Start Die gefühlte Lesbarkeit

Die gefühlte Lesbarkeit

die gefühlte Lesbarkeit von Schriften

Beitrag von Martin Liebig

Serife gegen Groteske: die Lehrbuch-Meinung unterstellt beharrlich Qualitätsunterschiede, die offenkundig nicht existieren. Eine neue Studie zeigt: Viel wichtiger als die oft beschworene “objektive” Lesbarkeit ist, was eine Schriftart ausstrahlt – ihr „Look and Feel”.

Starten wir banal: Schrift muss gut lesbar sein. Höre ich Widerspruch? Fehlanzeige, selbstredend.

Schrift darf natürlich gerne auch ein bisschen gut aussehen. Den thematischen Kontext betonen. In ihrer visuellen Tonalität Wertigkeit ausstrahlen. Freundlichst zum Lesen einladen. Aber: Sie muss immer noch und zuallererst gut lesbar sein. Unbedingt gut lesbar sein. Gute Lesbarkeit ist das Wichtigste überhaupt. Höre ich Widerspruch?

Wahrscheinlich nicht. Und das ist schade. Denn die Typografie, vor allem die Web-Typografie, sie droht unter die Räder zu geraten von Technokraten, von selbsterkorenen Lesbarkeits-Optimierern, von halbinformierten Systemadministratoren, von lehrbuchtreuen Mediengestaltern, die uns seit Jahren eine Web-Welt voller ”Nur-Verdana”-Seiten bescheren. Sachbearbeiter mit Zuständigkeitsrandgebiet Optik sind dies oft, die den Reiz guter Typografie auf den Faktor “Lesegeschwindigkeit” reduzieren, weil man Ästhetik und Themenadäquatheit leider nicht in Sekunden messen kann. Jene Menschen sind es, die uns gerne sagen: Serifen sind schlecht lesbar auf dem Monitor, das weiß doch inzwischen jeder, nimm lieber “Verdana”. Gerne folgt der Zusatz: Macht Spiegel Online doch auch. Spiegel Online kommt irgendwann immer.

Lesbarkeit: ein gefährliches Totschlagargument

Ich möchte das Design Tagebuch nutzen, um diesen Kontoristen der Gestaltung zu entgegnen: Lesbar sind sie ohnehin, die erbärmlich wenigen Schriftarten, die wir im HTML-basierten Webdesign einsetzen können. Vielleicht nicht so gut wie ihre Äquivalente auf Papier, aber im wechselseitigen Vergleich annähernd gleich gut, ob mit oder ohne Serifen, ob kräftig im Stamm oder fein ziseliert, ob großzügig im Innenraum oder drangvoll.

Bevor wir also – immer selbstredend wegen der Lesbarkeit – die nächste Seite wieder nur aus “Verdana”-Variationen zusammenbauen, geben wir der typografischen Ästhetik eine neue Chance, dem harmonischen Schriftbild, der spannungsreichen Mischung vor allem, und der themenangemessenen Optik. Selten war die Gelegenheit günstiger: Mit der absehbaren Verbreitung der neuen Vista-Schriftenreihe werden die typografischen Potenziale im Web immens wachsen.

Nutzen wir also die Chance, nehmen wir wieder stärker in den Fokus, was zu Unrecht immer mehr zum Randaspekt der Web-Typografie zu verkommen droht: das “Look-and-Feel” von Schrift. Den Schriftcharakter. Das, was eine Schrift repräsentiert und ausstrahlt: ihr Wesen. Entdecken wir auch im Web neu, was gute Typografie seit einem halben Jahrtausend adelt: kreativer, inhaltsorientierter, fantasievoller Umgang mit Zeichen, ihre Kombination, ihre wechselseitige Spannung, ihr visuelles Mantra. Gebrauchen wir auch im Browser das Medium Schrift, um Individualität und Qualität nachzuweisen. Kurzum: Es ist an der Zeit, auch online die “weichen” Schriftfaktoren den vermeintlich “harten” vorzuziehen. Und zwar eindeutiger denn je.

Ein Experiment mit mehr als 3000 Teilnehmern

Eine gewagte These? Ich glaube nicht. Ich habe die Ehre, hier im Design Tagebuch berichten zu dürfen von einem Online-Experiment, das die Fachhochschule Gelsenkirchen Ende 2008, Anfang 2009 unter meiner Leitung durchgeführt hat. Über 3000 Menschen nahmen teil an diesem Experiment, das groß angelegt war: Gemessen wurden die Lesezeiten von 12 verschiedenen Schriftarten, wir testeten verschiedene Schriftgrößen und Zeilenabstände, variierten die Zeilenbreiten gezielt – und kombinierten all diese Faktoren miteinander, was 1440 typografische Test-Konstellationen ergab.

Ganz zum Schluss fragten wir dann noch Sympathienoten für verschiedene Fonts ab – und stellten etwas überrascht fest, dass damit des Pudels Kern getroffen war. Denn außer der Schriftgröße gibt es augenscheinlich keinen “harten” typografischen Aspekt, der in seiner Bedeutung die schlicht ästhetische Wirkung des Schriftbildes überragt.

Dieses Experiment war damit in Aufgabenstellung und Teilnehmerzahl – nach meiner Kenntnis – das ambitionierteste, das bislang gestartet wurde. Weltweit, wohlgemerkt. Doch nun genug geprahlt.

Wie misst man “Lesbarkeit”?

“Gut lesbar” – an welchen Indizien macht sich dieses typografische Kompliment eigentlich fest? Und wenn die Anhaltspunkte für die Güte einer typografischen Anordnung existieren und benannt sind: wie überführt man diese dann, im Folgeschritt, in eine Vergleichs-Einheit, macht sie empirisch messbar? Ein Blick in frühere Studien zeigt: Die Schimäre “Lesbarkeit” ist auf unterschiedliche Weise dingfest zu machen.

Ganz vorweg: Im hier beschriebenen Experiment wurde “Lesbarkeit” mit “Lesegeschwindigkeit” gleichgesetzt. Das heißt: Es wurde unterstellt, dass “gute” Typografie schneller lesbar ist als “schlechte”. Das ist eine durchaus gängige, wenn auch nicht unumstrittene Methode: Man könnte alternativ beispielsweise auch den sogenannten “Wissenszuwachs” als Maßstab für “gute Lesbarkeit” nehmen, gemessen an der Frage: Hat der Leser die Informationen des Textes überhaupt aufgenommen, verarbeitet und verstanden? Nur: wie will man “Wissenszuwachs” messen, ohne den vorigen Wissensstand abzufragen? Und wie kann man vor Test-Beginn das Wissen eines Teilnehmers abfragen, ohne dass er ahnte, worauf er im folgenden Text zu achten hätte?

Einige Forscher haben auch schon versucht, die “Ermüdung” eines Lesers als Indiz für gute oder schlechte Typografie heranzuziehen. Messen kann man diese Ermüdung beispielsweise am Puls oder an der Anzahl der Augenzwinkerer beim Lesen. Beides ist in einem Online-Experiment allerdings reichlich schwer zu verwirklichen.

Das Prinzip “Stolperwort”

Wie aber misst man online Lesezeiten? Unser Experiment war folgendermaßen konzipiert: Alle Teilnehmenden bekamen nacheinander 4 Texte vorgesetzt, in denen jeweils zwei Wörter versteckt waren, die eindeutig den Lesefluss störten, aber durchaus zum Thema passten. Auf diese “Stolperwörter” sollten die Leser klicken. Sobald das zweite Stolperwort entdeckt war, hielt die Zeit an. Aus der Zeit bis zum Entdecken des jeweils zweiten Stolperwortes schlossen wir auf die “Lesbarkeit”.

