BDG Stundensatzkalkulator für Designleistungen

BDG Stundensatzkalkulator für Designleistungen

BDG Stundensatzkalkulator für Designleistungen

Der BDG hat einen Stundensatzkalkulator herausgebracht, mit dem sich das Stundenhonorar berechnen lässt, das zur Sicherung des Lebensunterhalts notwendig ist. Basis hierfür sind die zur Verfügung stehende Arbeitszeit, die individuellen Kosten sowie unternehmerische Entscheidungen über das Ausfallrisiko und die Gewinnerwartung.

Sollte das tatsächliche Stundenhonorar von den Ergebnissen des Kalkulators abweichen, wird sichtbar, welche Risiken nicht abgedeckt sind und welcher Lebensstandard genau realisierbar ist, falls zu niedrig kalkuliert wird. Die Anwendung steht kostenfrei zur Verfügung.

9 Kommentare zu “BDG Stundensatzkalkulator für Designleistungen

  1. Finde super, dass das Ding kostenlos ist. So hat es das Potential einigen die Augen zu öffnen oder auch die Scheu zu nehmen, mal mindestens 40€ zu verlangen statt 15€ pro Stunde ;)

  2. Alles sehr mit Vorsicht zu genießen. Der mit Abstand entscheidendste Stellhebel beim BDG-Kalkulator ist der Break-Even-Point, der per default auf nicht ganz nachvollziehbaren 40% steht. Grob vereinfacht gesagt soll man anscheinend eine Umsatzrendite von etwa 60% als normal ansehen?

    Bemerkenswert finde ich, dass ausgerechnet der vom Bund der Kommunikationsdesigner bereitgestellte Kalkulator zumindest am Desktop in Sachen Usability ein absolutes Fehldesign ist. Auf der Startseite musste ich zunächst lange suchen, wo ich denn nun den Rechner finde. Bis ich dann irgendwann die 3 kleinen, nicht unbedingt selbsterklärenden Icons ohne Tooltips am untersten Bildrand gesehen habe. Nach Eingabe aller Werte habe ich dann das Ergebnis gesucht und zunächst nicht gefunden. Es klebt am obersten Bildrand noch vor den ganzen Eingaben. Der ganze Rechenweg ist beim BDG-Kalkulator nur bedingt intuitiv nachvollziehbar und ich finde den recht alten Kalkulator hier hilfreicher, nachvollziehbarer:
    http://www.guru-20.info/tools/fhour/

  3. @ Guido: Danke für die Rückmeldung. Zur Info: Der BDG Kalkulator ist eine web-app für mobile devices, also auf dem großen 28″ Schreibtisch-Bildschirm etwas sperrig im Layout. Das Layout für smartphones erklärt auch die etwas knappe Darstellung des Stundenhonorars oben. Wir wollten möglichst viel Fläche zum Eingeben haben, aber vielleicht können wir da nochmal nachjustieren.
    Danke auch für den Link zum guru-Kalkulator. Der hat in meinen Augen die Schwäche, dass man nicht spielen und testen kann, was bei so vielen Parametern doch nützlich ist.

  4. Das Tool ist gut gemeint und sicher für den einen oder anderen nützlich, hantiert aber m.E. in recht unzulässiger Weise und vor allem falsch mit kaufmännischen Begriffen. So werden Ausgaben für den privaten Bereich als „Kosten“ behandelt, obwohl es sich nicht um Kosten im betrieblichen Sinne handelt. Maximal wäre noch der Begriff „Privatausgaben“ (bzw. „regelmäßige Privatausgaben“ anstatt „Fixkosten“ zulässig). Der gröbste Fehler jedoch: der Bereich der Privatsteuern (aka Einkommensteuer und Soli) wird vollkommen außer Acht gelassen. Dabei muss der zuallererst aus dem betrieblichen Überschuss gedeckt werden – und zwar zuerst vor allen anderen Privatausgaben und im schlimmsten Fall doppelt, nämlich als Vorauszahlung und Nachzahlung (= Liquiditätsfalle Nr. 1!).

    Der Slider Break-Even-Point ist nicht nur im kaufmännischen Sinne falsch (der Break-Even-Point wird nicht gewählt, sondern ergibt sich aus der Kostenstruktur und dem Umsatz), sondern seine Funktion dürfte sich dem kaufmännisch unbedarften Nutzer einfach nicht erschließen. Was soll man mit der Anweisung „Dieser Wert wird kaufmännisch sinnvoll gewählt“ anfangen?

    Warum nicht einfach eine klassische Deckungsbeitragsrechnung? DB 1 = Deckung der betrieblichen Kosten. DB 2 = Deckung der notwendigen Privatausgaben inklusive (!) der (sich variabel zum Gewinn entwickelnden) Privatsteuern, dann noch die Gewinnerwartung obendrauf und das Ganze durch die Summer der abrechenfähigen Stunden/Jahr geteilt. Fertig ist die Laube.

