Hubert Burda Media modifiziert Logo

Hubert Burda Media Logo

Die Unternehmensgruppe Hubert Burda Media frischt ihr Corporate Design auf. Das Firmenlogo wurde modifiziert und enthält nun statt einer Serife eine groteske Schriftart und zwar die Neue Helvetica. Das Relief bei der Schrift wurde bei der Überarbeitung ebenso entfernt, wie eine plastische Darstellung der Logokachel.


Im neuen Logo liegen zwei Quadrate übereinander. Die von Max Miedinger und Eduard Hoffmann entworfene Helvetica erlebt wahrlich eine Renaissance. Nach einer Trendwelle im Editorial Design und in der Werbung kommt die Helvetica nun im überarbeiteten Corporate Design von Burda zu neuen Ehren. Im Geschäftsbereicht 2009 (es müsste wohl eher “2008” heißen) tritt die Helvetica zusammen mit der Serifenschrift Minion auf. So ganz möchte man auf den klassischen Look einer Serife wohl doch nicht verzichten.

66 Kommentare zu “Hubert Burda Media modifiziert Logo

  1. Ich muss mal pauschal sagen, das wirkt so etwas von 80s :>

    Ohne Verlauf wäre es viel eleganter und moderner, finde ich zumindest.

    Ich verstehe diesen “ich muss da einen Glanz, Verlauf oder was auch immer rein machen”-Hype nicht.

  2. Erstmal etwas grundsätzliches, ob man ein Logo mit Paint, CorelDraw, Photoshop, Word, Illustrator oder AutoCAD, Cinema4D oder in Assembler erstellt kann eigentlich im Ergebnis kein Qualitätskriterium sein. Vielleicht sollte man erst einmal denken und dann schreiben, wäre ne spannende Idee am Rande.

    Das als “so 80s” oder “so 90s” zu bezeichnen halte ich für mutig, da ich denke die Helvetica erlebt aktuell eine Renaissance, wie von vielen angemerkt, was eigentlich bedeutet sie ist mindestens eine Weile zuvor abgetaucht. Ebenso frage ich mich wie viele dieser Kommentar-Spender 80s oder 90s aktiv gestaltend und sehend erlebt haben oder sich intensiv damit beschäftigt haben.

    Das Logo halte ich für unmutig einen kleinen, konservativen Schritt in die richtige Richtung gegangen. Solide Arbeit aber “nothing to write home about”.

  3. Hallo,
    ich bin schon sehr lange begeisterter Leser des Designtagebuchs.
    Im öfter stößt mir aber der “Lästerwahn” der Kommentatoren auf…

    Mich würde mal interessieren wer hier wirklich im konzeptionellen und grafischen Bereich arbeitet?!
    Meistens wird hier unqualifiziert rumgehackt (“hat der Praktikant gemacht”) und da frage ich mich immer: Hattet Ihr, die ihr meckert, jemals RICHTIG ECHTEN Kundenkontakt?
    Mir drängt sich der Verdacht auf das Ihr Hobbygrafiker seid die sich hier zu wortmelden. Evtl. noch Studis, Mediengestalter in der Ausbildung die noch nie mit einem normalen Arbeitsalltag konfrontiert worden sind.
    Weil wenn Ihr in Agenturen arbeitet oder gar Selbständig euer Geld verdient, kann ich für euch nur hoffen das Ihr es euren Kunden gegenüber schafft besser zu argumentieren als hier…
    Schön ist die Anonymität des Internets…

    Oft ist es doch so, in der Realität, das viele Köche mitreden und sehr zum Leidwesen des Grafikers/der Agentur, Dinge produziert werden die man niemals so zu “rosaroten Studienzeiten” produziert hätte…

    Das neue Burda-Logo entspricht auch nicht meinem persönlichen ästhetischen Ansprüchen. Aber um die geht es doch nicht!

    Das Logo ist einprägsam und hat eine Wiedererkennung—-> es funktioniert!
    Blau scheint schon länger die Hausfarbe zu sein, vielleicht war das Unternehmen gegen eine leichte Modifizierung des Tons… also auch hier eine gute Wahl! Schließlich geht es um Identität und die Wahl einer anderen Farbe wäre großer Schwachsinn (im Markentechnischen Sinn)!
    Die Helvetica, oft genutzt, aber dennoch eine ausgezeichnte Schrift und wirklich kein “Griff ins Klo”.
    Also, insgesamt eine runde Sache…

    Wünsche allen einen schönen Start ins Wochenende!

  4. Wieso furchtbar? Ich finde es ziemlich ausgefeilt: Es ist schlicht und bringt trotzdem das breite Verlagsspektrum auf den Punkt: Von den Zeitungen, deren Klassiker Bild, Welt und Hamburger Abendblatt mit je einer Farbe im Logo vertreten sind (als rot, blau und grün) bis zum großen Druckzentrum in Ahrensburg (durch die Farbkombination).

    Naja, und die Helvetica fällt wohl in die Kategorie “kann man nix falsch machen” – aber bei einem Verlagshaus, dessen Kerngeschäft seit Jahrzehnten Zeitungen sind, finde ich die Schriftwahl auch in Ordnung. Beim Zeitschriftenverlag Burda sieht das schon anders aus.

