Start Bedeutung der Farben für das Branding

Bedeutung der Farben für das Branding

Corporate Farben Branding

Kann man eine Marke oder ein Unternehmen allein anhand der jeweiligen Corporate-Farbe(n) erkennen? Bei starken Marken ist das sehr wohl möglich, wie die oben dargestellten Beispiele demonstrieren. Jede farbige Kachel stellt jeweils eine Marke bzw. ein Unternehmen dar. Wer Lust hat, versucht einmal die jeweilige Marke, das jeweilige Unternehmen zu erkennen. Wer lieber weiterlesen möchte, erfährt am Ende des Artikels, welche Marken und Unternehmen hier dargestellt sind.

Sehen und verstehen

Tagtäglich sind wir einer Flut visueller Reize ausgesetzt. Wir lassen uns von Verkehrsschildern leiten, treffen im Supermarkt Kaufentscheidungen, begutachten die Outfits Anderer und konsumieren in allen Medienkanälen Werbebotschaften – bewusst oder unterbewusst. Was am Ende letztlich hängen bleibt und welche Botschaften uns erreichen, ist von vielen Faktoren abhängig. Farben spielen hier sicherlich eine ganz zentrale Rolle. Die Bedeutung der Schrift für die Identität eines Unternehmens wurde im dt schon einmal angesprochen. Farben führen und verführen uns und sie verfügen sicherlich noch einmal über eine stärkere Signalkraft als die Typographie. Im Gegensatz zur Schrift werden Farben zudem auch von den meisten Menschen „verstanden“. Über die Farbenlehre und die Farbwirkung sind unzählige Schriften erschienen. Trotz gewisser Unterschiede in Bezug darauf, wie Menschen Farben empfinden, gilt zumindest für Kulturkreise westlicher Prägung: Rot steht für Vitalität und Energie, aber auch für Feuer und Aggression. Weiß symbolisiert Reinheit und Unschuld, Blau schafft Vertrauen.

Starke Farben, starkes Branding?

Als besonders aufmerksamkeitsstarke Farbe, wird Rot von vielen großen Unternehmen eingesetzt. Dies wiederum bedeutet, dass allein die Farbe Rot noch keine Aussage über seinen Absender treffen kann. Ob Vodafone, E.ON, Sparkasse, Ferrari oder CocaCola – anders, als die oben dargestellten Marken, bietet die Corporate-Farbe dieser Unternehmen kein Unterscheidungsmerkmal. Das bedeutet natürlich nicht, das Branding dieser Marken wäre schwach.  Im Verbund mit weiteren Elementen, dazu zählt auch das jeweilige  Markenlogo, entsteht allerdings ein wiedererkennbares Erscheinungsbild, das über ausreichend Eigenständigkeit verfügt. Wie stark das Branding von Coca-Cola ist, erkennt man unter anderem auch daran, dass allein die Farbe in Kombination mit dem bekannten weißen Band, der sogenannten „Dynamic Ribbon Device“, ausreichen, um die Marke eindeutig zu identifizieren. Ein wunderbares Beispiel für die Leistungsfähigkeit eines nachhaltig konzipierten Corporate Designs, in dem Farben eine wichtige Rolle einnehmen: Markenpräsenz, ohne das eigentliche Markenlogo abbilden zu müssen.

Wenn bereits Corporate-Farben in der Lage sind, die Identität zu transportieren, dann liegt zweifelsfrei ein besonders starkes Branding vor. In dieser Liga, in der scheinbar Unmögliches möglich wird, spielen allerdings nur wenige Marken. Marlboro zählt ganz sicherlich dazu, wie das mittlerweile berühmte Beispiel des Pseudo-Logo-Barcodes zeigt. Als die EU dem Formel1-Team von Ferrari untersagte, das Marlboro-Logo auf den Fahrzeugen anzubringen, bewiesen die Italiener ihre Kreativität. Anstelle des Markenlogos kam ein speziell entwickelter Barcode zum Einsatz, der das Logo nachahmte und dabei subliminal wirkte. „Gesetz der Erfahrung“ nennt man das. Fehlende Fragmente einer bekannten Form, in diesem Fall die des Marlboro-Logos, werden von unserem Gehirn ergänzt. Menschen suchen in Allem das Bekannte und so sehen wir Hunde und Autos in Wolken. Wir sehen, was wir sehen wollen. Diesen Umstand machte sich beim Marlboro-Barcode zu nutze. Das auf diese Weise gestaltete Ferrari-Fahrzeugdesign musste kurz nach Einführung allerdings wieder entfernt werden, da es trotz höchstmöglicher Abstraktion immer noch Marlboro als Absender kommunizierte. Das Branding war einfach zu stark.

