Neue visuelle Identität für Mars Inc.

Mars Inc. Logo, Quelle: Mars Inc.

Der US-amerikanische Nahrungsmittelkonzern Mars Inc., zu dem Marken wie Milky Way, M&M’s, Snickers, Twix und auch der Schokoladenriegel Mars gehört, hat sich eine neue visuelle Identität zugelegt. Mit Hilfe des neuen Erscheinungsbildes wolle man darstellen, dass das Unternehmen Mars für weit mehr steht als nur für Süßigkeiten.

Wer den Namen Mars hört, denkt dabei vermutlich zunächst an den gleichnamigen Schokoriegel, der im Jahr 1932 von Forrest Mars senior entwickelt wurde. Der Mars Schokoriegel gehört ebenso zum Unternehmen Mars Incorporated wie viele andere Marken, wie etwa Mirácoli, Pedigree, Whiskas, Catsan, Seramis, u.v.a.. Das Markenportfolio umfasst Produkte aus den Bereichen Lebensmittel (Süßwaren, Getränke), Tierfutter und -hygiene sowie Pflanzenpflege.

Das Redesign erfolgt vor dem Hintergrund eines Transformationsprozesses. Die neue visuelle Identität soll eine bessere Differenzierung der unterschiedlichen Geschäftsfelder ermöglichen. Zukünftig werden alle Geschäftsaktivitäten in die vier Bereiche „Mars Wrigley Confectionary“, „Mars Petcare“, „Mars Food“ und „Mars Edge“ segmentiert. Mars Inc. zählt mit einem Börsenwert von rund 35 Milliarden US-Dollar zu den größten privaten Konzernen in den Vereinigten Staaten.

Neue Logos, ein neues Farbkonzept und eine neue Hausschrift namens MarsCentra wurden entwickelt, um die veränderte Unternehmensstruktur auch visuell zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig soll mit Hilfe des Erscheinungsbildes die Unternehmensmission sowie die fünf Prinzipien von Mars – Qualität, Verantwortung, Gegenseitigkeit, Effizienz und Freiheit – kommuniziert werden. Nachhaltigkeit spiele dabei eine große Rolle. Firmenchef Grant F. Reid erklärte, dass Mars aktiv daran arbeite, Treibhausgasemissionen zu senken, lokale Gemeinden zu unterstützen und nahrhafte Mahlzeiten für Familien und Haustiere rund um den Globus anzubieten.

Das Unternehmen wird von verschiedenen Organisationen in Bezug auf den Anbau des in den Produkten von Mars Inc. verwendeten Kakaos kritisiert. Die Umweltschutzorganisation Mighty Earth veröffentlichte etwa eine Studie (PDF), wonach ein Großteil des von Mars und anderen großen Schokoladenproduzenten verarbeiteten Kakaos aus illegalen Kakaoplantagen in Nationalparks und anderen eigentlich unter Schutz stehenden Gebieten in der Elfenbeinküste und in Ghana stamme.

Mars Logo – vorher und nachher

Mars Logo – vorher und nachher

Das bisherige Logo war über 20 Jahre im Einsatz. Die neue Wortmarke, in der neuen Hausschrift MarsCentra und weiterhin in Großbuchstaben gesetzt, ist nunmehr serifenlos. Die Umstellung auf die Primärfarbe Ultramarinblau lässt die neue Wortmarke im Vergleich zum Vorgänger prägnanter erscheinen. Als Profilbild kommt fortan eine zweifarbige Version des Anfangsbuchstabens zum Einsatz.

Kommentar

Ein, wie ich finde, gelungenes Rebranding des Unternehmens. Das Farbspektrum Ultramarinblau, Gelb, Helltürkis ist identitätsstiftender als der bisherige, monochrome blaue Look. Die Typographie ist eigenständig. Humanistische, Gill-ähnliche Sans-Serif-Schriften sieht man heutzutage eher selten. Gelungen ist auch die Ausarbeitung des Anfangsbuchstabens als eigenständiges Icon, wie es ab sofort im Umfeld von Social Media als Profilbild zum Einsatz kommt.

Im Vergleich zu anderen Lebensmittelkonzernen wie etwa Danone, Nestlé oder Unilever lässt sich sagen, dass mit Hilfe des neuen Erscheinungsbildes von Mars Inc. Themenfelder wie Nachhaltigkeit, Ökologie und Verantwortung weniger klischeehaft kommuniziert werden. Gerade Lebensmittelkonzerne sehen sich heutzutage vor dem Hintergrund fortschreitender Sensibilisierung auf Seiten der Konsumenten zunehmend in der Kritik. Inwiefern das Unternehmen den eigenen hohen Ansprüchen diesbezüglich gerecht wird, steht freilich auf einem anderen Blatt.

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28 Kommentare zu “Neue visuelle Identität für Mars Inc.

  1. Da muss ich meinem Vorredner allerdings recht geben. Das „A“ funktioniert in der serifenlosen Schrift, in der Kombinationen der anderen Lettern, meiner Meinung nach gar nicht.

    Ansonsten ist das Farbkonzept sehr gelungen und wirkt nun mutiger und traut sich ingesamt mehr als Marke daher zu kommen. Trotzdem musste ich am Anfang doch an NIVEA denken. Muss wohl das blau oder die spitzen Kanten sein. Ach ne… ganz spitz sind sie ja nicht ;)

  2. Manchmal frägt man sich in der Tat, warum die Firmen sich überhaupt mit neuen Erscheinungsbildern geschäftigen, wenn dann irgendwie nicht wirklich überzeugende Ergebnisse bzw. Identitäten das Ergebnis sind.

