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Plakat zum 81. Auto-Salon in Genf

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Auto Salon Genf 2011

Nicht das Automobil, sondern der Mensch steht im Mittelpunkt des diesjährigen Genfer Auto-Salon, so lautet zumindest das Motto, das die Veranstalter ausgeben und das auch im offiziellen Keyvisual der Veranstaltung kommuniziert werden soll. Eine Frau am Steuer eines Cabriolets als Motiv soll „Beschwingtheit und gute Laune“ vermitteln, so die zugehörigen Pressemeldung.

Dominierten etwa noch im Plakat zum Auto-Salon 2008 grüne Farben, ist in diesem Jahr nur der Schal der Lady grün. Bleibt zu hoffen, dass die Umweltaspekte nicht im gleichen Maße dem Rotstift zum Opfer fallen.

Alljährlich wird das Plakatmotiv im Rahmen eines Wettbewerbs ermittelt. Wie schon in den beiden Vorjahren kommt die Kreation erneut von der Berner Werbeagentur Polyconsult.

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35 Kommentare

  1. Laut Website der Agentur waren Sie nicht Gewinner der beiden Vorjahre sondern nun 2011 zum dritten mal nach 2009 & 2008.

    Im direkten Vergleich ist die Typo erfreulich lesbar. Was mir nicht gefällt ist die Farbigkeit der Hauttöne der abgebildeten Dame. Suggeriert die Pressemitteilung, dass es um die Menschen im Auto geht, macht das Plakat deutlich es geht um Autos, die Person bleibt im Dunkeln. Der Stil der Illustration ist so vertraut, dass man unwillkürlich geneigt ist bei Istock und Co einmal nachzusehen, ob sie die Illu einfach gekauft haben. Absolut unpassend finde ich das Verhältnis Frau und Auto – die Frau ist deutlich zu groß. Besser zu sehen bei der quer Variante: http://www.persoenlich.com/img/news/content/img340785.jpg
    Die Dame überragt mit Ihrem kompletten Kopf ihre Windschutzscheibe. Das finde ich unnötig karikiert. Und was tut die Dame mit ihrem linken Arm? Wenn der rechte Arm z.B. bei der Gangschaltung wäre alles klar, aber links? Fummelt sie gerade an Ihrem Sitz oder kramt sie nach ihrem Handy? ;-)

  2. … manchen Designerkollegen fehlt ein bisschen die Fähigkeit zur neutralen Beobachtung und Abstrahierung, habe ich das Gefühl. Oder warum wird in den Kommentaren an unwichtigen Details rumgekrittelt? Es ist ein schickes Motiv und ein sehr gut umgesetztes Design und zeigt endlich mal etwas anderes, abseits vom sonstigen PS- oder Klimawandel-Layout. Da ist es m.M. sch…egal, was wo welche Hand auf dem Motiv zu suchen hat.

  3. Gefällt mir ganz und gar nicht! Für mich sieht das nach nem Plakat für ne Frauen-Automesse aus. Davon ab gefällt mir auch die Figur vom Stil nicht, ähnlich wie es Eva schon beschrieben hat.

  4. also ich finds echt grauenvoll.. und wenn ein Wettbewerb oft in Folge den selben Sieger hat, dann wirkt das schon irgendwie seltsam.. vor allem, da ich mir bei einem Wettbewerb für ein solch großes Event nicht vorstellen kann, dass da kein besserer Entwurf unter den Einsendungen war :)

    Mir jedenfalls gehen soviele Dinge durch den Kopf, die schöner sein könnten, dass ich absolut nicht wüsste, mit was ich da jetzt anfangen soll..

    @C-PROMO.. der Linke Arm soll lässig auf die Karrosserie gestützt sein schätze ich, wie man es eben als verkohlte Halb-Giraffe so macht :)

  5. Alles so feminin, die Zielgruppenansprache, das Design (Farben & Formen) ich dachte immer das Autos noch als eine der letzten Männer Domäne gilt. Auch werden nur Männer den Sinn darin verstehen, Unmengen an Geld für tolle Autos auszugeben. Auch der Teilbereich “Autozubehör” lässt ja auch eher an den guten alten Turner á la D&W denken wo Frauen wohl eher auf der Motorhaube oder beim car wash ;), als hinter dem Steuer was zu finden sind.
    Fazit: Wenn die Autobranche einen Imagewandel in Richtung Familie sucht, dann wäre das Design ein Schritt in die Richtig Richtung. Ob sich der typische Besucher des Genfer Autosalon darin wiederfindet, kann ich nicht beurteilen, da ich da noch nicht war. Aber als Außenstehender, empfinde ich das Design für das große Thema “Autos” eher unpassend.