Mehr als tausend Worte

Es ist erstaunlich, was Farben im Stande sind zu leisten. Farben berühren unsere Sinne. Sie transportieren spielerisch sehr klare und prägnante Botschaften, allein aufgrund ihrer ureigenen Wirkung. Es heißt: Bilder sagen mehr als tausend Worte. Wenn man so will, ist eine Fläche mit einer Farbe bereits ein Bild, das unzählige Assoziationen erzeugt. Insofern trifft diese Redewendung vor allem auch auf Farben zu. Die kindlich naive Farbgebung des Google-Logos ist kein Zufall, sie ist Teil der Firmenphilosophie und sie ist sehr bewusst gewählt. In erster Linie soll das Logo Sympathie für die Marke wecken. Die thematisch veränderten Google-Logos (Doodles) fußen auf der gleichen Strategie. Ich behaupte einmal, der Gegenwind – berechtigt oder unberechtigt –, der Google vor allem in Deutschland entgegen weht, wäre noch einmal größer, wenn das Image der Marke, zu dem ja auch die visuelle Identität einen Teil beiträgt, nicht bereits mit soviel Sympathie aufgeladen wäre. 2009 war Google eine der beliebtesten Marken in Deutschland (Quelle: wiwo.de). Es klingt sicherlich etwas gewagt, aber die Farbwahl des Logos spielt beim Erfolg von Google keine unwesentliche Rolle. Sicherlich muss zunächst einmal eine „Utility“ existieren, ein gewisser Nutzen vorliegen, der für die Verwendung eines Produktes spricht. Das Erscheinungsbild bestimmt allerdings, ob zusätzlich eine Marken-Affinität aufgebaut werden kann. Eine Marke, die den Charme einer Kinderzimmer-Fensterscheibe transportiert, hat es da gewiss etwas leichter, wenn es darum geht Sympathiepunkte zu sammeln.

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66 Kommentare

  1. vielen dank für deine mühe!

    ich habe keinen tv mehr, lese aber regelmäßig zeitschriften und trotzdem habe ich fast alles erkannt. liegt das an meinem alter oder anders gefragt: wie merken wir uns farben?

    über eine konstruktive antwort wäre ich mehr wie erfreut ;)

  2. sehr feiner Artikel!
    Da fällt mir grad auch Unevolved Brands ein, eine Studie von Graham Smith, der sich mit der Wiedererkennung von Markenlogos beschäftigt und sie auf farbige Kreise in korrekter Anordnung reduziert. Der Wiedererkennungswert ist enorm hoch…

  3. Schöner Artikel, aber auch ich hatte Probleme alles ordentlich zuzuordnen,
    auch bei mir wurde z.B. die Partei zum schwedischen Möbelgroßlieferanten. Dennoch finde ich die Thematik wirklich interessant, inwieweit man das Kernmarkenbild wieder abstrahieren kann.

  4. sehr gelungen – die anordnung der farbflächen trägt aber auch wirklich viel dazu bei, dass man die marken erkennt. bei der telekom z.b. wäre ein “weiß-magenta” etwas durchsichtiger gewesen – finde ich, aber bis auf ein paar ausnahmen stimmt es vollkommen.

