Wrigley’s Extra Professional, eine zum US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzern Mars gehörende Lebensmittelmarke, hat ein neues Verpackungsdesign erhalten. Im Mittelpunkt der Neugestaltung stand dabei die Form der Kaugummi-Dose.
Die in wiederverschließbaren Vorratsdosen verpackten Kaugummis der Marke Wrigley’s Extra wurden vom Unternehmen Mars Wrigley im Jahre 2006 auf den Markt gebracht. Die Umstellung von klassischen 10er-Packungen mit Kaugummistreifen hin zum Dosenformat beflügelte den Absatz. Die Dose habe sich seitdem als echter Wachstumsmotor für das Segment etabliert, so Sophie Lebecque, Marketing Director Mars Wrigley in Deutschland. „Seine Power wollen wir mit der neu gestalteten, plastikreduzierten Ausführung jetzt noch einmal steigern.“
Auszug der Pressemeldung
Mars Wrigley bringt das stärkste Produkt im Kaugummi-Segment – EXTRA PROFESSIONAL1 – in neuer Verpackung in den Handel. Die optimierte Gestaltung der innovativen Dose sorgt bei allen sechs Geschmacksrichtungen für eine verbesserte Sichtbarkeit, eine leichtere Handhabung und…
Wrigley’s Extra Professional, eine zum US-amerikanischen Nahrungsmittelkonzern Mars gehörende Lebensmittelmarke, hat ein neues Verpackungsdesign erhalten. Im Mittelpunkt der Neugestaltung stand dabei die Form der Kaugummi-Dose.
Die in wiederverschließbaren Vorratsdosen verpackten Kaugummis der Marke Wrigley’s Extra wurden vom Unternehmen Mars Wrigley im Jahre 2006 auf den Markt gebracht. Die Umstellung von klassischen 10er-Packungen mit Kaugummistreifen hin zum Dosenformat beflügelte den Absatz. Die Dose habe sich seitdem als echter Wachstumsmotor für das Segment etabliert, so Sophie Lebecque, Marketing Director Mars Wrigley in Deutschland. „Seine Power wollen wir mit der neu gestalteten, plastikreduzierten Ausführung jetzt noch einmal steigern.“
Auszug der Pressemeldung
Mars Wrigley bringt das stärkste Produkt im Kaugummi-Segment – EXTRA PROFESSIONAL1 – in neuer Verpackung in den Handel. Die optimierte Gestaltung der innovativen Dose sorgt bei allen sechs Geschmacksrichtungen für eine verbesserte Sichtbarkeit, eine leichtere Handhabung und…
Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.
Ist die dann auch nur zu zwei Dritteln gefüllt?
Ich würde sagen, dass die Packung im Verkaufszustand zu etwa 70–80 % gefüllt ist. Bei der unten dargestellten Packung wurden bereits 4 Kaugummis entnommen:
Man hofft, dass die Kunden ihr Kau(f)verhalten ändern.
Spannend, wahrscheinlich wurde das Redesign gemacht, da im alten Design noch der Farbstoff E171 in den Gums war. Dieser wurde in der Forschung und Presse immer mehr kritisiert, da er “akute Darmentzündung verstärkt” (www.aerzteblatt.de). Ansonsten sind die Inhaltsstoffe die Gleichen, die Nährwertangaben steigen nur minimal im neuen Design.
Aber ich muss meinen Vorrednern und dem Autor vom dt zustimmen, dass diese Verpackung ökologisch und optisch ein echtes Disaster ist und erinnert mich von der Form auch sehr stark an einen dicken menschlichen Körper.
Passend zum Thema hier noch ein Lesetipp auf dw.com: Die Recycling-Frage: Gutes Plastik, böses Plastik?
Das ReDesign der Dose ist leider nicht wirklich gelungen. Durch die extra „Rundung“ der Dose, zusammen mit der Gestaltung geht es für mehr in die Richtung von Spülmaschinen- oder Waschmaschinen-Tabs.
Ich verstehe den ganzen Hate nicht. Abgesehen von dem Plastikthema, dass zwar wichtig ist und angesprochen werden sollte, find ich das Design super. Ich hab sie heute im Supermarkt gesehen und in die Hand genommen und muss sagen: Ergonomisch, fühlt sich gut an, besser als die Alte und es sieht in echt auch nicht wirklich nach “dicker Bauch” aus. In meinen Augen alles richtig gemacht. Die Plastikverschwendung ist ein anderes Thema, aber vom Design her ohne Ironie topp.
Meine Vermutung: Die Form stellt die sich mit Luft füllende Lunge dar, weil man mit den Kaugummis wieder voll durchatmen kann.
Verstehe die ganze Aufregung auch nicht…
Klar Plastik etc. aber der praktische Aspekt steht hier meiner Meinung nach im Vordergrund. Hatte sie eben auch in der Hand und finde sie ansprechender, praktischer und komfortabler als vorher.
Ich finde aus einer Mücke einen Elefanten machen passt hier ganz gut.
