WeightWatchers aktualisiert Markenauftritt
WeightWatchers hat seinen Markenauftritt aktualisiert. Der neue Markenauftritt samt angepasstem Logo spiegele die Weiterentwicklung des Unternehmens und die Veränderungen im gesamten Gesundheitssektor wider, so das Unternehmen.
WeightWatchers (heute WW International) ist ein US-amerikanisches Unternehmen für kommerzielle Abnehmprogramme, gegründet 1963 von Jean Nidetch in New York. Es kombiniert ein Punktesystem für Lebensmittel mit Beratungsangeboten und digitalen Services.
WW International steuert seine internationalen Aktivitäten zentral, arbeitet aber mit rechtlich eigenständigen Landesgesellschaften und Franchisenehmern. Gesellschaften wie WW (Deutschland) GmbH nutzen die Marken und Programme auf Lizenzbasis. Was in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass Namen und das visuelle Erscheinungsbild der Landesgesellschaften stark divergiert, wie im dt-Beitrag „Weight Watchers – wenn Branding zum Hüftspeck wird“ aufgezeigt wird.
Vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung seines Produktangebots mit Schwerpunkt auf GLP-1-Präparaten hat WeightWatchers zum Ende des letzten Jahres seinen Markenauftritt angepasst. Während das auf Ultramarinblau basierende Farbspektrum erhalten bleibt, wurden Bildsprache und Typographie weiterentwickelt.
Auszug der Pressemeldung
„Diese Weiterentwicklung geht weit über einen neuen visuellen Auftritt hinaus. Für uns lebt die Marke Weight Watchers darin, wie wir jeden Tag auftreten – durch unsere Erfahrung, unsere Coaches, unsere Community und unsere medizinische Unterstützung“, so Julie Rice, Chief Experience Officer bei Weight Watchers. „Alles ist darauf ausgerichtet, die Lebensrealität und Ziele unserer Mitglieder genau zu verstehen. So fühlt sich die Unterstützung persönlich, individuell und verlässlich an – egal, wo man Weight Watchers begegnet.“

Das Markenlogo, eine reine Wortmarke, ist künftig in extrem schmalen Versalien gesetzt, statt in Gemischtschreibweise. Der Schriftschnitt wechselt zudem von regular zu fett/extrafett. Das neue Logo soll „Stabilität, Vertrauen und den Ruf der Marke für nachhaltige Gesundheitsergebnisse“ vermitteln, so das Unternehmen. Der stark von der Typographie geprägte neue Markenauftritt sorge für „ein einheitliches und inspirierendes Markenerlebnis, das Fortschritt und Personalisierung feiert.“
Entstanden ist der neue Markenauftritt in Zusammenarbeit mit der New Yorker Agentur Mrs&Mr, unterstützt von der Produktionsfirma Bindery, ebenfalls ansässig in New York City.
Kommentar
Anders als noch vor einigen Jahren ist der Markenauftritt von WeightWatchers, bezogen auf die Landesgesellschaften und nationalen Franchisenehmer, mittlerweile weitestgehend konsistent. Lediglich in Schweden tritt WeightWatchers unter dem Namen ViktVäktarna im Markt auf – doch auch in diesem Fall greift das für WW International entwickelte Markendesign. Der Prozess hin zur Harmonisierung war längst überfällig, denn die Bündelung sorgt für eine Stärkung der Markenpräsenz.
Zur Gestaltung: Ob extrem schmale, extrafette Versalien eine passende visuelle Entsprechung sind, um die Marke WeightWatchers zu repräsentieren, darüber lässt sich freilich streiten. In kleinen Darstellungsgrößen verschwimmt die Typo zu einem blauen Querbalken.
Mediengalerie
- WeightWatchers Logo – vorher und nachher, Bildquelle: WeightWatchers / Facebook, Bildmontage: dt
- WeightWatchers Logo / Symbol – vorher und nachher, Bildquelle: WeightWatchers / Facebook, Bildmontage: dt
- WeightWatchers Logo, Quelle: WeightWatchers
- WeightWatchers Brand Design, Quelle: WeightWatchers
- WeightWatchers Brand Design, Quelle: WeightWatchers
Weiterführende Links











Wie wichtig ist ein über die verschiedenen Landesgesellschaften konsistentes Design wirklich?
Ich meine, deutsche Kund:innen werden nicht plötzlich die Dienstleistung beispielsweise in Frankreich nutzen wollen. Und in Schweden hat es mit dem eigenen Namen ja bisher auch gut geklappt.
Weight Watchers hat sich neu designt und sich dabei selbst enttarnt. Was früher nach Community, Balance und einem halbwegs freundlichen Verhältnis zum eigenen Körper aussah, wirkt jetzt wie ein Health-Tech-Startup mit Abo-Zwang. Das neue Design ist kühl, glatt, technoid. Es passt perfekt zu einer Marke, die nicht mehr beim Lebensstil ansetzt, sondern beim Eingriff in den Körper.
Der offene Umgang mit GLP-1 Abnehmspritzen ist dabei mehr als ein neues Produktversprechen – er ist ein Paradigmenwechsel. Abnehmen wird nicht mehr begleitet, sondern optimiert. Nicht mehr gelernt, sondern geregelt. Der Körper ist kein Partner mehr, sondern ein System, das man tunen kann.
Und genau das erzählt das neue Erscheinungsbild. Die weichen, menschenfreundlichen Töne sind weg. Stattdessen: Interface-Ästhetik, App-Logik, medizinische Kälte. Als würde man nicht mehr an sich arbeiten, sondern an einem Dashboard.
Damit schließt sich auch ein Kapitel, das Weight Watchers über Jahre getragen hat: die Idee von Selbstakzeptanz, von positivem Körpergefühl, von „du bist okay, so wie du bist – wir helfen dir nur ein bisschen“. Diese Erzählung ist jetzt Geschichte. Die neue lautet: Du bist/hast ein Problem, und wir haben die Technologie, es zu lösen.
Ob das funktioniert? Vermutlich ja – wirtschaftlich. Aber kulturell ist es ein harter Bruch. Weight Watchers war einmal eine Marke für Menschen. Jetzt ist es eine Plattform für Gewichtsmanagement.
Und das sieht man ihr jetzt auch an. Falls das strategisch beabsichtigt war, ist es gelungen. Falls nicht, hält es keine 2 Jahre.
Vielleicht ist der letzte – und vielleicht sogar richtige – Strohhalm nach der Insolvenz letztes Jahr. Es adressiert jedenfalls eine Zielgruppe, die von einem Trend zum nächsten springt und die Zufriedenheit schneller abnimmt als der Rest des Körpers.