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Ausgezeichnet kommentieren!

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Der Gedankenaustausch rund um das Thema Diskussionskultur war eine feine Sache. Vielen Dank an alle Leser, die Ideen, Einschätzungen sowie positive und negative Kritik in einem Kommentar angeheftet haben! Das hilft mir diesen Blog mit Leben zu erfüllen und weiter zu entwickeln und es zeigt mir, dass gute Diskussionen zu Designthemen von sehr sehr Vielen wertgeschätzt werden. Nun möchte ich die Neuerungen in Bezug auf das Kommentieren hier im Design Tagebuch vorstellen.

1. Moderation

Der Stein ist ins Rollen gekommen. Das ist gut und wichtig. An mir, und an denjenigen, die sich einbringen möchten liegt es nun die Qualität der Kommentarbeiträge hoch zu halten oder sie sogar zu optimieren. Ich würde mir wünschen, dass Ihr, liebe Stammleser, genau dort einen Kommentar anheftet, wo Ihr es aufgrund der schwächelnden Beiträge eher vermieden hättet. Alternativ freue ich mich über eine E-Mail. Das Ganze läuft natürlich auf freiwilliger Basis.

2. Sensibilisierung für konstruktive Kritik

Meinungen sind wichtig aber nicht alles. Schon gar nicht, wenn ein Kommentar ausschließlich aus einer Floskel a la “sieht aus, als wärs vom Praktikanten” besteht. Sätze wie diese sind ideenloser als es der schlimmste Entwurf sein könnte. Wesentlich nutzbringender im Sinne einer Diskussion, an der es Laune macht sich einzubringen, sind Kommentare, in denen das Warum und Wieso aufgeführt werden. Warum ist das Design missraten? Wieso ist der Entwurf gelungen? Die andere Meinung ist wichtig. Gewicht erhält sie jedoch erst, wenn man sich die Mühe macht, seine Einschätzung in ein paar Sätzen auszuführen. Marcus hat in den Kommentaren eine ausgezeichnete Informationsquelle genannt, die detailliert beschreibt, wie man als Leser dem Autor eines Artikel oder aber einem angehefteten Kommentar widerspricht: Wie man widerspricht (Paul Graham). Dies soll gewiss kein falsch verstandener Aufruf sein. Weder der reflexartig vorgetragene Widerspruch noch ein aus der Hüfte geschossenes Ja-sagen sollte der Antrieb für einen Kommentar sein. Wichtig wäre mir: Falls man eine andere Meinung vertritt, dass man sich in diesem Fall der von Paul Graham aufgeführten fairen Mittel bedient oder aber sich zumindest an ihnen orientiert. Außerdem gilt: Nicht nur beim Gestalten sondern auch beim Kommentieren darf Jeder gerne kreativ werden.

3. Honorierungssystem für Kommentareausgezeichnet kommentiert!

Und nun zu einer echten Neuerung. Kommentare werden zukünftig ausgezeichnet und zum Jahresende mit einem Preis versehen. Im Detail sieht das wie folgt aus:

  • Pro Woche wird ein Kommentar von mir persönlich ausgezeichnet. Das geschieht jeweils zum Ende der Woche. Der ausgezeichnete Kommentar erhält den Status “ausgezeichnet kommentiert!” und als visuelles Erkennungszeichen eine gelbe Sprechblase.
  • Alle mit einer Sprechblase gekennzeichneten Kommentare werden auf dieser Seite gesammelt (hängt von nun an auch in der rechten Spalte als Link). Dies ist gewissermaßen die “Hall of Fame“, in der ich als ersten Kommentierer DST begrüßen darf. Unter allen mit einer Sprechblase versehenen Kommentaren eines Jahres werden Preise verlost. Dies geschieht in der ersten Januarwoche des Folgejahres. Erstmalig wird es demnach Anfang 2010 eine Verlosung geben. Ein schöner Start ins neue Jahr also.
  • Zu den Preisen: Qualität soll belohnt werden und zwar mit qualitativ hochwertigen Büchern. Der Verlag Hermann Schmidt Mainz produziert und vertreibt kompetente Fachlektüre aus den Bereichen Typografie, Grafikdesign und Kreativität. Zu gewinnen gibt es drei Einkaufsgutscheine im Wert von 100€, 50€ und 25€, die auf das gesamte Buch- und Produktsortiment angewendet werden können darunter z.B. auch der Titel Retrodesign. Ein toller Anreiz sich einzubringen, wie ich meine.