Noch ein ganz wichtiger Hinweis

Alle Texte im Experiment umfassten um die 110 Wörter. Das bedeutet: Gemessen wurde unter den Bedingungen von klassisch-linearen Lesetexten. Insofern ist zumindest Vorsicht geboten, was das Übertragen unserer Messdaten auf andere Textsorten angeht: Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass die Resultate beispielsweise auch anwendbar sind auf Navigationsleisten-Schriften oder Mini-Teaser, deren Größen ja gerne eher unterdurchschnittlich ausfallen. Es kann genauso gut sein, dass einige unserer Ergebnisse auch auf den stolzen Akzidenz-Typus “Überschrift” anwendbar sind. Sicher ist das allerdings nicht.

SCHRIFTARTEN

Die Fraktur ist fast ausgestorben

Leidenschaftliche Typografen werden aufheulen ob des Grobschnitts dieser Feststellung – aber Fakt ist: wir leben in einer Antiqua-dominierten Schriftkultur. In einer Welt, die dominiert wird von Zeichen, die im Wesen auf die Capitalis der römischen Antike zurückgehen. Und schon folgt der nächste Grobschnitt: Im Kern sind diese modernen Antiqua zwei Großklassen zuzuordnen – nämlich der der serifentragenden und der der serifenlosen Antiqua. Dass die reiche Sphäre der Typografie deutlich feinere Differenzierungen verdient (und auch kennt), sei erwähnt und im folgenden schlicht ignoriert.

Denn Serife gegen Groteske: im Mikrokosmos der Typografen war diese Debatte die prägende des 20. Jahrhunderts. Mit dem Vormarsch der Bildschirmmedien hat sich die Diskussion zwar ein wenig verlagert in der Argumentation, geht aber weiter.

Serife vs. Groteske – hundert Jahre Glaubenskrieg

Wobei man konstatieren muss, dass wir heute – glücklicherweise! – weit entfernt sind von der Unerbittlichkeit, der ideologischen Aufladung, ja der Militanz, mit der die Schrift-Debatte in den zwanziger und dreißiger Jahren geführt wurde. Da verunglimpften die Nazis serifenlose Schöpfungen als “undeutsch”, als “jüdisch-bolschewistisch”, als “volksfeindlich”.

Wobei sie weniger der Schriftformen als solche meinten als jene Menschen, die diese Schriften schufen und einsetzten: die Modernisten, die Vertreter der “neuen Sachlichkeit”, die Gegner des wilhelminischen Pomps in Architektur, Möbelbau und Kunsthandwerk. Wer fürs Dessauer Bauhaus und „De Stijl” war, war für Rationalisierung, für die kompromisslose Versachlichung der Welt, also auch der Schriftzeichen – folglich mussten die Serifen weichen.

Diese Haltung brachte naturgemäß jene auf den Plan, denen die radikale Ausmerzung allen Ornaments zu weit ging. Das mussten, wohlgemerkt, nicht gleich Nazis sein, Protest äußerten auch wertkonservative Ästheten, die sich – durchaus zu Recht – dagegen sträubten, aus ideologischer Kompromisslosigkeit alles über Bord zu werfen, was in vier Jahrhunderten Typografie gereift war und sich bewährt hatte. Serifenlose Schriften empfanden diese Menschen als “grotesk”. Ein Name war geschaffen für den Schrifttypus, der heute geschätzte 90 Prozent aller Webseiten prägt.

Serife vs. Groteske – objektiv steht es unentschieden

Vor allem in den dreißiger und vierziger Jahren machten sich meist angelsächsische Forscher daran, der ideologischen Debatte eine wissenschaftliche Grundierung zu schaffen. Die Ergebnisse sind rasch zusammengefasst: Praktisch keine Studie dieser Zeit (und auch kaum eine spätere) ergab nennenswerte Unterschiede zwischen Serife und Serifenlosen in der objektiven Lesbarkeit.

In der herrschenden Meinung freilich behielten die Serifen tendenziell das Zepter in der Hand: Hilfsweise wurde nun argumentiert, die Serifen betonten und erleichterten die horizontale Leseführung (wie oft lesen Sie vertikal?), die Oberhälften serifentragender Schriften seien eindeutiger zu identifizieren (ich persönlich lese nur ganze Buchstaben) und die Leser mögten keine Experimente, läsen am besten gewohnte Schriftbilder (durchaus ein gutes Argument). Auch die Zeitungen blieben überwältigend mehrheitlich beim Gewohnten, bei der Serife. Half aber alles nichts: Objektiv stand es unentschieden zwischen Serife und Grotesker.

Bildschirm-Typografie: Das Runde muss leider ins Eckige

Und dann kamen die Bildschirmmedien mit ihren eckigen Pixel-Rastern. Und warfen neue, diesmal eher unideologische Fragen auf. Denn die Digital-Prozessoren konstruierten tendenziell grauenhafte Figuren auf die Monitore. Womit wir bei der Bildschirm-Debatte angelangt wären, bei der Monitor-Typografie.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich finde die “Times” am Bildschirm grässlich. Das eckige Monitor-Raster vergewaltigt – vor allem in kleineren Schriftgrößen – diese an sich ja zu Recht populäre Schriftart in die Würdelosigkeit, degradiert feine Serifen zu Klumpfüßen, lässt Rundungen zu abknickenden Vorfahrten degenerieren, Diagonalen zu Steiltreppen und Schwünge zu Sägezähnen. Im Grunde ist es eine Beleidigung der Schriftart “Times”, fein geschöpft Ende der zwanziger Jahre, dass man ihren Wechselbalg am Bildschirm überhaupt beim selben Namen ruft.

Da hilft auch das Prinzip der Schriftglättung nur ein bisschen weiter – jenes Simulieren von Rundungen und Feinstrichen also mittels Grauabstufungen. ClearType heißt diese Technologie, die zumindest in Windows Vista inzwischen Standard ist bei der Schriftdarstellung. Der Original-Times allerdings nähert man sich auch mit diesem Verfahren nur teilweise.

Verpixelt = unlesbar?

Was aber folgt aus dieser Feststellung? Wer sich umhört und ein bisschen liest, wird oft auf einen Kausalschluss treffen: Weil die Times im besonderen, serifentragende Schriften im allgemeinen so schwere Verwüstungen erführen am Monitor, seien sie schlecht lesbar, behaupten viele Autoren. Und sollten daher nicht verwendet werden. Zumindest nicht in Lese-Schriftgrößen. Empfehlenswert seien vielmehr serifenlose Schriften: also “Groteske” wie “Arial” oder “Verdana”, weil sich deren Vergewaltigungen am Monitor vergleichsweise in Grenzen hielten. Und diese These hält sich inzwischen genauso hartnäckig wie die von der Serifen-Überlegenheit auf Papier. Der Einschub sei gestattet: Ich halte beide für falsch.

12 Schriftarten im Vergleich

Welche Schriftarten sollten wir nun ins Rennen schicken für die Vermessung der Browser-Welt? Klar war früh in der Konzeptionsphase des Experiments: Es mussten zumindest die sechs “klassischen” Web-Schriftarten dabei sein – jene sechs also, die vermutet auf nahezu jedem Empfangsrechner weltweit installiert sind und auf deren Verwendung genau wegen dieser Massenverbreitung geschätzte 98 Prozent aller seriösen Webseiten des Jahres 2009 anno domini aufbauen: “Times”, “Arial”, “Verdana”, “Georgia”, “Tahoma” und “Trebuchet”.

Hinzu nahmen wir die “C”-Reihe aus Windows Vista. Denn auch wenn’s mit der Marktdurchdringung des Betriebssystems bisher nicht wie am Microsoft-Stammsitz Redmond gewohnt klappen wollte – es ist wohl davon auszugehen, dass die XP-Nachfolger Vista und 7 sich in den kommenden zwei, drei Jahren auf den PCs weltweit durchsetzen werden. Und mit ihnen die Schriftarten “Calibri”, “Cambria”, “Candara”, “Constantia” und “Corbel”.