  6. @da stefan: Woran machst du das gute Design fest? Seit wann sind Details egal? Recht es dir wenn eine Idee grundsätzlich erkennbar ist?

    Das gut umgesetzte Design (wie du es beschreibst) besteht aus einer Illustration, die offenbar nicht nur ich als nicht schick sondern verbesserungswürdig empfinde, auf die unten die notwendigen Logos und oben linksbündig die Daten gesetzt wurden. Und zwar so, dass die Dame sich gleich den Kopf stößt. (Passiert der Giraffendame aber sicher oft ;-)).

    Für die regionale Automesse absolut OK. Für eine internationale Automobilmesse irgendwie nur halbgar.

  7. @ Da Stefan: Wer von “neutraler Beobachtung” spricht, sollte nicht im restlichen Teil seines Posts subjektiv daherreden – das ist ebenso un-neutral.

    Ganz objektiv muss man sagen: Technisch enigermaßen einwandfrei, wobei tatsächlich die Verhältnismäßigkeit Frau – Auto beanstandet werden muss. Ein Größenverhältnis, wie bei den Barbie-Autos, die wohl auch Pate standen für dieses Motiv.

    Ebenso objektiv darf die Frage gestattet sein, ob dieses Motiv in seiner Maxi-/Amica-/Elle-/Cosmopolitan-Illustration tatsächlich ein gutes (im Sinne von “richtiges”) Motiv für einen Autosalon ist. Denn zum Einen beißt es sich ganz klar mit der Bild- und Formsprache der großen bis mittelgroßen Hersteller, zum Anderen dürfte es vielen Fahrern auch zu feminin wirken, sieht man doch herzlich selten Frauen in ihren Stilettos mit kennerischem Blick gegen Reifen treten oder die Motorhaube öffnen und anerkennend grunzen. Bislang fand die Vereinigung Frau – Auto doch eher AUF der Motorhaube statt!?!?

    Wo sich mir auch gleich die Frage aufdrängt, ob es überhaupt ein männliches Motiv gibt. Habe bislang (also nach halbherziger Suche) keines finden können. Ist es mit dem Feminismus schon so weit gediehen? Brennt Frau Schwarzer gerade vor Freude ein Loch in ihrer Chefinnen-/Herausgeberinnensessel?

    Insgesamt macht das Design (Plakat, Broschüre, Website) einen unausgereiften und unüberlegten Eindruck. Ein Autosalon wie der in Genf (seit 1905 etabliert und durchaus renommiert) kann sich so etwas wohl erlauben. Man nahm wohl einfach das Motiv, das am ehesten dem Kriterium “schön” entspricht. Wobei das ja wieder un-neutral wäre.

  8. Unabhängig ob gut oder schlecht:
    Dieses Herum-Gemeckere ist einfach nervig. Schön wäre es, wenn man in den Posts auch einmal das Pro UND Contra erwähnen würde.
    Danke.

  9. @am: willst du ein Kommentar wie von Mutti im Restaurant wenn das Essen mies ist: “Wenigstens ist es schön warm”? Wo bleiben deine Pro und Contra?

    Pro:
    Man kann die Schrift lesen (war nicht in allen Jahrgängen der Fall)
    Es ist ein Auto abgebildet
    Es wirkt modern

    Contra
    Es wirkt unausgereift
    Das Motiv ist Zielgruppenunrelevant, nach dem Motto Hauptsache etwas anderes, und hat einige eklatante Fehler in Details

    Fazit: Ein guter Entwurf für den Wettbewerb, dem ein Feintuning nach dem Gewinnen gut getan hätte, der aber offensichtlich ausgeblieben ist.

  10. Gerade bei solchen Plakaten wäre es interessant zu wissen, wie das Briefing aussah. Was genau der Auftraggeber wollte, welche Zielvorgaben definiert wurden. Ohne diesen Background sind mir die Meinungen hier zu plakativ und subjektiv.

