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Frisch im Netz – Juli 2013

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Die Juli-Ausgabe von „Frisch im Netz“ beinhaltet die jüngsten Relaunchs, in diesem Fall auch aus den Vormonaten. Alle Relaunchs im Detail zu besprechen, wäre zu viel des Guten, so soll die folgende Sammlung als Bewegungsmelder dienen.

Spiegel.de

Wie ich bereits schrieb, sind die jüngsten Veränderungen auf Spiegel.de eher Beleg dafür, dass man bei SpiegelOnline aktuelle Bewegungen im Webdesign verschläft. Längst setzen andere Nachrichtenmarken im Netz die Trends, nicht unbedingt inhaltlich, dafür jedoch in Sachen User Experience. Allein mittels Farbcodierung innerhalb der Hauptnavigation und ein paar anderen marginalen Änderungen wird man das Ruder nicht umreißen können.

Audi.de

Ungleich größer ist der Entwicklungsschritt, den Audi.de vollzogen hat. „Die neue Audi.de“ ist in jedem Fall ein Besuch wert. Konfigurieren und Informieren wurde zu einem Gesamterlebnis verschmolzen, ein, so weit mir bekannt, einzigartiger konzeptioneller Ansatz. Die unsauberen Grauverläufe aus dem Vorgänger sind passé (dt berichtete). Das bildschirmfüllende Format macht natürlich einiges her. Was nicht sein sollte: Bei Klick auf z.B. „Modelle“ > „Sofort verfügbare Neuwagen“ wird der Inhalt in einem neuen Tab geladen. Nach kurzer Zeit hat man es mit sechs oder sieben Tabs zu tun.

Trier.de

Der wohl am heftigsten in den vergangenen Tagen diskutierte Relaunch dürfte Trier.de sein. Vor drei Jahren im dt mit dem Spooky-Award ausgezeichnet wurde das Stadtportal in den vergangenen Tagen relauncht. Nun sei „Alles neu bei trier.de“ und gleichzeitig wird betont, der neue Webauftritt sei „keine Endprodukt“, in der Hoffnung, der Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen, was allerdings nicht wirklich gelang, schaut man sich die Diskussion auf 16vor.de an. Na klar ist der neue Auftritt besser als der Vorgänger – schlechter ging schon gar nicht mehr. Schaut man sich allerdings mit Mannheim.de oder Stockholm.se aktuelle Trendsetter unter den Stadtportalen an, wird deutlich, das noch unglaublich viel Luft nach oben ist, gerade auch was das Design angeht, das in dieser Form eher die guten alten 90er bemüht, denn für eine zeitgemäße Formsprache steht.

Bad-Homburg.de

Auch Bad Homburg hat ein neues Stadtportal erhalten. Das Interface ist responsive, allerdings ist das stark auf Mobilgeräte ausgerichtete Portal an großen Monitoren gewöhnungsbedürftig, vor allem aufgrund der geringen Content-Breite von gerade einmal 700 Pixeln. Facebook, Twitter & Co. scheinen in der Stadtverwaltung von Bad Homburg kein Thema zu sein. Weder können Beiträge und Artikel geteilt, noch kommentiert werden, weshalb der Auftritt recht blutleer wirkt. Entwickelt wurde der Webauftritt von Sitepark.

CSU.de

Die Startseite der im Mai relaunchten Website der CSU gibt sich bescheiden – außer einem Slider und der Navigation finden sich keine weitere Inhalte. Unglücklich: Der Slider ist nur über die winzigen, kreisrunden Pager navigierbar – das sollte nicht sein. Dass das Parteilogo nun von drei Rahmen begrenzt wird, macht die Darstellung im Header keineswegs besser. Die Aufbereitung der Meldungen und des interaktiven Terminplaners gefallen hingegen grundsätzlich.

Gruene.de

Der kürzlich relaunchte Webauftritt der Grünen klebt nicht mehr am linken Rand des Browserfenster. Man könnte sagen, auch im Web rückt die Partei mehr in die Mitte. Statt des eigentlichen Parteilogos befindet sich im Header nun die Domainkennung als Logo, und zwar in einer monochromen, weißen Version. Der Auftritt macht einen guten Eindruck, allerdings fehlt die Rollover-Kennzeichnung von Textlinks.

Auto-Motor-und-Sport.de

Auf 1020 Pixel in der Breite ist der neue Auftritt von Auto-Motor-und-Sport.de angewachsen. Die Veränderungen sind vor allem getrieben von neuen Werbeformaten. Auf Horizont.net gibt es weitere Infos.

