Neue CD-Manuals 01/2021: Merck, Österreichische Bundesregierung, CDU, u.a.

Merck Corporate Design Toolbox, Quelle: Merck

Merck Corporate Design Toolbox, Quelle: Merck

Neun CD-Handbücher, ein Brand-Portal sowie zwei aktualisierte Manuals wurden in der Corporate-Design-Manual-Sammlung im dt aufgenommen. Neu hinzugekommen sind unter anderem das „Liquid Design System“ von Merck, Gestaltungsrichtlinien der Österreichischen Bundesregierung Luzern und die aktualisierte Fassung des Corporate Designs der CDU.

Fünf Jahre nach Einführung des neues Corporate Designs wurde im vergangenen Jahr das in Zusammenarbeit mit der Designagentur Mutabor entwickelte Brand Portal des Wissenschafts- und Technologiekonzerns Merck online gestellt. Ein wirklich umfangreiches und sehenswertes Markendesignportal.

Die Sammlung enthält nun 311 deutschsprachige CD-Manuals bzw. Brand-Hubs. Aufgenommen wurden Gestaltungsvorgaben von:

  • Merck
  • Österreichische Bundesregierung
  • AVM
  • Swiss Aquatics / Schweizerischer Schwimmverband
  • Bottmingen
  • Biral
  • Liberale Demokraten
  • Lasco
  • AfD
  • Umweltbundesamt (aktualisiert)
  • CDU (aktualisiert)

Hier gehts zur Corporate-Design-Sammlung

Unternehmen und Agenturen sind herzlich eingeladen, ihre Handbücher als PDF einzureichen.

12 Kommentare zu “Neue CD-Manuals 01/2021: Merck, Österreichische Bundesregierung, CDU, u.a.

  1. Ich sehe es kritisch, dass rechtsextreme Parteien, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen, durch Aufnahme in diese Liste “geadelt” werden.

    • Danke für Deinen kritischen Einwurf Tom! Natürlich habe ich auch in diesem Fall abgewogen, ob das CD-Manual der AfD in die Sammlung aufgenommen werden soll. Letztlich habe ich mich für die Aufnahme entschieden. Hier die Gründe.

      Wie Du vielleicht weißt werden im dt regelmäßig Plakate zu Landtags- und Bundestagswahlen besprochen, analysiert und diskutiert. Um eine Einordnung von derlei über die visuelle Ebene transportierten politischen Botschaften zu ermöglichen, denn das ist mein Anspruch, muss die eigene politische Ausrichtung hinten an gestellt werden. Würde man Deinem Argument folgen, wäre eine Besprechung von AfD-Wahlplakaten im Kontext Design/Kommunikation, die ja auch und eine Auseinandersetzung mit den politischen Inhalten dieser Partei gestattet, per se nicht möglich. Das erscheint mir wenig zielführend. Ich bin der Auffassung, dass es richtig und wichtig ist, sich mit den visuellen Botschaften all jener Parteien auseinanderzusetzen, die im Bundestag vertreten sind und/oder bei Wahlen in signifikantem Umfang Stimmen erzielen und/oder innerhalb der Gesellschaft relevant und in den Medien stark vertreten sind. Als beispielsweise die Piratenpartei 2011/2012 Erfolge feierte, wurden deren Wahlplakate von mir im Rahmen von Plakatbesprechungen berücksichtigt.

      Da in der CD-Manual-Sammlung auch Manuals aufgeführt werden, deren Gestaltungsvorgaben mittlerweile überholt sind, etwa wie im Fall der CDU, ist die Sammlung auch eine Art Archiv, das Zeitgeschichte abdeckt. Zu dokumentieren, wie Parteien sich präsentieren und wie sie sich früher präsentiert haben, erscheint mir sinnvoll. Auch unter diesem Aspekt halte ich die Aufnahme des Manuals der AfD in die Sammlung für hilfreich. CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke sind allesamt mit zahlreichen Manuals vertreten. Die Nicht-Aufnahme des AfD-Manuals könnte als ein politisches Statement missverstanden werden. Ich möchte in diesem Fall jedoch kein politisches Statement setzen, sondern Zugang zu Kommunikationsstrategien ermöglichen, denn nichts anderes sind CD-Manuals. Das AfD-Manual dient unter anderem als Beleg dafür, dass die visuelle Sprache von Parteien, die dem rechtspopulistischen Spektrum zuzuordnen sind, Gemeinsamkeiten aufweist. Das blau-rote Farbspektrum etwa findet sich nicht nur bei der AfD, es wird auch von Rassemblement National (RN), PiS oder PVV genutzt. Wenn man die Botschaften von Parteien verstehen will, ist es hilfreich die Mittel und Werkzeuge zu kennen, die sie nutzen. Deshalb glaube ich, dass es richtig ist diese zu zeigen.

