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Die Olympischen Spiele in Tokio 2020 werden ein neues Logo bekommen

Logos Tokyo 2020 / Theatre de Liege

Das Ende Juli dieses Jahres präsentierte Logo für die Olympischen Spiele in Tokio wird verworfen. Das Japanische Olympiakomitee werde einen Wettbewerb für ein neues Logo zeitnah ausschreiben. Der belgische Designer Olivier Debie hatte für das Théâtre de Liège ein Signet entworfen (Abb. rechts), das gewisse Ähnlichkeiten mit dem Olympialogo aufweist.

Laut BBC hatten der Designer und das Theater Liege nach Bekanntgabe des Olympiasignets Rechtsmittel eingelegt, um die Verwendung des von Kenjiro Sano gestalteten Logos zu unterbinden, offenbar mit Erfolg, denn das japanische Olympiakomitee gab heute bekannt, dass es das Logo nicht weiter verwenden wird.

Toshio Muto, Generaldirektor des Olympiakomitees wird mit den Worten zitiert: „Wir sind davon überzeugt, dass beide Logos unterschiedlich sind, aber wir sehen uns seit dem Wochenende mit Dingen konfrontiert, die wir nicht ignorieren können. Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass die einzig richtige Entscheidung ist, das Logo zu verwerfen und ein neues Signet zu entwickeln. Wir halten es zu diesem Zeitpunkt für unmöglich, dass das Logo die breite Unterstützung innerhalb der Öffentlichkeit wird erhalten können.“

Der japanische Designer Kenjiro Sano bestreitet, dass er im Zuge der Gestaltungsarbeiten für das Olympiasignet beim Théâtre de Liège abgekupfert habe. Er gab jedoch im Rahmen der Pressekonferenz zu, dass er sich in einem anderen Fall – es handelt sich hierbei um eine Biermarke – der Ideen anderer bedient habe. Diesbezüglich sehe er sich einigen Plagiatsvorwürfen konfrontiert, so der BBC-Beitrag.

In jedem Fall ein außerordentlicher Fall, der in dieser Form meines Wissens bislang noch nicht vorkam. Die Modemarke GAP und auch SAP sind jeweils zum alten Logo zurückgekehrt. Dass hingegen ein Olympiasignet verworfen wird und abermals eine Logoausschreibung erfolgt, ist wohl einzigartig. Offen gesagt erscheint mir der Plagiatsvorwurf aufgrund der Unterschiede der Logos übertrieben. Eine Verwechslungsgefahr ist unwahrscheinlich. Sicherlich ist die zentrale T-Form ähnlich, davon abgesehen weisen die beiden Logos mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten auf. Dass sich das Japanische Olympiakomitee für diesen Schritt entschieden hat, lässt erahnen welch großer Druck auf allen Verantwortlichen einschließlich des japanischen Designers lasteten. Druck, der auch über die sozialen Netzwerke aufgebaut wurde.

Demnächst wird es also mehr von den Olympischen Spielen in Tokio 2020 hier im dt geben, dann hoffentlich ohne Plagiatsvorwürfe.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

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