Ich hoffe, dass diese persönliche Kommentarbewertungsmethode ein Anreiz dafür bietet, Kommentare anzuheften, die für alle eine Bereicherung darstellen. Die Vergabe einer “dt-Sprechblase” ist außerdem eine Form von Moderation. Statt schlechte Beiträge anzumahnen, werden die positiven Kommentare hervorgehoben. Das Stöbern durch die mitunter recht langen Kommentarlisten wird dadurch etwas vereinfacht, denn die kleinen gelben dt-Sprechblasen lenken den Blick sehr schnell auf Äußerungen, die man nicht ungelesen lassen sollte.

Ich habe mich also bewusst gegen eine rein technische Lösung eines Bewertungssystems entschieden, da ich mit Blick auf vergleichbare Modelle glaube, dass hier a) zu viel Missbrauchspotenzial schlummert und b) es eher eine Ausweitung bzw. Verlagerung der “Problematik” darstellt. Weder die vorgestellten Entwürfe, noch die angehefteten Kommentare werden also im dt zukünftig durch solch ein System bewertet werden können. In einigen Fällen werde ich aber immer wieder mal eine Meinungsumfrage einstreuen. Eine 1-5-Sternchen-Vote-Maschine ist mir allerdings offen gesagt einfach auch zu unpersönlich und in vielen Fällen nichtssagend.

Übrigens können die Kommentare in ein paar Tagen auch editiert werden. Allerdings warte ich mit der Freischaltung noch so lange, bis ich aus meinem bevorstehenden Urlaub wieder zurück bin. Ein gesonderter Hinweis wird dafür den Startschuss geben.

Nun bin ich sehr gespannt. Ich freue mich auf viele dynamische, gerne auch kontrovers geführten Diskussionen. Einhellig, unterschiedlich, kritisch aber sachlich, auch kurios und dubios, objektiv oder subjektiv aber vor allem kreativ!

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15 Kommentare

  1. Schöne Maßnahmen die du da ergreifst, vor allem da Sie nicht wie ich befürchtet hatte zu hart oder restriktiv sind. Damit dürfte die Mischung aus profesionellen Gestaltern und Leuten die sich einfach für Gestaltung interessieren hier im dt sicher erhalten bleiben.
    Und wenn die Qualität dadurch sogar noch steigt, was ja zu hoffen – wenn nicht sogar ein kleines bisschen zu erwarten ist, wird sich das dt wohl noch mehr in meine tägliche Leseliste festbeißen ;)

    Gerade das Honorierungssystem dürfte für viele ein Anreiz sein ihre Kommentare besser zu durchdenken und sich etwas anzustrengen bei der Ausführung ihrer Gedanken. Schließlich gewinnt jeder gerne etwas, oder liest seinen Namen (respektive Kürzel) irgendwo verewigt.

    Daher gratuliere ich dir zu deiner Entscheidung, die in meinen Augen absolut richtig ist, und freue mich natürlich auch darüber das ausgerechnet ich – da ich eigentlich nur mitlese und so gut wie nie Kommentiere – den ersten dt-Stern gewonnen habe. Dankeschön :)

  2. Heiko, Du hast recht. Ein gelber Stern ist mit Blick auf die Geschichte vorbelastet. Da ich die damit verbundene Assoziation – die Einige herstellen werden – unbedingt vermeiden möchte, ist aus dem Stern nun eine Sprechblase geworden. Passt ja eigentlich auch besser im Zusammenhang mit Kommentaren. Danke für den Hinweis.

