Die neue Berliner Morgenpost

Berliner Morgenpost Relaunch

Die Berliner Morgenpost hat ihren Webauftritt einem Relaunch unterzogen und widersteht dabei dem Trend sich im Internet mit ONLINE-AnhĂ€ngsel zu prĂ€sentieren. Besser noch – auf den bislang sehr dezent gefĂŒhrten de-Zusatz hat man sogar komplett verzichtet. Aufgrund dieses Einklangs in Bezug auf die MarkenfĂŒhrung hat der Auftritt sofort einen Stein bei mir im Brett. Und es gibt weiteres Positives zu berichten.

Aufbau

Der Auftritt geht etwas in die Breite und hat statt 765 nun 830 Pixel. Platz fĂŒr Werbung ist nach wie vor reichlich vorhanden. Gut, der Aufbau kann nicht wirklich ĂŒberraschen. Das Zweispaltenprinzip samt horizontaler Navigationsleiste scheint im Nachrichtensegment fast schon gesetzt. Echte Freiheiten gibt es in in diesem aktuell sehr verbreiteten Nachrichtenkorsett offenkundig nur wenige als da wĂ€ren das Farbkonzept, der Umgang mit Schriften, dem Linien- und Rahmenstil um Teaser von einander abzusetzen, sowie der Position und die GrĂ¶ĂŸe der Bilder.

Die Topnews erhĂ€lt ein großzĂŒgig bemessenes Panoramaformat. Das kennt der Surfer von Spiegel ONLINE oder Sueddeutsche.de. Auch in der rechten Spalte findet sich ein horizontales Bildformat. Das gefĂ€llt.

Navigation

Die Position innerhalb des Auftritts wird sowohl in der Hauptnavigation, als auch im Brotkrumenpfad akkurat abgebildet. GrĂŒn ist weiterhin die primĂ€re Link-Farbe. Neu hinzugekommen ist Rot in den verlinkten Titel der Artikel im Content. Nicht verlinkter Fließtext ist schwarz. Sehr konsequent hat man den Unterstrich als Rollover bei nahezu allen verlinkten Texten hinterlegt. Es findet sich jeder zurecht. Selbst die Aufbereitung des Suchergebnisses ist sehr gut.

Design

Zu den „Freiheiten“ gehört unter anderem auch der Umgang mit dem Header, der neu geordnet wurde. Das Suchfeld rĂŒckt noch stĂ€rker in den Fokus. Das Logo ist im Vergleich zum VorgĂ€nger verkleinert worden. Schade, denn gerade die vom Namen eingeschlossene Quadriga wirkt umso mehr, je grĂ¶ĂŸer sie abgebildet wird. Sehr gerne hĂ€tte ich das Logo zentriert im Header gesehen, die Suche und die AnzeigenmĂ€rkte rechts und links davon. Letztgenannte sitzen nun in einem brauen Balken oberhalb des Logos. Die Navigationsbalken wurden mit (altem) Apple’schen Verlauf ausgestattet. Wer will es den Machern mit Blick auf die Tristesse des VorgĂ€ngers verĂŒbeln, wenn man sich nun ein etwas modischeres Gewand ĂŒberstreift.

Fazit

Schöner und aufgerĂ€umter wenngleich auch ein wenig kompatibler. Wer sich umschaut findet ab und an noch einen Bug, aber die Kinderkrankheiten kennt jeder. In jedem Fall eine Verbesserung. In Bezug auf die medienĂŒbergreifende einheitliche NamensfĂŒhrung eine sehr angenehme Gegenbewegung zu mach anderen (ONLINE)Nachrichtenportalen.

15 Kommentare zu “Die neue Berliner Morgenpost

  1. „Sie fĂŒgt sich ausgezeichnet in den bestehenden Aufbau.“

    Ich gebe zu, man kann mit deinem Entwurf leben, das Suchfeld wie erwĂ€hnt bleibt aber zu klein und undominant. Starr und reglementiert halte ich auch fĂŒr Unsinn, die ‚Reglementierung‘ Logo links als erstes oben fĂŒr aber auch fĂŒr alles andere als so schlimm, als das man sich unbedingt davon befreien mĂŒsste. Gleiches gilt fĂŒr die braune glossy-Leiste, die macht mir auch gar nicht so viel Angst, auch sie rĂ€umt auf wie gesagt. NatĂŒrlich sind das alles persönliche EinschĂ€tzungen, aber ebenso wie deine.

