r2017 – Das Zeichen des Reformationsjubiläums

2017 ist für die evangelischen Christen ein Jubiläumsjahr. Zum 500. Mal jährt sich die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers in Wittenberg. Das eigens zu diesem Anlass entworfene Zeichen wird uns in den Medien in diesem Jahr begleiten.

Die Thesen zum Ablasshandel Luthers gelten, unabhängig davon ob diese tatsächlich an der Tür der Schlosskirche ausgehängt oder bloß vervielfältigt wurden, allgemein als Beginn der Reformation. Dieses Ereignis möchte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) in diesem Jahr in zahlreichen Veranstaltungen würdigen und feiern.

Anlässlich des Reformationsjubiläumsjahrs wurde ein Markenauftritt samt vielfältigen Medien/Anwendungen inklusive der Website r2017.org entwickelt. Das im Mittelpunkt des Markenauftritts stehende Zeichen/Symbol zeigt ein Minuskel-r, das gleichzeitig ein Kreuz wie auch eine vereinfachte Menschendarstellung vereint. Trotz der vereinfachten Formsprache ein überaus eigenständiges und prägnantes Zeichen, das das Thema Reformation auf den Punkt bringt. Angesichts der enormen Anzahl an Kreuzdarstellungen auch in Form von Logos und der damit einhergehenden Herausforderung nach Originalität, ist das Ergebnis sehr überzeugend. Ein großartiges Zeichen, wie ich finde.

Verantwortlich für das Corporate Design samt Logo zeichnet die Hamburger Agentur gobasil. Die Umsetzung/Realisierung der Medien einschließlich des Webauftritts übernahm die Agentur ALEKS & SHANTU (Berlin).

Mediengalerie

29 Kommentare zu “r2017 – Das Zeichen des Reformationsjubiläums

  1. Auch mir persönlich gefällt das Logo sehr gut. Die eigenständige Form mit den verschiedenen symbolischen Werten weiss zu überzeugen und zeichnet sich zudem durch seine Einfachheit aus.

    Klasse gemacht! Mir persönlich gefällt nur der grelle Rotton des Logos (in der Variante in deinem Teaserbild) nicht sonderlich. Das ist mir persönlich zu „aggressiv“. Bezüglich Farbwahl eine Frage: Wie ist denn definiert welche Farbvariante eingesetzt wird? Ich dachte eigentlich erst, dass die einfarbig-rote Variante (sowie auch die schwarze) einfach bei Anwendungen auf bunten Hintergründen eingesetzt wird und ansonsten die bunte Variante zum Einsatz kommt, aber die Webseite arbeitet ja auch mit der Variante rot. Hast du da noch weitere Infos, Achim?

    • kleiner Nachtrag: Generell scheint mir die rote Farbe noch nicht so ganz konkret definiert zu sein, da auf diesem Webseitenscreenshot einige verschiedene Rottöne zum Einsatz kamen. So ist mir sofort aufgefallen dass das Logo ein anderes Rot als der Suchbutton oben rechts hat und nochmal ein anderes für ‚Erfahre mehr‘ im Content. Und das Menü scheint auch nochmal ein andere Farbe verwenden. (kann aber sein, dass das nur so scheint)

      • Ja. Das stimmt, Jay.

        Das ursprünglich von Gobali entwickelte CD (mittlerweile gibt es noch ein CD für die Kampagne #Reformationssommer [Umsetzung Agentur ressourcenmangel], das sich auch teilweise in der Farbgebung auf r2017.org wiederfindet) sieht zwei verschiedene Rottöne vor:

        Rot: 15/100/100/0
        Dunkelrot: 15/100/100/40

        Wenn du dich ein wenig mit Color Manegement auskennst, weißt du, dass die Transformation zwischen verschiedenen Farbsystem nicht ganz trivial ist. Laut CD nutzen wir für das hellere Rot 204/7/30. Wir haben neulich die Logos auf der Seite durch SVGs ausgetauscht und da ist wohl beim Export der CMYK-definierten Quelldaten aus Illustrator der Arbeitsfarbraum in die Quere gekommen.