Nicht einbezogen aus der “C-Reihe” haben wir lediglich die “Consolas”, ebenso wenig übrigens wie die deutlich ältere “Courier” – diese beiden Monotype-Fonts, deren Buchstaben alle exakt gleich breit geschnitten sind, bewegen sich im Web zumindest derzeit so abseits der Mode, dass uns eine Untersuchung den Aufwand nicht wert schien.

Als zwölfte Schriftart schließlich trat die “Segoe” hinzu – die neue Systemschrift von “Vista”, der nicht ganz zu Unrecht eine staunenswerte Ähnlichkeit mit einer der größten Typo-Schöpfungen der vergangenen 100 Jahre unterstellt wird: der Schriftart “Frutiger”. Unterschätzt hatten wir bei der Konzeption des Experiments allerdings das Potenzial der “Lucida Grande”, die nicht zuletzt durch Twitter einen gewaltigen Popularitätsschub erfahren hat und in den vergangenen Monaten auf immer mehr Webseiten Verwendung findet. Deswegen fehlte sie leider im Experiment. Niemand ärgert sich darüber mehr als ich selbst.

Differenzen, die kaum der Rede wert sind

Das wichtigste Ergebnis des Schriftart-Vergleichs gleich vorweg: Der erwähnte Kausalschluss “Schrift verunstaltet = Schrift schlecht lesbar” scheint schlichtweg nicht haltbar. Betrachtet man die Ergebnisse der Studie, so zeigt sich, dass Vorhandensein oder die Abwesenheit von Serifen für die objektive Lesegeschwindigkeit keine Rolle spielt. Mehr noch: Aus Lesbarkeits-Sicht unterscheiden sich zumindest die 12 getesteten Schriftarten so gut wie gar nicht.

Zwar lasen die Teilnehmer Texte in der Schriftart “Arial” (einer Grotesken) in der Tat am schnellsten. Die schlechtesten Zeiten allerdings kamen ebenfalls bei einer Serifenlosen zustande (“Corbel”). Und was noch viel wichtiger ist: Die Differenz zwischen vermeintlich “bester” und vermeintlich “schlechtester” Schriftart betrug gerade mal 3,9 Prozent in der Lesegeschwindigkeit. Hochgerechnet bedeutet das: Wer einen Text in der Schriftart “Arial” in zehn Minuten durchliest, braucht für den selben Text in “Corbel” zehn Minuten und dreiundzwanzig Sekunden. Darf man aus solchen Werten allen Ernstes verbindliche Empfehlungen ableiten?

Ergebnisse früherer Studien: durchaus bestätigt

Wer forscht, sucht nach Gesetzmäßigkeiten. Wer empirisch erhebt, will aus Daten Prognosen ableiten. Die Frage ist also: Inwiefern sind diese ersten Resultate unseres Experiments generalisierbar? Sind die Ergebnisse anwendbar auf alle Antiqua, die im Web Verwendung finden, also auch auf jene, die wir nicht getestet haben? Sind sie, vor allem, auf jene Schriftarten anwendbar, die noch zu schöpfen sein werden in den kommenden Jahren? An dieser Stelle betreten wir die Sphäre des Spekulativen. Für mich spricht allerdings einiges dafür, die Schriftart-Ergebnisse unserer Studie zu verallgemeinern. Zumal sie hochsignifikant ausfielen in stochastischer Hinsicht und auf Basis einer großen Teilnehmerzahl – und zusätzlich alles andere als isoliert dastehen in der Gesamtschau bisheriger Studien.

Die Varianzanalyse der Daten ergab denn auch: der Faktor “Schriftart” im Ganzen übt keinen so genannten “statistischen Haupteinfluss” auf die Leseleistung aus. Fürs Lesetempo ist die Wahl der Schriftart also statistisch nicht signifikant als Einflussfaktor. Damit deckten sich unsere Ergebnisse mit diversen früheren Studien, in denen samt und sonders zwar hier mal die “Georgia” “gewann”, mal die “Arial” und mal die “Times” – in denen aber nie ein wirklich statistisch bedeutsamer Unterschied zwischen den verglichenen Schriftarten festgestellt wurde (Weisenmiller; Bernard et al.; Boyarski et al; Hill/Scharff; Redelius; Bernard/Mills; Bernard et al.; Tullis et al.; Liebig).

Nicht unterschlagen werden soll allerdings die Studie von Bernard et al., die immerhin ergab, dass die dortigen Testsieger “Times” und “Arial” (die “Times” gewann!) signifikant besser lesbar waren als “Century Schoolbook”, “Courier” und “Verdana”. Allerdings ist festzuhalten, dass insgesamt sieben Schriftarten genauso gut abschnitten wie die Sieger-Lettern – und diese Untersuchung insgesamt sehr vereinzelt dasteht in ihren Resultaten.

Seiten  1 2 3

98 Kommentare

  1. Wow, das ist mal ein mehr als ausführlicher Artikel. Ich gestehe auch dass ich die erste der Drei Seiten jetzt nur zu einem drittel gelesen und den Rest überflogen habe. Werde mir bei Zeiten aber definitiv alles zu Gemüte führen. Gut geschrieben und das was ich flüchtig gelesen habe war bereits sehr informativ.
    Großartige Arbeit!

  2. Das war jetzt fast ne gute Stunde Lesestoff und ich fand ihn sehr hilfreich. Allein schon der Punkt welche Schrift passt zu welchem Projekt. Bei der Zeilenbreite bin ich persönlich der Meinung, dass es leider viel zu viele Seiten mit zu großer Zeilenbreite gibt.
    Danke für diesen sehr aufschlussreichen Artikel. Der ist mal wieder ein festes Lesezeichen wert.

  3. Das Einzige was mich gestört hat war, dass das “>>weiterlesen” gefehlt hat und man mit dem Aufruf vom dt mit dieser Textwand überfallen wurde :p
    Außerdem habe ich nicht sofort mitbekommen, dass es noch eine Seite 2 und 3 gibt. Als ich den letzten Absatz von Seite 1 gelesen habe, wollte ich den Browser schon schließen und habe gerade noch rechtzeitig rechts unten |123| gesehen.

    Der Text ist gut, wenngleich sich ein paar Tipp- und Grammatikfehler eingeschlichen haben. Sollte nochmal jemand drüberfliegen.

    *edit:
    Okay, jetzt ist das “>>weiterlesen” drinnen ;) Dann kann man aber von der Übersicht das |123| wegnehmen, oder?

  4. Nur am Rande.
    Die Frakturschrift wurde offiziell 1941 in Nazi-Deutschland verboten.
    Siehe hier:
    http://www.schreibereien.de/fraktur-verbot.0.html

    Die Grotesk war in ganz Europa verbreitet und ist keine rein deutsche Erfindung.
    Die spätere Sonderstellung der Fraktur in Deutschland, ist der evangelischen Kirche geschuldet, da man sich mit der Schwabcher/ Fraktur, von der katholischen Kirche unterschied. (Luther Bibel)
    Die Nazis haben die Frakturschrift erst zu ihren Zwecken missbraucht und später mit der unwahren Bezeichnung „Schwabacher-Judenletter“ sogar verboten.
    Die Fraktur ist keine Nazischrift, sondern die Schrift der evangelischen Kirche.
    Leider ist den Menschen heute durch die anfängliche Propaganda der Nazis, dem zweiten Weltkrieg und den Dokumentationen darüber, die Fraktur nur als Nazischrift bekannt.
    Außeracht wird gelassen, dass die Kommunisten bis 1933, auch die Fraktur für ihre Wahlplakate verwendete, wie es heute die APPD auch wieder tut.
    Die arme Fraktur.
    Man tut ihr bis heute unrecht… zu einer Wiedergutmachung, oder Geschichtsberichtigung ist es in Deutschland bist heute nicht gekommen.
    Dadurch wird die die Fraktur zum zweiten Mal missbraucht.