  5. @frankbee und csu /// Ich kann Euch beiden versichern, dass Ihr da auf dem Holzweg seid ;-) Ich selbst habe noch nie die Liberalen gewählt, aber das nur am Rande. Die Gelb-Blau-Kombi ist nun einmal im politischen Umfeld die stärkste Kraft, die vor allem auch Hans-Dietrich Genscher für sich zu nutzen wusste. Ein gelber Pullunder war und ist sein Markenzeichen. So übel die meisten Wahlplakate der FDP sind, so stark ist der Branding-Effekt ihrer Hausfarbe. Die Grünen sind diesbezüglich natürlich ebenfalls stark. Unter anderem ist McDonald’s aber dafür verantwortlich, dass sich eine grüne Farbkachel nicht mehr eindeutig der Partei zuordnen lässt. McDonald’s lässt sich seit der Umfärbenummer übrigens auch nicht mehr zuordnen.

    Richtig, Langenscheidt und IKEA sind ganz ähnlich. Das Blau bei Langenscheidt ist im direkten Vergleich aufgrund des hohen Gelbanteils noch einmal prägnanter.

    Wie wir uns Farben merken? Ich denke halt, auf ganz unterschiedliche Weise. Bewusst und unterbewusst, weil wir Marken anziehend oder aber abstoßend finden, weil wir von allen möglichen Seiten mit Werbebotschaften penetriert werden. Durch Konfrontation und durch Interaktion. Wir als Gestalter merken uns Farben auch, weil wir sie anwenden. Einige Musiker merken sich Farben anhand von Tönen, wie das Beispiel colormusic zeigt. Wir merken uns Farben, weil sie uns zu einem Ziel führen. Ein BurgerKing-Logo ist von der Autobahn schon von großer Entfernung zu erkennen. Bereits der Farbeindruck schenkt uns Gewissheit, dass hier Hamburger und Fritten auf einen warten. Sicherlich lassen sich Farben nur sehr schwer von der Form trennen. Um etwa giftige Beeren oder Pilze auszumachen, reicht es nicht, sich nur die Farbe zu merken, aber sie liefert einen entscheidenen Beitrag zur Identifikation. Ich glaube, die Liste ließe sich endlos fortführen. Vielleicht fällt dem ein oder anderen dazu ja noch mehr ein.

    Herzlichen Dank für die positiven Reaktionen. Freut mich sehr :-)

  6. Hab nur Langenscheidt, Pepsi, Telekom und FDP erkannt (und das auf Anhieb). Bei der Commerzbank dachte ich, das sei das Designtagebuch *lol*

    Manche Farbkombis kamen mir aber durchaus bekannt vor (z.B. Fonic und GermanWings), bin aber einfach nicht darauf gekommen (da ich diese Marken aus Desinteresse nie richtig wahrgenommen hab).
    Aber bei Google wäre ich nie darauf gekommen (vielleicht, wenn die Farben anders angeordnet wären), die Windows-Farben kommen mir auch etwas komisch vor (irgendwie zu blass). Und bei Latte… äää, ich meine Lätta :D habe ich einfach an Gay Pride gedacht ;-)

  7. Danke für den schönen Artikel.
    Ich habe Farbdesign studiert und fand es immer erstaunlich, wie viele Kommilitonen bei Packaging-/Corporate-Design-Projekten das Thema Farbe eher stiefmütterlich, so nebenbei, bearbeitet haben und dafür die Form/Typo an aller-aller obersten Stelle stand.
    Hier wird schön gezeigt, dass diese identitätsstiftenden Elemente im Gestatungsprozess miteinander verzahnt sind (Form/Typo/Farbe), eine durchdachte Farbauswahl/Kombinatotik sehr wichtig ist und manchmal selbst Nuancen viel ausmachen können. So empfinde ich jedenfalls.

    PS: Ich habe aber auch nicht alle Marken erkannt, aber ich fands super

  8. Hmmm, wenn es mehr als 2 Farben sind kann ich die Marke nicht mehr erkennen. In gelb/blau habe ich statt Langenscheidt Ikea erkannt. Und google, Lätta und Windows habe ich beim besten Willen nicht erkannt obwohl ich 2 der 3 Marken jeden Tag studenlang vor Augen habe – meiner Ansicht nach ist da dann die Farbe + Schriftzug identitätsbildend – google erkenne ich als Schriftzug auch verfälscht in Bildern, aber die Farben – no way.