    „Gestalterischer Kardinalfehler“ hatte den Zusatz persönlich, also auch das nicht persönlich nehmen :)

    „Du glaubst doch nicht wirklich, dass der Einfluss eines deutschen Sportportals so weit reichen wĂŒrde, dass ihm weltweit zigtausende Webdesigner nacheinfern.“

    Mal abgesehen dass nichts dergleichen gesagt wurde die Gegenfrage: Du glaubst doch nicht wirklich dass der Navi-Leiste-Look von Apple 2001, den man schon spÀtestens 2005 belÀchelt hatte, zigtausend Webdesigner wie Lemminge blind nachgelaufen sind bis endlich 2007 die Next-Generation erscheint? Ich empfehle hierzu Dan Cederholms Bulletproof Webdesign von 2005 wo er ganz nebenbei erklÀrt, neben herausragenden Techniken, wie man geschickt seidige VerlÀufe baut. Nur am Rande und zum Thema stilprÀgend.

    Der kicker.de Verlauf im MenĂŒ ist nicht mittig geteilt, er geht ’seidig‘ / ’silky‘ Farbton in Farbton ĂŒber die gesamte Höhe. Das war bei apple wie gesagt bis 2007 nie der Fall. Da war es mehr Aqua mit Metapher Glas denn glossy mit Metapher ‚Schimmerndes Gewebe‘. Nagel mich nicht fest auf diese kunterbunten Vergleiche. Es bleibt: kicker.de ist nĂ€her an der Morgenpost als Apple 2001. ZusammenhĂ€nge oder auch ‚Vater-Verwandschaften‘ (wie dick muss man Ironie noch auftragen?) in der Entscheidung der Gestaltung schließe ich hierbei völlig aus.

    Was ich gesagt habe und erneut betone: der Ur-Look von Apple aus 2001 wurde von vielen mehr oder minder freien Gestaltern ĂŒber Jahre hinweg erweitert und wurde zu so etwas wie Zeitgeist, Apple hat 2007 wiederum ein StĂŒck auf diesen Zeitgeist draufgesetzt, sich auch vieler gĂ€ngiger Fortschritte bedient. Hervorragend und erneut stilprĂ€gend, keine Frage. Ich weigere mich nur den Aufwand dieser Bewegung von 2001-2007 allein auf apple zu reduzieren bzw. jeden Teilnehmer zu einer ‚Apple-copycat‘ umzudeklarieren.

  2. Also ich finde Achims Entwurf fĂŒr den Header deutlich besser. Der goldene Balken ĂŒber dem Header erinnert stark an die Printausgabe, dort findet sich diese Farbe seit der letzten Umgestaltung sehr oft, Achims Entwurf ist jedoch quasi die Sahnehaube.

    Seit dem ich vor einigen Wochen auf meinen Arbeitssystem von Win auf Mac umgestiegen bin, stelle ich ĂŒbrigens fest, dass ja so ziemlich jeder aktuelle Webdesign Trend von Apple abgekupfert wurde. Und zwar nicht nur der Glossy Look, ich erinnere da mal an die AJAX-Load GIFs. Die kannte ich so vorher nur aus AJAX Applikationen, nachdem ich mein MacBook gestartet hatte, wusste ich woher dieser Look kam (Schon witzig, dass ein so wenig verbreitetes OS so StilprĂ€gend im Web ist).

    Aber davon mal abgesehen: Der Relaunch war dringend nötig, die alte Seite war einfach viel zu ĂŒberladen. Auch wenn es Spiegel.de sehr Ă€hnelt: Muss man das Rad immer neu erfinden?! Der Gestaltungsspielraum bei einem solchen Nachrichtenportal ist halt immer begrenzt.

    Die XHTML Fehler sind Àrgerlich, aber wer daran eine gute Webseite ausmacht, ist wohl einfach ein pingeliger Perfektionist.
    Die 390 DIVs werden wohl vor allem auch am CMS ihre Ursache haben. Ohne mir den Quelltext angesehen zu haben, vermute ich, dass dieses fĂŒr jeden Block und Artikel eine eigene ID anlegt. So ist das nun mal. Die 0,2 s verlĂ€ngerte Renderzeit sind verschmerzlich.

  3. Ich verstehe nicht warum man immer noch diese horizontal ausgerichteten Navigationen baut. Das ist bei Spiegel auch nicht optimal gelöst. Mal ganz davon zu schweigen, dass es wohl bald einen Relaunch gibt. Zumindest wurde ich als treuer Spiegel Leser um ein bisschen Zeit fĂŒr eine Umfrage gebeten. Da wurde erlĂ€utert, dass man das Design verĂ€ndern möchte.

    Auch Studien belegen, dass linke vertikal verlaufende Navigationen beliebter sind. http://webkonzepter.de/blog/?p=9

    Woher habt ihr die ganzen Zahlen ĂŒber das CSS etc.? Z.B. „390 divs“? Gibt es da ein Tool was ich noch nicht kenne?

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