Da es hier ja eigentlich vorrangig um Design und nicht um Ideologie gehen sollte, versuche ich es mal mit einem sachlichen Ansatz mit Focus auf die Handhabung:
Das Hauptproblem bei der bisherigen Dose war, dass sich die Dragees recht schwierig entnehmen ließen. Man war ewig am fummeln, insbesondere mit etwas kräftigeren (Männer-)händen. Alternativ konnte man versuchen, ein Dragees rauszuschütten, was aber meist dazu führte dass man 4 oder 5 auf der Hand hatte. Diese mussten dann umständlich wieder reingefummelt wurden. Sowohl von der Handhabung als auch von der Hygiene ein echtes Ärgernis. Besser machte es in letzter Zeit schon ORBIT mit breiteren Dosen, die sich leichter handhaben lassen.
Nun zieht Extra nach und obwohl ich die Dose noch nicht getestet habe, ist sie aus meiner Sicht ein ästhetischer und vermutlich auch funktionaler Fortschritt.
Und wer es unbedingt ökologisch haben möchte: Die Döschen lassen sich für allerlei Zwecke weiterverwenden, z.B. für Schräubchen, oder andere Kleinteile. Ich selber nutze eine als Kleingeld bzw. Parkgeld-Kasse im Auto. Oft fülle ich auch “Fishermans” Dragees in die Dose um. Schade, dass nach längerer Handhabung irgendwann der Deckel abbricht. Evtl. ist das auch mit der neuen Dose besser.
Von mir jedenfalls Daumen hoch.
Nachtrag: mit der sich nach unten verjüngenden Form wurde wohl auch an die Becherhalter in Autos gedacht, wo viele dieser Dosen ihr Dasein fristen.
Solange man die neue Dose auch so problemlos mit einer Hand öffnen kann wie die alte, dann ist alles ok.
Herzlichen Dank für den Kommentar und für Ihre Einschätzung hinsichtlich der Handhabung.
Die Verwendung des Ideologie-Begriffs erscheint mir unangebracht, da im Kommentar suggeriert wird, als seien ökologische Kriterien im Zusammenhang mit gestalteten/designten Produkten verzichtbar, quasi „nice to have“. Design ist jedoch weit mehr als Optik und Oberflächliche und auch mehr als Funktion. Wenn wir (als Designer) nicht auch die Materialität und die Sinnhaftigkeit eines Produktes als solches hinterfragen, führt dies in letzter Konsequenz zu noch mehr Unnützem. Das gilt es zu vermeiden. Gutes Design ist nun einmal umweltfreundlich (Rams). Deshalb gehören ökologische Aspekte auch und gerade bei einem solchen Produkt berücksichtigt.
Gutes Design sollte zuallererst einmal gut verkaufen. Ist vielleicht nicht populär aber mal unter uns: es ist die Wahrheit. Wenn ökologische Aspekte diesem übergeordneten Zweck dienen und man diese in der Kundenkommunikation aufgreifen kann (und dadurch wiederum mehr verkauft), dann ist das natürlich ein Pluspunkt. Aber sie können die ökologischste Dose aus handgehäkeltem Nautrplastik designen – wenn sie sich nicht verkauft und im Laden verstaubt, dann war es schlechtes Design.
Eine Vorstellung, die im Jahre 2020 meiner Meinung nach völlig fehl am Platz ist, da sie eindimensional auf den Konsum abzielt und am Zweck von Design total vorbeigeht. Beim Design, insbesondere beim Produktdesign und UIDesign, ist es der MENSCH, der im Mittelpunkt steht, nicht Absatzzahlen. „Gutes Design“ ist demnach jenes, das dem Menschen dient, ihn in seinem Vorhaben unterstützt UND dabei ressourcenschonend ist.
Das klingt alles schön und gut und idealistisch. Nichtsd desto trotz ist es doch so, dass ein Auftraggeber eines Designers sich davon einen wirtschaftlichen Erfolg erhofft oder etwa nicht? D.h. wenn der Mensch noch so im Mittelpunkt steht, und der Auftraggeber in Schönheit stirbt, war es dann trotzdem gutes Design? Ernstgemeinte Frage.
Absolut. Nur möchte ich bezweifeln, dass gutes Design entstehen kann, wenn beim Entwerfen die oberste Prämisse gilt, „zuallererst“ solls sich gut verkaufen. Dabei kommt selten etwas Gutes zustande, so mein Eindruck.
Dieser weiter oben von Ihnen getroffenen Aussage kann ich mich wiederum anschließen. Wobei gutes Design allein freilich kein Garant für einen Verkaufsschlager ist. Hier spielen noch weitere Faktoren wie Preis, Funktionalität, Qualität, Nutzwert, Verfügbarkeit, Markenvertrauen/Brand Trust u.a. eine große, ja oftmals eine noch größere Rolle.
»hier [geht es] eigentlich vorrangig um Design und nicht um Ideologie« “” und dann geht es Dir um Ideologie und nicht um Design? Design ist doch weder das Aussehen alleine noch Aussehen und Handhabung, sondern die umfassende Formgebung inklusive der Materialien, des Herstellungsprozesses und der Folgen nach der Nutzung des Produktes, Müllmenge wie -art. Das sind keine mehr oder weniger hübschen Zutaten, die man gut auch weglassen kann, wie Du suggerierst, sondern essentielle Bestandteile des Designs. Ohne sie würden wir nur Ideologie produzieren: Lügen für die Fortsetzung der bestehenden Zustände.
Ich sehe das pragmatischer. Gutes Design verkauft gut. Das ist der Hauptgrund warum Designer beauftragt werden.