        Habs korrigiert. Die Farben stimmen jetzt. ;)

        Grüße aus Berlin
        Tim
        ALEKS & SHANTU GmbH

        • Hallo Tim

          Vielen Dank für das Feedback aus erster Hand. :)
          Ich hatte mir erst schon gedacht, dass es allenfalls mit dem Farbsystemwechsel zu tun haben könnte, aber da es dann doch mehrere und nicht nur ein Unterschied waren, hat es mich dann stutzig gemacht. ;)

          Vielen Dank für die Aufklärung.

  2. So viele Rottöne sind’s dann doch nicht, »nur« drei: Logo, Suchbutton, Texte.
    Aber mir stellen sich viel mehr Fragen: Warum werden nicht die liturgischen Farben verwendet, sondern irgendwelche? Dass die EKD das schon länger so macht, ist ja kein Grund.
    Viel fragwürdiger zeigt sich die Form: »Rechtsrum!« sagt sie. »Weiter so« und »nach links« werden als Sackgassen gezeigt. Dabei propagiert die EKD eine soziale Bibelexegese, die vom ständigen Abfinden mit den Zuständen in der Welt nicht viel wissen will, wo das doch die grundlegenden Aussage des Neuen Testaments ist. »Das Weib soll schweigen in der Gemeinde«, »Ein Sklave, der die Freiheit erlangen kann, soll umso lieber Sklave sein«, »Wer seid Ihr zurichten? Der Herr wird am Jüngsten Tag richten« — sinngemäß zitiert. Die Bergpredigt nicht zu vergessen: wer hienieden alles hinnimmt, wird im Jenseits entschädigt. Aber auch erst da.
    Nebenbei: Die Sozialarbeit, kirchliche Kindergärten und Krankenhäuser werden fast völlig vom Staat finanziert, nicht von den Kirchen.

    • Hallo Johannes!

      Zitat aus dem Manual:

      „Rot wie Reformation, Revolution, Wärme, Energie, Feuer, Kraft, Freude, Liebe und Leidenschaft. Grün für das Leben, den Auf­bruch, das Neue, Transformation, Hoffnung und Natur.
      Das Grau bildet den Stamm: Formal, neutral, für den Trägerkreis, die breite Basis – es steht für Bodenständigkeit und Stetigkeit.“

      Tim

  3. Ein wenig verwirrend finde ich, wie dieses Logo zu einem anderen Reformationsjubiläumslogo steht. Viele Kirchengemeinden (zum Beispiel im Dekanat Bamberg) sammelt alle ihre Veranstaltungen unter dem Logo Luther2017. Es taucht auf der Website r2017.org auch im Footer auf.
    Was ist das Ziel des Wittenberger Vereins Reformationsjubiläum 2017 e.V. im Gegensatz zur Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt? Will der eine eher die junge Zielgruppe in den sozialen Netzwerken motivieren und der andere eher als Dachmarke für Kirchengemeinden fungieren? Stößt ersterer eher Aktionen an und gibt letzterer eher theologische Impulse? Und wäre ein gemeinsamer Auftritt nicht wirkungsvoller gewesen?

    @PJ: Ich finde den Umbruch reform ation sehr gut. So steht der Wortteil „Reform“ in einer Zeile und betont, worum es bei der Reformation ging.

    • Hallo Gerhard!

      Die Reformation war und ist ein gesamteuropäisches (heute weltweites) Phänomen. Sie wird in Deutschland nur oft mit Luther und seiner zum Schisma führenden Kritik an der katholischen Kirche gleichgesetzt. Es gab so viele Reformatorinnen und Reformatoren …

      Das Ziel des Vereins steht in der Satzung ;)

      Grüße
      Tim

  4. „Das im Mittelpunkt des Markenauftritts stehende Zeichen/Symbol zeigt ein Minuskel-r, das gleichzeitig ein Kreuz wie auch eine vereinfachte Menschendarstellung vereint.“

    Eine Menschendarstellung? Naja, mit etwas Fantasie kann man das da wohl reininterpretieren, aber augenfällig ist die nicht.

