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ZDF-Nachrichten in neuem Design

ZDF-Nachrichten im neuen Design
ZDF-Nachrichten im neuen Design, Quelle: ZDF, BDA Creative

Die ZDF-Nachrichtensendungen präsentieren sich ab heute in neuem Design und aus einem technisch runderneuerten Studio. Dank der neuen Optik würden TV- und Online-Formate besser verzahnt und die Wiedererkennbarkeit der ZDF-Nachrichtenfamilien auf allen Ausspielwegen gestärkt, so das ZDF. Die erste Sendung im neuen Design ist die „heute“-Ausgabe um 19.00 Uhr.

Seit mittlerweile 12 Jahren werden alle Nachrichtensen­dungen des ZDF aus dem seinerzeit dafür gebauten virtuellen Nachrichtenstudio gesendet (dt berichtete). Eineinhalb Jahre später wurden erstsmals optische Korrekturen vorgenommen, auch um die bis dahin zum Teil sterile Atmosphäre zu verbessern. Nun wurde im Rahmen eines weiteren Maßnahme sowohl das Studiodesign wie auch das On-Air-Design umfänglich überarbeitet. Das Redesign umfasst alle acht Nachrichtenformate: „heute“, „heute journal“, „heute journal update“, „heute Xpress“, „heute – in Deutschland“, „heute – in Europa“, „Wetter“ und „logo!“. Über die Farbwelt, Grafik, Typographie und weiteren Designelemente würden die Nachrichtensendungen nun optisch dichter zusammen rücken.

Auszug der Pressemeldung

Ziel des Redesigns war es, diese Werte auch visuell ins nächste Jahrzehnt zu führen und den sich ständig verändernden Nutzungsgewohnheiten gerecht zu werden. Im Sinne einer Design-Evolution galt es, neben den linearen Nachrichtensendungen und Magazinen auch den digitalen Raum mit einer konsistenten Designsprache zu gestalten. Mit einem klaren Layout des Grafik-Systems wird auch der kontinuierlich zunehmenden Nutzung von mobilen Endgeräten mit entsprechend kleinen Darstellungsflächen Rechnung getragen. In diesem Zusammenhang haben auch die Kindernachrichten „logo!“ ein Redesign erhalten, das sich stärker als bisher an den Hauptnachrichten orientiert.

„Mit dem Relaunch stärken wir die Erklär-Kompetenz unserer Nachrichtensendungen und rücken unsere Moderatorinnen und Moderatoren klarer in den Fokus“, so ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey. „Der neue Rahmen, in dem wir unsere Nachrichten präsentieren, ist attraktiv, zeitgemäß und stützt die Information: Es geht immer um die Inhalte, es zählen die akkuraten und seriös recherchierten Fakten.“ Die heutige Umstellung auf das neue Nachrichtendesign ist Bestandteil eines Modernisierungsprojektes, das mit dem Relaunch des Online-Nachrichtenangebots ZDFheute Anfang 2020 begann.

ZDF-Nachrichtenstudio mit neuem Moderationstisch
ZDF-Nachrichtenstudio mit neuem Moderationstisch, Quelle: ZDF

Im Zentrum des virtuellen Studios steht fortan ein aus Nussbaumholz gefertigter Moderationstisch in geschwungener L-Form. Die kompaktere und leichtere Gestaltung böte den Moderatoren einen optimierten Arbeitsplatz und erzeuge mehr sichtbare Nähe. Umgeben ist der Tisch von einem flexibel nutzbaren, gestaffelten System virtueller Projektionsflächen, die es ermöglichten Informationen verständlich und prominent zu präsentieren, gleichzeitig aber auch einen scheinbar physischen Nachrichtenraum definierten.

ZDF-Nachrichten – neues Infodesign

ZDF-Nachrichten Key Visual "Wetter"

Blau bleibt als bestimmende Sendungsfarbe erhalten – je später die Sendung, desto dunkler der Ton. Auch der Globus als Symbol wurde beibehalten, allerdings wird dieser nun mit Hilfe von Linienschraffuren geformt. Das seit 2009 im Hintergrund dargestellte horizontal verlaufende gelbe Band verschwindet aus dem Designkonzept. Für alle Sendungen wurden neue Rubrik-Info gestaltet, beim „Wetter“ wurden zudem Icons und Temperaturangaben modernisiert. Künftig läutet eine Digitaluhr den Beginn der „heute“-Sendung ein.

