Logo der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018

EU-Ratspräsidentschaft Österreich 2018 – Servus Europa

Am 1. Juli 2018 übernahm Österreich von Bulgarien den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Mit einem freundschaftlichen „Servus“ möchte die österreichische Regierung ihre europäischen Nachbarn zum Dialog einladen. Das zu diesem Anlass entworfene Logo zeigt Ecken und Kanten.

Zum dritten Mal in der Geschichte der EU übernimmt Österreich den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Unter dem Motto „Ein Europa, das schützt“ möchte die österreichische Regierung insbesondere die Themen „Sicherheit und Kampf gegen illegale Migration“, „Sicherung des Wohlstands und der Wettbewerbsfähigkeit durch Digitalisierung“ sowie „Stabilität in der Nachbarschaft – Heranführung des Westbalkans/Südosteuropas an die EU“ als Schwerpunkte vorantreiben.

Österreich verstehe seine Rolle während des EU-Ratsvorsitzes, so die offizielle Verlautbarung, als die eines neutralen Vermittlers. Mit seinem Ratsvorsitz werde Österreich bestrebt sein, als ein im Zentrum der EU gelegenes Land und gemäß seiner traditionellen Rolle als Brückenbauer und im Sinne seiner Neutralitäts-Verpflichtung zur Einheit in der EU beizutragen.

In Österreich sind während des Ratsvorsitzes rund 300 Veranstaltungen geplant – von informellen Tagungen auf Ebene der Ministerinnen und Minister und Fachkonferenzen über Tagungen von Expertinnen und Experten bis hin zu kulturellen Events. In den sechs Monaten der EU-Ratspräsidentschaft wird Österreich Gastgeber von rund 48.000 Delegierten sein. Ähnlich wie zu anderen Großveranstaltungen auch erhält jede Ratspräsidentschaft ein eigenes Corporate Design, das für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgt.

Kommentar

Ein Signet, das die Widersprüchlichkeit zum Ausdruck bringt, wie es sie in der Politik gibt. Einerseits signalisiert das fröhliche „servus“ Gastfreundschaft und Dialogbereitschaft, anderseits setzt man innerhalb der Formsprache auf Abgrenzung. Denn das Quadrat hebt die umschlossene Fläche hervor und kapselt sie vom Rest der Fläche ab. Die Form des Quadrates ist, wie Adrian Frutiger es in seinem Buch „Der Mensch und seine Zeichen (Marix Verlag) beschreibt, der „primitive Ausdruck des Grundbesitzes, der Behausung“. Ein betont konservatives Zeichen also, das Werte-Erhaltung und Sicherung kommuniziert, oder eben Abschottung, je nach Standpunkt.

Sofern mir von der Pressestelle noch mitgeteilt wird, welche Agentur für das CD verantwortlich ist, reiche ich diese Info noch nach. Der Kampagnen-Claim kommt von der Agentur Zum goldenen Hirschen.

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14 Kommentare zu “Logo der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018

    • Mein erster Gedanke war, so wie den Punkt auch die anderen Zeichen mittig zueinander auszurichten und eben nicht auf eine Zeilenlinie zu setzen. Aber Mediävalziffern sind natürlich die elegantere Lösung.

    • Gleich wirst du uns noch erzählen, dass man in Italien Ciao zur Begrüßung und Verabschiedung benutzt.

      Den Ursprung hat dieser in Bayern und Österreich gebräuchliche Gruß im Lateinischen, sinngemäß bzw lose übersetzt heißt es „Ich bin dir zu Diensten“. Das ist einerseits fast schon herzlich, andererseits ist das Lateinische nun einmal die erste und bis heute überall eingewobene lingua franc des Kontinents. Somit der Spagat aus regionalem Zungenschlag und europäische Gemeinsamkeiten der Kulturen.

      Hätte man sich nicht besser aussuchen können.

      Das Design an sich – Googles material design prägt dieses Jahrzehnt nun einmal, inzwischen selbst bei EU Gipfeln. Nicht herausragend, aber absolut zeitgeistiges design. Könnte auch für einen Webshop für Outdoor-Kleidung werben..

  1. Bei der Entwicklung muss doch irgendjemandem aufgefallen sein, dass „Servus“ auch zum Verabschieden benutzt wird. Ob diese Doppeldeutigkeit nun einfach negiert wurde, oder gar beabsichtigt ist? Es bleibt ein fader Nachgeschmack eines „Und tschüss, Europa“ – leider relativ passend zu aktuellen politischen Entwicklungen…

  2. e20u18.at oder eu.21a08t? Die Leserichtung ist schon sehr durcheinander. Die farbliche Unterscheidung von eu.at und 2018 macht es auch nur bedingt einfacher. So gesehen könnte es auch 2018eu.at sein.

    Klar, man kann sich selbstverständlich schnell zusammenreimen, wie die Reihenfolge von Buchstaben und Zahlen eigentlich sein sollte. Aber neben den schon genannten Kritikpunkten, ist auch das auch irgendwie eher unglücklich gelöst.

  3. Österreich verabschiedet sich aus Europa? Servus, pfiats euch! Für mich ein eher missverständliches Motto. Grafisch will man nicht viel (falsch) machen; irgendwie helvetica-esk schweizerisch rüberkommen, halbwegs modern auftreten – und macht damit zumindest nichts grundlegend verkehrt. Dass das „Logo als Fenster“ mit kontrastreichen Bildmotiven nicht so gut funktioniert (wie auf der riesen weißen Wand) – geschenkt. Am besten gefällt mir das Zeichen noch als Pattern auf den blauen Hintergründen. 1998 wäre das Umbrechen und das „URLige“ noch ein recht großer Wurf gewesen, heute ist es halt analog zur lauen Europabegeisterung der derzeitigen Regierung eher so ein müdes Würfchen. 3/10

  4. Na servus. Gestaltung: langweilig, Typografie: verbesserungswürdig, Bildwelt: passt scho. Da war Österreich 2006 mutiger und das C. D. spannender.

  5. Rotes Quadrat mit weissem, rechtwinkligem Innenleben? Ist das nicht die Schweiz? Österreich ist doch rot-weiss-horizontal.

  6. Hinweis für alle, die nicht des bairischen (also Bayerisch und Österreichisch) mächtig sind:

    „Servus“ meint sowohl „Hallo“ als auch „Auf Wiedersehen“. Wenn man hier jemanden nicht kennt, aber nicht in einer förmlichen Veranstaltung ist, sich aber unweigerlich sieht, dann sagt man hier eigentlich immer „Servus“

    Meist eher grantig gehaucht.

    • „Servus“ ist sehr wohl auch in weiter süd-östlicher Richtung gebräuchlich, z.B. Ungarn. Dort wird es ebenfalls zur Begrüßung oder zum Abschied verwendet. Das Verwendungsgebiet ist daher innerhalb Europas schon gerechtfertigt. Man könnte auch mutmaßen, dass „Servus“ flächenmäßig gar verbreiteter sein könnte, als „Hallo“.

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