Atraveo.de

Die Ferienwohnung- und ein Ferienhaussuche Atraveo wurde runderneuert. Die Site wartet nun mit „Planarem Design und Reiseideen“ auf, ebenso mit einer neuen Buchungs- und Suchfunktion namens „Liquid Search“. Alle 13 Länderportale wurden zeitgleich umgestellt. „Rent a good time“ lautet der neue Claim.

Corny.de

Die Müsliriegel-Marke aus dem Hause Schwartau hat dieser Tage eine neue Markenwebsite erhalten. Realisiert hat sie die Agentur wendweb aus Hannover.

Weitere Relaunch-Meldungen können wie immer gerne als Kommentar angeheftet werden.

13 Kommentare zu “Frisch im Netz – Juli 2013

  1. Der neue Auftritt von Auto Motor und Sport ist mal ne Hausnummer, gefällt mir extrem gut. Wurde hier im dt ja schonmal beim letzten Relaunch gezeigt und finde die Weiterentwicklung richtig gut gelungen. Das ist mehr als nur die Breite verändert, die Elemente sind stimmig und sinnvoll eingesetzt. Werde wohl öfter vorbeischauen. =D

    Corny.de finde ich auch hübsch, sehr sympathischer Auftritt. Allein der hölzerne Hintergrund weckt das Gefühl eines Produkts vom Land mit Getreide und Co. Aber war da nicht mal was von Foodwatch oder so, dass Corny viel zu viel Zucker enthält? Sei’s drum, hier geht um die Optik der Seite und die finde ich gut.

    Gar nichts ist wie du Achim schon geschrieben hast der „neue“ Spiegel. Das ist nur enttäuschend und Seiten wie der Focus sind deutlich weiter und moderner. Auch die Süddeutsche hat es viel besser gemacht als der vermeintliche Platzhirsch. Geht es dem Spiegel so gut oder wieso entwickeln die sich nicht weiter? :-/

  2. Sehr kurzweilige Zusammenfassung – danke! – insbesondere in Sachen Spiegel Online teile ich Deine Meinung!

    Eine Ergänzung zum neuen Audi Auftritt aus technischer Sicht: Optisch toll, beeindruckendes Erlebnis, keine Frage. Ob diese Experience aber satte 8 MB Daten allein für die Startseite rechtfertigt, darf in Frage gestellt werden. Mit einer Verbindungsgeschwindigkeit von 2 Mbit, was zumindest unter realen mobilen Bedingungen schon recht zügig ist, braucht die Startseite über 30 Sekunden um vollständig zu laden. Insbesondere bei einer Marke, die Effizienz, Sportlichkeit, Dynamik ausstrahlen will, ist’s mit der Experience dann mitunter schnell vorbei.

  3. Das der Auftritt von Spiegel Online immer etwas hinter den aktuellen Entwicklungen hinterherhinkt hat neben einem gewissen Konservatismus im Haus auch damit zu tun, dass spiegel.de eine der im Büro meist gelesenen Webseiten ist. Damit hat die Technik aber immer damit zu kämpfen, dass sehr große Anteile der Besucher mit uralten Versionen des IE die Seite besuchen, wie sie eben auf älteren Bürorechner eben noch vorhanden sind und der benutzer eben keinen FF oder Chrome installieren darf. Daraus resultiert dann eben, dass sich gewissen Experimente beim Webseiten design schlicht verbieten, da man sonst eine sehr große Zielgruppe verprellen würde.

  4. @finanzer
    Keiner sagt, dass SpiegelOnline immer hinterher hinkt. Als Spiegel.de vor vielen Jahren zu einer horizontalen Hauptnavigation wechselte, war dies gewissermaßen die Blaupause innerhalb der Nachrichtenwelt. JETZT hinkt das Angebot hinterher. Davon abgesehen halte ich die von Ihnen aufgestellte These bezüglich alter Bürorechner für äußerst gewagt.

  5. Bundesliga.de:

    Scheinbar heute Nacht wurde die deutsche Version von Bundesliga.de: relauncht. Das geschah scheinbar im Zuge eines Wechsels des Vermarkters hin zu IP Deutschland. Positiv zu erwähnen ist, dass nun auf unsinnige Flash-Anwendungen verzichtet wurde. Ob aber der Schritt zu kleinerer Schrift und nicht offensichtlicher Menüs (z.B. das Scrollen in der Spieltagsübersicht auf der Startseite) der richtige ist, wage ich zu bezweifeln. Bei der Navigation scheint man sich generell nicht auf ein Konzept geeinigt zu haben, völlig unverständlich etwa, weshalb die Sprach- und Social-Media-Menüs dort sind, wo sie sind. Bei allen diskussionswürdigen Veränderungen in der Übersichtlichkeit fällt aber eine ganz andere Sache besonders negativ auf: Beim Rechtsklick auf Bilder erscheint nun per Javascript ein Copyright-Hinweis – eine Funktion, die für Webdesigner schon in den 90er Jahren eine Todsünde war. Völlig unverständlich, wie man sich dafür entscheiden konnte.

