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Aus wiwo.de wird WirtschaftsWoche

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Wiwo.de WirtschaftsWoche Relaunch

Das zur Verlagsgruppe Handelsblatt gehörende Nachrichtenangebot WirtschaftsWoche wurde vor wenigen Tagen im Netz runderneuert. Der letzte Relaunch wurde im Januar 2008 durchgeführt (dt berichtete). Auffällige Änderungen sind die Anhebung der Gesamtbreite von bisher 795 Pixeln um 165px auf nunmehr 960px, die zentrierte Ausrichtung der gesamten Website, die bislang am linken Browserrand klebte sowie der Austausch des Logoabsenders. Wie zuletzt auch beim Relaunch des Nachrichtenportals der Frankfurter Allgemeine wird statt der Domain wiwo.de ab sofort WirtschaftsWoche als Absender verwendet. Der Zusatz „Das Portal der WirtschaftsWoche“ wurde gestrichen.

Wiwo.de WirtschaftsWoche Logos

Das auf der Startseite platzierte Themenkarussell enthält bis zu 5 Themen, die jeweils einen Haupt-Teaser sowie 5 weitere Themen-Links enthalten. Ein Prinzip, mit dem sich Nutzer einen schnellen Überblick über die Nachrichtenlage verschaffen können, allerdings könnte mit einer verbesserten Darstellung die Zugehörigkeit von Themenauswahl und dem darüber befindlichen Karussell verbessert werden. Erstgenannte erweckt aufgrund der Pfeil-Balken-Anmutung eher den Eindruck eines linearen Vorgangs wie man ihn etwa von einem Bestellprozess her kennt. Eine Darstellung mittels Reiterstilistik würde die funktionale Einheit von Karussell und darunter befindlichen Themenauswahl verstärken.

Die Hauptnavigation, die sich bislang mittels rotem Balken deutlich hervorhebte, ist im neuen Auftritt optisch und leider auch funktionell geschrumpft. Eine zweite Ebene wird nicht mehr in einem Aufklappmenü vorgehalten, sodass ein Direkteinstieg etwa in Start/Finanzen/Boerse nicht mehr mittels Hauptnavigation möglich ist.

Nutzer müssen in der neuen Umgebung generell mehr Klicks setzen als bislang. Ob allerdings der im Vergleich zum Vorgänger erschwerte Zugang auch zu mehr Seitenaufrufen führen wird – ich unterstelle dieses Ziel einmal als Triebfeder für die Umstellung –, hängt auch davon ab, ob die Anzahl der User, wenn schon nicht ausgebaut, zumindest gehalten werden kann. Der Wunsch, mehr Seitenaufrufe zu generieren, wird unter anderem auch im neuen Navigationspunkt „Infografiken“ deutlich, in denen jedes Schließen eines Layers mit einem neuen Seitenaufruf quittiert wird, was sicherlich nicht als eine „verbesserte Leserführung“ bezeichnet werden kann, wie es das Handelsblatt macht.

Das Schriftbild wird fortan nicht mehr von Trebuchet und Verdana bestimmt, sondern rein von der Arial. Während bislang verlinkten Schlagzeilen rot dargestellt waren, sind sie nun schwarz. Schlagwörter und Dachzeilen wurden umgekehrt von bislang schwarz auf nun rot umgestellt.

Die eigenen Leser scheint der Relaunch relativ kalt zu lassen, denn die Anzahl derer, die auf den von Chefredakteur Roland Tichy verfassten Beitrag zum Redesign reagieren, lässt sich bislang an einer Hand abzählen.

Konzept, Design und Umsetzung wurden hausintern durchgeführt.

Fazit

Zeitgemäß in Bezug auf die neue Breite, die Gestaltung und in Sachen Absenderlogo. Für den Nutzer ist bedauerlich, dass es mit einer Ausnahme (Abo) keine Aufklappmenüs mehr gibt, die den direkten Zugriff auf Unterseiten ermöglichen. Nachvollziehbare Ziele seitens des Verlages kollidieren im neuen Auftritt mit einer auf die Bedürfnisses des Lesers hin ausgerichteten optimalen Nutzerführung, was wiederum ganz und gar nicht zeitgemäß ist.

3 Kommentare

  1. eine deutliche Verbesserung zu vorher, jedoch hätte ich mir für die einzelnen Content-Blöcke etwas mehr Kontrast gewünscht. Das Auge verliert sich etwas in der etwas trostlosen grau-schwarz-rot Farbgebung und alles wirkt etwas unaufgeräumt.

  2. Hmmm … wenn ich das mal neben den Relaunch der FAZ halte (wir erinnern uns: http://www.faz.net/), bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Die Logo-Anpassung war zudem längst überfällig. Was einem direkt auffällt: Die Werbebanner sind deutlich “besser” plaziert ;(

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