  11. Ich glaube auch nicht, dass hier irgendwer den dahintersteckenden Designer als unfähig oder sowas bezeichnet bzw. seine Kritik in dieser Absicht geäußert hat. Die Kritik richtet sich an denjenigen, der entschieden hat, dieses Motiv zu wählen und zu veröffentlichen ;)

  12. Ich kann leider nicht viel Positives sagen. Pro: Die Idee ein Retroplakat zu machen ist eine nette Idee. Contra: Die Umsetzung erinnert mich an meine ersten Vektor-Versuche in Illustrator vor 10 Jahren. Zudem hat die Feinstaubbelastung im Gesicht der Dame mächtig Spuren hinterlassen. Das Plakat lässt vermuten, wieviele Agenturen immer noch günstige Anfänger die Arbeit machen lassen und das Ganze dann teuer verkaufen. Schade nur, dass die Opfer immer die ahnungslosen Kunden sind, die oft nicht wissen, was sie da serviert bekommen.

  13. … und zugegeben: das Plakat ist nicht das beste Plakat aller Zeiten. (Schon alleine die unterschiedlichen Schriftgrößen in der Headline sind nicht wirklich optimal). Trotzdem finde ich manche Kritik unpassend. Aber naja, das hat Kritik nun ab und zu an sich… ;)

  14. @da stefan & am: Lustig! Anstatt eine eigene Meinung zu haben, ist es offensichtlich in Mode einfach einmal jegliche Kritik zu kritisieren. Wenn man so harmoniebedürftig ist, dass alle Agenturen machen können, was sie wollen und jeglicher kritischer Kommentar ein Dorn im Auge ist, ist man evtl. in einem Forum für Design falsch. Da ist es einfacher ein Lob an die zuständige Agentur per E-Mail zu verfassen – obwohl, dafür bedarf es ja schon wieder einer eigenen Meinung.

  15. Kann sich einer hier an die Disney Verfilmung von “Hercules” erinnern? An die Damen auf den Vasen und die “Figuren” der Unterwelt? Genau daran erinnert mich dieses Motiv!
    Die Frau hat nichts lebendiges, was durch das Schwarz mehr als unterstrichen wird. Wenn der Mensch hier wirklich im Vordergrund stehen soll, dann sollte das gesamte Motiv natürlicher wirken. Dies wurde hier verfehlt

  16. Ersetzt man das Wort „AUTO“ durch das Wort „Friseur“ passt es meiner Meinung nach :D
    Wie schon oben erwähnt ist zwar mal was anderes aber irgendwie an der Zielgruppe vorbei…

  17. ich wundere mich wie manche die lesbarkeit loben aber nicht die typografischen fehler darin sehen. tipp: schaut euch mal das datum an. vielleicht entdeckt jemand etwas. wozu gibt es typografische regeln?

    meine “subjektive” meinung:
    das motiv ist schlecht und beliebig. die illustration ist stilistisch ein graus (50er jahre gemischt mit hed kandi der frühen 2000er jahre). die gesamte gestaltung unproportioniert. typo klebt am rand, weil man sonst die nase des abgebrannten streichholzes zugedeckt hätte (schon diese tatsache zeugt von mangelnde gestaltung).

    die hauptschuld liegt am veranstalter, der ohne zweifel unter geschmacksverstauchung (so sagt man das in der schweiz) leidet, und die ausführende agentur hat, in diesem fall, leider ihre kompetenz überschätzt.
    schuster bleib bei deinen leisten (das sage ich mir selbst, wenn ich aufträge annehmen möchte, wo ich mein können überschätzen könnte).

    @bastian
    als gestalter sollte man schon eine meinung haben. jedes briefing erlaubt gute gestaltung.

  18. Also ich weiß nicht was Ihr habt. Auch die Automobilbranche interessiert sich nun endlich mal für gesellschaftliche Randgruppen (zumindest aus Sicht der Branche):

    Farbige, Frauen, Cabriofahrer/Innen :-)

    Schliesse mich ansonsten mit Genuss den bisherigen Kommentaren von c-promo an.

  19. @Kushtrim: typografische Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden ;-) — sofern aus gutem Grund: hier wohl der besseren Lesbarkeit geschuldet statt “MAERZ”. Oder?

    Nur leider ist die Dame durch eine Abgas-/Rußwolke gefahren. Sie sah wohl nicht, was da auf sie zukam. Sonst hätte sie sich wohl etwas geduckt und wäre hinter der Windschutzscheibe sauber geblieben… Oder zu starker Sonnenbrand, da auch ihre Arme “rußfarbenschwarz” sind?

