Die gruseligsten Seiten im Netz – Rotring

Ein kleiner Prolog. Die Marke Rotring war eine der ersten Marken, mit der ich im Bereich “kreatives Wirken” überhaupt in Kontakt kam. Schon zu Schulzeiten verdiente ich mir mit Airbrush-Arbeiten vorwiegend auf T-Shirts mein Taschengeld. Als meine DeVillbiss-Spritzpistole dann von einem chromblitzenden Modell der Marke Rotring abgelöst wurde, wähnte ich mich am Ziel meiner Wünsche. Design, Ergonomie, Präzision, Handhabung, Pflege… einfach alles stimmte.
Fast zwei Jahrzehnte später war ich dann aber mehr als ernüchtert, als ich vor kurzem auf die Webpräsenz von Rotring stieß. Eine Präsentation hochwertiger Schreibgeräte sieht definitiv anders aus. Das positive Image, das ich seit meiner Jugendzeit mit mir umher trug bekam deutliche Risse.
Die gruseligsten Seiten im Netz – Garmin

Was soll ich sagen, ich konnt’ nicht anders, als dem kürzlich neu aufgesetzten Internetauftritt der Firma Garmin auch gleich den Spooky-Award des Monats März zu verleihen. Irgendetwas ist da gewaltig schief gelaufen.
Wie kann man als “Marktführer im Bereich von Satellitennavigationsgeräten” (Quelle:Wiki) sich derart am Puls der Zeit vorbei im Netz präsentieren?
Die gruseligsten Seiten im Netz – Pearl
Wer kennt es nicht. Das Gefühl beim Betreten eines Ladens, von dem man bereits auf der Türschwelle stehend sagen kann: “Oh je – falsche Türklinke erwischt”. Weil aber die Verkäuferin einen bereits erblickt hat, dreht man eine Runde aus Höfflichkeit nur mit dem Ziel vor Augen: “Schnell wieder raus”. Genau so ergeht es einem als Besucher des Online-Shops Pearl.de. Am liebsten hätte ich das Browsertab inklusive des Auftritts gleich wieder geschlossen, als ich per Zufall auf der Suche nach CD-Labeletiketten dort gelandet bin. Den “Spooky-Award” in der Handtasche, machte ich mich dann aber doch auf, um mich zwischen den Regalen und Paletten einmal umzuschauen.
Mal sehen, was haben wir da. Zunächst einen winzigen Bereich für das ungelenke Logo. Branding-Bereich nenne ich es nicht. Darunter einen dreispaltigen Aufbau. Wer nach rechts schaut, bemerkt den Scrollbalken und wird sich fragen: Warum zum Kuckuck steckt das Ganze in einem Frameset? Ein weiteres technisches “Highlight” ist der Ticker. Nicht mal die Nasdaq hat einen Ticker auf ihrer Website, warum sollte ein Shop einen haben? Mir ist kein Grund bekannt. Besonderes Merkmal des Auftritts ist ein ausgeklügelter “Wackeleffekt”, der einen auf “Rollover und Klick” verfolgt. So hüpfen Bilder, Buttons, Links, die Sprachauswahl und sogar das Logo immer im gleichen Stil. Klar ist ein visuelles Feedback äußerst hilfreich. Geht’s denn aber nicht auch etwas weniger antiquiert? » weiterlesen
Die gruseligsten Seiten im Netz – Seitenbacher
Wer kennt sie nicht – die unglaublich penetrante Radiowerbung der Firma Seitenbacher mit ihren Müsli-Produkten? Firmenchef Willi Pfannenschwarz lässt es sich nicht nehmen jeden Spot selbst zu sprechen. Amateurhaft und mit schwäbischem Akzent wird geschmatzt und gebabbelt was das Zeug hält. Wenn man sich den Auftritt der Firma im Netz anschaut, ist man geneigt anzunehmen, dass Herr Pfannenschwarz auch hierfür ganz alleine verantwortlich ist, denn hier wurde die gleiche Unprofessionalität an den Tag gelegt.
Die gruseligsten Seiten im Netz – discount24
Auch der Spooky des Monats Dezember geht an einen Internet-Shop. Alles was bei Otto von der Rampe fällt, landet in schöner Regelmäßigkeit bei discount24. Dort werden reduzierte Waren schon seit einigen Jahren offensiv als Schnäppchen feilgeboten. Tatsächlich findet man aber fast jedes Teil in anderen Shops oder auch in Kaufhäusern noch günstiger. Eine Mogelpackung aller erster Güte. Die Shop-Betreiber muten aber auch aus gestalterischer und aus Usability-Sicht dem Benutzer einiges zu. Ein echter visueller “Grabbeltisch”. Es finden sich unzählige unterschiedliche Schriftarten in Punktgrößen zwischen 10 und 200. Für jeden ist etwas dabei. Bitte nicht drängeln – jeder bekommt auch einen animierten Banner. Und das Schönste ist, die blinkenden Bildchen begleiten einen bis zum Beginn des Bestellprozesses. So stellt man sich eine entspannte Einkaufsatmosphäre vor.
Ein Farbkonzept ist nicht vorhanden. Blau, Grau, Schwarz, Gelb und Rot werden nahezu beliebig eingesetzt. Gleichermaßen kommen alle Farben an verschiedenen Stellen mal als Link, als Hintergrundfarbe und mal als nicht verlinkter Text zum Einsatz. Das nenne ich mal gerecht. Wer jetzt immer noch kein Weihnachtsgeschenk hat und beabsichtigt diese bei discount24 einzukaufen, der tut mir doppelt leid. Frohes Fest!
Die gruseligsten Seiten im Netz – Schlecker
Halloween ist vorbei. Doch das Grauen und Gruseln im Netz geht weiter. Regelmäßig stelle ich an dieser Stelle Seiten in Kurzform vor, die in jeglicher Hinsicht eine Zumutung für das Auge und die Usability sind. Heute: Schlecker.com. Die Startseite des Auftritts gehört sicherlich zu den gruseligsten Shop-Ansichten, die es weit und breit gibt. Ein einziger Banner-Urwald erwartet den Benutzer. Eine klassische Hauptnavigation fehlt gänzlich. Lediglich Themenwelten sind anklickbar. Rollover-Zustände und ein sichtbarer Klickpfad sind Fremdworte im Hause Schlecker. Dafür weiß man aber offensichtlich was eine animiertes GIF ist. Die ganze Seite wirkt so billig, dass gut gemeinte reine Informationsbereiche wie z.B. die Infos für Eltern (Babyclub) wahrlich Perlen vor die Säue sind. Jemand, der sich so billig und unprofessionell präsentiert, dem traue ich auch kein fundiertes Wissen zu. Schade eigentlich. Jeder zweite Klick öffnet ohne, dass man es erwartet ein PopUp-Fenster, was vor allem ein einfaches Stöbern unmöglich macht. Wahrlich ein gruseliger Auftritt, der von mir den Spooky-Award des Monats November erhält.
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