  5. @ loulou: Du sagst “Mediengestalter in der Ausbildung die noch nie mit einem normalen Arbeitsalltag konfrontiert worden sind.” Wo gibt es denn sowas bitteschön? MGs sind doch heutzutage keine Azubis mehr, sondern günstige Arbeitskräfte. Zeig mir einen Betrieb in dem ein Mediengestalter nicht projektbezogen arbeitet.

    Aber zurück zum Thema: Die Kritik richtet sich natürlich auch immer in gewisser Weise an den Auftraggeber. Dennoch hätte man die Geschichte mit dem Verlauf besser lösen können (müssen), auch wenn im Briefing ein Verlauf gefordert wurde.

  6. Über Ästhetik lässt sich in diesem Fall leider nicht streiten. Schön ist das Logo nicht.

    Aber dafür merkwürdig.

    Im Sinne von Merk-würdig. Denn der Verlauf sieht zwar bescheiden aus, aber ist das einzige Element, das hier Eigenständigkeit bringt.

    Würde ja auch keiner sagen, dass das M von MacDonalds oder das S der Sparkasse besonders schöne Buchstaben sind.

    Immerhin etwas. Aber trotzdem ist das ganze nicht stark genug, um Markencharakter zu haben. Insgesamt würde ich es als langweiliges Mittelmaß bezeichnen und hoffe, dass das ein günstiger Inhouse-Grafiker umgesetzt hat und keine teure Agentur.

    @loulou: Man darf es NIEMALS auf den Kunden schieben.
    Es ist immer die Agentur, die eine schlechte Variante präsentiert hat.
    Und es ist immer die Agentur, die es nicht geschafft hat, den Kunden
    von der besten Variante zu überzeugen.

    Hätten wir den Auftrag von Burda bekommen, wäre so eine Variante niemals
    zum Kunden gelangt. Und bevor ich so etwas auf Kundendruck gelauncht hätte,
    hätte ich den Auftrag gecancelt. Lieber einen Kunden verlieren als sich mit so
    was den Ruf der Agentur zu versauen…

  7. Hm, einen Kunden wie Burda einfach “canceln”, da muss man schon Sterling Cooper für sein als Agentur ;)

    Ganz ehrlich das Logo kann gut der verzweifelte Kompromiss nach 20 Hin- und Hers sein oder auch das erstbeste, nicht jeder Entscheider hat Geschmack.

    Ich weiß es nicht, ihr wisst es auch nicht, aber “passieren” kann so etwas jeder “echten” Agentur, am Ende des Tages müssen Rechnungen und Gehälter bezahlt werden, der Ruf der ausführenden Agentur ist ganz bestimmt mit diesem Logo nicht einmal entfernt angekratzt.

    Die Helvetica hat übrigens wohl auch ihren Hype aus dem gleichnamigen Film von 2007 bezogen
    http://www.imdb.com/title/tt0847817/

  8. @Keule:
    “MGs sind doch heutzutage keine Azubis mehr, sondern günstige Arbeitskräfte.” —> doch, wenn sie in der Ausbildung sind, sind es noch Azubis…Ich rede von Leuten die sich noch in der Ausbildung befinden, die mit Sicherheit noch nciht den Kundenumgang haben wie ein ausgelernter Grafiker.( “Evtl. noch Studis, Mediengestalter in der Ausbildung die noch nie mit einem normalen Arbeitsalltag konfrontiert worden sind.”)

    @ Christian
    Qualitätanspruch ist schön und gut von “Schuld zu schieben” habe ich nicht geredet. Ich sehe es wie Mario…der hat es eigentlich wunderbar ausgedrückt.
    Und mich würde ja interessieren ob Du Angestellter in einer Agentur bist oder selber eine hast…weil nach “Realität” klingt Dein Kommentar nicht wirklich…

  9. @ loulou Ich spreche ebenfalls von Mediengestaltern, die sich noch in der Ausbildung befinden. Diese haben sicherlich nicht die Erfahrung eines Seniorgrafikers, werden aber sehr wohl mit einem “normalen Arbeitsalltag konfrontiert”, da sie größtenteils projektbezogen arbeiten.

  10. Übertreibung macht bekanntlich anschaulich. Also relativier ich das mal mit Ruf ruinieren und so…

    Was bleibt ist: das Logo ist langweiliges Mitelmaß, Stil der 90er und ohne Markenimpact.
    Und Mittelmaß ist schlecht.

    @loulou: Mein Kommentar ist echt, authentisch, aus dem harten Alltag und ich würde ihn vor jedem Kunden wörtlich wiederholen. Realität pur. Aber welche Rolle spielt meine Position hier?

  11. Beide Logos sind nicht im bezahlwürdigen Bereich. Ich kann mir die schwache Qualität des Neuentwurfs nur so erklären, daß (zu) viele Entscheidungsträger sich auf einen Kompromiß geeignigt haben, der dann vollkommen beliebig ist und im Nirgendwo zwischen Tradition und Moderne liegt.

