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Biermarke Schultheiss im neuen Design

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Schultheiss Logo

Eben noch vom Aussterben bedroht wurde die Traditionsmarke Schultheiss aus Berlin nun wiederbelebt. Mal ein Redesign, bei dem zwar jedes Element neu gesetzt und gezeichnet wurde, bei dem aber die bestehenden Formen nicht gänzlich hinten runter gefallen sind.

Deutlich fällt zum Beispiel die dezente und gute Überarbeitung des Braumeisters in historischer Tracht ins Auge. Sowohl die Proportionen, als auch die Form selbst wurden neu angelegt. Und mal ganz ehrlich, braucht eine Bierflasche einen Goldrand auf dem Etikett? Allein dieser Verzicht haucht der Marke neues Leben ein und positioniert sie noch stärker in Richtung einer Kultmarke a la Astra, bei der die Farbe rot ja auch eine dominante Rolle spielt.

Krug und die haltende Hand wurden vergrößert. Der Schaum erscheint nun flächiger statt grobkörnig. Die Typo ist insgesamt schnörkeloser. Der rote “Japankreis” im Hintergrund erscheint mir jedoch abkömmlich. So hätte man zudem auf die etwas dünne weiße Umrandung gut verzichten können aber vermutlich wäre dies dem Auftraggeber zu nah am alten Look gewesen. Wer weiß.

Vor allem jedoch die neue Flaschenform und die Wasserperlen auf der Produktabbildung machen Appetit. Gut, letztere sind zwar auf nahezu jeder halbwegs neuen Abbildung einer Bierflasche zu sehen aber ich sage dennoch einmal Prösterchen!

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26 Kommentare

  1. Ein sehr schönes Re-Design!
    Der Japankreis ist mir leider auch direkt negativ ins Auge gefallen, aber neben der rund gesetzten Schrift “gebraut in Berlin…” – das durchaus einen geraden Abschluss nach oben hätte finden können – ist das der einzige Makel in meinen Augen.
    Die neue Version des Braumeisters gefällt mir gut.
    Das Wegfallen der goldenen Kante und der Schreibschrift “Pilsener”, als auch die neue, ungerundete Etikettenform, heben das Bier aus der Masse heraus und machen es tatsächlich schicker!

    Sehr lecker – würd ich jetzt gerade aber dennoch nicht gegen meinen Kaffee tauschen ;)

  2. sieht ganz ok aus.

    Was mir bei solchen “alten” Marken immer auffällt: die Möglichkeit, weißen Text zu setzen, gibt es ja eigentlich erst seit man am Rechner gestaltet, vorher war so etwas mühsam (speziell natürlich im Bleisatz). Ist das bei so einem Schriftzug authentisch?

  3. Wie kommt Ihr alle daraf, daß das ein Braumeister ist? Das ist ein Schultheiß, also eine Art Richter.

    Das Bier gilt in Berlin übrigens als Arme-Leute-Plörre. Ein “Schulli” ist eine Eckkneipe, in der Schultheiß (liebevoll auch “Hultscheiß” genannt) ausgeschenkt wird (und wo man natürlich nicht reingeht). Andererseits: Frisch vom Faß und schön kalt geht’s ja gerade noch, aber Schultheiß aus Flaschen? Örks!

  4. Finde die neue optische Ausrichtung der Etikettgestaltung auch deutlich besser.

    Im Gegensatz zum Autor jedoch mag ich den Japankreis – ich finde ihn sogar sehr wichtig. In der Version von Achim hat der Braumeister für mich zu wenig halt. Das Element im Fond hingegen – ob das jetzt ein roter Kreis sein muss, sei mal dahingestellt – gibt einen guten Boden und unterstützt zudem den gebogenen Text oberhalb im Textfluss.

    Insgesamt eine schöne runde Sache. Wenn jetzt noch die Netzseite entsprechend auf das gleiche Niveau umgearbeitet wird, dürfte das für die Marke ein großer Schritt nach vorn sein.

  5. Wenn sich das Braurezept nicht geändert hat, bringt das ganze Redesign gar nichts. Dann lieber jeden einzelnen Cent in preiswerte und sichere PET-Flaschen stecken und bei der bisherigen Zielgruppe bleiben. Denn lecker ist was anderes …

    Vom Design-Standpunkt her finde ich das Redesign sehr interessant. Lauter mehr oder weniger subtile Änderungen, die das Design völlig anders wirken lassen, und trotzdem den Wiedererkennungswert hoch halten. Wirklich gut! Sieht man nicht häufig.

  6. Die weisse Kontur um den roten Kreis ist dringend notwendig, um auf den roten Bierkästen eine Abgrenzung zu schaffen. Ich dachte bisher auch, dass es sich um einen “Schultheiss” (lt Wikipedia: …Schultheiß war meist Richter der niederen Gerichtsbarkeit. Im friesischen und fränkischen Recht war er ein Hilfsbeamter der Grafen, betraut mit der Einziehung von Geldern und der Vollstreckung von Urteilen, meist auch Hundertschaftsführer) – also Gerichtsvollzieher, handeln würde (im ländlich dörflichen Bereich auch Bürgermeister, “Dorfschulze”).

    Jobst Schultheiss war jedoch Kaufmann und benannte die Brauerei nach der gleichnamigen Publikation.

    Ich schliesse mich übrigens meinen Vorrednern an: Schultheiss Bier ist nicht so das trendige, wohlschmeckende Bier Berlins. Ich trinke übrigens gern mal das frisch gebraute Radeberger an der Dresdener Brühlschen Terrasse. Die Eigentümer werden dies verschmerzen, ist ja auch die gleiche Firmengruppe.

