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Relaunch von HAZ.de (2011)

Haz.de Relaunch

Haz.de Relaunch

Der Webauftritt der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung wurde vor wenigen Tagen relauncht. Der letzte größere Wechsel erfolgte im Februar 2009 (dt berichtete). Schwerpunkt des Redesigns ist neben der Implementierung eines neuen Navigationskonzepts die Zusammenführung unterschiedlichster Schriftstile und Gestaltungselemente, sodass im Ergebnis ein harmonischeres Interface steht, das sich durch ein angenehmeres Schriftbild auszeichnet. Das zugrundeliegende Screendesign- und Navigationskonzept entstand bereits im Frühjahr 2010 und damit noch unter meiner Leitung als verantwortlicher Designer bei Madsack Online.

Die Gegenüberstellung der beiden Screenshots oben stellt den Umfang der Veränderung nur unzureichend dar. Die Navigationsleiste ist im neuen Webauftritt deutlich aufgewertet. Sie ermöglicht bei Rollover nicht nur den Zugriff auf die zweite Hierarchieebene, sondern auch auf die dritte. Dabei wird im Menü nicht nur – ganz klassisch – die Struktur abgebildet, sondern es werden auch die wichtigsten Themen und Angebote jeweils nach Spalten sortiert in dem hierfür vorgehaltenen Layer dargestellt. Diese Art der „erweiterten Hauptnavigation“ kennt man von The Times, NZ Herald oder hierzulande auch von einem Onlineshop wie Otto.de. Im deutschsprachigen Nachrichtenangebot stellt die neue Navigationsleiste jedoch ein Novum dar, dabei ist ihre Bedienung denkbar einfach. Bestandteil dieses zentralen Navigationsinstruments ist darüber hinaus eine Inhaltsübersicht, die ganz rechts angeschlagen ist und die die obligatorische im Footer untergebrachte Linkliste eigentlich überflüssig machte.

Der Nachrichten-Slider unterhalb der Navigationsleiste kommt nun ohne Flash aus und kann damit auch auf mobilen Endgeräten aus dem Hause Apple ausgegeben werden. Kaum zu glauben, aber bislang war die hier enthaltene große Bildfläche nicht verlinkt. Zu sehen ist das bisherige Konstrukt übrigens noch auf NeuePress.de, das zur Madsack Mediengruppe gehört und technisch das gleiche System nutzt.

Im Vergleich zum Vorgänger, für dessen Designkonzept übrigens die Berliner Agentur KircherBurkhardt verantwortlich zeichnete, erscheinen die Meldungen aus den Ressorts auf der Startseite nun gebündelter und dank Verwendung nur eines Template-Moduls im Aufbau ruhiger. Weniger ist in diesem Fall mehr. Auf Höhe der Ressortbezeichnungen sind zudem die jeweils wichtigsten Unterverzeichnisse aufgeführt. Das kennt man von SpOn, Stern und Anderen. Ähnlich wie über die Hauptnavigation kann der Nutzer so tiefer in die Site einsteigen.

Die Breite des Auftritts bleibt mit 880 Pixeln gegenüber 870 im Vorgänger nahezu unverändert. Geschuldet ist dieser Umstand der Vermarktung. Diese erfolgt nach wie vor zu einem Großteil zentral über die OMS und sieht explizit die Verwendung des rechts angeschlagenen Skyscrapers bzw. des Wallpapers vor. Der Trend geht allerdings auch hierzulande hin zu direkt im Content positionierten Werbemitteln, so wie es bei amerikanischen oder englischen Angeboten schon von je her usus ist und wie es auf Welt.de, Handelsblatt.de und Stern.de auch bereits praktiziert wird.