    • In der Fantasie geht ja bekanntlich alles.

      Ich seh da außerdem eine Pistole einen Wasserhahn und einen Kung Fu Kämpfer. Außerdem 2 rote Kästchen und ein r.

      • Hallo Stefan,

        auch für dich noch ein Zitat aus dem CD-Handbuch:

        »reformation2017 – zentraler Bestandteil der Bildmarke ist das kleingeschriebene „r“.
        Ein kleiner Anfang, der es in sich hat: auf­strebend, umtriebig, schwungvoll. Ein Anfang mit Kleinbuchstaben lässt zudem den Anfang eines Verbs assoziieren. Zwei ergänzende Striche machen „r“ zur christlichen Ikono­grafie: Ein Kreuz wird sichtbar, der Buchstabe bleibt lesbar.
        Ungewöhnlich und zugleich markant für die neu entstandene Kreuzform:
        Der rechte Querbalken entspringt dem Stamm in einem 90°-Bogen. Der Bogen in Leserich­tung deutet nach vorn, in die Zukunft.
        Weitere Assoziationen zu der Grundform sind: Ausfahrt, Richtungswechsel, Zweig, Spross. Die überlappenden Flächen von Stamm und Bogen werden transparent dargestellt und addiert, das Symbol gewinnt an Dynamik, Tiefe und Leuchtkraft.«

        Grüße
        Tim

  5. „Klasse gemacht“ kann man leider nicht sagen: die optische Verdickung, mit der der Bogen bei den einfarbigen Versionen in den Stamm übergeht ist richtig übel. So etwas muss korrigiert werden, wie es bei jeder vernünftigen Schrift (vgl. hier z.B. Futura „r“) getan wird. Gerade wenn ein Zeichen so übersichtlich ist wie dieses, sollte man auf alle kleinsten Details achten.

    • So etwas „muss“ also korrigiert werden… nur nach deutschem oder gar auch nach EU-Recht? Oder nur, weil es bei „vernünftigen“ Schriften gemeinhin so gemacht wird?

      Mit Dogmen ist man letztendlich nie wirklich weit(er) gekommen – mal ganz abgesehen davon, dass wir es hier mit einem Logo und nicht mit einer Glyphe im Rahmen einer (Lese-)Schrift zu tun haben…

  6. Ja Grüezi,
    die rote Variante der flinken Rechtsabbiegerei ist die für die Schweiz! Oddr?
    Nix für ungut. Noch schwiizerischer wäre natürlich Weiß auf roten Grund.

    Die Schweiz war zwar nur das ursprünglichen Zentrum der Calvinisten, nicht das der Lutherischen, aber naja.

  7. Rein optisch sitzt der Bogen des r im Vergleich zum linksstehenden Rechteck zu tief.
    Der Übergang rechts am Stamm des r in den Bogen hat einen Knick, sprich: der Übergang von der Senkrechten in die Kurve ist nicht fließend. Sieht nach Adobe-Illustrator-Konstruktion aus.
    Schade, dass auf diese beiden optischen Korrekturen nicht geachtet wurde.

