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Thüringer Wald erneuert Markenauftritt

Thüringer Wald Logo
Thüringer Wald Logo

Die erst 2005 eingeführte Regionalmarke Thüringer Wald erhält einen neuen Markenauftritt. Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) und der Regionalverbund Thüringer Wald e. V. haben nach einer viermonatigen Entwicklungsphase ein neues Erscheinungsbild für den Thüringer Wald präsentiert.

Thüringer Wald Logo
Thüringer Wald Logo – vorher und nachher

Erstmalig wird ein gemeinsames Corporate Design für Standort- und Tourismusmarketing stehen und den Thüringer Wald sowohl als Wirtschafts- als auch Tourismusregion repräsentieren, wie es in der begleitenden Pressemeldung heißt.

Das neue Markenzeichen wird wie folgt beschrieben: „Das Rennsteig-Höhenprofil in seinen verschiedenen Etappen von Hörschel bis Blankenstein bildet nunmehr die Silhouette des Logos und somit das Rückgrat der Region. […] Der Rennsteig ist das Alleinstellungsmerkmal für den Thüringer Wald und wir erhoffen uns mit dem neuen Logopositive Impulse für den Tourismus.“ so Andreas Trautvetter, Präsident des Regionalverbundes Thüringer Wald.

Die grün-blaue Farbgebung vermittelt zwischen bisherigem Erscheinungsbild der Regionalmarke Thüringer Wald und dem Markenauftritt des Landes Thüringen. Die in der Formensprache visualisierte Kantigkeit und Kernigkeit spiegele zudem nicht nur die Region mit seinem Mittelgebirge in der Mitte Deutschlands wieder, sondern reflektiere auch seine Menschen, wie es die verantwortliche Agentur ART-KON-TOR augenzwinkernd beschreibt.

  • Neues Corporate Design für die Region Thüringer Wald | thueringer-wald.com
Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 22 Kommentare

  1. Immer dieses Rumgemecker. Solche Kritik vergrault die Kunden. Man sollte froh sein, dass die Initiatoren des ganzen überhaupt diesen Schritt gegangen sind. Und stets diese Südtirol Vergleiche. Na und? Das Erscheinungsbild von MetaDesign für Südtirol hat vielleicht Vorbildcharakter. Differenzierung ok, klar, aber ich denke nicht, dass der Thüringer Wald mit Südtirol in unmittelbarer Konkurrenz steht. Wozu also die übertriebene Aufregung. Das Logo ist zeitgemäß und modern. Auch wenn ich mit der Schrift und dem Schriftsatz an sich ebenso wenig anfangen kann.

  2. Ich kann mich an dem Blau am wenigsten reiben, aus der Ferne wirken Berge bläulich und es ist ja zum Glück nicht das Plau ;-) vom Wirtschaftsministerium. Die Silhouette wirkt dynamisch, kann man bestimmt mal in einer Gegend in Nähe der Alpen oder der Hohen Tatra verkaufen. Das ins Feld geführte Alleinstellungsmerkmal Höhenwanderweg Rensteig zeichnet sich durch relative Steigungs-und-Gefällefreiheit über mehr als 100 km aus.
    Vielleicht etwas unglücklich, dass man die Schrift nicht schon zur Präsentation des Logos fertig hatte und eben erst einmal eine Notiz hingeschrieben hat, welcher Text da mal hin soll.

    Am Rande: Es stört mich das hohle Geschwafel über den Punkt hinter dem Wald. Der dient nur dem einen Zweck, Art-Kontor als Entwickler der “Marke” kenntlich zu machen – den versuchen die nämlich scheinbar, jedem aufzuschwatzen. jedenfalls: ein Punkt muß dahinter!
    Im übrigen – auch wenn ich die alte “Marke” etwas belanglos plätschernd finde – die existiert keine 10 Jahre. Ich hege den Verdacht, dass die einzigen, bei denen das Marketingkonzept stimmig ist und aufgeht, die Werbeagenturen sind, die uns alle paar Jahre neuen belanglosen Müll aufschwatzen – mit so wenig Bezug zu Thüringen, dass sie in 3 Jahren wieder fragen können, ob was gebraucht wird.
    In meinen Augen hat “Art-Kontor” eine eigenartige Auffassung von “Referenzen”. Da sind reihenweise Wettbewerbsentwürfe aufgeführt, die nicht gelandet sind – in meinen Augen Gestaltungsbeispiele, keine Referenzen.
    PS.: Hohe Achtung übrigens vor dem, was Art – Kontor auf dem Gebiet des Produktdesigns leistet.