    Weiss das jemand?

    • Sich regelmäßig mit dem Erscheinungsbild des eigenen Unternehmens bzw. der eigenen Marke zu beschäftigen und dabei den Status Quo zu ermitteln, sollte (eigentlich) selbstverständlich sein. Die Menschen ändern sich, Geschmäcker und Vorstellungen ändern sich, gleiches gilt für Technologien, Medien und die Art und Weise wie wir miteinander kommunizieren. Wenn Unternehmen/Marken nicht als überholt angesehen werden wollen, müssen auch sie sich verändern, und mit ihnen natürlich auch ihr Erscheinungsbild.

      Ob ein Ergebniss überzeugend ist, wird ein jeder anders bewerten, insbesondere die formal-ästhetische Qualität. Diese ist nun einmal in weiten Teilen subjektiv. Davon losgelöst gibt es aber auch leicht objektivierbare Kriterien wie etwa Praktikabilität, Prägnanz und handwerkliche Ausarbeitung. Um beim Beispiel Mars zu bleiben: das neue kräftigere/sattere Blau verbessert objektiv betrachtet die Prägnanz. Ob einem der Farbton gefällt, ist eine andere Frage.

      Man kann in Bezug auf ein visuelles Ergebnis, insbesondere in Fragen der Ästhetik, zu ganz unterschiedlichen Einschätzungen und Bewertungen kommen. Das ist sogar der Normalfall! Es gibt nun mal kein Design, das allen gefällt. Dies sollte Unternehmen jedoch nicht davon abhalten, ihr Erscheinungsbild von Zeit zu Zeit anzupassen.

  3. Hallo Herr Schadffrina,
    vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Generell gebe ich Ihnen natürlich Recht. Was mir eben auffällt, ist das – vielleicht noch im Gegensatz vor ein paar Jahren – dass, und hier widerspreche ich Ihnen etwas – die CDs nicht wirklich prägnanter werden. So wie aus meiner Sicht auch im Fall „Mars“.

    • … die CDs nicht wirklich prägnanter werden. So wie aus meiner Sicht auch im Fall „Mars“.

      aigelb,
      warum sehen Sie das so?
      Das neue CD und der neue Marz-Schriftzug IST knackiger.
      Ob es ästhetischer ist, bleibt dahingestellt (allein die Wortmarke: ungute Räume zwischen M und A und R), doch prägnant ist es.

      Was verstehen Sie denn dann unter Prägnanz?

      Prägnanz:
      Der Duden sagt:
      Exaktheit, Genauigkeit; (bildungssprachlich) Präzision; (umgangssprachlich) Knackigkeit; (Jargon) Griffigkeit

      (Synonyme)

      Meine eigene Definition wäre: Einprägsamkeit.

  4. Hallo Moritz,

    naja, wäre es jetzt neonrot und die Schrift noch geradliniger wäre es nach dieser Definition noch prägnanter. Logos haben die Aufgabe Unternehmen oder Produkte unverkennbar zu machen. Möglichst den Bezug zum Inhalt des Unternehmens oder dem Einsatzgebiet des Produkts herzustellen und sich beim Betrachter einzuprägen. Das alles geschieht bei vielen Logos die wir hier sehen leider nicht mehr. Die Hintergrundstories, die die neuen Erscheinungsbilder erklären sollen, wirken teilweise sehr aufgesetzt und unbeholfen.

    Klar kann man damit argumentieren, dass die Wortmarke nun besser lesbar ist. Aber das ist meist der Fall, wenn man auf Serifen verzichtet. Zugegeben war das alte Logo auch nicht großartig. Aber es hatte zumindest mehr Identität.

    Wort-/Bildmarken wie beispielsweise das IBM Logo ist für mich prägnant. Da hinter steht eine Story und hohe Wiederkennung. Man erkennt es sofort aus 100ern Logos heraus. Das Mars Logo nicht….

    • Mars ist ein extremer Mischkonzern, die „Beliebigkeit“ des Logos ist damit Programm.
      IBM würdest du unter 100 Firmen in der Computer-Branche einordnen, nur vom Logo her.

      So etwas wird hier zu vermeiden versucht , man möchte sich quasi „überparteilich“ bzw. branchenübergreifend und seriös geben. Man steht als starker Mutterkonzern im Hintergrund und macht die eigenen Marken groß, jede für sich.

      • …dennoch spräche nichts gegen mehr Prägnanz. Auch ein Unternehmen, dass übergeordnet „arbeitet“ lässt sich besser darstellen. Siehe z.B. Unilever.

  5. Seit Wrigley unter dem Dach von Mars ist, verfolge ich die Aktivitäten des Konzerns mehr, weil ich Verwandtschaft dort habe. Das Rebranding finde ich persönlich nicht gelungen. Total langweilig und ideenlos.

  6. VierBuchstaben, eine Aufgabe. Das Gewicht auf R und S verlagert nimmt die Kraft von dem M weg. Das A im Spalt geblieben. Scharfe Kanten und die Farbe sind keine Appetitanreger. Der Eindruck erweckt Kosmetikartikel.

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