  20. muss ich an dieser Stelle einfach loswerden, weil ins Schwarze trifft!!!

    “———————————————————————-
    Du stellst Werbeagenturen in deiner Antwort als perfide dar.
    Sind das nicht auch bloß Leute, die ihren Job machen?

    Ja, Werber sind auch nur Leute, die ihren Job machen.
    Viele sogar sehr gut, und vor allem sind darunter sehr viele
    extrem helle und auch unterhaltsame Köpfe. Zweifel würde
    ich nur an Leuten anmelden, die es in dem Job zu lange
    aushalten. Ich kann mir keinen halbwegs kritisch denkenden
    Menschen vorstellen, der im Lauf seiner Agenturkarriere nicht
    über das eine oder andere ethische Dilemma stolpert.
    Deswegen wandern ja auch erfreulicherweise immer mal
    wieder ein paar der besten Leute ab und schließen sich
    den diversen konsum- und werbekritschen Publikationen an,
    wie den Adbusters in Kanada. Oder schreiben Romane
    wie Frédéric Beigbeider.
    ———————————————————————-”
    Judith Holofernes bei jetzt.de

  21. @ juri: Altkluges Gutmenschengebrabbel. Außerdem ein schöner Allgemeinplatz zum Thema “Sagt der Werber: ‘Ich fühle mich so ausgebrannt.'” Frau Holfelder sagt in vielen Fällen durchaus Richtiges, hier hat sie sich aber ein wenig überhoben. Um in diesem Zusammenhang und auf einen weiter oben stehenden Kommentar zu antworten: Wer sich als Designer von seinem Kunden tyrannisieren lässt ist ein Gestalter!

  22. @ Ralf:

    Mir gefällt die Illu leider auch nicht, da sie zuviel karikiert und wenig lifestyle rüberbringt. Der Stil könnte wirklich mehr Retro sein (Richtung Saul Bass finde ich eigentlich immer noch sehr schön), …

    aber:

    Man ist dann doch wieder richtig froh, dass man nicht den Illustrierer von Hed Kandi gebucht hat :-)

  23. Meine Frage bezieht sich auf den letzten Satz in Wolles Kommentar:

    Ich würde ja gern mal wissen wie sehr, gerade die Einzelkämpfer und kleinen Agenturen, den Kunden auch mal Kontra bieten?

  24. @ Schrägstrich: Ich bin sowohl beides – trete für “kleinere” Kunden als Einzelkämpfer auf, habe mit meinem Lebensgefährten aber auch zusammen eine kleine Kreativagentur für die “größeren bis großen” Kunden. Und es bereitet mir weder als Einzelkämpfer, noch als Agenturmitglied große Probleme, den Kunden Paroli zu bieten. Man muss nur eben – und das ist essentiell! – gute Argumente liefern.

    Der ach so dumme Kunde kann ja nur aus seinem subjektiven Geschmackshorizont argumentieren: “Das Grün finde ich blöd, Blau finde ich viel schöner.” – “Die Schrift ist mir zu verschnörkelt.” – “Die Möpse sind mir zu klein.”

    Es ist nicht die Kür, sondern die PFLICHT als ernsthafter Designer (und das hat auch nichts mit gestalterischen Idealen zu tun), den Kunden dann entsprechend zu beraten und ihm auch mal ganz deutlich zu sagen: Lieber Kunde, was du da sagst ist Blödsinn.

    Schließlich hat niemand etwas davon, wenn der Kunde ein Design, eine Idee geliefert bekommt, das oder die er geil findet, auf die aber sonst niemand abfährt, weil sie verwässert ist, weil sie sich nicht ander Zielgruppe orientiert, weil sie am Thema vorbeigeht usw.

    Ich habe bislang bis auf sehr wenige Fälle (in denen ich aber auch generell keinen Bock auf den Job hatte) nur positives Feedback von den Kunden bekommen, die im ersten Schritt ein Design oder eine Idee der Marke “Ich hätte mir da was ganz anderes vorgestellt” schlucken mussten, im Nachhinein aber sehr glücklich sind, auf ihren Designer gehört zu haben. Denn das ist der Job des Designers: Beraten. Und gutes (im Sinne von “richtiges”) Design auch zu verteidigen.

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