Start der Serie „Stadtportale: Die schönste Stadt Deutschlands“

Stadtportale - Serie

„Zeig mir dein Portal und ich sag dir wer du bist“. Unter diesem Motto werden im Design Tagebuch in den nächsten 2 Wochen die Webauftritte der 25 größten deutschen Städte vorgestellt, um sie in den Kategorien Design, Nutzerführung, Programmierung und Information eingehend zu sichten und zu bewerten.

Wie ist es in Deutschlands Metropolen um die digitale Präsenz im Allgemeinen, und die Webpräsenz im Speziellen bestellt? Welche deutsche Großstadt stellt derzeit den besten Webauftritt? Der heute startende Stadtportal-Vergleich ist wie eine Reise durch die Republik, auf der man neben spannenden und pulsierenden Orten auch die ganze Dimension städtischer Tristesse passiert.

Kurz ein paar Worte zu den Kriterien, dem Vorgehen und dem Bewertungsverfahren. In jeder Kategorie können pro Auftritt bis zu 25 Punkte vergeben werden. Insgesamt kann ein Auftritt demnach maximal 100 Punkte erhalten.

Die Kategorien

  • Design (Gestaltung, Aufbau, Corporate-Design-Konformität)
  • Nutzerführung (Usability, Navigation, Haptik, Joy of Use, Semantik)
  • Programmierung (HTML, CSS, Suchmaschinenoptimierung)
  • Information (Aktualität, eGovernement, touristisches Angebot, mediales Angebot)

Anhand von vier Nutzerprofilen wird das jeweilige Stadtportal gezielt nach Informationen durchforstet. Es wird getestet, wie stark der Bereich eGovernement ist, wie schnell man als „Bürger“ Ansprechpartner in den Ämtern findet und wie gut das allgemeine Informationsangebot ist. Der „Tourist“ möchte sich schon einmal vor Antritt einer Reise einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten der Stadt verschaffen. Recht nah an dessen Profil ist auch der „Stöberer“, der sich ein wenig Treiben lässt und vielleicht ein wenig in der Stadthistorie kramen möchte. Der „Informierte und Kulturinteressierte“ schließlich liest sich durch die aktuellen Nachrichten und stellt sein persönliches Veranstaltungsprogramm fürs Wochenende oder für den Feierabend zusammen.

Heiko Stiegert übernimmt die Besprechungen für die Kategorie „Programmierung“. Als Autor des Buches „CSS-Design“ schaut er tief in den Programmiercode, immer auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung in Sachen Webstandard und Webentwicklung. Ich selbst schaue mir das Design, die Nutzerführung und das allgemeine Informationsangebot an und stelle dabei Fragen wie: Finde ich als Nutzer die gesuchte Information? Falls ja, wie schnell finde ich diese Information? Kann ich einen Antrag per Online-Anwendung einreichen? Macht das Portal Lust auf eine Reise in die jeweilige Stadt? Oder auch: Passt das Design zur Stadt bzw. ist es Teil des übrigen städtischen Corporate Designs? Wie „verkauft“ sich die Stadt? Ist der Auftritt ein Image-Gewinn oder -verlust?

Die Eckdaten des Vergleichs

  • 25 Stadtportale werden vorgestellt
  • 5 Besprechungen pro Artikel
  • 25 Punkte werden je Kategorie vergeben
  • maximal 100 Punkte kann ein Webportal zugesprochen bekommen

Sicherlich gibt es auch gelungene Webportale jenseits der Top-25-Liste. Größe ist bekanntermaßen kein Garant für Qualität, manchmal ist sie sogar hinderlich. Erwähnenswerte Webportale kleinerer Städte – übrigens auch außerhalb der Republik –, dürfen gerne in die Kommentare einfließen. Natürlich freue ich mich auch über Anmerkungen zu den Besprechungen und zu den vorgestellten Portalen.

Der Vergleich soll in erster Linie anregen. Er ist ein Angebot. Ein Angebot, über die digitalen Medien nachzudenken und den damit verbundenen Chancen. Die Idee zu einer Stadtportal-Serie kam mir bereits vor einigen Jahren. Mehr als 100.000 Zeichen an Text sind im Rahmen dieser Serie in den letzten Monaten zusammengekommen. Diese Zahl verdeutlicht wohl, weshalb ich die Idee erst jetzt verwirklichen konnte. Auch, wenn die Stadtportal-Serie nicht jeden dt-Leser gleichermaßen anspricht, musste ich sie doch schreiben. Mir war es jedenfalls ein echtes Bedürfnis. Eine Geschichte, die Alle gleichermaßen fesselt, gibt es eh nicht. Ebenso wenig gibt es eine Art Plakette, die man sich als Sieger dieser Serie in die Marginalspalte bappen kann. „Sieger“ ist übrigens immer, wer sich der Bedürfnisse von Webnutzern bewusst ist und sich für das Aufbrechen verkrusteter Strukturen einsetzt. Auch davon handelt die Serie.

Genug der Vorrede. Die Städte Gelsenkirchen, Augsburg, Münster, Wiesbaden und Karlsruhe machen den Anfang. Mit dem Auftritt der Hauptstadt Berlin endet die Serie, die im fünften und letzten Teil dann auch den Sieger dieses umfangreichen Vergleichs von Stadtportalen benennt sowie das Gesamtergebnis als Tabelle beinhaltet. Los gehts.

Update 02.11.2010:

12 Kommentare zu “Start der Serie „Stadtportale: Die schönste Stadt Deutschlands“

  1. Ein guter erster Überblick zu Stadtportalen, danke! Wir wissen jedoch aus eigener Erfahrung, wie schwierig Entwicklung, Relaunch und Pflege von städtischen Portalen sein können. Oftmals verhindern die starren Gebilde von Verwaltungen und knappe Haushalte in Kommunen wirklich spannenden Portale.

    Ein Aspekt fehlt uns leider in der Bewertung: Die Bewertung der Barrierefreiheit der Portale. Kommunen sind zwar laut BITV verpflichtet, ihre Auftritte barrierefrei zu halten, doch sind viele leider immer noch ziemlich weit davon entfernt.

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