  5. Interessante Studie, doch das Ergebnis ist für mich enttäuschend. Darüber hinaus bin ich nicht vollständig überzeugt, dass die meisten der genannten Faktoren keinen Einfluss auf die Lesbarkeit haben sollen. Das wiederspricht so vollständig meinen Erfahrungen.
    Bei der reinen zeitlichen sowie der subjektiven Analyse, wie sie hier durchgeführt wurden, sind also keine signifikanten Unterschiede zu erkennen. Wie wäre es dann mit einer ergänzenden Studie mit Blickbewegungsregistrierung (Eye-Tracking), vielleicht lässt sich damit Signifikanteres feststellen.

  6. Die dynamische Arial, so, so… Guter Artikel, aber ich weiß nicht recht, ob ich die Umfrageergebnisse in meine zukünftigen Schriftwahlen einbeziehen soll – bei solchen Ergebnissen.

  7. Ein wirklich hervorragender Artikel, den ich mit großem Interesse gelesen habe, zumal mir während meiner Ausbildung hier angezweifelte Dogmen eingebleut wurden. Ich finde es auch nicht schlimm das die Ergebnisse nicht sehr eindeutig ausfielen (größtenteils).

    Auch die Art der Formulierungen und des leicht humoristischen Untertons, welcher bisweilen vorherrscht, hat mir sehr gefallen. Wenn die Qualität der zukünftigen Gastautoren auf diesem Niveau bleibt, freue ich mich darauf.

    Danke Martin für den Artikel und Danke Achim das du das “dt” für solche Artikel geöffnet hast!

  8. Habe mehrfach versucht zu kommentieren, aber mit drei Links ist das anscheinend nicht möglich. Das ich damit in die Moderationswarteschlange war mir klar, aber dass ich gar nicht kommentieren kann ist echt ärgerlich.

    Die Live-Preview hat irgendeinen Bug und hat ständig einen Javascript-Fehler verursacht (“Soll das Skript gestoppt werden?”) und hat die Anführungszeichen typographisch umgewandelt, so dass der Link nicht mehr zu gebrauchen war. Irgendwann habe ich es dann endlich geschafft (indem ich einfach die Anführungszeichen weg gelassen habe, nicht unbedingt valide) und dann sagte mir das Blog, dass ich ein Spammer bin und mich wieder zurückgeschickt. Das Spiel habe ich jetzt dreimal gespielt und jetzt habe ich keine Lust mehr.

    Für die falschen Anführungszeichen im Text wollte dieses Plugin empfehlen:
    http://dossier.dunker.de/intypo
    und sonst den Text loben und ein paar weiterführende Links posten, die das Ganze bestätigen und mehr aus der Praxis kommen. Das versuche ich vielleicht als Trackback. Jetzt habe ich erst einmal keinen Bock mehr. :-(

  9. Danke für diese sehr ausführliche Studie. Besonders Seite 3 fand ich sehr interessant und informativ. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl zu den 3000 Probanden zu gehören (via Beitrag im http://www.flashforum.de).

    Mit der absehbaren Verbreitung der neuen Vista-Schriftenreihe werden die typografischen Potenziale im Web immens wachsen.

    Solange diese nicht auch standardmäßig auf dem Mac verfügbar sind wird zumindest der Großteil der Kreativbranche einen Bogen um diese Schriften machen.

    Denn die Typografie, vor allem die Web-Typografie, sie droht unter die Räder zu geraten von Technokraten, von selbsterkorenen Lesbarkeits-Optimierern, von halbinformierten Systemadministratoren, von lehrbuchtreuen Mediengestaltern, die uns seit Jahren eine Web-Welt voller ”Nur-Verdana”-Seiten bescheren.

    Ich kann dieser Aussage nicht ganz folgen. Der nach meiner Ansicht einzige Grund, weswegen das HTML-basierte Internet vorwiegend in Verdana umgesetzt ist liegt am Mangel an Alternativen. Verdana ist nun mal zusammen mit Arial die einzige websichere Grotesk-Schrift. Und daran werden auch die neuen Vista-Fonts nichts ändern (siehe oben). Man kann dieses Problem allerdings seit 10 Jahren umgehen, indem man Flash benutzt.

    Darüberhinaus allerdings muss man sich schon tüchtig ins Zeug legen, um es der Leserschaft so richtig schwer zu machen.

    Unlesbarkeit im Web geht ganz einfach. Man muss eine kleine Schrift einfach nur auf kursiv stellen. Besonders bei Antiquas wirkt das wahre »Wunder«. :o)

  10. Klasse Arbeit, spricht mir aus der Seele. Es ist immer wieder beachtlich wie viele Leute zu wissen glauben, was lesbar ist und was nicht. Die Zeitschrift TYPO hat das Thema auch einmal sehr umfangreich behandelt, mit dem Ergebnis, dass im Bezug auf Lesbarkeit eben rein gar nichts sicher ist.
    Dasselbe gilt, meiner Meinung nach, auch für die immer wieder angestrebte platzsparende Schrift.
    Ich bin selbst Schriftentwerfer und für mich wandern die vermeintlich absoluten Regeln der Typografie immer mehr in den Hintergrund.
    Gestaltung ist immer ein konkreter Einzelfall und selbst dann schwer zu beurteilen.

  11. Ich habe bisher erst Seite 1 gelesen, werde aber im Laufe des Tages auch noch den Rest der Studie lesen. Bisher aber schon mal ein großes Lob! Viele unserer Meinungen treffen sich exakt. Ich arbeite in einer Webagentur und probiere gerne immer einmal wieder in neuen Screens, andere Schriftarten einzuführen, die leider immer wieder von meinem Chef mit deinen genannten Argumenten (Serifen = schlechte Lesbarkeit am Monitor etc.), verworfen werden.
    Bin sehr gespannt auf die nächsten 2 Seiten!

  12. … in der Kürze liegt die Würze. Wissenschaftlich kann auch kurz und knackig sein. Mir sei der Zweifel gestattet, ob die Schriftwahl von Systemschriften für eine solche Untersuchung die Richtige ist und ob der Aufwand sich lohnt für Erkenntnisse die zugegeben in der Breite nicht so bekannt sind, aber offensichtlich. Insgesamt lobe ich aber die Beschäftigung mit dem Thema.

  13. Sehr lesenswerter Artikel. Danke!

    Ich möchte zur Schriftgröße noch auf zwei Faktoren hinweisen, die sicher außerhalb des Testumfangs der Studie lagen:

    Objektive Größe ist etwas anderes als subjektive Größe.
    Wenn ich Bildschirmtext mit Brille lese – Sehstärke -4 dpt – so empfinde ich ihn als etwa 20% kleiner, als wenn ich Kontaktlinsen benutze. Ähnliche Wahrnehmungsunterschiede erleben sicher die meisten Brillenträger.

    Schriften mit hoher x-Höhe wie Verdana oder DejaVu Sans können auf Rechnern, wo sie nicht vorhanden sind (ja, die gibt es!), kaum ersetzt werden. Deshalb sollte man sich bei der Angabe der Schriftgröße an den Schriften orientieren, die als Ausweichvariante angegeben wurden und ein »üblicheres« Größenverhältnis aufweisen.

    In meiner eigenen Praxis arbeite ich nur mit der Schriftgröße, die sich der Leser eingestellt hat. Wer 40px braucht, ist willkommen; das Layout paßt sich an. Davon sähe ich gerne mehr.

