Wer bezahlt, siegt. Was sich am Award-Betrieb ändern muss

Was den allermeisten Design- und Kreativ-Awards heutzutage abgeht, ist ihre Hauptaufgabe. In der unüberschaubaren Masse an Auszeichnungen ist es nahezu unmöglich, heraus zu ragen. Wirklich gute Gestaltungslösungen gehen in der Flut an mehr oder minder guten Arbeiten unter. Wie wertvoll kann eine Auszeichnung sein, die pro Jahr viele hundert Mal vergeben wird? Wie wertvoll kann ein Design-Award sein, bei dem pro Jahr gerade einmal 50 Arbeiten eingereicht werden? In der Kreativbranche geht die Schere zwischen großen Agenturen und kleinen Kreativbüros weit auseinander. Letztgenannte sehen sich der absurden Situation ausgesetzt, dass sie sich trotz bester Leistungen und kreativsten Ideen einen Award gar nicht leisten können.
Die Stuttgarter Designagentur Strichpunkt, mit über 600 Preisen eine der meistausgezeichneten Agenturen in der Branche, steigt aus dem Award-Betrieb aus, zumindest für ein Jahr. Ich sprach mit Jochen Rädeker, Geschäftsführer von Strichpunkt, über die Gründe der Auszeit und über den Award-Betrieb. » weiterlesen
„Das Vorgehen der FH Trier unterminiert die Berufschancen der eigenen Absolventen“ – Ein Gespräch mit Prof. Axel Kolaschnik
In kurzer Zeit ist der Artikel „Offenes Schreiben an die Hochschulleitung der FH Trier“ zu einem der meistkommentierten und -getwitterten Artikeln hier im dt geworden, zwischenzeitlich war er auf rivva.de der Artikel mit den meisten Shares, Likes, etc, wohlgemerkt zwischen all den schwergewichtigen Nachrichtenangeboten wie Spiegel.de, Focus.de, Welt.de oder Sueddeutsche.de. Viele aus der Kreativbranche werten das Vorgehen der FH Trier als einen großen Fehler, als ein falsches Signal und äußern sich dementsprechend in Kommentaren und auch in E-Mails, die ich seit der Veröffentlichung erhalten habe. Eine Fakultät für Gestaltung, die den eigenen Professoren und Studierenden offenbar nicht zutraut, das Design für den eigenen Webauftritt zu entwickeln, sondern stattdessen das Webdesign als Projekt auf einem Crowdsourcing-Portal ausschreibt! Unfassbar.
Eine Stellungnahme bleibt die Leitung der Fachhochschule Trier rund um Präsident Prof. Dr. Jörg Wallmeier nach wie vor schuldig. Brief und E-Mail blieben unbeantwortet. Abtauchen, auf das der vermeintliche Sturm im Wasserglas schnell vorbei sein möge, könnte die Devise sein. Auf der Facebook-Fanpage der FH Trier ist das Thema keine Zeile wert. Die Tatsache, dass die Hochschulleitung trotz vorgebrachter Kritik an der Ausschreibung auf 12Designer festhält, spricht Bände. Für eine Einsicht, sich in diesem Fall falsch zu verhalten, spricht es nicht. Ob die Kopf-in-den-Sand-Haltung allerdings das richtige Signal an zukünftigen Designernachwuchs ist, muss bezweifelt werden. Je länger eine Antwort, eine Reaktion auf sich warten lässt, um so mehr bestärkt es die Entscheidung, das Schreiben gleich öffentlich gemacht zu haben. Jeder Tag, an dem die Ausschreibung auf 12Designer.com läuft, ist ein Tag zu viel.
Die von der FH Trier auf diese Weise zum Ausdruck gebrachte Geringschätzung von Design ist beschämend für eine Ausbildungsstätte für Designer und Gestalter. Die FH Trier beschädigt mit ihrem Vorgehen das Ansehen der gesamten Designerzunft, da suggeriert wird, Design könne Jeder, Kommunikation und der Dialog als wesentliche Komponente innerhalb eines Designprozesses, seien überflüssig und anspruchsvolle Kreativleistungen seien für einen Appel und ein Ei zu bekommen, in diesem Fall für 528 Euro. Die Fachhochschule Trier betreibt Preisdumping. FH-Vizepräsident Professor Axel Kihm rechtfertigt diesen Schritt gegenüber der Lokalpresse mit den Worten, es ginge doch wirklich nur um die Ideen. Sehr geehrter Herr Kihm, Ideen sind genau das, wovon wir Designer leben! (Danke Christian – stellvertretend für viele andere Kommentierer – für Deinen Einwand, auch für die offizielle Stellungnahme des BDG in diesem Zusammenhang). Darüber hinaus offenbart Kihm mit seiner Einschätzung, 528 Euro seien ein marktüblicher Preis für die Erstellung eines Webdesigns, wie wenig Einblick er in die Kreativbranche hat.
Unverständnis bezüglich des Vorgehens der FH Trier äußert auch Prof. Axel Kolaschnik, Prodekan der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Mannheim, der im Vorgehen der FH Trier die Berufschancen der eigenen Absolventen unterminiert sieht. Ich sprach mit ihm über Design-Crowdsourcing, den Wert von Design und tolldreiste Anfragen aus der Wirtschaft, der er sich zunehmend ausgesetzt sieht. » weiterlesen
Im Gespräch mit Jochen Rädeker