Innerhalb von Infografiken und Texteinblendungen wechselt das ZDF die Schriftart und setzt nun bei den Nachrichten, anstelle der ZDF News (Edenspiekermann), auf die ZDF Type. Die von dem Berliner Type-Büro bBox entworfene ZDF Type bildet zusammen mit der ZDF Design und der ZDF Micro das neu geschaffene, aus insgesamt 116 Schnitten bestehende Corporate-Type-System des ZDF. Dabei ist die Uniwidth-Schrift ZDF Type seit Januar 2021 die Hauptschrift des Systems, mit dem alle Anwendungsbereiche des ZDF abgedeckt werden (Anmerk.: Bei einer Uniwidth-Schrift laufen alle Schnitte gleich weit. So können Wörter hervorgehoben werden, ohne dass sich nachträglich Absätze oder die Zeilenlänge verändern).

ZDF-Nachrichten – neues Studiodesign

ZDF-Nachrichtenstudio im neuen Design – Moderatorenteam
ZDF-Nachrichtenstudio im neuen Design – Moderatorenteam, Quelle: ZDF, Foto: Jana Kay

Von dem ursprünglich 700 Quad­ratmeter großen Studio werden nunmehr 300 Quad­ratmeter als Nachrichtenstudio (N2) genutzt. Bei dem nun vollzogenen Wechsel handelt es sich genau genommen um eine Übergangslösung. Voraussichtlich im Juni 2023, so die Planung, will das ZDF dann wieder die gesamte Studiogröße nutzen und das bis dahin ebenfalls technisch erneuerte N1 in Betrieb nehmen.

Entstanden ist das neue On-Air-Design (Infografik Storytelling) in Zusammenarbeit mit BDA Creative (München), unterstützt von Jokertronic (Berlin). Für das Set Design zeichnet Billionpoints (München) verantwortlich. Das Audio Branding entstand in Kooperation mit Massive Music.

ZDF-Nachrichten – weitere Medien / vorher nachher

Kommentar

Erst heute Abend, wenn das neue Design in Form von Opener, Outro, Einspielern und Animationen in Bewegtbild zu sehen sein wird, lässt sich eine abschließende Bewertung formulieren. Aber auch so wird deutlich, wie umfassend das Redesign ist. Es wurde Zeit, dass der überdimensionierte, futuristisch anmutende Tisch mit „Dialogrutsche“ aussortiert wird. Letztlich war der Tisch mit markanter Form doch eher ein Hindernis und ein vom Inhalt eher ablenkendes denn unterstützendes Element.

Im Vergleich dazu, bedingt auch aufgrund der verringerten Studiogröße, wirkt das neue Set erfrischend schlicht. Dank neuem Beleuchtungskonzept (weniger LED-Scheinwerfer), mattem Boden in Velourleder-Optik und ebenfalls mattierter Tischoberfläche werden keinerlei Reflexe und Lichtspots erzeugt. Das Ergebnis ist supersoft, klar und aufgeräumt (Vergleich: im ebenfalls neu designten WELT-Nachrichtenstudio ist das Lichtkonzept nicht ganz so überzeugend).

Die neue Linienschraffur, DAS zentrale Grund-und Brandingelement (Keyline), wirkt im Rahmen des Studiodesigns, indem auch immer wieder freie Flächen berücksichtigt sind, ansprechend. Wirklich einzigartig ist diese Form der grafischen Darstellung einer Weltkarte nicht – das waren die bisherigen Globen auch nicht. Es ist vielmehr das Zusammenspiel aller Gestaltungselemente, die ein wiedererkennbares Markenerlebnis schaffen und Identität erzeugen. Die in der Frontalansicht abgebildeten Querstreifen im Hintergrund und im Tisch erwecken den Eindruck, als blase gerade eine ziemlich steife Brise durchs Studio. Aber wie eingangs gesagt: in Bewegung wirkt dies womöglich weniger unruhig als im Standbild. Ich bin sehr gespannt auf die erste Sendung, auch auf das angepasste Sound-Design.

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Dieser Beitrag hat 76 Kommentare

  1. Die sich bewegenden Hintergrundlinien empfinde ich als sehr störend; sie lenken vom Inhalt der Nachrichten ab. Die senkrechte Trennlinie ist ebenfalls störend. Kurz: der Background müsste noch einmal besser designed werden.

