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Aus Olympiamannschaft wird „Team Deutschland“

Die Deutsche Olympiamannschaft hat einen neuen Namen samt neuem Logo. Erstmals wird das „Team Deutschland“ bei den 23. Olympischen Winterspielen in PyeongChang mit neuem Namen an den Start gehen. Ziel der Maßnahme ist es, einerseits die Sichtbarkeit der Sportler nach außen hin zu verbessern und anderseits eine klare, gemeinsame Haltung zu kommunizieren. Das Bemühen des DOSB um eine geschlechtergerechte Sprache erhält nun ein Zeichen.

Ein „D“ in Nationalfarben – vergleichsweise einfach gehalten, das Dynamik, Sympathie, Emotionalität und Freude am Sport ausdrücken soll. In einem mehrmonatigen Markenprozess, der von Marktforschung und Feedbackgesprächen begleitet wurde, hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Neupositionierung der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen angestoßen. Rund 500 Athleten seien zur Positionierung befragt worden.

Auszug der Pressemeldung:

Das „Team Deutschland“ ist aber weit mehr als die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen. Ab sofort findet die Kommunikation rund um die olympischen Athletinnen und Athleten…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 49 Kommentare

  1. Bei dem Wort “Frauen-Fußball-Nationalmannschaft” wundere ich mich auch immer wieder, warum man aus dem Wort “Fußball-Nationalmannschaft” für die Männer bei der Benennung des Teams (!) für die Frauen nicht einfach “Fußball-Nationalfrauschaft” gemacht hat…

    Wobei man die Sprachdiskussion an der Stelle dann auch erst so richtig beginnen könnte, bedenkt man eine Begründung für obige Variierung: die weibliche Entsprechung von Mann ist Frau, die von Herr ist Dame. Da kommt man schnell in Teufels sprachliche Küche, wenn man sich dann die Worte herr-lich und – quasi im Gegensatz dazu – däm-lich vor Augen führt. :O

    Aber das sei hier im Design-Blog nur am Rande erwähnt, ist ja kein Typo-Blog.

    1. Weiter gedacht stellt sich dann die Frage, warum es überhaupt eine Trennung zwischen Mann und Frau im Sport gibt und man nicht alle zusammen im Wettbewerb antreten läßt.
      Vielleicht drängt sich dann aber leider wieder die biologische Realität in die so schon durchgegenderte Welt.

      1. Stimme dir zu. In beiden Punkten. Man wird kaum gemischte Mannschaften haben (können). oder doch? Im Jugendbereich spielen die Mädels einige Jahre zunächst noch bei den Jungs mit, bevor es dann die organisatorische Trennung gibt.
        Aber vielleicht könnte man die jeweiligen Kontinental- und Weltmeisterschaften gemeinsam austragen.

  2. Dieser Trend zum Gendern für das informierte Bauchgefühl ist ein Rückschritt, kein Fortschritt.

    Man schaue in ein etymologisches Wörterbuch und finde zu “Mann”:

    ‘mittelhochdeutsch und althochdeutsch „man“, seit dem 8. Jahrhundert belegt, ursprünglich wahrscheinlich „denken des Wesen“ oder „aufrecht laufendes Wesen“’

    Mann=Mensch. Wie auch im Englischen.
    Frau hat hingegen folgenden Ursprung
    ‘mittelhochdeutsch vrouwe von althochdeutsch frouwa „Herrin“ aus dem 9. Jahrhundert zu frō „Herr“;[1] ursprünglich die Anreden für Götter’

    Also eigentlich Mann: der Mensch, Frau=hervorgehobener und verehrter Teil der Menschen.

    Es entbehrt jeder Grundlage, wenn immer angedeutet wird, dass die sprachliche Trennung in Mann und Frau der Diskriminierung der Frau diente. Eigentlich ist historisch sogar das Gegenteil der Fall. Und statt sich weiter über die Form Gedanken zu machen kommt es auch hier eigentlich auf den Inhalt an.

    Was hier dann nämlich zumindest mir unangenehm auffällt ist, dass der völkerverbindende und übernationale Begriff der Olympiamannschaft durch du bist Deutschland mäßiges Wording ersetzt wird. Was so unkonventionell und modern daher kommen will, weil “Team” und das Patriarchat ist mit “Mannschaft” jetzt auch Geschichte, ist für mich ein kleiner Rückfall in die Idee, dass olympische Spiele ein Nationenwettstreit sind.

    Wie ich es auch drehe und wende bekomme ich Stirnrunzeln.

    1. …ich stimme dem zu. “belle-lettre” anzuklicken – wie oben bereits ausgeführt – lohnt auch in diesem Fall. Oder: Hobbysprachkundige sollten sich vielleicht fachMÄNNISCHen Rat einholen.

  3. Wurde bei der Logoentwicklung auch mal geschaut, wofür “D” noch so steht? Also im Speziellen vielleicht umgangssprachlich im englischsprachigen Raum. “This is Team D”, “Here we have Team D”, “Here comes Team D”. Google hätte weitergeholfen. Zum Beispiel “She wants the D”!

    1. Nun ja. Sollte man tatsächlich wissen/mitberücksichtigen, wofür “D” im Englischen, Spanischen, Französischen, Italienischen, etc. auch noch so alles steht? Viel entscheidender ist doch, dass “D Team im Englischen umgangssprachlich für “siegen/gewinnen” steht. Insofern ist der Name gerade aus Perspektive derjenigen, die Englisch als Muttersprache haben, ziemlich passend.

  4. Ob man wissen/mitberücksichtigen sollte wofür etwas steht, wenn man international auftritt? Ist die Frage ernst gemeint? Am Besten fragt man das mal Gazprom oder Ford. Bevor man mit einer neuen Marke in Erscheinung tritt sollte doch zumindest eine Sprachprüfung durchgeführt werden. Aber wenn es auch für siegen/gewinnen steht, dann hat man ja wenigstens ein Gegenargument. :D

    1. Ob man wissen/mitberücksichtigen sollte wofür etwas steht, wenn man international auftritt?

      Das ist nicht die Frage. Selbstverständlich gehört ein Name in Bezug auf Anwendbarkeit, Tauglichkeit und Verständlichkeit in anderen Sprachen überprüft, gerade in diesem Fall. Die Frage ist, ob der Name „Team D“ verworfen gehört, weil „D“ im englischen Slang auch für „dick“ steht. Das würde ich verneinen, weil ich die Verbindung zur Olympiamannschaft für konstruiert und irrelevant halte.

      Hierzu passend aus dem Film „Was ist mit Bob?“ der folgende Witz:
      Ein Mann sitzt beim Psychologen. Dieser malt einen Kreis auf ein Blatt Papier und fragt den Mann: „Woran denken Sie, wenn Sie das hier sehen?“ „An Sex.“ Der Psychologe malt ein Quadrat. „Und woran denken Sie, wenn Sie das hier sehen?“ „An Sex.“ Der Psychologe malt ein Dreieck. „Und woran erinnert Sie das?“ „An Sex.“ „Sie denken ja wirklich immer nur an das Eine!“ „Ja, wer malt denn die ganze Zeit das versaute Zeug?“

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