      • Vielen Dank für deine ausführliche Begründung, unter diesem Aspekt kann ich gut damit leben. Vielleicht könnte man mit einer Fußnote oder so in der Liste darauf hinweisen.

      • Ich mag die AfD ganz und garnicht, würde diese Partei nicht wählen. Diese Partei greift jedoch die rechten Positionen der CDU der 80er Jahre auf – was sehr schön auf den jeweiligen Plakaten nachvollziehbar ist – was nicht zuletzt Basis ihres Erfolges ist. Was mich an der Gegenwart erschreckt ist, wie selbstverständlich Ausgrenzung von Vertretern politisch unliebsamer Meinungen eingefordert und geltendes Recht verweigert wird. Daher finde ich die Entscheidung, das Manual der AfD aufzunehmen gut. Das Totschweigen hätte dieser Partei mehr Wähler in die Arme getrieben, meine ich.

    • Ein solcher Kommentar war so vorhersehbar wie der Speichelfluss bei Pawlow’s berühmten Hunden. Wieso könnt ihr eure Ideologie nicht einfach mal von einem Sachthema trennen? Statt Designthemen zu diskutieren, werden permanent ideologische Diskussionen gestartet. Es ist so ermüdend.

  2. Mit Toms Begründung müsste man dann auch ZDFinfo abschalten, die zeigen ja auch den ganzen Tag nur Hitler und “adeln” ihn damit. Außerdem habe ich den Einwurf bei der anderen unappetitlichen Partei im Bundestag noch nie gehört. Warum hat eigentlich nie jemand ein Problem mit der Linken/SED? Da habe ich noch nie gelesen, dass man die Plakate und das Logo hier nicht zeigen darf. Die hat sich lediglich umbenannt und nicht nur theoretisch, sondern ganz wirklich, Menschen hinrichten lassen – an der Mauer und in politisch manipulierten Strafprozessen – und die Distanzierung von der Vergangenheit erfolgt auch nur soweit sie mit großem Nachdruck gefordert wird. Wenn sich die Kritik nur gegenüber einer Seite des politischen Extremismus äußert, aber nicht gegenüber allen Feinden der Demokratie an sich, bin ich mir nicht sicher, welche Strategie sich dahinter verbirgt. Sorry, aber das musste in diesem Zusammenhang mal gesagt werden. PS: Bitte versucht erst gar nicht die Opfer der DDR zu rechtfertigen, bei mir erntet da niemand Applaus. Ich bin DDR-Bürgerin gewesen, ich weiß genau mit wem ich es zu tun habe und zweitens: Ich bin Mitglied in der ÖDP. LG

    • Der Unterschied ist, dass man auf ZDFinfo die kritische Einordnung mitliefert, während hier zunächst nur die unkommentierte Quelle dargestellt wird. Achim versteht dies jedoch als Chance oder Aufforderung, sich hier gemeinsam in Artikeln und Kommentaren mit der “Macht” von Gestaltungsstrategien auch an den Rändern der Parteienlandschaft auseinanderzusetzen, was wiederum für die kritische Einordnung sorgt. Und da macht es für mich wieder Sinn, hier auch diese CD-Manuals darzustellen.

      • Das stimmt zwar, aber ich glaube, dass den ganzen Hitlerfans, die nach dieser Flut von Hitlerdokus lechzen völlig egal ist ob der Autor den Bericht kritisch begleiten wollte. Das ist wie mit Kriegsfilmen und Antikriegsfilmen da ist das Publikum auch identisch.
        Achim sollte sich dafür gar nicht rechtfertigen müssen. Wer das dt kennt weiß ohnehin dass es ihm um die Gestaltung geht und er damit keine politischen Botschaften sendet. Jeden unter Verdacht zu stellen und davon zu faseln dass man dadurch die AfD adeln würde hat für mich etwas von totalitärem Mob und Gesinnungspolizei. Manche Bürger sind so aufrecht dass gar keiner merkt dass sie auf dem Kopf stehen.

      • Man sieht zumindest, dass die Rhetorik von Pegida, AfD & Co. mittlerweile offenbar zum Standard bei solchen Diskussionen gehört. Was hat ein kritischer Einwand von meiner Seite mit Gesinnungspolizei zu tun? Ich sage einfach, dass man (neu)rechten Parteien keine Plattform geben muss – die haben sie trotz lauten “Zensur”-Rufen nämlich selbst genügend. Achim hat mir seine Überlegung erläutert, warum er das CD-Manual trotzdem aufgenommen hat und ich kann es nachvollziehen. So what?

  3. Tom und Achim haben so souverän reagiert. Achim eine sachlich fundierte Begründung geliefert die Tom überzeugt hat. Wär doch ein schönes Vorbild für Gaby und Malcolm sich, sowohl was inhaltliche Relevanz als auch was die Ausdrucksweise betrifft, daran zu orientieren.

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