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1. FC Kaiserslautern, vorbei ist’s mit der Tradition

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FCK Wappen

Keine zwei Jahre, nachdem der 1.FC Kaiserslautern die Rückkehr zum sogenannten Traditionswappen verkündete, kehrt der Verein nun wieder zum Vorgänger-Wappen zurück. Zur Saison 2012/13 werden die Spieler am „Betze“ wieder mit dem rein roten Wappen auf dem Trikot auflaufen. Ein seltsam anmutender Wechsel, der die stets vom Verein betonte Verpflichtung gegenüber der Tradition auf eine gewisse Weise ad absurdum führt.

Vor wenigen Tagen wurde die Website des Vereins relauncht, auf der nun wieder das Vorgänger-Wappen dargestellt ist. Damit bestätigte sich, was Fans bereits vermutet und erwartet hatten. „Das einzig wahre Wappen wird wieder eingeführt, ohne Veränderung, ohne Ring, ohne Ferz!“, wie es Nutzer „Peter“ in einem FCK-Forum schreibt.

Die Einführung des bordeaux-roten Traditionswappens im Juli 2010 entpuppt sich nun als Modeerscheinung, als eine wenig nachhaltige Marketing-Kampagne, initiiert vor dem Hintergrund des 110-jährigen Vereinsjubiläums. „Die Umstellung unseres Vereinsauftritts […] soll Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des FCK widerspiegeln“, so Vorstandschef Stefan Kuntz seinerzeit zur Einführung des Traditionswappen im Juli 2010. Die neuerliche Umstellung bleibt hingegen ohne offizielle Pressemeldung. In Sachen Markenführung beweist die Vereinsführung jedenfalls eine ähnliche Vorliebe für Rochaden wie zuletzt bei der Besetzung des Trainerpostens, den Krassimir Balakov für gerade einmal 57 Tage inne hatte.

Die kürzlich vorgestellte neue FCK-Kollektion ist nun wieder mit dem „normalen Logo“ ausgestattet, so O-Ton der Fans.

17 Kommentare

  1. Es wurde doch bei der Einführung des Traditions-Logos gesagt, dass es nur es nur ein Logo auf Zeit ist und man wieder zum “gewohnten” Logo zurückkehren wird. So überrascht muss man da jetzt nicht unbedingt sein.

  2. Als Fan würde ich mich ja mehr fragen ob man nach dem Abstieg in die zweite Liga nicht andere Probleme hat als ein Logo zu “relaunchen”. Beziehungsweise ob man das Geld nicht lieber an anderer Stelle investiert hätte, obwohl die Höhe wahrscheinlich vernachlässigbar ist.

  3. Das Logo war tatsächlich eigentlich bloß als Traditions-Kampagne zum 110. Vereinsjubiläum im Einklang mit dem 90. Geburtstag von Fritz Walter gedacht, auch wenn der seine größten Erfolge noch unter einem anderen Logo feierte. Das wurde dann zum 111. Geburtstag verlängert und jetzt geht’s halt doch wie geplant zurück. Ich find’s etwas schade, ich bin zwar mit dem roten Logo auf der Brust aufgewachsen, vom Stil her gefällt mir das Retro-Logo allerdings wesentlich besser. Aber wichtig ist ja nur auf’m Platz! ;)

  4. Der Einsatz des Jubiläumslogos war nur für eine bestimmte Zeit geplant daher kommt es zumindest für mich als Mitglied nicht sehr überraschend. Vielleicht wurde das nach außen nicht ausreichend kommuniziert. Das vorübergehende Logo ist aber nicht aus der Luft gegriffen, keine aufgesetze Neuentwicklung und weit genug (und nicht zu weit) vom eigentlichen Logo entfernt.

