RIMOWA, ein 1898 in Köln gegründeter Hersteller von Koffern und Reiseaccessoires, ist derzeit dabei auf ein neues Erscheinungsbild umzustellen.
RIMOWA ist seit Januar 2017 Teil des französischen Luxusgüterkonzerns Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH). Das 120-jährige Bestehen von RIMOWA wurde zum Anlass genommen, das Erscheinungsbild der Marke in größerem Umfang zu modifizieren. Als Markenlogo dient fortan ein schlichter serifenloser Schriftzug, der sich deutlich vom bisherigen Logo unterscheidet.
Es sei an der Zeit, das in die Jahre gekommene Signet zu ändern, so Alexandre Arnault, CEO Rimowa. Das bisherige Logo habe seiner Ansicht nach Assoziationen mit Marken wie Nintendo, Oral B oder Subway geweckt. Der neue Schriftzug passe in seiner moderneren und zeitlosen Ästhetik besser zu den aus Aluminium und Polycarbonat gefertigten Produkten. Von der traditionellen Hausfarbe Blau, von der RIMOWA in den letzten Jahren bereits immer stärker abgerückt ist, wurde auf Schwarz bzw. Grau umgestellt.






Wir haben hier im Designtagebuch ja einen Hang dazu bei Re-Designs eher das Schlechte, als das Gute zu sehen. In diesem Fall kann ich aber bei bestem Willen außer dem Mut zur Veränderung und der grundsätzlichen Ausrichtung auf Luxury wenig Gutes erkennen.
Hochwertig, schlicht und edel muss wirklich nicht langweilig aussehen. In der Ecke von Bauhaus, Braun und dergleichen hätte man gute Inspirationen finden können. Manchmal hat man den Eindruck, das gerade in Deutschland davon nicht mehr viel bekannt ist. Definitiv eine verpasste Chance…
Wenn hier im Design Tagebuch in der Regel überwiegend Negativkritik geübt wird, hat dies weniger mit dem Blog zu tun als vielmehr a) mit der grundsätzlich reservierten Haltung der meisten Menschen gegenüber allem Neuem. Denn das Neue erfordert Aufwand, sich an die veränderte Optik/Umgebung anzupassen. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und diesen Aufwand meidet, lehnen wir eine veränderte Optik in aller Regel erst einmal ab. Hinzu kommt b), und das lässt sich dann sehr gut anhand der Kommentare hier im Blog ablesen, dass Designer bei der Beurteilung von Designs den Fokus insbesondere auf die aus ihrer Sicht verbesserungswürdigen Aspekte richten und dementsprechend kritisch bewerten. Getreu dem Motto, um mal einen Seitenschwenk in die Welt des Sports zu machen: So lange besser möglich ist, ist gut nicht gut genug. Und dann verteilen Designer eben weniger Lob, sondern mehr Negativkritik. Da spielt auch das eigene Ego mit hinein. Und diese Verhaltensweise lässt sich bei weitem nicht nur hier im dt beobachten, sondern sie findet sich in allen mir bekannten Designblogs, -Magazinen und -Foren, im deutschen wie im englischen Sprachraum.
Nicht dass der Eindruck entsteht, insbesondere das dt sei ein Kleinod von und für Nörgler ;-)
Bitte versteh’ meinen Kommentar nicht als Kritik am Designtagebuch und Deinen Artikeln. Präziser hätte ich sagen müssen: »In der Kommentarspalte des Designtagebuch.« Ich nehme mich davon auch explizit nicht aus.
Ich stimme Dir grundsätzlich zu. Als Designer ist die Verbesserung des Vorhandenen oft der Kern unserer Arbeit. Wir suchen nach den Verbesserungspotentialen, den Chancen für Optimierung oder auch manchmal schlicht dem »Schlechten«.
Mitunter werden Designs aber wegen kleiner Mängel in Details als grundsätzlich oder umfänglich schlecht bewertet. Wenn beispielsweise bei einem Rebranding vom Anlass der Überarbeitung, über Strategie, Konzept, grundsätzlicher Gestaltungsrichtung und Roll-Out alles auf hohem Niveau durchdacht und sinnig gelöst wurde, aber am Ende wegen makrotypografischer Mängel das Ganze Projekt negativ bewertet wird, ist das vielleicht etwas überzogen.
Ein Mangel ist und bleibt ein Mangel. Das wir hier diese klar benennen können und Verbesserungsvorschläge austauschen ist wertvoll. Von der Betonung von positiven Lösungen lässt sich aber auch lernen.
Wie gesagt: Bei den gestalterischen Veränderungen in diesem Projekt sehe ich leider kaum etwas Gutes …
Passt aus meiner Sicht zu der Premium Modemarke in der Familie Rimowa nun ist sehr gut hinzu. Das Logo ist sowieso irrelevant. Interessant ist eher wie die Marke nun an den Touchpoints zum Leben erweckt wird und hier insbesondere an den digitalen. Wie sieht die App aus, wie auf Instagram und Facebook, …? Erkennbar war und ist Rimowa (fast) nur am Produkt selbst was der größte visuelle Mehrwert ist. Spannend zu sehen wie die Touchpoints nun umgesetzt werden.
Nicht immer nur am Design meckern sondern Weitblick bewahren.
Die Designtagebuch-Kommentarspalte bleibt sich treu: Ablehnung alles Neuen und Anderen. Hier muss alles mutlos, gestalterisch dröge und bieder und den Konventionen angepasst sein. Der verantwortliche Designer dieses exzeptionellen Redesigns, das diese Marke erst zum Leben erweckt hat, würde wohl ein ähnlich vernichtendes Urteil über diesen Blog und seine Bevölkerung fällen. Und das liegt daran, dass hier zwei völlig unterschiedliche Gestaltungsideologien übereinander reden. Und diese hier ist die Welt von Spieckermann, Officina, Werbeagenturen, Lesbarkeit durch Anpassung und UX. Und diese andere ist die der Schweiz, der Neuen Haas Grotesk, Designbüros, Lesbarkeit durch Erkennbarkeit, Kontrast, Andersartigkeit und des Neuen. Aber alle Kommentarspalten sind so. Überall.
… absolut austauschbar – schade!
Rimowa nutzt bei Social Media aber auch auf der Webseite im Footer (inzwischen?) auch eine Art Bildmarke.
Das ist richtig. Das von Dir angesprochene Monogramm, auf das auch im Beitrag eingegangen wird, nutzt Rimowa seit der Umstellung auf die neue Markenidentität, sowohl im Kontext der digitalen Medien als Logoabsender und Favicon wie auch am Produkt, beispielsweise als Label/Etikett. Das Monogramm ist also bereits einige Jahre im Einsatz.
Ah, okay. Das ist mir damals offenbar entgangen. Damit ist das Erscheinungsbild ja dann nicht ganz so ambitionslos und unaustauschbar.