  9. Ich finde Deine Gedanken zu den Farben echt bedenkenswert. Auch wenn ich, wie viele vor mir, die Farben nicht wirklich zuordnen konnte (okay mir fehlte ein wenig die Lust, es ist spät und ich bin müde), habe ich mitgenommen, dass man bei der Farbwahl durchaus mehr beachten kann als bestimmte gängige Zuordnungen.

    Genauso interessant finde ich aber beim betrachten der Kacheln, wie wichtig auch die Form für eine Wiedererkennung ist (man nehme beispielsweise Langenscheidt, Windows oder Marlboro). Hier hätte eine etwas modifizierte Aufteilung der Farbflächen sicher Missverständnisse unterbunden …

  10. Aha. Ganz schön interessant.

    Als erstes habe ich Germanwings erkannt, finde die Farben auch sehr außergewöhnlich.
    Einige andere konnte ich auch lösen, und einige hatte ich “falsch”, z.B. Nivea war bei mir 1&1, Yellow Strom ganz eindeutig der Fontshop und die Commerzbank das Designtagebuch ;-)

    Man sieht bei so wenig Information sicherlich im Zweifelsfall eher das, was man persönlich besser kennt.

  11. Also mit Nivea kann ich ehrlich gesagt nur Dunkelblau UND Weiß in Verbindung bringen (wie auch eine Google-Bildersuche bestätigen dürfte). Das Dunkelblau allein reicht, wie man auch in den Kommentaren sieht, nicht wirklich aus.

    Ich verwende übrigens einige Produkte der Marke Nivea, vor allen Dingen für die Haarpflege – da sieht man auch immer schön den weißen Schriftzug auf dunkelblauem Grund.

    Meiner Meinung müsste also ein “Farbquadrat” für die Marke Nivea eher so aussehen:

    cu, w0lf.

  12. Auf dem Gruppenbild habe ich nur Congstar und Langenscheidt erkannt. Als die Kacheln dann größer und mit Lösung präsentiert wurden, fielen mir die dazugehörigen Marken wie Schuppen von den Augen. Nach dem Motto “Ahh, natürlich! Warum habe ich das nicht direkt erkannt?”.

    Schöner Artikel, gefällt mir!

  13. Danke für den interessanten Artikel.

    Eindeutig für mich waren nur Langenscheidt, Facebook und “diese Fluglinie”, wobei ich nicht auf Germanwings kam ;-)

    Auch wenn bei der Auflösung die meisten Marken “ach, natürlich!!” bekannt waren, hängt die Assoziierbarkeit stark vom alltäglichen Umgang mit ihnen ab.

    Nivea und Milka hätten noch einen Balken vertragen können, ebenso die Telekom: “richtiges” Magenta + weiß + grau. Schneller funktionierts bei dem bekannten Print wirkt!

  14. Dein Farbartikel lässt mich seit gestern nicht mehr los – und wie an den Beiträgen zu erkennen ist, bin ich das nicht alleine.

    Danke für den hervorragenden Artikel und die Inspirationen.

    Ich merke mir Tankstellen immer an den Farben, da gelten dann die Tankkarten für die roten Tankstellen oder für die blauen, oder… Die Tankstelle bei uns an der Ecke ist rot/weiss/blau – keine Ahnung welche Marke das ist.

    Hoffentlich kommt nie ein Stratege auf die Idee die Farben zu ändern.

  15. Genialer Beitrag und schöner Denkanstoss. Habe fast alles erkannt. Ich finde insbesondere die selteneren Kombinationen stechen sehr heraus und sind wesentlich einprägsamer als das oft wiederkehrende blau-weiss oder blau-gelb. Gerade Germanwings und Congstar.

  16. @ Achim Schaffrinna: “Ich kann Euch beiden versichern, dass Ihr da auf dem Holzweg seid ;-) Ich selbst habe noch nie die Liberalen gewählt [….]” So war es auch gar nicht gemeint. Ich meinte eher, dass mir die FDP kurz als “Unternehmen” vorkam, nicht als Partei.

  17. Also ich konnte auch einige zuordnen.
    Als erstes ist mir das Nivea-Blau ins Auge gestochen. Liegt vllt daran, dass wir das damals in der Schule mal zu diesem Beispiel gelernt haben :)
    Ich fand eigentlich beeindruckend, dass ich die einfarbigen viel leichter zuordnen konnte. Liegt vllt daran, dass man bei den anderen durch die Streifen irgendwie eine ungewohnte Form der Hausfarben sieht?!

