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Neues Logo für Reyer Venezia

Reyer Venezia Logo
Reyer Venezia Logo, Quelle: Reyer Venezia

Der italienische Basketballverein Reyer Venezia, 1925 gegründet, hat sein Vereinslogo überarbeitet und sein Marken- und Erkennungszeichen, ein geflügelter Löwe, in Form gebracht.

Reyer Venezia war zuletzt in der Saison 2016/17 italienischer Meister und spielt aktuell sowohl in der Lega Basket Serie A, der höchsten Spielklasse im italienischen Basketball der Männer, wie auch in dem von der ULEB ausgerichteten EuroCup. Das 150-jährige Bestehen hat der Club zum Anlass genommen, sein Branding zu erneuern.

Auszug der Pressemeldung

„In diesem Jahr wird Reyer 150 Jahre alt und wir möchten diese ikonische Etappe in der Geschichte festhalten, um die visuelle Identität des Clubs zu erneuern. Den Anfang macht das Vereinslogo mit seinen charakteristischen Elementen, das in unserer Kommunikation von großer Bedeutung ist. Um nicht Gefahr zu laufen, dass die Identität verloren geht, haben wir bewusst eine übertriebene Vereinfachung vermieden“, so Paolo Bettio, Marketing- und Kommunikationsmanager des Clubs.

Reyer Venezia Logo – vorher und nachher
Reyer Venezia Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Reyer Venezia

Alle im Logo enthaltenen Gestaltungselemente wurde neu gestaltet und arrangiert. Form- und Farbgebung wurden vereinfacht, Überlagerungen, die die Lesbarkeit erschweren, entfernt. Im weiterhin zentrisch angeordneten Signet nimmt der geflügelte Löwe, seit dem frühen Mittelalter das Wappentier der Stadt Venedig (Markuslöwe), die größte Fläche ein. Dessen Schwingen sind nunmehr nach oben gerichtet und bilden für den Löwenkopf eine Art Kranz. Die Darstellung des Basketballs wurde entfernt – in der kreisrunden Korpusform wird dieser jedoch zitiert.

Auch alle typographischen Elemente wurden modifiziert. Beibehalten wurde die für den Namen „Reyer“ verwendete aus Slab-Serifen bestehende Schriftart. Fortan werden alle Gestaltungselemente von der kreisrunden Outline eingefasst.

In den kommenden Wochen werde der Club weitere Anpassungen und Veränderungen am visuellen Erscheinungsbild vornehmen. Geplant ist, dass der Verein mit einem völlig neuen Outfit in die kommende Saison startet.

Kommentar

Gutes Beispiel für ein sinnvolles Logo-Redesign, da hier sehr schön veranschaulicht wird, wie sich mit Hilfe weniger Eingriffe, insbesondere indem Überlappungen aufgelöst werden, eine verbesserte Darstellung erzielen lässt. Kein perfektes Ergebnis, aber ein besseres. Überlappungen von Gestaltungselementen sind innerhalb der Logogestaltung immer unvorteilhaft, einfach da Logos mitunter auch einfarbig abgebildet werden müssen, deshalb gilt es diese zu vermeiden.

Beachtenswert ist auch: Reyer Venezia zeigt, dass ein Basketballverein keine aus Outlines bestehende Basketballdarstellung im Logo benötigt, um sich als Basketballverein zu präsentieren. Gerade bei Basketball-Clubs gibt es nach wie vor diese fixe Idee, das Sportgerät im Logo abbilden zu müssen (17 von 18 BBL-Clublogos enthalten einen Basketball). Übertragen auf andere Marken und Unternehmen wäre das in etwa so, als müssten Airlines ein Flugzeug im Logo führen, Kaffeehäuser wie Starbucks, Coffee Fellows, etc. eine Kaffeebohne, Caterpillar einen Bagger, Lego einen Baustein oder Harley-Davidson ein Zweirad. Dass sie das nicht machen, hat einen einfachen Grund: eine Marke ist mehr als nur das jeweilige Produkt. Eine Marke vermittelt, über das gesamte Spektrum des Markendesigns, Werte, Haltungen und Vorstellung, sie weckt Erwartungen, Begehrlichkeiten und auch Gefühle. Die Reduktion rein auf das Produkt verhindert, dass Emotionen entstehen. Im Gegensatz zu Piktogrammen, die einen Sachverhalt erklären und beschreiben müssen, dienen Logos in erster Linie dazu, einen möglichst einprägsamen und eigenständigen visuellen Bezug zur Marke herzustellen. Logos wirken in identitätsstiftender Weise, nicht als Erklärung. Die Bedeutung ergibt sich in der Regel aus dem jeweiligen Kontext, der Anwendung und Umgebung heraus. Wer ins Stadion oder in die Sporthalle geht, weiß was ihn dort erwartet.

Die Linienführung des geflügelten Löwen wie auch die Typo hätten freilich mehr Detailliebe vertragen. In kleinen Darstellungsgrößen laufen die Punzen der „8“ und im „A“ zu. Aber hey … im Vergleich zu vorher ist es allemal besser. Auch den Fans scheints zu gefallen, was keinesfalls selbstverständlich ist.

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Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Deutlich besser, ja. Aber hätte man in diesem Zuge nicht auch gleich nur noch eine Schrift nutzen sollen? Aus Slab + Serif wurde nun Slab + Sans. Nur Slab oder Sans hätte das Logo sicherlich noch etwas ruhiger/runder gemacht.

  2. Für mich sieht der Löwe sehr kindlich aus. Als hätte man nen Simba abgebildet und um den Kopf ne Kontur einer Mähne vom erwachsenen Löwen hinzugefügt.

  3. Ergänzende Info für alle, die wie ich über „1925 gegründet“ gestolpert sind: 1872 wurde der Verein gegründet, 1925 die Basketball-Abteilung. Die Sportart Basketball gibt es erst seit 1891.

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