    Sorry für die harte Kritik. Ich finde es dessen ungeachtet trotzdem toll und sehr lobenswert, dass sich Kolleginnen und Kollegen ehrenamtlich (!) hier engagieren. Dafür ein großes Danke!

  5. @ Christoph: Danke für die Kritik.
    Die Einkommensteuer ist in der Kalkulation mit enthalten, berechnet mit der aktuellen Formel zur Ermittlung der Einkommensteuer. Der Punkt ist im Menü Fixkosten pro Monat enthalten, dort unter »Rücklage für Einkommensteuer«.

    Der Break-Even-Point muss kaufmännisch gesetzt werden, da ich den Punkt Einnahmen nicht steuern kann, aber mein Ausfallrisiko zumindest grob umreißen. Würde ich andersrum, wie von Ihnen beschrieben rechnen, könnte ich erst im Nachhinein meinen Stundensatz errechnen und wäre nicht in der Lage auch nur ein einziges Angebot zu schreiben.

    Danke für die Anerkennung und ernst gemeinte Kritik ist immer gut, schließlich soll es ja mal was werden mit dem Designstandort Deutschland :)

  6. Hallo,
    ich finde den Kalkulator super :). Schön übersichtlich und scheint alles enthalten zu sein.
    Die sich ständig aktualisierende Anzeige des Stundensatzes oben ist auch sehr hilfreich.
    Der Stundensatz, der bei mir herauskommt ist auch nicht überdurchschnittlich hoch, aber schon höher als momentan :). Und das ist durchaus realistisch.
    Vielen Dank für dieses kostenlose Tool!
    LG, Juliane

  7. Der Kalkulator in Ehren – er funktioniert für mich trotz dein paar schwammiger Begrifflichkeiten gut, und macht sofort die Auswirkung eines Parameters sichtbar (andere Kalkulatoren sind bei mir immer ein „wenn ich hier und da gleichzeitig drehe, und dann berechnen lasse, dann wirkt sich das so aus? aha?“).

    Was mir ein wenig fehlt (aber nicht Aufgabe des Kalkulators ist), ist eine Aufklärung, für was genau ich denn nun 80€ Stundensatz am Markt verlangen kann … wenn ein Kunde das bezahlen soll, darf er sich einen hochwertigen Standard erwarten – Termintreue, Erreichbarkeit, Kalkulationssicherheit, handwerkliche Qualität, grafische Qualität, Erfahrung, Krisensicherheit, …, …

    Einem Halbprofi-Studienabgänger der grün hinter den Ohren in die Selbständigkeit startet vorzurechnen, er müsse zu seiner eigenen Sicherheit 70 Euro Stundensatz nehmen, dabei aber nicht darauf hinzuweisen, dass er dafür auch entsprechend liefern muss, wird ihn schnell in die Auftragslosigkeit oder Probleme in einem Auftrag führen.
    Wenn ich mir die Qualität oder Verlässlichkeit der ehemaligen „Günstig-Grafiker“ unserer (Agentur)-Kunden ansehe, weiß ich warum der Kunde wechseln wollte, und dass das was geliefert wurde nicht 70€/h wert gewesen wäre.

  8. @Sebastian: EIn guter Einwurf. Eine Orientierung von Stundensätzen anhand der Qualifikation/Erfahrung des Designers oder des Schwierigkeitsgrades wird bei den verschiedenen Honorarmodellen ja z.Tl. berücksichtigt.
    Der hier vorliegende Kalkulator dürfte zumindest ihr Beispiel, dem Studienabgänger gerecht werden: Dieser wird wahrscheinlich deutlich geringere Lebenshaltungskosten haben als eine Mittvierzigerin mit Familie…
    Und die anderen von Ihnen genannten Parameter wie Pünktlichkeit und Qualität haben mit dem vorliegenden Honorarrechner kaum etwas zu tun: Dieser stellt ja nur eine Hilfe dar sich das unmittelbar zum Leben Notwendige herbei rechnen zu können – an diesem individuell errechnetem Wert geht kein Weg vorbei, auch für einen schlechten Dienstleister nicht.

    In einer besseren Welt würden (viele) erfahrene, qualifizierte Gestalter mit gutem Service und zufriedenen Kunden ein Vielfaches des „Minimum-Stundensatzes“ berechnen – nach dem jüngsten Erhebungen zu Stundensätzen in der Branche ist davon auszugehen dass das leider nicht der Fall ist. Auch die Mehrzahl der „guten“ Gestalter arbeitet leider zum (individuellen) „Mindestlohn“

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