  18. Ich merke mir Tankstellen immer an den Farben, da gelten dann die Tankkarten für die roten Tankstellen oder für die blauen, oder… Die Tankstelle bei uns an der Ecke ist rot/weiss/blau – keine Ahnung welche Marke das ist.

    Ich las das, dachte mir, das muss einfach eine Frau geschrieben haben, schaue auf den Name und: voilà, die Anna. :)

  19. Die erste Marke, die mir sofort ins Auge stach war Pepsi und danch wegen der mutigen Farbkombi Fonic. Den Rest habe ich (auch mangels Zeit) nachgeschlagen, und mich dabei ertappt, bei der einen oder anderen Marke (Germanwings, Langenscheids, Congstar oder DHL), zustimmend mit dem Kopf zu nicken. Aber andere wirken, reduziert auf die Farben, nicht klar identifizier- und daher austauschbar: Google, Lätta (hier hat ich zunächst an die Friedensbewegung Pace gedacht – obwohl bei dort die Streifen eigentlich horizontal verlaufen) oder Microsoft.
    Für unifarben dargestellte Marken wie Nivea verbinde ich allerdings nicht allein nur die Markenfarbe, sondern auch das stark kontrastierende Weiß der Schritfarbe. Das fehlte mir hier, denn DHL bspw. erhielt ja auch die Typofarbe Rot zur weiteren Identifikation.

    Danke, schönes psychologisches Thema.

  20. Ein großartiger Beitrag – allerbesten Dank! Eine mögliche noch nicht genannte Facette im Falle ungerichteter Aufmerksamkeit möchte ich, banal anmutend aber basal bemerkenswert, nennen: Arbeitet man wie meine Wenigkeit in einem sportaffinen “fußballversauten” Verlag, schwirren unweigerlich Assoziationen mit Farben der Fußballnationen ins Bewusstsein: Ukraine, Nigeria, irgendwie Niederlande, vielleicht Polen aber unmissverständlich Frankreich scheinen in einem Wettbewerb vertreten zu sein ;-) Die Ausrichtung der Wahrnehmung (Aufgabenstellung, Eckdaten im Sinne einer Überschrift, Legende etc.) ist also mitentscheidend für die semantische Zuordnung. Dies ist hinsichtlich einer alltagsorientierten Untersuchung nicht unwesentlich, wenngleich die französischen Farben auch ein Branding implizieren könnten. Übrigens: Evonic schreibt sich doch wohl eher mit “k” am Ende, dies aber nur am Rande…

  21. Schönes Thema,

    aber wie schon von vielen Kommentatoren vor mir bemerkt, ist die Wiedererkennung dann doch nicht so einfach. Klar gehört zum NIVEA-Blau das WEISS dazu. Das Gleiche gilt für die LÄTTA-Farben. Ohne WEISS verlieren diese heiteren Farben ihre Leichtigkeit und den Wiedererkennungswert der Marke. Ein bisschen spielt natürlich auch das Umfeld eine Rolle. Im Buchladen denke ich wahrscheinlich sofort an LANGENSCHEIDT, aber ohne Kontext fällt mir bei GELB/BLAU auch IKEA ein, weil das die wesentlich stärkere Marke ist. Dass der Blauton nicht stimmt, ignoriert man dann halt.
    Genial, was die MILKA-Strategen mit ihrem LILA schon vor Jahrzehnten geschafft haben. So viele Einzelfarbtöne, die sich vom Rest der Welt abheben gibt es leider nicht. Klassische Farbkombinationen aus Grundfarben sind schon lange vor der Erfindung von Marken im Umlauf gewesen. BLAU/WEISS/ROT steht für mich eindeutig für SCHLESWIG-HOLSTEIN, anderen werden andere Länder bzw. Staaten einfallen, aber nicht gerade unbedingt die NBA.