  8. Freitag-Leser BERND KAMMERMEIER schreibt in derselben Ausgabe:

    „(…) Luther befeuerte diese Judenfeindlichkeit durch seine sola scriptura-Lesart der Bibel und folgerte daraus politische Aufträge an die Obrigkeit. Ich bin Mitherausgeber einer Edition von Luthers judenfeindlichen Schriften, die erstmals in heutiges Deutsch übersetzt wurden. Band 1 „Von den Juden und ihren Lügen“ liegt seit Anfang des Jahres vor. Meine drei Kollegen und ich haben uns über zweieinhalb Jahre mit diesen furchtbaren Texten befasst – mit dem Ergebnis, dass Luther besser nicht mehr für viele Steuermillionen gefeiert werden sollte.(…)“

  9. Die Grundidee, das Passionskreuz mit dem kleinen r zu kombinieren, finde ich grundsätzlich gut. Allerdings finde ich die Umsetzung noch nicht ganz optimal. Das r hat eine sehr „konstruierte“ Form. Es kommt so ein wenig unförmig daher. Darüber hinaus ist es stilistisch ganz anders als die verwendete Schrift, wodurch ein gewisser Stilmix entsteht. Ich könnte mir vorstellen, dass das Logo auf Basis eben dieser Schrift (die Ecken etwas abgerundet, das r mit charakteristischerer Form) besser aussehen würde. Die abgesetzten Balkenenden haben ein – aus meiner persönlichen Sicht gesehen – unschönes Seitenverhältnis. Eventuell hätte ich hier Quadrate verwendet oder die Balkenstücke noch etwas verlängert, je nach Aussehen des „r“.

    Beim Schriftzug hätte ich mir gewünscht, dass er noch etwas mehr individualisiert worden wäre. Ein gestalterischer Eingriff an der einen oder anderen Stelle hätte für ein wenig mehr Ausgeglichenheit in der Typo gesorgt (Beispiel: r, f, t oder 1). Darüber hinaus könnte ich mir vorstellen, dass eine Jahreszahl auf Mediävalziffern schöner zum durchgängig klein geschrieben „reformation“ passen würden, wobei hier an den einzelnen Ziffern wahrscheinlich auch wieder Hand angelegt werden müsste.

    Alles in Allem finde ich den Ansatz sehr gelungen, die Umsetzung hätte ich mir aber „durchdachter“ gewünscht.

  10. Für mich symbolisiert das Logo das Kreuz Christi. Und: Dass da jemand eine Abzweigung genommen hat, einen neuen, einen rechten (im Sinne von „richtigen“) Weg eingeschlagen hat. Womit der Kern der (auch lutherischen) Reformation exakt getroffen wurde.

    • Dem würde ich ebenfalls zustimmen. Das ist die Kernaussage der kirchlichen Reformation und diese wird durch das Logo auf kompakte Art und Weise wiedergegeben.

  11. Wie oben geschrieben finde ich die Symbolik genial gewählt, an der Umsetzung habe ich aber trotzdem eine Kleinigkeit auszusetzen, so sollte z.B. der vertikale Balken eines Kreuzes nicht schmäler sein, als der Querbalken, bzw. diese optisch zumindest gleich breit sein. Die Lücken, die das r aus dem Kreuz hervorheben sind für mich auch einen Hauch zu breit, sodass man auf den ersten Blick eher ein r mit zwei Rechtecken und nicht direkt ein Kreuz erkennt.

  12. Bemerkenswert unklerikal und mutig. Da muss ich dem Auftraggeber Respekt zollen.
    Interessanterweise sehe ich vornehmlich den Abzweig/die Abbiegung in dem Bildzeichen.
    Wenn das nicht absichtlich da rein gerutscht ist, wäre ich fast etwas schockiert.

  13. Im Rahmen der r2017 Marke gibt es auch einen Hauch von Design-Demokratie.
    Unter https://r2017.org/motivgenerator wird ein Postkarten-/Flyer-/Plakatgenerator angeboten, bei dem man selbst (nach Registrierung 🙁) Printmedien gestalten kann, die trotz (minimaler) Gestaltungsfreiheit ins CD passen.
    Ich denke, dass ist eine super Hilfestellung für Kirchengemeinden, die i.d.R. keinen eigenen Designer/Layouter haben und so trotzdem ihre Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum ansprechend bewerben können.
    Außerdem gefällt mir persönlich sehr, dass es Vielfalt erlaubt und gleichzeitig den Wiedererkennungswert erhält.

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