  14. Zu den Monitorfonts könnte man auch noch den Krieg OSX vs. Windows-Darstellung nennen. Beim PC werden gerade kleine Schriftgrößen oft leicht verzerrt, weil mit Cleartype die Linien ans Monitor-Raster angepasst werden, um scharf auszusehen. Bei OSX wirds dagegen typografisch korrekt dargestellt, wirkt aber oft unscharf, weil die Linien oft interpoliert werden. Zum Teil wirken die Zeichen aufm Mac auch ganz anders.

    http://www.mnn.ch/blog/wp-content/uploads/2007/12/schriften.png

    Gibt da auch wieder Leute, die meinen dass ne scharfe Schrift besser lesbar ist und Leute, die meinen dass ne unverzerrte Schrift besser lesbar ist…

  15. Danke für die Veröffentlichung dieser Studie. Dirk Wendt beobachtete in seinen Untersuchungen in den frühen 1990ern bereits eine leichte Überlegenheit einer Grotesk gegenüber einer Serifenschrift. Was er auf den vermehrten Gebrauch der Groteskschriften zurückführte. Das erklärt auch, warum in obigen Tests die Leser in vielen Bereichen Arial und Verdana bevorzugten. Jedenfalls ein weiterer Beleg, der mit der Mär der besseren Lesbarkeit von Serifenschriften aufräumt. Anmutung und Lesekomfort sind eher die entscheidenden Faktoren.

  16. Hallo,

    besonders den Abschnitt über die beste Schrift korrespondierend mit dem Inhalt finde ich hochinteressant. Times steht für Politik… wenn das nicht gelernt ist :)
    Da ich das intuitiv einfach geahnt habe, hab ich meinen Blog (Magazin…) deswegen auch mit der Times gestaltet. (Achtung Werbung: http://weltreiselustblog.wordpress.com/).

    Grüße
    Weltreiselust

  17. Solange noch mehr als 10 % der Nutzer einen IE 6 als Browser verwenden, glaube ich nicht an die Schrift-Revolution der Vista-Schriften. Ansonsten jedoch ein interessanter Artikel.

  18. Die Lesbarkeit der Texte hat für Menschen mit Legasthenie oder Lernschwierigkeiten einen viel größeren Wert, als für andere Leser. Damit steigen die Ansprüche an die Typografie.
    Leider hat die Untersuchung die Chance verpasst, die gut lesbaren Typo für diese Gruppe im Vergleich zu “normalen” Schriften zu untersuchen.
    Beispiele: FS Me, New Helvetica 55 oder Read Regular.
    Vielleicht würden ja nach dieser Untersuchung auch Microsoft und andere Hersteller eher bereit gewesen, diese Schriften in der Zukunft als Standart einzusetzen?
    Vorausgesetzt natürlich, die Typos würden das Rennen um den besten Lesefluss für sich entscheiden.
    Trotzdem finde ich die Untersuchung sehr gut – bitte mehr davon! :-)

  19. [...] Die gefühlte Lesbarkeit | Design Tagebuch Serife gegen Groteske: die Lehrbuch-Meinung unterstellt beharrlich Qualitätsunterschiede, die offenkundig nicht existieren. Eine neue Studie zeigt: Viel wichtiger als die oft beschworene “objektive” Lesbarkeit ist, was eine Schriftart ausstrahlt – ihr „Look and Feel”. (tags: fonts lesbarkeit web 08/2009 2009 schriften) [...]

  20. Vielen herzlichen Dank für den Beitrag. Wirklich kurzweilig und verständlich aufbereitet.
    Was mich jedoch noch interessieren würde, ist, wie dieses Experiment umgesetzt wurde. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann wurde das Experiment nicht zentral durchgeführt?! D.h. das solche Störgrößen wie die Umgebung und deren Geräusche (Schreibtisch/Café/auf der Straße/…) durchaus eine Rolle gespielt haben könnten? Und wer hat an dem Experiment teilgenommen? (Lesegewohnheiten/Bildungsstand/…)
    Es wäre toll, wenn man noch etwas über den Versuchsaufbau erfahren könnte. Besten Dank.

  21. Ein sehr interessanter Artikel. Als Gestalterin mit Liebe zu Printbereich stehe ich heutzutage oft vor der Herausforderung, mich doch als Webdesignerin behaupten zu müssen. Da ist man schon versucht, immer wieder auf das gleiche, bewährte Pferd zu setzen, auch, weil einem die bekannten Sprüche (siehe Text) noch in den Ohren klingeln. Da ermutigt mich dieser Text, beim nächsten Mal vielleicht etwas anderes zu probieren.

    Als OSX-Benutzerin habe auch ich zunächst die Lucida Grande in den Aufstellungen vermisst. Auch wenn Apple erst einmal “die” Computermarke für Gestalter bleibt, gewinnt sie doch auch in der breiten Bevölkerung immer weiter an Marktanteilen (Sogar mein 60 jähriger Vermieter besitzt einen!). Als Standard-Bildschirmschrift dieser Rechner hätte die Lucida entsprechend Berücksichtigung finden müssen – naja, vielleicht beim nächsten Mal. Im Übrigen finde ich diese Schrift sehr angenehm…

    Interessant finde ich auch, dass einige Urteile schon auch von Gewohnheiten geprägt sein müssen. Ich persönlich kann mir anders nicht erklären, warum die Arial sowohl in puncto Eleganz als auch Dynamik so weit vorne liegt. Allein das wäre mal eine tiefergehende psyhologisch-neurologische Studie wert…

  22. Hallo Martin,
    ein sehr spannender Beitrag, den ich im übrigen gerne auf unserer Website http://www.evoq.ch zitieren werde. Das Thema liegt wohl allen Gestaltern am Herzen. Oft ist man ja frustriert beim Webdesign, da es nicht nur sehr viele funktionale und technische Einschränkungen gibt, sondern ebenfalls auch über die Verarmung der Typografie.
    Aber es gibt auch andere Tendenzen: Bei den Zeitungsportalen gibt es eindeutig den Trend zur Angleichung des digitalen an das physische Medium. Will heissen: die heutigen Portale grosser Zeitungen sind nicht mehr Arial-Friedhöfe, sondern sehen auch online zunehmend aus wie die physische Verwandte auf Papier. Und strafen damit an vorderster Front die Behauptung Lügen, ein Mengensatz lasse sich am Bildschirm nur in Arial oder Verdana liegen. Ebenfalls sind die technischen Einschränkungen der Webtypografie immer weniger gegeben. In dem Zusammenhang möchte ich besonders auf die Arbeiten unserer Kollegen http://informationarchitects.jp/ in Tokio hinweisen, die in jüngster Zeit einige Zeitungs-Websiten überarbeitet haben, so zum Beispiel den Zürcher Tagesanzeiger: http://www.tagesanzeiger.ch.
    Besserung ist also in Sicht, und wir Gestalter sollten nicht zögern, Typografie im Web neu zu denken.

  23. Ich muss gestehen, dass ich auch so eine VERDANA Schlampe bin, habe gestern Abend noch, nachdem ich diesen Appell gelesen habe, direkt bei einem aktuellen Projekt die Verdana verdammt… und gegen die TREBUCHET getauscht. Heute morgen gefiel sie mir aber nicht mehr und ich habe es mit der ARIAL versucht, bis 12 Uhr war diese auch drin im Lead-Layout, bis ich vor wenigen Minuten wieder auf die Verdana umgestiegen bin… . Es ist nicht so einfach von der Verdana wegzukommen, aber eine stupide STANDARD NUTZUNG ist auf Dauer auch keine Lösung, wobei die Alternativen die uns zu Verfügung stehen auch verdammt bescheiden sind… .

  24. Ich hab noch etwas vergessen.. mich würde interessieren, ob die Probanten bei der Beurteilung der Schriftarten wussten um welche es sich handelt! Also wurde der Name der Schriftart dabei genannt oder sollte man lediglich einer Inkognito-Schriftarten beurteilen. Die teilweise starke Tendenz zu Arial verwundert nämlich auch mich. Hätte man in dem einen oder anderen Fall auch die Arial als bsp. eleganteste Schrifart gewählt, wenn man nicht gewusst hätte, dass es die Arial ist sondern Schriftart XY?