    In der offiziellen Kommunikation (Briefschaft) fand es keinen Einsatz und die Website war – so weit ich mich erinnere – auch immer “Chili-Rot”. Über den Sinn der Aktion und die Kommunikation ließe sich diskutieren (Sinn sehe ich ehrlich gesagt auch nicht) aber ich finde so flexibel muss Corporate Design heutzutage sein. Google verfremdet sein Logo bspw. deutlich öfter und mit weniger Bezug.

  5. @ Uli:

    Die Logos an sich haben nichts gekostet, da beide so bereits existierten. Der Relaunch der Website beinhaltete lediglich den Austausch des Logos. Die Briefschaft wurde nie geändert (keine neuen Briefpapiere, Umschläge oder Visitenkarten nötig) und für die Trikots dürfte es egal sein welche Version die Brust ziert. Ja vielleicht kommt sogar der ein oder andere Fan auf die Idee das neue, sich vom Vorgänger doch relativ stark unterscheidende Trikot zu erwerben was wiederum mehr Geld bringen könnte als die ganze Aktion gekostet hat.

  6. Als FCK-Fan kann ich nur sagen: GOTT SEI DANK!
    Zum 110. des Vereins und 90. Fritz Walters (dem größten Fußballer Deutschlands!) war das Wappen schon okay und ne gute Aktion weil auch der Fritz zuletzt mit diesem Wappen gespielt hat. Aber auf Dauer beworzuge ich da doch das jetzt wieder aktuelle Wappen.
    Es ist zum Einen fester im Verein verwurzelt, da es länger genutzt wurde, und zum Anderen wirkt es wesentlich agressiver und bissiger. Genau das was der Mannschaft in der letzten Saison gefehlt hat.
    Schöner Nebeneffekt: das Trikot sieht wieder wesentlich besser aus. 2010 sah aus wie ein Schlafanzug, 2011 hatte nen hässlichen Kragen. Und überhaupt ist dieses Bordeaux-Rot finde ich einfach nicht so toll. Nach 2 Jahren ohne aktuelles FCK-Trikot werde ich mir das von dieser Saison wohl wieder zulegen. Auf gehts zurück in Liga 1!

  7. Rainer, die einzige Gemeinsamkeit zwischen den Google Doodles und dem FCK-Wappen scheint mir der zeitlich begrenzte Einsatz zu sein. Während Google lediglich das Logo jeweils für einen sehr kurzen Zeitraum auf der Startseite austauscht und der Aktionscharakter hierbei eindeutig ist, hat der Verein in den vergangen 2 Jahren das gesamte visuelle Erscheinungsbild umgestellt und in der Außendarstellung den Anschein erweckt, die Umstellung sei von Dauer. Auch wenn das Briefpapier nicht umgestellt worden ist – kostenseitig ist das ein zu vernachlässigender Posten – wurde die gesamte Werbung, auch Teile der Beflaggung zum Beispiel in Fan-Shops umgestellt. Beim Ticket-Shop sind weitaus mehr Anpassungen erforderlich, als nur der Austausch des Logos.

    Der andere wichtige Aspekt: In der Werbung gibt es Kampagnen. Im Corporate Design gibt es diese nicht. Corporate Design – und der Markenauftritts des Vereins zählt dazu – sollte langfristig funktionieren. Beim FCK wurden Corporate Design mit Werbung vermischt. Wenn das komplette Erscheinungsbild von Rot auf Bordeaux und dann wieder auf Rot umgestellt wird, hat dies nichts mit der von Dir angesprochenen Flexibilität des Corporate Designs zu tun, über die es sicherlich verfügen sollte. Es ist Ausdruck von Orientierungslosigkeit.

    Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, hieße dies übertragen auf Google, dass Google sämtliche Medien nicht nur für einen Tag, sondern dauerhaft auf ein neues Logo, auf neue Farben und auf eine neue visuelle Sprache hätte umstellen müssen, was nicht der Fall ist, weswegen der Vergleich hinkt.

