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Stuttgart erneuert Stadtportal

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Stuttgart.de Relaunch 2012

Im März 2009 wurde Stuttgart.de zuletzt relauncht (dt berichtete: Alles anders auf Stuttgart.de). Drei Jahre später wurde das Stadtportal erneut größeren Umstellungsmaßnahmen unterzogen. Eine solche „Lust zur Veränderung“ findet man im Umfeld von Stadtportalen äußert selten. Hier wird sonst in deutlich größeren Relaunch-Zeitintervallen gerechnet. Was bringt der neue Auftritt, was macht er besser als sein Vorgänger? Ich habe ihn mir einmal etwas genauer angeschaut.

Der Vorgänger war vor allem eines: ein Navigationsinstrument. Die meisten der mittlerweile 50.000 Seiten bestanden vom Logo abgesehen aus text-lastigen Artikeln, die über ein vielstufiges Menü(Screenshot) angesteuert werden konnten. Bilder und Videos gab es nur sehr wenige. Dementsprechend nüchtern wirkte das Portal bislang. Im Vergleich der Portale der 25 größten Städte in Deutschland belegte Stuttgart.de Platz 10, immerhin.

Stuttgart.de 2012

Der neue Webauftritt ist sichtlich farbiger und dadurch weniger nüchtern. Die bisherige Wahrnehmung war schon sehr „behördlich“. Gelb als identitätsstiftende Komponente wurde auf eine schmale Leiste, die als als neuer Direktzugriff fungiert, zurückgefahren. Bei nahezu unveränderter Breite sitzt der Auftritt nun mittig im Fenster. Der Header wartet mit großformatigen Fotos auf und für aktuelle Meldungen steht nun eine Slider-Lösung bereit. Auf Grund dieser Änderungen wirkt das Portal gleich deutlich sympathischer.

Etwas unkonventionell ist das Anteasern von Fotos und Videos auf der Startseite (Reiternavigation). Hier bewirkt der Klick auf ein Teaserbild die direkte Weiterleitung zum flickr- bzw. YouTube-Account der Stadtverwaltung. Das ist zwar besser, als auf Bild- und Videoelemente gänzlich zu verzichten, ideal ist dies jedoch sicherlich nicht.

Auch an der Site-Struktur wurde Hand angelegt. So wurde aus „Politik & Verwaltung“ kurz und bündig „Rathaus“. An der Komplexität des Auftritts und dem Prinzip der Verschachtelung innerhalb des Menüs ändert die neue Optik jedoch nichts. Spaßes halber kann man einfach mal in der Rathaus-Inhaltsübersicht auf „Alle ausklappen“ klicken. Sinnvoll ist diese Ansicht nur, wenn man sie als Sitemap begreift, in der man mittels browser-eigener Suche nach Begriffen sucht. Ähnliches lässt sich auch über den Footer des Auftritt sagen. Anstatt jeden erdenklichen Direktlink vorzuhalten, wäre es durchaus auch vorstellbar, zunächst nach Themen zu clustern, um auf diese Weise die Relevanz auf Nutzerseite zu erhöhen.

Das Screendesign stammt von der Agentur NETFORMIC. Die technische Umsetzung übernahm Cellent.

Fazit

Lebendiger und schon eher ein Portal, das die Bürger an unterschiedlichen Stellen abholt. Wer „nur“ Informationen sucht, wird auch in der neuen Umgebung fündig. Wer eher stöbernd unterwegs ist, findet in dem neuen Stadtportal nun ein besseres Umfeld als in dem knochentrocken Vorgängerauftritt.

9 Kommentare

  1. Das war absolut nötig. Ich fand die Seite schon gemessen an der Gestaltungskompetenz hier bei uns schon immer furchtbar. Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung und deutlich angenehmer.
    Wäre aber schön gewesen, wenn man Unterseiten (z.B. stuttgart.de/baeder) auch angepasst hätte. Hoffentlich kommt das noch.

  2. Ein guter Schritt in die richtige richtung – was mir besonders gefällt ist das man die Zielgruppe auswählen kann was ich so noch nicht gesehen habe.

  3. Vom Image her ein deutlicher Gewinn. Ich finde die Inhalte dennoch unübersichtlich.
    Ich war noch nie ein Freund der “heiligen Dreispaltigkeit”.

  4. So schick es auch geworden ist – über vier (4) MB für ‘ne Startseite zu verbraten ist schon ‘ne ganz schöne Hausnummer. Selbst ohne .js sinds immer noch mehr als drei MB.

  5. Sehr gelungenes Redesign, passt perfekt zur Stadt:

    Nichtssagend und irgendwie unfreundlich.

    Pro “Ahmadinedschad testet über Schwaben!”

  6. @andreas: Vor allem scheint da ein Qualitätsfreak beim Speichern am Werk gewesen zu sein. Ein PNG mit 230kb für nen kleinen Header, der sogar nur ein unscharfes Bild zeigt? Dann werden da Fotos geladen die auf der Startseite gar nicht angezeigt werden und das größte Bild ist ein JPG mit 400kb, das bei typischem Speichern eigentlich nur 100kb groß wäre. Selbst mit “für Web speichern” auf 100% wär die Datei kleiner… O_o

  7. Oh ist das bitter. Optisch ein völliges Chaos. Nicht aufgeräumt, das Auge springt permanent auf der Suche nach Halt über die Seite.

    Technisch genauso peinlich und mich wundert, dass dies online gehen surfte. Seiten von öffentlichen Einrichtungen und so müssen eigentlich barrierefrei sein. Das ist diese Seite in gar keinem Fall.

    Insgesamt weder besser noch schlechter. Stuttgart.de ist und bleibt eine der schlimmsten Städteseiten im Netz.

  8. Warum das online gehen durfte- ganz einfach: Weil bei den Behörden keiner eine Ahnung hat. Als Stuttgarter entschuldige ich mich, für diesen Murks-Relaunch. Totale Chaos-Website. Wie Vieles was zwischenzeitlich aus Stuttgart kommt- nur noch alles Murks. Image dieser Stadt ist ziemlich im Keller und auf absehbare Zeit wird sich hier auch nichts ändern. Es geht nur noch um Posten, Machtkämpfe, Intrigen, Korruption und Filz. Und das findet sich bei sehr vielen Arbeiten wieder….der Letzte mache bitte das Licht aus. Danke

  9. Hallo,
    ich schließe mich Christian als Stuttgarter an. Ganz fürchterlicher Relaunch. Unübersichtlich, ungeordnet, JS Funktionen, die völlig sinnfrei sind (BaumMenü für Unterseiten etc), nicht barrierearm, Bilder könnte man locker reduzieren.
    Und das von Netformic, eigentlich einem Aushängeschild Stuttgarts…
    Da muss man nochmal drüber. Danke (2)

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