  25. @Antje: Lucida Grande hat keinen Kursivschnitt. Für den Lauftext eigent sie sich daher nicht so gut. Denn dann muß man entweder auf Kursive verzichten oder seinen Lesern eine vom Browser schräggestellte Schrift (Stichwort: »Slanting«) zumuten. Und wer will das schon?

  26. Wer hat denn da die Anführungszeichen verwechſelt …? Noch mal zur Erinnerung, deutſche Anführungszeichen gehen ſo: „ “, oder auch » «. “ ” iſt die engliſche Variante.

    Außerdem hätte SCHRIFTGRÖẞEN ein Verſal-ß vertragen können, bzw. wenn das nicht geht gezwungenermaßen SS, aber klein Buchſtaben in Verſalien ſehen nicht gut aus.

    Ja, mir iſt bewuſſt, daſs ich mit langem ſ ſchreibe :-). Die Paſſage über die Fraktur :-( habe ich einfach mal überleſen.

  27. Schade, dass das Thema „Lesbarkeit“ derart einseitig beachtet wird:

    • Verschiedene Varianten der Anführungszeichen (ASCII: “” deutsch: „“ englisch: “”) werden (gerne auch innerhalb eines Satzes) gemischt gebraucht.
    • Das zur besseren Lesbarkeit mehr und mehr Verbreitung findende Versal‑ß wird nicht verwendet.

    Ferner im pdf:
    • Mehrfach ist die letzte Zeile einer Seite eine neue Überschrift.
    • Bilder/Graphiken werden uneinheitlich linksbündig oder zentriert eingefügt; mal mit einer Leerzeile davor oder dahinter, mal gänzlich ohne.

    Sicher sieht man solche Fehler häufig. Wenn das Fazit des Text aber lautet: „gute Typografie schmeichelt dem Inhalt wie dem Auge“, dann werden sie besonders auffällig und befremdend.

    Aufgrund der Fülle der typographischen Fehler könnte man gar Absicht vermuten…

  28. Danke für den wirklich guten Artikel. Eine Anmerkung habe ich jedoch: Wenn du schreibst “Lesbarkeit” meinst du eigentlich (wenn ich die Erbsen zählen darf) “Leserlichkeit”, jedenfalls verstehe ich den Artikel so.
    Ich denke, dass man sich durch trennscharfe Nutzung der Terminologie sehr gut von der Masse der “halbinformierten Systemadministratoren” und “Spiegel-Lesern” abheben kann ;-)

  29. eine unzahl von faktoren beeinflusst die lesbarkeit, diese messbar (abtesten) zu machen ist mutig. daraus schlüsse zu ziehen ist auch mutig. zumindest (so lese ich diesen artikel) ist es ein versuch ordnung in das chaos zu bringen – dazu danke.

    einfach zum lesen: “lesetypografie” von willberg und forssmann – oder wie ich die kunst der lesbarkeit verlernen musste – weil die technik es nicht erlaubt.

  30. Die Idee, Autoren gastieren zu lassen, finde ich sehr symphatisch. Danke für die Downloadmöglichkeit. Schon nach der ersten Seite der Longversion finde aber, dass das DT-Summary irgendwie etwas unglücklich kurz ist. Was schließlich heißt Lesbarkeit, drängt sich als Frage in den Vordergrund, noch bevor man das Versuchsdesign kennt.

    In der Summary hätte ich auch gerne etwas zum Thema Zugänglichkeit erfahren. Gibt die Studie darüber repräsentativ Auskunft?

    Jedenfalls bleibt DT wirklich spannend.

  31. @Stephan: Der Begriff “Leserlichkeit” ist ein ziemlich “akademisch-linguistischer” und in der Gestaltungswelt zumindest ausgesprochen unüblich. Eines der Standardwerke heißt denn ja auch “Typografie: Wege zur besseren Lesbarkeit” (Rehe 1981) ;-)

    @all: danke für die tollen Rückmeldungen (und Anregungen). Ich komme seit gestern aus dem Rot-Werden gar nicht mehr heraus. Werde mal einige Statements sammeln und dann, wenn gewünscht, gebündelt antworten.

  32. Ein sehr interessanter Beitrag! Ich habe mit dem Thema Desin nichts zu tun (außer als “Anwender”) und habe mir den Text dennoch komplett durchgelesen. Weil’s interessant ist und weil’ gut geschrieben ist.
    Ich hätte nicht gedacht, dass die Typographie so wenig Einfluss auf die Lesbarkeit hat.

  33. Der Artikel ist spitze, ich bin aber über ein ähnliches Problem gestolpert wie pico. Ich hätte die Seiten 2 und 3 ohne seinen Kommentar nie gelesen, da ich das dt als rss-feed (Outlook 2007) lese und mir nur die erste Seite angezeigt wurde.

    Trotzdem Danke für den täglichen Lesestoff.

  34. Der Artikel ist spitze. Ich hab mir oft überlegt ob meine LaTeX Dokumente mit einer anderen Schrift noch besser aussehen könnten. Ausprobieren wollte ich es nicht weil die meisten Menschen an den Standard gewöhnt sind und diesen auch schnell vermissen.

    Aber nun werde ich mal mein glück versuchen und ein wenig experimentieren.

  35. Toller Aritkel – zu den „C-Schriften“ habe ich aber noch eine Anmerkung. Zwar mag die Prognose über ihren zukünftigen Verbreitungsgrad richtig sein und auch an der Bildschirm-Lesbarkeit scheint es wenig zu bemängeln zu geben – aber auch das reicht für eine Verwendung in HTML-Dokumenten nicht. Vielmehr gibt es doch ein KO-Kriterium für ihre Verwendung auf Webseiten: Die neuen Schriften sind aus unerfindlichem Grunde völlig anders vermaßt als die etablierten (wie auch der Schriftgrößen-Tabelle zu entnehmen ist) sodass ein „abwärtskompatible“ Deklarierung mit Ersatzschriften nicht möglich ist.

    Während soetwas wie „Verdana,Helvetica,Arial,Geneva“ problemlos funktioniert, da das Nichtvorhandensein von Schriften und der Rückgriff auf eine weiter rechts stehende Schrift wenig an der x-Höhe ändert, sollte man „Calibri,Verdana,Helvetica,…“ unbedingt meiden, da man es hier mit stark schwankenden Schriftgrößen zu tun hat. Um etwa die Calibri so groß wie eine Verdana 11px darzustellen, müsste man sie mit 13px deklarieren, was für eine Verdana natürlich wiederum viel zu groß wäre.

    Mit dem Vorhandensein und Nicht-Vorhandensein von Schriften würde der Webdesigner bei der Verwendung eine „C-Schrift“ also auch Schriftgrößen-Lotto spielen, was in den wenigsten Fällen akzeptabel sein dürfte. Und da es in CSS keine „bedingten“, also mit bestimmten Schriftarten verknüpfte Schriftgrößen gibt, wird man auf die „C-Schriften“ verzichten müssen, solange man nicht sicher sein kann, dass sie installiert sind. Also: leider immer.

    Microsoft hat den „C-Schriften“ also einen ziemlich dicken Kotz ans Bein gebunden, was ihre Verbreitung im Webdesign angeht. Und wer sich fragt, wieso die nach mehr Auswahl lechzenden Webdesigner weiterhin Verdana einsetzen, dürfte jetzt wissen, warum: Sie müssen leider.