  22. Ich finde auch, dass bei Subway die Anordnung der Farbe in die irre führt. Ich dachte zuerst an Irland (obwohl die ja auch ne andere Flagge haben, orange statt gelb). Grade bei Subway ist es nunmal so, dass die Schrift und die Ausarbeitung dieser auf dem Untergrund die Starke Signalwirkung hat. Ich finde das Quadrat zu Subway müsste so aussehen:

    Und eins hab ich dann noch für euch zum raten:

  23. @neverender Dank Dir. Habs korrigiert.

    @fwolf Genau diese Nivea-Farbkachel hatte ich auch erst angelegt gehabt. Allerdings ist aus meiner Sicht das Blau so stark, dass der weiße Innenbalken verzichtbar ist. Beide Kacheln sind natürlich möglich.

    @Zyro Europcar hatte ich auch sofort erkannt, allerdings zeigt die von Dir eingebundene Grafik ja auch eher eine Art Logonachbildung, was sie natürlich im Vergleich zu den anderen noch leichter erkennbar macht. Hier die Europca-Kachel, die nach dem gleichen Schema generiert wurde:

  24. Die Farben, d.h. die RGB-Farbwerte, stimmen gar nicht. Ich hab natürlich nicht alle überprüft, sondern nur stichprobenartig (bspw. DHL, Germanwings, AOK). Die Abweichungen sind zwar nur gering, aber schon deutlich… Jaja, ist schon nicht ganz einfach die Sache mit den Farbprofilen im Photoshop. :-)

  25. Facebook ist blau, weil Universitäten ihren neuen Studenten zur Orientierung das so genannte facebook, üblicherweise in einem blauen Cover gebunden, überreichen. Es enthält Informationen über Kommilitonen und soll Studenten helfen, Kontakte zu knüpfen. Außerdem ist auch das Jahrbuch von Schulklassen in den Vereinigten Staaten üblicherweise in blau gebunden.

    Blau ist facebook nicht wegen Zuckerbergs Rot-Grün-Sehschwäche, die er gar nicht hat, und auch nicht wegen Verlässlichkeit und Vertrauen. Das sind zwei Werte, die eine soziale Plattform nicht unbedingt braucht und auf die facebook nicht zuletzt dank seines Gründers und seinen Ansichten zum Datenschutz auch gut verzichten kann. Die Farbe hat bei dem Erfolg keine Rolle gespielt, denn Google wurde mit Regenbogenfarben erfolgreich. Mit, nicht wegen. Wesentlich ist der Wiedererkennungswert einer Marke, und die Farbe ist dabei nur ein Element.

    Bei der Marke facebook spielt der Wert “Tradition” eine große Rolle, denn facebook gab es einerseits nur für Studenten an amerikanischen Unis, und andererseits führte es damit die Tradition des gedruckten facebooks online fort. Mittlerweile ist facebook offen für alle und die Metapher der facebook-Marke ist nur noch historisch begründet.

    Siehe auch
    * en-wp über Facebook (Verzeichnis)

  26. sehr interessanter artikel.

    langenscheidt fand ich total eindeutig. denn bei IKEA ist ja eher blau dominierend als gelb….! zumindest habe ich das so im kopf…auch wegen den verkaufsgebäuden.

  27. Schöner Artikel, mir fiel es jedoch schwer nur an den Farben eine Marke erkennen zu können, mit etwas mehr Form und gestalt wäre es aber bestimmt kein Problem!

