HUK-COBURG – Relaunch

HUK-COBURG Relaunch

Der Internetauftritt der HUK-COBURG Versicherungsgruppe wurde vor wenigen Tagen neu aufgesetzt.

Ich kann den Relaunch in dieser Form nicht nachvollziehen. Sowohl funktionell, als auch gestalterisch war der „Alte“ noch vom letzten Besuch positiv in Erinnerung. Der ein oder andere Aspekt wie Farbgebung und Aufbau wurden bei einem meiner Projekte – auch wenn es schon etwas länger her ist – sogar einmal als Positivbeispiel ins Konzept mit einbezogen. Insofern war ich sehr gespannt auf den neuen Auftritt.

Die Eindrücke in Stickpunkten

Es ist ernüchternd. Barriere 1: Teaser der Übersichtsseiten enthalten weder verlinkte Bilder noch verlinkte Überschriften! Das ist in Zeiten, da jeder mit wichtigen Schlagworten die Link-Popularität steigern möchte schwer vorstellbar. Einzig drei gelbe Pfeile und „mehr“-Links sind sensitiv und sollen Klickreiz erzeugen.

Barriere 2: In der im linken Bereich angeschlagenen zweiten Navigationsebene sind nur die Begriffe, nicht aber die Tasten verlinkt, wie es ja der Rollover-Effekt suggeriert. Weiter kommt nur wer genau trifft. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Barriere 3: Tarifrechner verlassen den Gestaltungsrahmen des Auftritts. Wer hier zurück will muss nun mit den Browser-Pfeilen arbeiten. Zudem „ruckeln“ Logo und das gelbe Schmuckelement auf solchen Seiten.

Barriere 4: Ebenfalls negativ fallen die vom alten Auftritt bekannten Zwischenseiten auf, auf denen jedesmal abgefragt wird ober die Daten der Folgeseite per unverschlüsselter oder verschlüsselter Verbindung übertragen werden soll. Üblicherweise werden sensible Nutzerdaten verschlüsselt übertragen. Das wäre aus meiner Sicht ein Todo für diesen Relaunch gewesen. Stattdessen lässt man sogar dort Zwischenseiten zu, wo sogar nur ein Option anwählbar ist. Man kommt aus dem Staunen nicht raus.

Die Stimmung wird schlechter

Barriere 5: Links, die sich im neuen Tab öffnen und per angehängten JavaScript-Befehl die Größe des Browser-Fensters ändern sind von vorgestern und erzeugen heutzutage nur noch Unmut. Die Verantwortlichen wissen ganz offensichtlich nicht, dass Tabs eine sehr nützliche und populäre Sache sind, die im Umgang mit dem Netz nicht mehr wegzudenken sind. Solch eine ungelenke „Funktionsknebelung“ schreckt Nutzer ab. Hier mal etwas bildhaft mein Reaktionsprozess kurz nach dem Klick auf den Link „Neu Postbank-Girokonto“ gleich auf der Startseite:

» „So ein Mist!“
» „Danke dass ich das Fenster meines Browsers nun wieder zurechtrücken darf“
» „Das 50-Euro-Lock-Angebot könnt Ihr Euch schenken“
» Tab wird (ungelesen) geschlossen
» „Oje… wo darf ich jetzt noch klicken. Wo ist die nächste Barriere?“

Unter den gegebenen Umständen die da sind – alle Links sehen gleich aus – darf es eigentlich nur eine Möglichkeit geben. Das 50-Euro-Angebot öffnet sauber auf einer eigenen Content-Seite. Keinesfalls aber in einem „Pseudo-Popup“, dass einen faden Beigeschmack erzeugt. Fader Beigeschmack + Ausbau der Website als Vertriebskanal? Irgendwie kommt man bei dieser Rechnung mit zu vielen Barrieren auf kein Ergebnis.

Hindernislauf statt Nutzerführung

Was soll man über das Design sagen, wenn das Durchschreiten der Site ein einziger Hürdenlauf ist? Soll man sagen es sieht eigentlich ganz ansprechend aus? Auch optisch hat mir jedenfalls der alte Auftritt besser gefallen. Die abgerundeten Tasten der neuen Hauptnavigation sind in ihrer Form pragmatisch bis unmotiviert. Das Schmuckelement links oben im Header wirkt wie ein Platzhalter. Ist es ein Teil des HUK’schen Schildes? Wohl kaum.

Auf der Kontaktseite finden sich schließlich mehrere Defizite im Link „E-Mail schreiben“ vereint. Einfach mal ausprobieren. Erst die Abfrage nach der Verschlüsselungsart und dann kommt das Skalieren des Fensters, in dem bei mir (Firefox/Mac) zu guter Letzt auch noch ein horizontaler Balken erscheint. Ich vermisse jetzt schon den alten Auftritt.

14 Kommentare zu “HUK-COBURG – Relaunch

  1. Die ganze Seite ist vollständig in Tabellen aufgebaut. Die HTML Validierung bei W3C ergibt auf einer beliebigen Unterseite 10 Fehler. Die Seite ist nicht ansatzweise barrierefrei. Ich frag mich ob die Verantwortlichen wissen was sie da bekommen haben.

  2. Das gelbe etwas scheint die Form des Logos zu sein…sie ist weder schön in meinen Augen noch hat sie irgendeinen Nutzen. Aber an sich ist die Site eine ziemliche Verschlechterung

  3. das Problem der „Barriere 5“ kenne ich leider auch, nur viel zu gut. Da mir dies jedoch auf Seiten begegnet, deren Angebot zu verlockend ist als das ich den Fenster-verkleinernden-Tab ungelesen schließe, oder gar nicht mehr auf diese Links klicke … habe ich mir (als Tipp) in der Firefox-Extension „Web-Developer-Toolbar“ unter dem Punkt „Resize“ meine bevorzugte Fenstergröße hinterlegt und kann so mein Browserfenster nach diesem Ärgernis relativ schnell wieder in meine präferierte Größe bringen ohne lange Fensterzieherei

  4. auch gut finde ich, dass konsequent auf (sinnvolle) alt-attribute verzichtet wird. doctype gibt’s keinen und alles in allem könnte man fast meinen, da wollte jemand bewusst „retro, ich kümmere mich einen dreck um barrierefreiheit“-html verwenden … grauenvoll.

    sehr witzig: das „gelbe etwas“ und das logo inkl. dem dazwischen liegenden grafischen vakuum ist eine einzelne grafik, die dann mal gleich mit 29kB zu buche schlägt … so kann man seiten natürlich auch aufblähen.

    das ganze ding wirkt auf mich von oben bis unten unglaublich unprofessionell umgesetzt. da hat imho mal wieder jemand am falschen ende gespart.

  5. hm .. wo ist dort eigentlich das Impressum gelandet? … noch so eine peinliche Dummheit. Ich tippe mal auf „Anbieter“, ist aber dennoch nicht allzu aufschlussreich.

    cu, w0lf.

  6. HAHAH, wie grottig ist denn dieser Relaunch bitte?!!

    Selbst das Logo zeugt von sehr schlechter Arbeit. Es sieht aus, als wäre es eingescannt worden und dann in Photoshop hochskaliert worden. Völlig verschwommen. Wie peinlich.

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