  36. @Gero

    Es gibt in CSS eine Eigenschaft, die sich »font-size-adjust« nennt, damit kannst du genau dieses Problem beheben. Zwar ist die Browser-Unterstützung noch nicht weit fortgeschritten, wird aber mit Sicherheit besser. Mehr Infos dazu siehe hier

    Ansonsten:
    Sehr guter Artikel auf den ich sicher noch öfter schauen werde. Wünschenswert wäre eine genauere Beschreibung der Testbedingungen gewesen. Ich kann mir bei einem Test, der nicht für alle Teilnehmer am selben Ort unter gleichen Bedingungen stattfindet, schwer vorstellen, dass man momentane persönliche Verfassung, Beschaffenheit des Ausgabegeräts (groß/klein, gut/schlecht, neu/alt, Helligkeit, Kontrast) oder äußere Einflüsse (Dunkelkammer oder Sonnenschein, Lärm oder Ruhe) außer Acht lassen kann.

    Oder kann man sagen, dass man diese Faktoren vernachlässigen kann?

  37. @ Christoph

    Sicherlich kann man diese Faktoren nicht vernachlässigen, da sie auf das Lesen/die Lesegeschwindigkeit mitunter einen erheblichen Einfluss haben. Meine Fragen weiter oben zielten in die gleiche Richtung.

  38. @Christoph
    Ich weiß, aber die Browserunterstützung für diese Eigenschaft fehlt ja auf absehbare Zeit genau dort, wo man sie gerade braucht. Ich würde „font-size-adjust“ allenfalls zum Finetuning, niemals aber für eine so grundlegende Aufgabe wie das Angleichen einer häufig verwendeten Schriftgröße verwenden.

  39. Denke ebenfalls, das gleichbleibende Testbedingungen für eine wissenschaftliche Auswertung unerlässlich sind. Allerdings ist das im Rahmen einer FH-Untersuchung mit so vielen Probanden kaum umzusetzen. Deshalb trotzdem ein guter Beitrag und ich denke der zeigt die tendenzielle Richtung an – schließlich sitzt der User ja auch nicht in einem sterilen Raum. Also nah am Leben und keine akademische Theoriebetrachtung ;-)

    Greetz
    Till

  40. ein sehr umfangreicher artikel. herzlichen dank für dessen veröffentlichung!

    einen klitzekleinen aspekt vermisse ich, der zwar nur indirekt mit typografie, dafür aber umso mehr mit lesbarkeit zutun hat. mir begegnen jeden tag seiten, die nicht nur wegen ihrer zu kleinen schrift schlecht zu lesen sind, sondern vor allem aufgrund ihrer farbwahl (kontrast typo/hintergrund). mich würde in der hinsicht besonders interessieren, ob schwarz auf weiß wirklich das nonplusultra in sachen lesbarkeit ist.

  41. Danke sehr interessant. Kommt den Gestaltern sicherlich sehr gelegen, dass sie die Grauwerte quasi als graphische Fläche gestalten können.
    Allerdings hätte ich einige Anwendungen aus meiner eigenen Leserfahrung.
    1. Bei 100 Worten wird das Auge natürlich kaum müde. So weit kann man sich immer plagen. Aber 25 Sekunden ist natürlich nichts im Vergleich zur Belastung ünber längere Lesestrecken.
    2. Dass die Textbreite und der Zeilenabstand keine Beudeutung haben, ist schlicht Kappes. Empfehle jedem Graphiker mal von Peter Weiss “Ästhetik des Widerstands” zu lesen, wenigstens 10 Seiten. Danach weiß man: Breite Zeilen sind auf die Dauer enorm anstrengend, zumal wenn es keine Absätze gibt.
    3. Die Ermüdung beim Lesen hängt eng davon ab, wie die verschiedenen Parameter aufeinander eingestellt sind, also das gesamte typografische Bild: Schriftgröße, Zeilenbreite, Zelenabstand und Absätze können es dem Leser schwer machen (=zusätzliche Konzentration abverlangen, in der Zeile zu bleiben) oder eben leichter. Wenn man mal die Extremfälle auf wenisgtens zwei, drei Seiten untersuchen würde, würde das sehr klar werden (z.B. kleine Schrift + breite Zeilen + wenig Durchschuss + geringer Wortabstand + wenig Absätze = total anstrengend zu lesen und die Lesegeschwindigkeit würde mit Sicherheit mit der Zeit drastisch sinken, bis der Leser schließlich eilig davonhüpft).
    4. Mich hat die Lektüre des Artikels übrigens angestrengte, weil ich die Zeilen zu breit fand. Leider war die Zeilenbreite nicht veränderbar. Buchstaben wurden durch Ctrl+ nur größer – Zeilen dadurch noch unübersichtlicher. Sorry, das ist keine gute Typografie.
    Wie gesagt, Hauptkritikpunkt ist die Irrelevanz der kurzen Texte. Bei langen Fließtexten wird Lesbarkeit weiterhin ein Krterioum bleiben, auch wenn Gestalter nur auf die Flächen gucken.

  42. Hallo Bob und Hnas,

    Empirie ist immer der wissenschaftliche Versuch, subjektive Empfindungen auf ihre objektive Stichhaltigkeit zu prüfen. In diesem Sinne ist es natürlich euer gutes Recht, unsere Ergebnisse anzuzweifeln mit der Feststellung, diese widersprächen eurer typografischen Alltagserfahrung. Allerdings waren es ja gerade Alltagserfahrungen wie Eure, die wir einem Test unterziehen wollten. Von daher dreht sich die Argumentation ein bisschen im Kreis. ;-)

    Was ich da schon eher verstehen kann, ist, dass Fritz Brett die Methodik meiner Untersuchung anzweifelt. Ich stimme Dir sogar zu, Fritz, dass 110-Wort-Texte vielleicht eine konzentrierte Lese-Session am Bildschirm nur bedingt simulieren können. Mit der Textlänge hatten wir auch lange zu kämpfen, denn

    a) wollten wir den Zeitverzögerer “Scrolling” ausschalten, so dass alle Texte auf einen Normal-Screen (1024×768) passen mussten.

    b) wollten wir die Abbrecherquote (online sehr hoch nach aller Erfahrung) möglichst klein halten, also eher viele kleinere Impulse als einen mächtigen Textblock anbieten.

    Ich nehme also Deinen Einwand durchaus Ernst. Erwidern möchte ich mit folgender These: Echtes “Streckenlesen” spielt im Web meines Erachtens (außer bei meinem Beitrag *g*) eher eine untergeordnete Rolle gegenüber dem Phänomen des “Immer-wieder-Ansetzens”, des stetigen Neu-Beginnens von Texten. Und dieses “skimmende” Lesen haben wir, so meine ich, mit dem Experiment gut simuliert.

    Ferner möchte ich Dir nahelegen, auch die von mir angeführten älteren Studien zur Lesbarkeit am Bildschirm mal etwas genauer anzuschauen. Dort waren die Textumfänge oft größer, die Resultate allerdings entsprachen den unseren sehr.

    Schönen Abend @ all

  43. Ich denke, Fließtext muss rein praktischen Gesichtspunkten folgen. Eine Schrift muss in erster Linie gelesen werden können. Dafür ist eine gute Darstellung am Bildschirm nötig, nicht theoretisch gutes Aussehen einer Schrift.

    In der Praxis haben die Leser keine Adleraugen, sind die Bildschirme nicht optimal etc. Verdana und Georgia sind die zwei am weitesten verbreiteten Schriften die zugleich ursprünglich für Bildschirmdarstellung entwickelt worden sind. Diese werden überall am besten dargestellt.

    Erst dann, wenn Bildschirme eine Auflösung von 200dpi haben kann man sich über Schönheit von Schriften für den Fließtext befassen. Das ist bislang nur bei einigen Handys der Fall.

    Die Schriftgrößen in Pixel anzugeben ist grundsätzlich falsch. Manche Leser wollen größere Schrift, manche kleinere Schrift. Unter MacOS gibt es bekanntlich eine andere Basis-Auflösung und daher bei selber Pixel-Angabe erhebliche Größenunterschiede zu Windows.

    Dem Standard entsprechend dürfte eine Schrift mit Angabe in Pixel über den Browser nicht veränderbar sein, wenngleich das nur IE macht.

