Stuttgart erneuert Stadtportal

Im März 2009 wurde Stuttgart.de zuletzt relauncht (dt berichtete: Alles anders auf Stuttgart.de). Drei Jahre später wurde das Stadtportal erneut größeren Umstellungsmaßnahmen unterzogen. Eine solche „Lust zur Veränderung“ findet man im Umfeld von Stadtportalen äußert selten. Hier wird sonst in deutlich größeren Relaunch-Zeitintervallen gerechnet. Was bringt der neue Auftritt, was macht er besser als sein Vorgänger? Ich habe ihn mir einmal etwas genauer angeschaut.
Der Vorgänger war vor allem eines: ein Navigationsinstrument. Die meisten der mittlerweile 50.000 Seiten bestanden vom Logo abgesehen aus text-lastigen Artikeln, die über ein vielstufiges Menü(Screenshot) angesteuert werden konnten. Bilder und Videos gab es nur sehr wenige. Dementsprechend nüchtern wirkte das Portal bislang. Im Vergleich der Portale der 25 größten Städte in Deutschland belegte Stuttgart.de Platz 10, immerhin.
Der neue Webauftritt ist sichtlich farbiger und dadurch weniger nüchtern. Die bisherige Wahrnehmung war schon sehr „behördlich“. Gelb als identitätsstiftende Komponente wurde auf eine schmale Leiste, die als als neuer Direktzugriff fungiert, zurückgefahren. Bei nahezu unveränderter Breite sitzt der Auftritt nun mittig im Fenster. Der Header wartet mit großformatigen Fotos auf und für aktuelle Meldungen steht nun eine Slider-Lösung bereit. Auf Grund dieser Änderungen wirkt das Portal gleich deutlich sympathischer.
Etwas unkonventionell ist das Anteasern von Fotos und Videos auf der Startseite (Reiternavigation). Hier bewirkt der Klick auf ein Teaserbild die direkte Weiterleitung zum flickr- bzw. YouTube-Account der Stadtverwaltung. Das ist zwar besser, als auf Bild- und Videoelemente gänzlich zu verzichten, ideal ist dies jedoch sicherlich nicht.
Auch an der Site-Struktur wurde Hand angelegt. So wurde aus „Politik & Verwaltung“ kurz und bündig „Rathaus“. An der Komplexität des Auftritts und dem Prinzip der Verschachtelung innerhalb des Menüs ändert die neue Optik jedoch nichts. Spaßes halber kann man einfach mal in der Rathaus-Inhaltsübersicht auf „Alle ausklappen“ klicken. Sinnvoll ist diese Ansicht nur, wenn man sie als Sitemap begreift, in der man mittels browser-eigener Suche nach Begriffen sucht. Ähnliches lässt sich auch über den Footer des Auftritt sagen. Anstatt jeden erdenklichen Direktlink vorzuhalten, wäre es durchaus auch vorstellbar, zunächst nach Themen zu clustern, um auf diese Weise die Relevanz auf Nutzerseite zu erhöhen.
Das Screendesign stammt von der Agentur NETFORMIC. Die technische Umsetzung übernahm Cellent (cellent.de).
Fazit
Lebendiger und schon eher ein Portal, das die Bürger an unterschiedlichen Stellen abholt. Wer „nur“ Informationen sucht, wird auch in der neuen Umgebung fündig. Wer eher stöbernd unterwegs ist, findet in dem neuen Stadtportal nun ein besseres Umfeld als in dem knochentrocken Vorgängerauftritt.






Hallo,
ich schließe mich Christian als Stuttgarter an. Ganz fürchterlicher Relaunch. Unübersichtlich, ungeordnet, JS Funktionen, die völlig sinnfrei sind (BaumMenü für Unterseiten etc), nicht barrierearm, Bilder könnte man locker reduzieren.
Und das von Netformic, eigentlich einem Aushängeschild Stuttgarts…
Da muss man nochmal drüber. Danke (2)