicht das entscheidende Thema ist. Es wäre den Kassiererinnen und Verkäufern nur zu wünschen, dass sie unter dem neuen Namen „mein real“ faire Gehälter erhalten und ihnen eine halbwegs gesicherte berufliche Perspektive geboten wird. Derlei „Social Skills“ zahlen übrigens ebenso auf das Image-Konto einer Marke ein, wie das visuelle Erscheinungsbild (Corporate Design), das Auftreten der Mitarbeiter (Corporate Behaviour) oder das Produktangebot.

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Dieser Beitrag hat 15 Kommentare

  1. Bei unserem real der nun mein real wird/ist, hat es auch nie dieses Branding von 2017 am Gebäude geschafft. Dort ist auch heute (aktuell hat man 3 Tage geschlossen um das Kassensystem zu erneuern), letzte Woche jedenfalls, war immer noch das real,- Logo zu sehen.

    Ursprünglich sollte der real bei uns ein Kaufland werden, ein anderer real weiter weg ist Edeka geworden, ein anderer Kaufland in der Nähe dafür dicht gemacht werden. Paar Wochen/Monate später war wieder alles anders: real bleibt.

  2. Habe garade meinen alten Kommentar zum letzten Redesign (2017) im dt gesucht. Dort habe ich mich über die Umgestaltung von real,- zu real geärgert. Das jetzige Update geht aus meiner Sicht nun wieder in eine bessere Richtung.

    Optisch finde ich das neue Logo nun freundlicher und schöner. Das langweilige Blau ist damit auch Geschichte, die Buchstaben zueinander deutlich harmonischer. Etwas stört mich aber doch der Zusatz „mein“. Erinnert mich vielleicht zu sehr an „mein RTL“. Mich würde dazu noch interessieren, ob die Rechte für „Real“ (ohne Zusatz) jemand Anderer inne hat oder warum braucht es diese Ergänzung, die schließlich nicht nur als Claim sondern als vollwertiger Name eingesetzt wird?

    Noch eine kleine Kritik: Der dicke, tätowierte Hipster ist mittlerweile doch etwas abgedroschen. Scheint er doch (neben seinem schlanken Studenten-Bruder mit Almöhi-Bart) in jeder dritten Anzeige vorzukommen.

      1. Aber der hat Wiedererkennungswert und klebt auch auf dem Schließfächern vom Erfurter HBF. Als ich den letzte Woche gesehen habe, dachte ich zumindest: ach, das ist doch der Typ vom „Schön, mein real bleibt…“-Plakat :-)

  3. Also die neuen runden Buchstaben finde ich auf Anhieb ja schon mal viel sympathischer.

    Was mich als Texter aber mega nervt, ist das „mein“. Wie soll das im normalen Sprachgebraucht funktionieren? „Ich fahre noch schnell zu mein real.“, „Wo hast du das gekauft? Bei mein real?“ „Hast du gesehen, bei mein real ist Haribo im Angebot.“

    Dazu kommt dann auch noch die Umsetzung in zB Radio und TV. „mein real“ funktioniert da nur, wenn man einen/eine Verbraucher*in sprechen lässt. Für das Unternehmen als Absender macht: „Blabla.. jetzt bei mein real.“ schlicht keinen Sinn.

    Denkt denn niemand über sowas nach, wenn ein Konzept entwickelt wird? Markennamen und Begriffe müssen, meiner Meinung nach, immer auch in einem ganzen Satz funktionieren.

    1. Im Sprachgebrauch der Kunden wird sich (so meine Behauptung) das „mein“ gar nicht erst weiter einbürgern. Aber die grammatikalischen Schwiegrigkeiten in Werbung (Radio/TV) sind nicht zu leugnen und ich bin gespannt, wie dies umgesetzt wird. Vielleicht will man so in der Übergangszeit die neue Internetadresse meinreal.de stärken. Früher oder später (so meine weitere Behauptung) wird das „mein“ wieder verschwinden. Alles in Allem finde ich diesen Zusatz völlig unnötig, es sei denn, es gibt nach dem hin und her der Eigentümer rechtliche Einwände gegen die reine Marke „Real“.

      1. Es ist halt schlicht so unnötig kompliziert. Und auch da wieder meine persönliche Meinung: Wenn die sich schon bei solchen Sachen keine Mühe geben, was erwartet mich denn da noch?

  4. Bin ich der einzige, der hier eine Annäherung an Rewe erkennt?
    Der „Store Front“ Schruftzug ist von weitem eher wenig von dem von Rewe zu unterscheiden.

    1. Das passt doch auch, steckt ja auch REWE als Lieferant drin und REWE hat wohl ein Vorkaufsrecht auf die verbleibenden mein real Märkte.

      Bin zudem gespannt, wann der Markenwechsel von real,-/real zu mein real final umgesetzt wird. Bei unserem Markt steht draußen am Haus noch rot/blau „real,-“ drauf, im Parkhaus sind es dann blaue „real“ Logos und im Markt begrüßt einen das neue „mein real“. Manche Einkaufswagen werben noch für „real.de“ was aber nun zu Kaufland.de führt – warum eigentlich noch? Die Prospekte haben zwar quasi pünktlich zum 04.07. ein neues Design und die neue Grundfarbe in orange bekommen, es zeigt sich aber weiterhin das alte real-Logo samt „Einmal hin. Alles drin.“-Claim.

      Der Bericht ist mit der Anzahl der Märkte so allerdings nicht mehr korrekt, der 64. Markt (in Hemer) stand nur bis Mitte März auf der „Verbleib bei real“-Liste und konnte nach Uneinigkeit mit dem Vermieter nicht übernommen werden. Der 63. Markt (Braunschweig, Berliner Str.) wird noch für Monate geschlossen bleiben. Es sind dann aktuell 62 real Märkte in Deutschland.

  5. Erinnert mich von der Situation her an das hertie-Logo von 2007 oder Schlecker 2012?

    Als die Unternehmen nicht mehr zu retten waren und dennoch neue Logos eingeführt wurden. Auch wenn die Logos für sich durchaus schön und sympathisch waren. Hoffentlich geht es real bald besser, aber es ist schon ein langes Siechtum.

  6. Ja, da geht es wohl bald Richtung Markenauflösung. Schade um den Claim, den fand ich gut und prägnant. Vielleicht will man eher kleinere Märkte machen in Zukunft? Auf jeden Fall ist die Annäherung an REWE offensichtlich.

  7. Hier spielt freilich sehr viel mehr eine Bedeutung, als die reine Visualität des Logos. Aber darauf runter gebrochen, kann ich dem „mein real“ Logo nun wirklich nichts abgewinnen. Das ganz alte Logo mit „,-“ war wirklich charmant, witzig, eigenständig und prägnant. Das alles fiel dann mit dem Rebranding zum blauen Logo weg. Jetzt wird das Ganze orange und hebt sich damit so gar nicht mehr von der Konkurrenz ab (Kaufland, Rewe, Penny… alles Rottöne). Diese unperfekte, handgemachte Optik hat für mich einen „Möchtegern“-Modern Look, aber nichts was sich meiner Ansicht nach lange halten wird und irgendwie auch nur ansatzweise eigenständig oder zeitlos wäre. Also eher ein „Schnellschuss“, der halt gerade gut passt. Aber was nachhaltiges mit optischem Anspruch ist das m.E. nicht.

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