    Es darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass jede Website nur eine von vielen ist, auf der der Besucher lesen will. Ein guter Wert meiner Erfahrung nach ist es demnach, die Schrift auf 76% der Größe einzustellen mit 1.4em Zeilenabstand und einer Zeilenlänge von 60 bis 80 Zeichen für Fließtext.

    Typografisch austoben mit Schönschriften kann man sich bei Überschriften oder sonstwo, aber nicht im Fließtext.

    Einen Text mit 100 Zeichen kann ich fast in jeder Schriftart und Schriftgröße problemlos lesen. Das ist ja nicht das Problem. Bei längeren Texten zeigen sich dann die Unterschiede.

    Im übrigen wäre Liquid design wesentlich wichtiger als die Schriftart. Das sind keine Papierseiten mit einer fixen Größe, sondern beim Besucher höchst unterschiedlich große Bildschirme resp. Browserfenster. Das sollte man vorerst einmal realisieren.

    Das Design dieser Seite ist leider sehr wenig vorbildlich. Es konnte mir noch niemand erklären, welchen Sinn es überhaupt haben soll einen Text auf mehrere Seiten aufzuteilen, wenn davon jede Seite sowieso länger als eine typische Bildschirmhöhe ist.

  44. Respekt für diese Grundlagenforschung. Einen Hinweis habe ich aber doch: Das was wir heute als »Antiqua« bezeichnen, geht eigentlich nur im Hinblick auf die Versalien auf die römische Capitalis zurück; die Kleinbuchstaben hingegen entstammen der karolingischen Minuskel. Erst in der Renaissance wurden die beiden Schriftgenerationen zu dem Gemisch, das wir heute als Antiqua bezeichnen. Diese eher zufällig entstandene Kreuzung erklärt m.E. auch die ästhetisch oft stimmigere Anmutung von typografischen Lösungen aus reinen Groß- oder reinen Kleinbuchstaben – nicht umsonst entscheiden sich Gestalter bei der Gestaltung von Logos (intuitiv?) überwiegend für die Verwendung von »typo« oder »TYPO« und weitaus seltener für die Mischung. Allerdings ist bei dieser Art von Anwendungen die Lesbarkeit im oben beschriebenen Sinn natürlich zweitrangig … ;-)

  45. Interessant für mich wäre noch die Information ob die Testpersonen die
    Schriftnamen ebenfalls wußten und dadurch eventuell mit beeinflusst wurden.
    Nach dem Stil: „Oh die Arial nehme ich im Word auch immer, die ist gut“
    Damit wären natürlich doch recht signifikante Verzerrungen möglich obwohl das
    wahrscheinlich nicht der Fall war da die doch recht unbegante Segoe doch
    recht gute Werte bekam.

    :

  46. ich sag auch Danke für die Mühe

    bei der “Zeilenbreite” bin ich irritiert, denn wenn ich für kürzere Zeilen plädiere mein ich all diejenigen, die ein 100% Layout haben, da hat man bei einem 1440px breiten Bildschirm schon mal eine Zeile mit locker 850px Breite – da gehts nicht um 90 Anschläge oder nur 45 – das sind völlig andere Dimensionen —

    diese 90 Anschläge orientieren sich für mich zu sehr am PrintDesign – das ist fürs Web noch nicht *breit*

    solang die Browser und Betriebssysteme kaum ein mehr an Schriften anbieten ist dies aber alles Zukunftsmusik, –leider

    lg

  47. Danke für den ausführlichen Beitrag, der sich auf eine aussagekräftige Studie bezieht und einen relativ neuen Aspekt, den des Look & Feel einer Schriftart thematisiert.

    Wenn es dann also doch bei Verdana mangels Alternativen bleibt, dann muss das Look & Feel eben über andere Elemente reinkommen. Welche könnten das sein? Schöne Trennergrafiken?

    Dass die drei Seiten recht lang sind, ist mir auch aufgefallen, aber nicht weil es unangenehm gewesen wäre, sondern weil ich immer dachte, ich bin der Einzige, der so lange Seiten macht, lach.

    In welcher Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand wurde denn der Artikel von Ihnen erstellt? Ich kann es dem Code leider nicht entnehmen. Oder kann mir da jemand anderes helfen? Finde das sehr gelungen.

    Grüße,

    MD

  48. Am meisten wird die lesbarkeit eines textes durch kürzen erhöht, wenn ich mir diese bemerkung erlauben darf, will sagen: weniger wäre mehr gewesen!

  49. Ein sehr schöner Beitrag. Ich denke wie lesbar eine Schrift am Bildschirm “wirkt”, häng auch davon ab wie “abgenutzt” die Schrift ist. Von Zeit zu Zeit ändern sich die Geschmäcker da eine Schrift auch langweilig werden kann, wenn man sie zu oft sieht. Aber gut, dass die Schriftauswahl mittlerweile dank der Webfont-Technologie nicht mehr beschränkt ist.

  50. Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen nachdem gestern die Frage auftauchte, welche Schriftart für einen Blog zu bevorzugen sei. Die Auswahl beim Fragesteller waren Lucida und Arial und ich tendierte eindeutig zu Arial, da hier die Typen proportional besser angeordnet sind.

    Die Lucida, die hier leider zu erwähnen vergessen wurde hat für meine Begriffe eine sehr verbesserungswürdige “Spationierung” der einzelnen Buchstaben. Im Fließtext sieht es bei dieser Schrift immer wieder so aus, als seien einzelne Wortbestandteile gesperrt dargestellt, was sich für mich als störend im Lesefluss erwies – übrigens nicht nur ich habe der Arial den eindeutigen Vorzug gegenüber der Lucida gegeben, sondern die Mehrheit der befragten BloggerInnen.

    Ganz wichtig für die Lesbarkeit ist aber nicht nur die Type bzw. Schriftart, sondern auch der Helldunkelkontrast. Hier werden immer noch gravierende und Leser vergraulende Fehler gemacht.

    Diesen Artikel finde ich so gut, dass ich ihn gleich mit Lesezeichen versehen habe, da ich hierfür bestimmt noch die eine oder andere Empfehlung aussprechen werde.

  51. Super Beittag, leider habe ich ihn erst nach Jahren auf deinem Blog entdeckt… Zwei Sachen, die mich interessieren würden: Warum hört die Zeilenbreite bei gerade mal 80 auf? In Programmierstandards ist es üblich sich auf diese (natürlich schwer mit Fließtext vergleichbar) zu beschränken – es wäre sicher interessant gewesen zu wissen ob es dafür andere gute Gründe gibt. Und als zweiter Punkt: Warum keine Fraktur im Test? So hätte man sicherlich einige Thesen zur Gewöhnung testen können.

  52. Akademische Wahrnehmung. Der Leser entscheidet, ob er liest oder nicht. Nicht der Experimentator. In Bruchteilen einer Sekunde fällt eine Entscheidung und die Website wird verlassen. Oder die Zeitschrift bleibt liegen.

    Kein Unterschied? Kein Wunder. Wenige Pixel lassen lassen fast keine Möglichkeit für Differenzierbarkeit. Der durchschnittliche Bildschirm (vor den hochauflösenden Retina und Co.) ist ein Faxgerät mit ca. 100 DPI, Antialising/Kantenglättung und Subpixelrendering (Cleartype usw) erhöhen die Informationsdichte der Darstellung.

    Die ausgewählten Schriften sind mit großem gestalterischen und technischen Aufwand für die Bildschirmlesbarkeit optimiert. Nur große Firmen können diesen Aufwand bezahlen und mit ihren Betriebssystemen verschenken. Die Testauswahl enthält ausschließlich solche Fonts. Auf mich macht dieser große Test einen naiven Eindruck.

Kommentieren


8 − 5 =

Folgende HTML-Elemente können verwendet werden: <b> <i> <img src> <a> <blockquote>