  2. Hässliche Logos… Müsst Ihr denn alle den grässlichen grafischen Stil von Microsoft abkupfern? Icons ohne Inhalt und ohne Farbe, einfach nur wirre Linien ohne Substanz, Zeichnung, und Tiefe? Alles platt, zweidimensional und einfach nur Linien konstanter Breite? Das soll „erfrischen“ wirken? Ich fühle mich eher in die Achtzigerjahre zurückversetzt, als Computer nur 16 Farben beherrschten!

    Wirkt genauso zerrissen wie die neue zerrupfte Weltkugel. Einfach hässlich. Passt aber zu dem kleineren Spar-Tisch. Die Heute wirkt, als haben die Budgetkürzungen aufgrund der fehlenden Beitragserhöhung dazu geführt, dass man jetzt mit einem halb so großen Studio auskommen muss. Bessere Grafik wurde uns in der Moderation versprochen, aber alles wirkt wie vom Praktikanten… (wobei ich sicher bin, dass es dennoch sechsstellig gekostet hat…)

  3. Insgesamt ein stimmiges Gesamt – OnAirDesign – Konzept mit guten Variationen für die einzelnen Sendung – Formate. Die Animationen im Hintergrund sind auch ok – aber gewöhnungsbedürftig.
    Ebenso das Wetter- sowie Sound-Design runden alles gut abgestimmt ab.
    Selbst die digitale Uhr passt.
    Die Bauchbinden sind tatsächlich etwas groß geraten.
    Der lächerlich überdimensionierte Anchor – Tisch vom alten Studio ist endlich weg!
    Mir gefällt es.

  4. Das Design ist typisch deutsch – strenge Geraden, wenig Rundungen, wenig Seele und Charakter, nüchtern und kalt, sehr abgestumpft, konservativ erstarrt, platt und langweilig. Seitlich hätte man auch durchaus etwas anderes platzieren können mit Graphiken, die eine wärmere Ausstrahlung haben als eine dunkelblaue Monster-Weltkarte im permanenten Schredder-Modus. Die Farbgebung hätte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen warmen und kalten Tönen vertragen, was unterkühlt-nüchtern wirkt. Gesteigert noch durch seelenlose Weiß-Hintergründe der schwarzen Schriften bei Texteinblendungen – schwarz auf weiß ist sehr konventionell.

  5. Der Tisch wirkt für mich völlig fehl am Platz. Harmoniert überhaupt nicht mit der Grafik und sieht auch sonst mit seiner Krümmung und der plötzlichen Ecke samt für den Zuschauer sichtbarer Technik echt kurios aus.

    Habe schon reichlich Kritik am Green Screen Ansatz gehört. Theoretisch finde ich ihn unproblematisch, man hat es aber scheinbar nicht geschafft dem grünen Halo vorzubeugen, das kommt auch nicht toll rüber.

  6. Eine wenig mehr Temperament und Kreativität hätte es schon sein dürfen! Der Musik-Opener hätte dramatischer sein können anstelle eine langsamen Bummelzuges. Designtechnisch ist das die Beibehaltung des Status quo, es ist zu brav, zu bieder und zu hausbacken, um gestalterisch vorne mitzureden, keine neuen kreativen Einfälle, keine Eigenständigkeit. Es wirkt zu klinisch und steril, keine Lebendigkeit. Die x-te Neuauflage der Weltlandkarte reißt heutzutage keinen mehr vom Hocker.

  7. Das meiste am Neudesign ist tatsächlich eher Geschmackssache. Aber wenn man sich mal als kleines Beispiel die Wetterkarten herausgreift, wirken die gestalterischen Entscheidungen eher kontraproduktiv (sowohl auf großen Bildschirmen als auch auf Smartphonrscreens): – zu viele Symbole gleichzeitig auf der Karte; – gelbe Sonne auf gelber Karte schlecht sichtbar; – darum versucht man, den Kontrast durch Hinzufügen von Schatten herzustellen – was nicht nur altbacken aussieht, sondern auch inhaltlicher Quatsch ist (wie wirft die Sonne einen Schatten?); – Outlinesymbole wirken billig und erschweren die Orientierung (zu viele Linien im Bild). Optischer Eindruck insgesamt: Homeshopping-Channel in den Neunziger Jahren.

  8. Hat man sich mal die Wetterkarte am Fernseher angesehen.Die Schrift in weißer Farbe kann man
    auf dem Untergrund wirklich nicht lesen.Wäre ganz einfach zu ändern in schwarz.Die alte Wetterkarte konnte man besser lesen.

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