Usability-Problem: Icons in der Hauptnavigation

Vueling.com – Navigation

Nein, ein Freund von Icons bin ich nicht. Nur selten verbessern selbst hübsch gestaltete Icons die Nutzerführung. Je spezifischer die Anwendung, desto ungeeigneter sind Icons, um diese darzustellen. Anders als Bezeichnungen können Symbole fehlinterpretiert werden, weshalb Icons meines Erachtens generell mit spitzen Fingern angefasst werden sollten, insbesondere dann, wenn der Zugang zum Webangebot niedrigschwellig sein soll.

Neulich erschien die mit Icons überfrachtete Hauptnavigation der spanischen Billig-Fluggesellschaft Vueling auf meinem Screen (Abb. oben). In dieser Form sicherlich sehr eigen. Das mag nett aussehen … nur … „nett“ ist die kleine Schwester von …, genau. Icons prägen die Gestaltung der gesamten Website. Zumindest in der Hauptnavigation hätte man sich im Sinne einer anwenderfreundlicheren Umgebung davon lösen müssen, da die Icons die Auswahl und die Bedienung überflüssigerweise erschweren.

Bereinigt könnte das etwa so aussehen: einzeilig, ohne Icons, in der Formulierung einheitlich und möglichst kurz („Sitzplatz wählen“ statt „Wählen Sie Ihren Sitzplatz“).

Vueling – Navigation neu

Ich trau es mich gar nicht zu sagen, weil es so abgedroschen klingt. In der Hoffnung, dass es sich auch bis nach Spanien herumspricht: Weniger ist halt doch oftmals mehr, gerade in Sachen Usability.

27 Kommentare zu “Usability-Problem: Icons in der Hauptnavigation

  1. Astrid, das ist in der Tat interessant. Wie widersprüchlich die von Marcel Licht vertretene Haltung ist, lässt sich leicht ablesen. Die Behauptung, ohne Icons würde ein Menü „viel komplexer und anstrengender aussehen“ ist schon sehr gewagt. Wie soll das gehen? Das ist unlogisch. Text + Icons bedeutet im Vergleich zur reinen Textversion: mehr Zeitaufwand bei der Erfassung. Dass es vielleicht subjektiv betrachtet weniger hübsch ist, spielt dabei keine Rolle.

    Die Sammlung, die auf konversionskraft zusammengestellt wurde, ist natürlich fein. Nur die damit verbundene Aussage ist es nicht. Ich würde es so umformulieren: statt „manchmal kann ein Text zielführender sein.“
    wäre meine Empfehlung: „meistens ist reiner Text zielführender“

  2. Achim, ich stimme dir voll und ganz bei folgender Aussage zu:

    „Je spezifischer die Anwendung, desto ungeeigneter sind Icons, um diese darzustellen.“

    (wie mach ich eigentlich diese hübschen Quotes?)

    Bei allgemeinen Dingen find ich Icons speziell auf kleinen Bildschirmen angenehmer als Text.
    Home, Speichern, FAQ, Suche, Settings, etc. bei solchen Beispielen kann ich problemlos mit Icons arbeiten, die wenig bis keinen Interpretationsspielraum offen lassen, da sie von den meisten Usern mittlerweile verstanden werden.
    Bei „Passagierdaten“, „Preis sichern“, oder anderem Quatsch wirkt das schon sehr bemüht. „Gepäckstück hinzufügen“ find ich auch einfach falsch, da gehört für mich ein Koffer mit einem Plus hin.

  3. Es kommt auch immer drauf an, wie die Wahrnehmung des Einzelnen ist und wie viel Zeit man sich lässt. Da heute aber alles ganz schnell sein muss und bloß kein Zeichen zu viel um die armen, burnout-gefährdeten Leute nicht zu überfordern, sollte man demnächst vielleicht auch auf Farben und Bilder verzichten. Das ist einfach zu viel…

    Ich finde, man darf dem hektischen Zeitgeist durchaus entgegenwirken und von den Benutzern (vielmehr ‚Menschen‘) erwarten, sich etwas mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Dennoch liegt diese Kritik in der Natur der ‚Usability‘, ist diese doch ein Produkt eben dieser hektischen Zeit…

    Übrigens machen die Icons, wie ich finde, bei den beiden anderen Menüs durchaus Sinn, sie gliedern die Punkte und machen es übersichtlicher.

  4. Ich seh das ganz pragmatisch:
    Wenn ein Icon erklärenden Text benötigt, ist es unnütz und sollte weggelassen werden.
    Icons machen nur Sinn, wenn Sie Text ersetzen können, Platz sparen oder z.B. Sprachbarrieren überbrücken (und von mir aus, auch zu dekorativen Zwecken).
    Ich finde es legitim dem Rezipienten in bestimmten Fällen einen Lernprozess zuzumuten, das ist z.B. bei den GUIs von Mobilgeräten z.Tl. unumgänglich, dort aber schnell erreicht (Wenn die GUI Konzeption dahinter gut ist)…

  5. @Uwe S: Libreoffice hatte nach nem Update mal neue Icons, was mich auch erst irritiert hat. Ich hab damals das Speichern-Icon auch erstmal gesucht. Hab halt wie sonst auch eben ein Diskettensymbol erwartet. Was war es am Ende? Ein grüner Pfeil nach unten, der auf irgendwas graues zeigt. Für mich idiotisch, das hätte genauso gut ein Downloadsymbol sein können. O_o

    Da ist dann die Frage ob man etablierte Icons beibehalten sollte oder ob man die der Zeit anpasst, was eben dazu führt dass man die Zeichen erstmal neu lernen muss.

  6. Ich sehe da kein reines „Icon oder nicht“ Problem. Die Räume zwischen den Icons wie auch ihr Stand zum Text ist so unterschiedlich, dass sich keine Ordnung einstellen mag.

  7. Das mit den veralteten Bildzeichen ist in der tat eine Krux:
    Sage mir jemand bitte ein besseres Zeichen für den Begriff „Idee“ als die vermaledeite Glühbirne!

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