Der ADC-Gipfel ist vor wenigen Tagen zu Ende gegangen – ein guter Zeitpunkt, um mit Jochen Rädeker, dem Vorstandssprecher des Art Directors Club Deutschland über Design, Trends in der Kreativbranche, Greenwashing und den ersten Grünen als Landesvater zu sprechen. Geboren in Hannover, studierte er Grafikdesign an der Kunstakademie Stuttgart. 1996 gründete er gemeinsam mit Kirsten Dietz die Designagentur Strichpunkt in Stuttgart, die heute zu den meistausgezeichneten Designagenturen weltweit gehört.
Was nehmen Sie mit aus Frankfurt vom ADC-Gipfel?
Dass die großen Kampagnen von heute viele kleine sind. Dass Ideen wieder mutiger werden. Dass Nachhaltigkeit ein Megatrend ist, der durch die gesamte Branche hinweg spürbar ist. Und dass auch Kunden endlich wieder mutiger geworden sind, sodass spannendere Arbeiten entstehen können. Die Branche hat die Krise verlassen. » weiterlesen
Im Gespräch mit Coordt von Mannstein

Als vor einigen Wochen im dt das Erscheinungsbild von Ecuador-Tourismus vorgestellt wurde, ist einigen Lesern gleich die Ähnlichkeit mit der Glückspirale-Bildmarke aufgefallen, die sich wiederum von dem Logo der Olympischen Sommerspiele 1972 in München ableitet. Beide Zeichen wurden von Coordt von Mannstein gestaltet, der 1968 in Solingen eine Agentur gründete, und der zu den profiliertesten kreativen Köpfe in Deutschland zählt. Im Rahmen der Diskussion um das Ecuador-Design nahm er sich die Zeit, einen Kommentar im dt zu hinterlassen, was mich natürlich sehr gefreut hat. Einige Tage später sprach ich mit ihm, nicht nur über die Ähnlichkeit beider Logos, sondern ganz allgemein über Gestaltung, Branding, Crowdsourcing und den Wert von Design.
Interview mit Anders-Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars

Ich sprach anlässlich des neuen Markenauftritts von Mercedes-Benz mit Anders-Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars.
Wenn ein Markenzeichen bereits nach zweieinhalb Jahren ausgetauscht wird, muss es dafür zahlreiche trifftige Gründe geben. Was war an der bisherigen Markeninszenierung und dem zweidimensionalen Stern verkehrt? Weshalb war der Schritt aus Ihrer Sicht erforderlich?
Jensen: Es ist ein ganz normaler Prozess, dass ständig überprüft wird, wie der Auftritt in der Öffentlichkeit ankommt. Man darf natürlich mit einer CI/CD nicht rein raus verfahren, aber aus unserer Sicht war es erforderlich zu korrigieren, und den Stern wieder premiumfähig darzustellen. Während früher eine dreidimensionale Darstellung teilweise problematisch war, ist das heutzutage mit den neuen Medien und Geräten wie dem iPhone, iPad nicht mehr so. Für uns war es wichtig, dass Mercedes den richtigen Auftritt hat. Der neue Stern, die Wortmarke und der Claim bilden einfach ein einheitliches, ein harmonisches und sehr sehr deutliches Gebilde.
In der Pressemeldung zum Start der neuen Kampagne heißt es: „Wir haben das Automobil erfunden und viele, heute selbstverständliche Technologien kommen aus unserem Hause – von der Sicherheitszelle über das ABS, den Airbag oder das ESP“. Müsste aber eine solche Vorreiterrolle nicht auch durch ein Design widergespiegelt werden, das sich stärker von dem Mitbewerb abhebt, so wie es eben der weiße Mercedes-Stern verkörperte?
Jensen: Nicht notwendigerweise. Ich glaube es gibt wohl kaum ein anderes Markenzeichen, das so einzigartig ist wie der Stern. Egal wo man sich befindet, ob in Afrika ist, in Südamerika oder in Nordamerika, sofort wird der Stern mit dem richtigen Thema assoziiert, nämlich mit dem Erfinder des Automobils. Der Wiedererkennungswert ist entscheidend, egal ob zwei- oder dreidimensional. Für uns war es wichtig, ganz klar herauszustellen, was man ist, nämlich ein Premiumprodukt, ein Luxusprodukt und mit einer solchen Positionierung geht natürlich auch unser Markenauftritt einher.
Design von Wahlplakaten – Interview auf 1Live
Vor meinem Urlaub war ich noch auf einen Kurzbesuch in Köln und zwar im Studio von 1Live. Die Bundestagswahl wird dort im Sender gerade in allen Facetten ausgerollt. Von informativ bis lachmuskelbeanspruchend ist alles dabei. Mein Gastbeitrag zum Thema Wahlplakate zur Bundestagswahl bei homopoliticus.de kam beim recherchierenden Redakteur offenbar gut an, so dass ich die Moderatoren Micha Imhof und Olli Briesch zu einem Gespräch traf.
Im Interview bei egoFM
Ich habe dem noch relativ jungen Sender egoFM aus München ein Interview gegeben, das heute etwa zwischen 15 und 16 Uhr im Rahmen der Sendung “egoFM Netz” gesendet wird. Wer es verpasst, bekommt es im Anschluss hier als MP3 gereicht.
[Update 15:48 Uhr]
Ist nun gerade gesendet worden: Interview bei egoFM | 3:33min | mp3
Auch einen zugehörigen Artikel gibt es.

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