    Der Wechsel des Erscheinungsbildes beim FCK ist symptomatisch. Mag sein, dass Vereinsführungen gemein hin ähnlich ticken. In Krisenzeiten neigt man zum Trainerwechsel. Der Unterschied ist in diesem Fall, dass auch die Gestaltung ausdrückt, was einem sonst nur über Meldungen von Trainerentlassungen und Trainerverpflichtungen vermittelt wird. Fehlende Kontinuität.

  8. @Rainer:
    Wenn das so ist hast du natürlich recht, ich bin selbst kein FCK Fan und wusste nicht wo das Logo überall ausgetauscht werden muss. Je nach Sichtlage kann man die Änderung auch als “Neuanfang” oder Rückbesinnung auf alte Werte verstehen und wenn die Fans dahinter stehen, ist es völlig legitim.

  9. Der Google-Vergleich hinkt in der Tat (war nur ein schnelles Beispiel für die temporäre Veränderung von CD-Elementen). Aber das macht die verzögerte Rückkehr nicht schlimmer.

    Bei einem Wechsel von Rot zu Blau zu Rot würde ich Dir sicherlich Recht geben was Orientierungslosigkeit betrifft aber da die Farben dem gleichen Grundton entnommen sind und das Traditionslogo genau das verkörpert was scheinbar verloren geht, Kontinuität/Tradition, dürfte sich der Schaden in Grenzen halten. Zumal das Image/die Wahrnehmung eines Fußballvereins wahrscheinlich vergleichsweise wenig durch das Logo geprägt wird (“Was zählt ist auf dem Platz”).

    Wenn es letztendlich durch den gesteigerten Trikotverkauf den einen oder anderen Euro in die leere Kasse spült (die Einnahmen werden den Mehraufwand bei Bannern etc ziemlich sicher auffangen) kann ich damit leben.

  10. Die damalige Pressemeldung enthielt eben keinen eindeutigen Beleg dafür, dass in jedem Fall zum alten Logo zurückgekehrt werden würde. Da darf ich korrigieren. Lediglich die etwas schwammige Formulierung: „Die Saison 2010/11 wird der 1. FC Kaiserslautern komplett unter dem Claim: „Traditionsverein seit 1900“ bestreiten und daher mindestens für diesen Zeitraum sein Logo auf das Traditionslogo des Zeitraum 1955-1969 umstellen“ was ja durchaus die Interpretation erlaubt, das Logo könne auch für einen längeren Zeitraum genutzt werden.

    Für die Kritik, dass Corporate Design nicht für die Dauer von ein, zwei Jahren komplett umgestellt werden sollte, spielt die Presseerklärung keine Rolle. Selbst, wenn im Vorfeld unmissverständlich klar gemacht worden wäre, dass man nach einem Jahr zum bisherigen Erscheinungsbild zurückkehren wird, wäre dies markenführungstechnisch falsch. Corporate Design wechselt man nicht wie Trainer. Derlei Aktionen befördern eher das Image einer Fahrstuhlmannschaft, und das meine ich allgemein und nicht ausschließlich auf den Verein bezogen.

    Dass die Umstellung zudem eine Art erfolgsabhängige Bedingung enthielt, macht die Sache schon gar nicht besser. Man stelle sich mal vor – und das ist jetzt verkürzt dargestellt –, Mercedes würde die Form der Sterns davon abhängig machen, wieviele Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden.

    Der Vollständigkeithalber hier noch die im Artikel unterschlagene Pressemeldung zur kürzlich erfolgten Umstellung.

  11. Die hätten das Geld besser verwendet um die Stadionmiete bei der Stadt zu zahlen als so einen Blödsinn zu verzapfen. Ausserdem hat mir das “neue” “Alte” 50er Jahre Logo eh nicht gefallen. Da versucht man auf einen Retro Trend aufzuspringen und kriegts nicht hin. Typisch FCK.

    Grüße aus Kaiserslautern

    Philipp

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