  3. Sehr schön! Die Neuerungen werden es zwar nicht schaffen, ausschließlich konstruktiven Kommentare zum Ergebnis zu haben, aber haben dennoch bestimmt das Potential, das Niveau zu verbessern oder zumindest auf dem bisher schon meist guten Niveau zu halten.

  4. Da hast du dir echt mal Gedanken zu etwas gemacht, gute Idee!
    Ich denke allerdings, dass man Accounts einrichten sollte, damit das Honorierungssystem richtig funktioniert. Innerhalb eines Jahres kann sich eine e-Mail-Adresse schon mal ändern, wie trittst du mit den Gewinnern dann in Kontakt? Hat man einen fixfertig eingerichteten Account mit dem man kommentiert, wird das Ganze schon zuordenbarer (zudem man in der Accountverwaltung eine e-Mail-Adresse jederzeit aktualisieren kann, was derzeit bei bereits abgegebenen Kommentaren natürlich nicht mehr möglich ist).

  5. Bin zum ersten Mal hier, aber ich wollte nur noch schnell anmerken, dass das gelbe Symbol für den honorierten Kommentar in meinen Augen etwas unglücklich gewählt ist. Gelb ist eine Warnfarbe. Kombiniert mit dem Ausrufezeichen sieht das eher wie ein “Vorsicht!” als wie ein “Wow!” aus. Ich würde es vielleicht grün machen oder stattdessen einen kleinen Pokal anzeigen.
    Ansonsten sieht es hier nett aus, ich werde mich mal umschauen.

  6. @ Achim
    “Heiko, Du hast recht. Ein gelber Stern ist mit Blick auf die Geschichte vorbelastet …”

    Ich hoffe, Du kennst den Unterschied zwischen einem Pentagramm und einem Davidstern. Dein Kommentar war an dieser Stelle wirklich geschmacklos und bekommt bestimmt keine tolle Sprechblase. Jaja, ich weiß, Du darfst in dein Blog schreiben, was Du willst …

  7. Thomas, ich bleibe sachlich. Um Pentagramm oder Davidstern ging es doch gar nicht. Ich glaube so recht scheint Dir nicht bewusst zu sein, dass beide jeweils aus LINIEN bestehen, ein Stern, wie man ihn von Bewertungssystemen her kennt, in den meisten Fällen jedoch flächig angelegt ist. Eben solch einen gelben Stern hatte ich erst ausgewählt, dabei aber die damit verbunden Assoziation gelber Stern außer Acht gelassen. Diese Assoziationen möchte ich natürlich vermeiden.

    Was an der von Dir zitierten Formulierung “geschmacklos” sein soll entzieht sich mir. Klar ist doch, dass es Farben, Formen aber auch Buchstabenkombinationen gibt, die Assoziationen auslösen oder um es deutlicher zu sagen “belegt” sind. Deshalb gibt es zum Beispiel keine Autokennzeichen “KZ”, “SS” oder “NS”. Der Begriff “gelber Stern” ist ebenso belegt wie das Hakenkreuz, das in der europäischen und asiatischen Frühgeschichte noch als “laufendes Sonnenrad” gedeutet wurde und tatsächlich ein Glückssymbol war, seit der Besetzung durch die NSDAP aber nunmehr als Symbol für Verbrechen und Völkermord steht.

    Unbedeutend bei der Entscheidung, auf einen gelben Stern als Kennzeichnung zu verzichten ist, ob der Stern fünf und sechs Zacken hat. Es bleibt bei der Beschreibung.

  8. Ich finde die Ideen auch sehr gut. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, wie man gute und qualitative Kommentare fördern kann. Du hast für mich ein sehr schönes Fazit der Vorschläge gebracht und ich bin gespannt, ob es funktioniert.

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