  28. Was ist das objektiv, eine schöne Farbe, wenn doch jeder Mensch einen anderen Geschmack hat. Rot – das ist doch eine schöne Farbe, werden Sie sagen. Rot ist laut und sinnlich und auffallend dazu… nur – welches Rot? Das von Marlboro, das Ferrarirot oder das von Coca Cola oder doch besser Mon Cheri? Rot hat keinen wirklichen Merkwert. Ohne den unmittelbaren Vergleich in gedruckten Farbmustern weiß das Farbhirn in der Erinnerung nur: Rot Pauschalsuppe. Unglaub-lich viele Varianten gibt es. Alle in Nuancen anders. Doch so richtig merk- und erinnerungsfähig bleiben Rottöne nur dann, wenn sie so extrem anders sind wie z. B. das Magenta von T Com oder das Dunhill-Dunkelrot auf der anderen Seite des Rot-Spektrums. Bei Blautönen ist es nicht viel anders, vor allem dann nicht, wenn man an die dunkelblauen Töne denkt. Unterscheidungsmerkmal 0,0. So wenig wie morgens an den Flugsteigen A – Z das unisono Mausgrau der Anzugträger…
    Doch Company-Colour richtig eingesetzt arbeitet sie mehr als erfolgreich: Als Identity-Tool.
    Ist z. B. dieser unsägliche Fleischton von Manner Schnitten denn keine schöne Farbe? Ja doch, ganz sicher sogar, weil ganz konsequent und kompromisslos angewandt. Schnell gelernt beim Skispringen auf den Mützen der Athleten. Schön oder nicht schön. In dieser konsequenten Penetranz wird jede Farbe deshalb schön, weil über den ersten Blick bereits Identifikation mit dem Unternehmen erfolgt, das diese Farbe trägt. Farbe als Werkzeug. Test gefällig?!
    Ich sage jetzt: Tiffany-Türkis! Schon ist das Bild in Ihrem Kopf. Nicht ungefähr, sondern ganz genau. Milka. Das innere Auge auf dazu, sie sehen es sofort. Nicht braun wie das Produkt sondern lila – so sieht also Schokolade aus! Wer unter uns Marketing-Profis hätte denn den Mut gehabt, dieses unsägliche K…braun von UPS zur Company Colour zu erheben? Eine marketingtechnische Großtat, wenn man bedenkt, wie schnell durch diese „Un-Farbe“ diese drei Buchstaben UPS (ja, sagen sie jetzt ruhig ganz laut „Uuups“ dazu) in unseren Köpfen nicht nur gelandet sondern unauslöschlich angekommen sind. So wird Farbe effizientes Identity Tool.–

    Sie meinen, alle Farben seien schon irgendwie besetzt in der Welt der Unternehmensgestaltung? Nun: Der Pantone-Farbfächer „4 Colors Process Guide“ bietet 3.010 Farbnuancen. Fast jede für sich eine Schönheit dann, wenn man ihr nur den Raum zur Wirkung und Entfaltung gibt. Nicht verwässert, mal so, mal so oder nur so ähnlich. Sondern genau so. Immer so. Dann blüht sie auf, diese Farbe, entfaltet ihre ganze Kraft. Die Kraft der Identität mit genau diesem Unternehmen. Sie entsteht allein in unseren Köpfen. Mut tut auch hier nur gut!

  29. Lesen wir uns so einige Kommentare durch und forschen in unserem Hirn welche Gesamtmeinung scheinbar entsteht, können wir erkennen, dass berufliche Probleme durch Kniefieselei entstehen. Globale Betrachtungsweise unter Einsatz kompetentem Fachwissens ermöglichen uns Weiterbildung und die Aufnahme von hilfreichen Tipps. Zu den CI-Farben: Hauptsache die Bildschirme sind kalibriert.

    An alle die so gut sind: Hier findet ihr hilfreiche Tipps für die täglichen Aufgaben. Das zu erkennen setzt natürlich Sachlichkeit und Kompetenz voraus. Hilfestellung und Informationen kritisieren? Macht es besser und sucht nicht nach Anerkennung durch schlaue Kritiken. Also, gebt euere Webseiten bekannt und seid stark genug, die Kritik zu ertragen.

  30. … Wenn wir das Limbische System fragen, wird es uns auf die implizite Wahrnehmung von Sound in seiner ganzen Vielfalt (Geräusche, Musik, Stimme etc.) aufmerksam machen. Das Visuelle in Ehren, jedoch berührt es uns meist oberflächlich. Hingegen geht Sound meist unter die Haut, angenehm wie unangenehm. Die Augen schließen, ist ein Selektions-Mechanismus, die Ohren schließen können wir dagegen nicht wirklich, auch nicht, wenn wir uns im Schlaf wiegen. Von daher, vergesst die Ohren nicht, und meistens hören sie nicht nur nur sondern denken bezüglich der Bedeutung von Sound eifrig mit. Sound Branding über die Ohren, unbewusst erzeugte Wirkung von bewusster Gestaltung. Das würde sich auf Dauer gut und vor allem sinnvoll anhören…

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