  3. Die Typo von Erik van Blokland (sowohl Right als auch Left Hand) ist in den frühen 2000ern wie eine Seuche über die Typo-Landfschaft hergefallen. Solche Typo-Epidemien nutzt man einfach nicht noch mal. Das ist langweilig und ideenlos. Und die gestalterische Anlehnung an die Südtirol-Bildmarke wäre mir auch zu heikel.

    Idee abgekupfert, Umsetzung lieblos. Durchgefallen.

  4. Idee abgekupfert, Umsetzung lieblos. Durchgefallen

    Diesem, aus meiner Sicht, zu harten Urteil möchte ich gerne etwas entgegensetzen.

    Die Unterstellung, man hätte abgekupfert, ist eine Unsitte unter Kreativen, leider auch hier im dt. Ich würde mich selbst zu solch einem Ausspruch nur hinreißen lassen, wenn ich als eine Art stiller Beobachter den Designprozess begleitet hätte. Ohne einen solchen Einblick in die Entstehungsgeschichte kommt „abkupfern“ einer Anschuldigung gleich, man hätte bewusst plagiiert und kopiert.

    Dass es gewisse Ähnlichkeiten mit dem Südtirol-Markenzeichen gibt – aus meiner Sicht sind diese allerdings eher konzeptioneller bzw. inhaltlicher und weniger gestalterischer Natur –, ist unbestritten. Eine Kopie dessen ist das Thüringer-Wald-Zeichen ganz sicher nicht. Zu offensichtlich sind die Unterschiede, als da wären: eine deutlich andere Farbgebung sowie ein grundsätzlich anderes Logokonstrukt.

    Während beim Südtirol-Markenzeichen die Schrift separat aufgeführt wird und somit eine klassische Wortbildmarke entstanden ist, kennzeichnet das Thüringer-Wald-Logo den untrennbaren Verbund von Schriftzug und Bildelement. Man sollte nicht gleich, nur weil man zufällig an ein anderes Zeichen denkt, Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Sicherlich erinnert die Kantigkeit im Logo nur ganz entfernt, vielleicht sogar gar nicht an die tatsächliche Landschaft. Ich halte die Überspitzung, die Übertreibung in diesem Fall für vertretbar, weil sie nämlich eine durchaus eigenständige und wiedererkennbare Form entstehen hat lassen. Die Silhouette des Oberfranken-Logos ist auch keine maßstabsgerechte Abbildung der gleichnamigen Region. Es geht ja nicht darum, die Realität 1:1 abzubilden, sondern darum, einen prägnanten Markenauftritt hinzulegen.

    Die Typographie ist… sagen wir, gewöhnungsbedürftig. Dass die Erikrighthand bei Designern verpönt ist, nun gut, das interessiert die Zielgruppe nicht. Grundsätzlich halte ich den scriptualen, hölzernen Stil der Schrift für nicht unpassend, weil es einen Kontrast zum Bildelement erzeugt. Die Zeichenabstände sind freilich furchtbar, ebenso die Ausrichtung des Schriftzugs innerhalb des blauen Querbalkens. Hier sollte man meines Erachtens noch einmal Hand anlegen und die Typo klarziehen.

    Technisch nicht unproblematisch ist zudem, dass, bedingt durch die Verzerrung des Schriftzugs, die linken Buchstaben deutlich kleiner und zugleich dünner erscheinen, als die Buchstaben im rechten Bereich. Besser wäre es, wenn alle Buchstaben gleich fett wären. So allerdings drohen die kleinen Buchstaben unter zu gehen, etwa im Siebdruck oder in gestickter Form auf einem Shirt.

    Durchgefallen ist das Zeichen meiner Meinung nach nicht. Es bietet noch Optimierungspotenzial. Das Vorgänger-Logo ist im Vergleich dazu altbacken und stinklangweilig. Die Richtung stimmt, über die gewählte „Gangart“ kann man sicherlich, so wie hier, unterschiedlicher Meinung sein.

  5. Was die Vorredner sagen, stimmt zwar alles – Typo schlecht gewählt und gesetzt, während die Landschaft moderner und prägnanter wirkt – aber – und das ist in Grafik-Kreisen leider viel zu oft der Fall – geht die Diskussion mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Zielgruppe vorbei. Wer bucht denn Thüringer Wald bzw. soll es laut Briefing in Zukunft buchen? Der hippe, solvente Mittdreiziger? Partyvolk? Wohl kaum. Es werden ganz überwiegend bodenständige kleine Sparer im gehobenen Alter sein. Typ Naturliebhaber 50+. Vielleicht noch ein paar junge Familien, das war’s. Wetten, dass das alte Logo in diesen Gruppen deutlich besser funktioniert?

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