  7. Ich mag ja flächiges Design, aber mir ist etwas zu viel Gold dabei. Die Typografie ist schlecht: Ich lese PIL SENER und Frakturschriften (Schultheiss) sollte man nicht sperren. Zur Kultmarke fehlt noch einiges.

  8. eine gelungene Neugestaltung, auch wenn ich bekennender nicht-Trinker bin und deshalb über den inhalt nicht philosophieren möchte, wirkt das Flaschendesign nun deutlich “stärker”. Das alte hatte sowas von Billig-Bier, das neue ist da ein großer Schritt in meinen Augen.

  9. Einen Goldrand braucht sie nicht, dieser scheint sich aber besser zu verkaufen. Ob die Nischen-Position a la Astra wirklich angestrebt wird / anstrebenswert ist, halte ich noch für fraglich. Longneck Flaschen scheinen da auch in Richtung “erwachsenes” Bier zu gehen.
    Ich halte die Typo – vielleicht auch den Namen – weiterhin für billig wirkend und wie es die Zeit zeigte behaupten sich die “edlen” sprich teuren Marken wie Warsteiner und Becks seit jeher mit ihre Premium-Strategie besser am Markt.

    Zum Schluss: Ein gutes Bier misst man am Geschmack bei schlechter Temperatur (>7 Grad) und an den nachabendlichen Effekten :)

  10. Finde ich ein schönes Beispiel dafür, wie man einen Markenauftritt modernisiert und dabei trotzdem wiedererkennbar bleibt. Ich kann nicht verstehen, wie manche Firmen teils über Jahrzehnte geprägte Erkennungsmerkmale über Bord werfen, ohne dass es dafür eine Notwendigkeit gäbe. Hier wäre der Herr mit seinem Bierkrug ein solcher Kandidat gewesen. Zum Glück gibt es ihn noch, denn nur durch ihn wird das Bier überhaupt wiedererkennbar – auch wenn man das altmodisch findet oder das Bier mit seinem Geschmack oder Image einem nicht gefällt.

    Also: Darauf geh ick jetzt maln kühles Schulte kippen.

  11. Schließe mich den meisten Vorrednern an, dass das Design gelungen modernisiert worden ist. Ohne den roten Kreis finde ich es etwas “edler”, vielleicht ist das bei der Zielgruppe aber auch nicht angesagt. Die Flaschenform vom Astra-Bier wäre zu speziell, will man modern und zeitnah wirken. Die aktuelle Flaschenform ist da eher angebracht und findet aktuell ja bei allen gängigen “Lifestyle-Bieren” und Mix-Getränken Verwendung. Astra mag ich – Schultheiss muss ich wohl mal probieren, sofern das in Köln aufzutreiben ist … und ja – besser “kühl” was man so hört :-)

    Grüße
    Till

  12. schön, dass man sich dann nach so langer Zeit doch mal entschlossen hat was gegen den drohenden Zerfall zu tun. Das Redesign von Schultheiss hatte ich zu meiner Studienzeit ja noch als Projekt im Packaging Semester. Da hatte Schultheiss ja einen tollen Wettbewerb ausgerufen um günstig an ein neues Design zu kommen. Das dürfte jetzt knapp 2 1/2 – 3 Jahre her sein. Das nenne ich mal ein flinke Entscheidung… Mich würde aber mal viel mehr interessieren, wer denn nun das Design gemacht hat. Ob man das Projekt Redesign mal wieder an Hochschulen weitergereicht hat oder ob man dafür eine Agentur engagiert hat.
    Das Design finde ich gar nicht so schlecht und erinnert mich teilweise sogar an meine Entwürfe.
    Die Figur finde im Kreis finde ich eigentlich recht gut getroffen, nur bei der Typo bin ich mir unsicher, zum einen das PILSENER, finde ich in der extrem Extended-Version ziemlich plump zum anderen aber der Stand des “gebraut…” Schriftzuges, der die Rundung des Kreises darunter nicht so recht aufnimmt. Mag aber vielleicht auch an der Perspektive liegen. Alles in allem finde ich das Redesign trotzdem recht gelungen, aber ein tick verspielter hätte es dann doch sein können. Besonders im Hinblick auf den ganzflächig eingesetzte “güldernen” Hintergrund.
    Und zu Schultheiss: Wieso hat man 3 Jahre Zeit gebraucht um sich für ein Redesign zu entscheiden! In der Zeit hätte man wohl schon lange am Imageshift hin zu einer “trendigeren”, jüngeren Zielgruppe arbeiten können… schade schade, hoffentlich ist es nicht schon zu spät. Und bitte kein Biermischgetränk mehr! Danke!

  13. Ich bin der verantwortliche Designer bei Delikatessen ( Das stimmt also ) der das Redesign von Schultheiss betreut und gestaltet hat.
    Ich möchte mich aus diese Weise für die vielen positiven Kritiken und Anregungen bedanken. (das geht ja runter wie Öl)
    Tatsächlich ist der Hauptteil des Re-Designs schon 2006 entstanden.
    Dauert alles manchmal eben ein bisschen. Aber wenn es jetzt einigermaßen gefällt ist ja alles gut.

  14. Werte “Schaffrinna ” (Erstkommentierende)!
    Deine”Vorher”-Abbildung ist schon länger “vorher” (also nicht das auf das jetztige “Redesign” vorhergehende)! — und der “Braumeister” ist in Wahrheit die Abbildung eines “Schultheiss” (d.i.e. Dorfvorsteher), von der 1842 uspr. gegründeten Brauerei erstmals 1899 benutzt.. — ein bißchen mehr Detailtiefe bei Besprechungen wären “feiner”…!
    Herrn “K.” beste Glückwünsche: bisher kommt det Ding in Berlin janz gut an (jetzt liegt die Umsetzung und Ersetzung aller Altembleme an der Schultheiss-Brauerei).
    L.

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