    Da man nun auch auf die seit dem letzten kompletten Relaunch der Marke Bundesliga verwendeten Schrägen verzichtet, ist zu vermuten, dass auch in anderen Bereichen (v.a. OnAir mit dem Scoreboards, Inserts und Bauchbinden) größere Veränderungen zur neuen Saison anstehen. Darauf deutet auch hin, dass die DFL in den letzten Wochen Porträtfotos der Spieler angefertigt hat, die künftig auch in der grafischen Darstellung von Aufstellungen verwendet werden könnten.

  6. Ein kleines Update nur für alle Interessierten: Das Redesign der Bundesliga ist tatsächlich etwas größer ausgefallen und beschränkt sich nicht nur auf den Internetauftritt. Während des Supercup-Spiels waren etwa die neuen Inserts und das neue Scoreboard im Einsatz. Der Trend, der sich online bereits abgezeichnet hat, bestätigt sich auch hier: Die Schrift ist nun deutlich kleiner geworden, Scoreboard, Inserts und Wasserzeichen nehmen nun weniger Platz ein. Und genau hier fängt es an, wirklich kritisch zu werden. Kann man im Browser noch selbst manuell zoomen, so ist im Fernsehen der aktuelle Zwischenstand, die Spielminute, etc. nur noch schwer zu erkennen. Beim Supercup habe ich den Test gemacht: Empfängt man das Signal in HD, so hat man eine realistische Chance, die Einblendungen zu erkennen. Schaltet man hingegen auf das SD-Signal, so muss man ernsthaft näher an den Bildschirm gehen, um etwas zu erkennen. Die Gestaltung selbst ist minimalistisch, und erscheint nun generell etwas dunkler. Bei permanenter Einblendung ist das angenehmer für die Augen und nimmt – wie schon gesagt – weniger Platz weg. Die Sicht auf das Spiel wird auch am TV besser. Zudem hat man sich endlich von diesem völlig überdimensionierten Wasserzeichen in der rechten unteren Ecke gelöst.

    Die Umgestaltung an sich ist ja zu begrüßen. Neue Farben, minimalistische Aufmachung – das ist in Ordnung. Die Schriftgröße geht aber nun einmal gar nicht. Meinetwegen kann man ein solches Redesign in einigen Jahren machen, wenn HD-Übertragungen Standard sind und jeder ein entsprechendes Empfangsgerät hat. Im Moment ist die Wirkung aber schlichtweg katastrophal. Die Barrierefreiheit wird völlig außer Acht gelassen.

  7. @Daniel Riemer: Da hast du recht. Ich habe zwar DSL, aber leider DSL 3000. Wenn man damit die Audi.de aufruft, kann man locker mal 8-10 Sekunden warten, bis sich das Gröbste aufgebaut hat. Geladen wird dann allerdings immernoch im Hintergrund.

    Ich frage mich wirklich, wie man sowas potentiellen Kunden antun kann…

  8. Bundesliga-Redesign 2013: Mein letzter Post zu diesem Thema – wenn auch etwas vom eigentlichen Thema abweichend: Das Redesign ist jetzt komplett. Hier gibt es noch das neue Intro zu sehen: Video

    Im Gegensatz zum letzten Jahr, als man lediglich das Musikbett einer disharmonischen Überarbeitung unterzogen hat (und damit viel Kritik erntete – nicht nur von Seiten der Fans), setzt man mit der nun begonnenen Saison auf ein komplett neues Intro. Und das weiß zu gefallen. Anders als zu erwarten hat man im Audiobereich auf übertriebene heroische Musik verzichtet, sondern eine ruhige, aber dennoch spannungsgeladene Untermalung gewählt. Das hebt die Bundesliga nun angenehm von vielen anderen Sportligen ab. Visuell setzt man nun deutlich weniger auf die einzelnen Vereine, sondern versucht alle Bereiche des modernen Profifußballs zu beleuchten. Der Fokus liegt weiterhin auf Fans und Spielern, beleuchtet jetzt aber auch Medien, Balljungen, Sicherheitspersonal. Mit dem Einsatz von „Flittern“ im zweiten Teil des Intros bewegt man sich wieder einen Schritt in Richtung erstes offizielles Intro (vor dem Redesign des Logos vor einigen Jahren). Der Übergang von Stadionatmosphäre zu Meisterschale zu Bundesliga-Logo ist einfach nur brillant gelungen.

    Fazit: Insgesamt ein schönes Redesign über alle Bereiche, das aber an einigen Stellen noch an schlechter Erkennbarkeit leidet.

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