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Agentur Amateur – Werbung neu definiert

Agentur Amateur

Agentur Amateur

Auf dem Videoportal ARTE Creative präsentiert ARTE seit kurzem die wöchentliche Webserie „Agentur Amateur“. „Für frischen Wind in der Werbebranche“ werde man sorgen. Wie? Alle Arbeiten werden bei der eigens für die Serie gegründeten Agentur Amateur ausnahmslos von Amateuren übernommen.

Wie entsteht Design, wie entwickelt man Werbung? Die Amateure der Agentur sind sich sicher: Design passiert einfach! Die eigenwillige ARTE-Webdoku gibt Einblick in ein Agenturleben, wie es in dieser Form einzigartig sein dürfte. Obwohl … einige Fragestellungen und Probleme sind Kreativschaffenden nicht gänzlich unbekannt, beispielsweise am Rechner zu entwerfen ohne zu sichern (Min. 8).

Maximilian Williams, Absolvent der Hochschule für Musik Karlsruhe, und seine „Mitarbeiter“ loten aus, wieviel Werbung, wieviel Design möglich ist, wenn man davon keinen blassen Schimmer hat. Während Williams seine Rolle als „GF“ der Agentur spielt, agieren die Mitarbeiter unverstellt. So ganz sicher ist man sich dabei allerdings nicht. Stromberg lässt grüßen. Auch Mad Men schwingt mit. Zur Originalität des Formates trägt der badische, zum Teil badisch-ukrainische Mundschlag bei, der von den Amateuren gesprochen wird. An die Sprüche eines Bernd Strombergs kommt jedoch keiner auch nur ansatzweise heran.

Wie es sich für eine Agentur (und für ARTE-Projekte) gehört, wurde in Sachen digitaler Präsenz aus dem vollem geschöpft: Website, Facebook-Fanpage und Twitter-Account. „Kunstwerbung auf neue Art!“ Mit Comic-Sans zum Erfolg. Die ersten drei von insgesamt zehn Folgen sind bereits veröffentlicht.

 

 

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 19 Kommentare

  1. Erinnert mich ein wenig an die Agentur, in der ich ’98 meine Ausbildung zum Mediengestalter begonnen habe. Inkompetente Chefs, die zwar große Reden schwingen aber sonst nicht viel können, und Personal, das sich aus Praktikanten und Azubis zusammensetzt, welches auch keine große Ahnung hat. Überraschenderweise ging der Laden nach 3 Jahren Hybris und Überheblichkeit den Bach runter.

  2. Interessante Idee. Aber auch ein wenig unfair.

    Wenn die keine Ahnung haben wissen die auch nicht wie die Programme funktionieren oder was mit denen möglich ist.

  3. Ich glaube mir wird schlecht. Gibt es so ein Projekt auch für Chirurgen?

    Leider kann man im wahren Leben nicht einfach die Glotze ausschalten damit man die Nasen nie wieder sehen muss.

  4. Gewissensfrage 1: ; -)
    Ist das jetzt grob unfair, Kunden from Hell, die man nicht will, diese Webadresse from Hell zukommen zu lassen?

    Radio Eriwan: Im Prinzip nein. They deserve it.

    Gewissensfrage 2: ; -)
    Ist es in Ordnung, sich über diese Mitarbeiter lustig zu machen?

    Radio Eriwan: Im Prinzip nein. Man soll den bürgerlichen Mainstream nicht zum Besten haben. Er ernährt uns alle.

    Gewissensfrage 3: ; -)
    Riskiert man nicht damit als Schuss ins Knie, dass mittelständische Kunden dieses Angebot 1:1 ernst nehmen?

    Radio Eriwan: Im Prinzip ja. Denn sie misstrauen dem Werber, der arroganterweise alles besser weiß als sie, zutiefst.

  5. Klar musste ich schmunzeln, aber es erinnert mich doch sehr an eine Art “Bauer sucht Frau/Schwiegertochter gesucht” für die Werbebranche. Wir ergötzen uns an der Inkompetenz ahnungsloser Statisten und können uns schön fremdschämen.
    Vor allem weil man doch sehr deutlich sieht, wie die Gruppe/Agentur extra ins Lächerliche gezogen wird, z.B. beim Brainstorming (auf “wir sind frei von Vorkenntnissen” pochen). Der “GF” gibt sich alle Mühe, sein Team möglichst plump und amateurhaft wirken zu lassen. Das ist niveaulos und herablassend. Von einer Produktion unter dem arte-Dach (wenn auch nur online) hätte ich etwas mehr erwartet.

  6. Leider mag ich es weder wenn im TV Menschen vorgeführt werden, noch das hier auf so ein Blödsinn hingewiesen wird. Auch für ARTE ist das unterste Schublade. Ansonsten hat „Eiersalat“ schon alles gesagt. Schlimm schlimm.

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