Fazit

Für ein objektives Fazit fehlt mir offen gesagt die nötige Distanz. Seit meinem Betatest bin ich mit HAZ.de verwachsen. Ob Nachrichtenportal, Forum, Blogs oder die Anzeigenangebote unter HAZ.de – alles trägt zu einem nicht unerheblichen Anteil meine Handschrift. Die größte Herausforderung beim Redesign war es sicherlich, einer komplexen Struktur ein einfaches und dabei ansprechendes Aussehen zu geben, um dadurch den Zugang zu dem umfangreichen Angebot für den Nutzer so komfortabel wie möglich zu gestalten. Ich denke, dass die neue Oberfläche anwenderfreundlicher als der Vorgänger ist und dass der Bedienkomfort mit dem Relaunch verbessert wurde. Ob einem das Design zusagt, ist halt auch eine Geschmacksfrage. Die Stammleserschaft von HAZ.de findet die neue Umgebung gelungen, zumindest urteilt eine knappe Mehrheit so. In aller Regel ist die Kritik auf Seiten der Stammleser ja bekanntermaßen am größten. Schön, dass die neue Oberfläche von der Zielgruppe offenkundig angenommen wird. Verbessern kann man den Auftritt sicherlich auch weiterhin an verschiedenen Stellen. Das Web schläft nicht und einige meiner ehemaligen Kollegen bei Madsack Online, die den Auftritt realisiert haben, auch nicht, oder nur wenig. Schöne Grüße an dieser Stelle. Sieht gut aus.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Is richtig, die Navi reagiert vergleichsweise träge. Ich selbst würde mir auch eine schnellere Reaktionszeit wünschen. Allerdings glaube ich, dass sie in diesem Fall tatsächlich sehr vielen Lesern in ihrem Nutzungsverhalten entgegenkommt. Zu den von freiwild eingeworfenen positiven Attributen sei unbedingt noch ergänzt, dass auch die sehr großzügig gefasste Aktivzone eben dazu beiträgt, dass ein versehentliches Abrutschen vor allem bei der horizontalen Mausbewegung vermieden wird. Nichts ist frustrierender als horizontale Navigationsleisten, bei denen die Schutzzone zu gering ist wie etwa bei derwesten.de oder aerztezeitung.de.

    @James Ah ok. Offenbar hat man sich dazu entschieden, auf Artikelebene nur noch ein Modul einzusetzen, das ein kleines Bildformat vorsieht. Bislang war hier auch ein auf Satzspiegel-Maß enthaltenes Bildformat im Einsatz (zu sehen ist dieses noch im Auftritt vom goettinger-tageblatt.de (GT)), das ebenfalls das gleiche CMS-System nutzt, wie freiwild richtigerweise anmerkte.

    Und um Deine Frage noch zu beantworten freiwild: Technisch wird es so angelegt sein, dass NP, GT, etc. ebenfalls auf das neue Navikonzept aufspringen könnten. Das ganze läuft nach dem “Will-auch-haben-Prinzip“ sprich, Gutes und Bewährtes wird gerne von den anderen zu Madsack zugehörigen Nachrichtenangeboten übernommen. Ob und wann etwas übernommen wird, wird in den jeweiligen Redaktionen entschieden. Dazu kann ich nichts sagen. So wie ich das einschätze, ist es eher unwahrscheinlich, dass etwa LVZ auf die neue Linie einschwenken wird. Die ehemaligen Springer-Marken sind doch recht eigenständig.

  2. Ich sehe dasselbe Problem wie “wayne”, die online Versionen der Zeitungen, sehen meist sehr ähnlich aus, versuchen nichts gewagtes, sondern setzen Änderungen meist minimal um. Die neue HAZ Seite mag mir aber definitiv besser gefallen als die alte. Sofort negativ aufgefallen allerdings die Veränderung vom Header, die neuen Werbeflächen oben, finde ich überhaupt nicht angenehm beim Betrachten.

    Die Gestaltung der Sidebar finde ich dann allerdings wieder sehr hübsch. Einige grafische Elemente, wirken auf mich hochwertig und werten das ganze auf.

    Gesamthaft definitiv ein Fortschritt, allerdings sind meine Favoriten im News Bereich ganz klar, Focus und Zeit online.

  3. Seit ihr auch für die Breite des Portals verantwortlich gewesen? Offenbar ist es dem Werbeblock zu verschulden, dass dem User nur trostlose 882 px bleiben, in die gerade mal zwei Spalten hineinpassen. Schade, ansonsten siehts gut aus!

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