  12. @Christian: Mario hat recht. Man “cancelt” einen solchen Kunden wie Burda nicht einfach so. Die Realitaet ist leider anders als viele von uns wuenschen. Wir sind zuerst Handwerker, dann Kuenstler. Man muss sich mit solchen Kunden abmuehen und eigene Frustrationen irgendwie abbauen. Ein Logo/CI ist das gemeinsame Produkt von Kunde und Designer. Was dabei hinten raus kommt, ist ein Kompromiss und spricht fuer beide Seiten.
    Einen Kunden wie Burda zu canceln wuerde mehr Gesichtsverlust vor Kunden und der eigenen Branche bringen als ein schaler Kompromiss. Und danach sieht es hier fuer mich aus.

  13. Also im direkten vergleich muss ich gestehen, stehe ich tatsächlich auf der Seite von denjenigen, die das alte Logo bevorzugen.

    Ich für mein Teil frage mich ehrlich gesagt wie man sowas dem Kunden als “So muss das sein”-Verkauft. Wie wird hier begründet und was zur Hölle zahlt Burda Media für soetwas?

    Nicht schön aber selten.

  14. Bei einem Unternehmen wie Burda das über 250 Zeitschriften verlegt tippe ich mal, dass die das neue Logo von einem oder mehreren internen Mitarbeitern haben entwerfen lassen.
    Bei den Gesprächen die zu dem Logo geführt haben wäre ich ja gerne Mäuschen gewesen.

  15. lob für lou lou. endlich mal ein erwachsener unterwegs. und die reaktion? typisch. tut mit leid, konstruktiv heißt in diesem fall, alle können’s besser. aber… wer wurde von wem gebrieft und hat es denn wem gezeigt?
    danke. das ergebnis ist besser als erwartet- übberflüssiger verlauf hin oder her. bin schon froh das es keine dinschrift geworden ist. ugh. und alle bunte leser: hoch die hände!

    schönen sonntag.
    die dfb braucht dringend ein neues logo – guckst du.

  16. Das ursprüngliche Logo war mit Sicherheit keine handwerkliche Meisterleistung. Wobei die Erfahrung zeigt, daß vermehrt Kunden selber kreativ in den Prozess eingreifen und so durchgeplante, strukturierte und konzeptionell haltbare Gestaltung ad absurdum führen.
    Sicherlich kann man dem alten Logo unterstellen, daß jedes Kind mit einem Ebeneneffekt-Spielkasten diese Anmutung herbeiführen kann…. ABER… das gilt für das neue Logo noch viel stärker. Hier kann man bereits mit Powerpoint zum Ziel kommen. Mich überzeugt diese Gestaltung nun gar nicht. Zeitloses Design darf trotz bewusstem Verzicht auf gestalterische Elemente nicht zu Beliebigkeit führen. Je weniger Elemente der Designer benutzt, um so mehr muss er sich auf die Auswahl der Elemente konzentrieren, die er zur Bildung einer adequaten Marke zur Verfügung hat. Schafft der Designer dies nicht, müssen andere Elemente bemüht werden. – Das neue Logo stellt für mich kein gutes Beispiel gelungener Gestaltung dar. Zu einfach, zu beliebig, zu wenig “Einzigartig”. So darf sich kein Medienunternehmen gestalterisch aufstellen. Das alte Logo hatte zumindest Charakter. Eine handwerliche Überarbeitung und durchdachte Anpassung wäre mit Sicherheit sinnvoller gewesen.

  17. @ loulou (die Einzige hier mit echtem Kundenkontakt) und typolion (der neben loulou einzig Erwachsene): wer von wem gebrieft wurde, wie die Entscheidungsfindungsprozesse waren und wer dabei Mitsprache hatte, welchen Einfluss die Agentur/der Designer hatte oder eben nicht, ist bei der Beurteilung des Ergebnisses vollkommen irrelevant. Sollten sich hier auch Nichtdesigner äußern, liebe Loulou, so kann ich mir durchaus auch vorstellen, dass dies der Sache nur Zuträglich ist. Designer sind keine sich selbst befruchtende Art, sondern arbeiten für Nichtdesigner, insofern ist es einigermaßen arrogant deren Meinung derart abzuqualifizieren. Und wenn deine eigenen ästhetischen Ansprüche bei deiner Arbeit keine Rolle spielen, was denn dann? Man kann doch nicht Gestalten und das eigene ästhetische Empfinden dabei abschalten (sollte das der Fall sein, empfehle ich den echten Kundenkontakt drastisch zu reduzieren).

    Der Grundtenor fast aller Einträge ist doch wohl eindeutig negativ (egal wie sie formuliert wurden). Speziell der Verlauf ist scheinbar zu 99% durchgefallen. Aus einem Kuhfladen macht man keine Pizza, ich also hier keinen “Lästerwahn erkennen”. Und wenn typolion zynisch bemerkt “alle könnens besser” denke ich: In diesem Fall wahrscheinlich schon.

Pingbacks

Antworten auf Dennis B. abbrechen

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src="meineurl"> <a> <blockquote>