Watch your Web – Kampagne zum bewussten Umgang mit persönlichen Daten

Watch your Web

Hinter „Watch your Web“ steht eine Kampagne der Bundesregierung, mit der Jugendliche für das Thema Datenmissbrauch sensibilisiert werden sollen. Nun kann man darüber unterschiedlicher Ansicht sein, ob das etwas schrille Umfeld der Website, für die We DO verantwortlich zeichnet, der richtige Rahmen ist, um dieses ernste Thema aufzubereiten. Dass es überhaupt einmal angepackt wird, ist jedoch ganz wichtig.

Natürlich hätte es auch gut zwei Jahre früher von der Bundesregierung thematisiert werden können. Aber wie gesagt, es ist gut und richtig, dass überhaupt einmal, und vor allem Jugendliche, auf den Umgang persönlicher Daten im Internet angesprochen werden.

Der Umstand, dass etwa StudiVZ oder Lokalisten.de bei der Kampagne mitmischen, darf man als großen Coup dieser beiden bezeichnen. Der Bock wird zum Gärtner. Gerade den „Sozialen Netzwerken“ ist es zu verdanken, dass das Thema Datenmissbrauch immer höher gespült wird. Wie wenig die Verantwortlichen, etwa von Facebook, von den Rechten ihrer Nutzer halten, konnte man zuletzt an der Umstellung auf neue Geschäftsbedinungen ablesen. Diese wurden erst nach energischer Kritik der Mitglieder teilweise zurückgenommen. Ansonsten hätte Facebook selbst dann alle Daten uneingeschränkt verwenden können, wenn sich der Nutzer schon längst wieder abgemeldet hätte. Unfassbar.

Wie heißt es im begleitenden Text zur Kampagne: Das Internet vergisst nichts. Und aus einem Webangebot, das sich maßgeblich dadurch finanziert, dass Werbung möglichst exakt auf die im Profil hinterlegten Angaben zugeschnitten ist, wird nicht von heute auf morgen zum Vorbild im Umgang mit persönlichen Daten.

Gute Kampagne. Eigentlich auch nett gemacht. Aber fast schon nebensächlich, in welchem Design sie daher kommt, oder?

18 Kommentare zu “Watch your Web – Kampagne zum bewussten Umgang mit persönlichen Daten

  1. Link auf Facebook: Typo „Geschäftsbedinungen“.

    Zum Thema: Von der Seite an sich halte ich nicht viel, da die Protagonisten es ja selbst nicht allzu genau mit dem Datenschutz nehmen. Wenn dann aber auf dieser Pinnwand ungeprüft Einträge veröffentlicht werden (aktuell von „Fickdichduopfer“), lebt es sich bald auch gänzlich ungeniert…

    Das Design ist originell, allerdings auch nicht so wirklich lesbar. Problematisch finde ich vor allem einerseits den etwas sehr jugendlichen Stil und andererseits sicher aufkommende Kommentare wie „jaja, mit den Steuergeldern kann man ja so schicke Sachen machen“. Etwas weniger wäre wohl mehr gewesen.

  2. Irgendwie schizophren! Die Bundesregierung ist doch nicht erst seit Schäubles Linie der größte Datenverbrecher überhaupt.

  3. Seht Euch am besten mal die ganzen MySpace usw Seiten der Kids an – die sins grell bunt und mit den ganzen Sonderzeichen für uns schwer zu lesen – aber die kids finden das geil. Wenn ich bei den Kindern meiner Freundin mal in den Messenger schaue – kann ich vor lauter flimmern kaum einen Namen erkennen…
    Ich finde das Design passt voll zu den Kids.

    Nur ob es die interessiert ist schwierig – da sollten viel eher die Eltern ein Wort mitreden.

  4. Die Aktion wird floppen. Angesprochen fühlen sollen sich wohl in erster Linie pubertierende jugendliche Partygänger und wenn nicht sogar junge heranwachsende, denen klar gemacht werden soll, dass Bilder von sich als Schnapsleiche o.ä. auf dem Schulhof schnell mal auf dem Kopierer landen oder spätestens beim Vorstellungsgespräch zur Ausbildung äußerst unpraktisch sind. Dass Ausbilder und Personalabteilungen StudiVZ durchforsten, ist weder ein Gerücht, noch ein Geheimnis.
    Und wenn ich mir die WYW Website so angucke … ich weiß nicht, ob sich ein Jugendlicher von den »WEBMAN-« und »DATA-EVIL«-Figuren angesprochen fühlt.

    Der Grundgedanke von der Sache ist gut, die Zielgruppe wurde bei der Ausarbeitung der Aktion aber klar verfehlt und das Watch Your Web Kram kann man allenfalls Kindern bis 13 Jahren zutrauen, die sich – hoffentlich – noch nicht am Wochenende auf Flatrate-Partys den Schädel volltanken und das Foto von Abend in ihre online-Trophäensammlung aufnehmen.

    Hätten vom Stil und der Tonality her vielleicht mal ein bisschen mehr von der BRAVO und Konsorten abgucken sollen?

  5. Klar ist das ein wichtiges Thema.
    Aber mit dieser Art der Umsetzung wird man die Zielgruppe nicht erreichen. Ziemlich fieses und lieblos zusammengestöpseltes wir-zeigen-mal-wie-hip-wir-sein-können Design auf biederem Konzept.

  6. Passt perfekt zur aktuellen Viva-Generation :-)
    Bei 16-17+ wird es bestimmt an Wirkung verlieren, obwohl es hier eigentlich am wichtigsten wäre.

    Eine kurze Aufklärung zum Thema „selber googlen“ und „Personaler“ in den abschließenden Klassen sollte doch eigentlich reichen. Oder wenn die Saufbilder schon rein müssen, dann zumindest nicht mit Real-Life Namen ;-)

    Greetz
    Till

  7. Thematisch: Ich habe bisher immer noch nicht verstanden, was an diesen Netzwerken „sozial“ ist.

    Inhaltlich: Das Thema ist ohne Frage sehr wichtig. Deshalb gehört es meiner Ansicht nach nicht auf eine so unübersichtliche und wahllos wirkende Website, sondern in den (leider an zu wenig Schulen stattfindenden) Informatikunterricht. Und zwar bevor den Kids beigebracht wird, wie man Clipsarts in Powerpoint platziert. Heute wird es an Grundschulen als selbstverständlich angesehen, dass die Kinder aus dem Internet Informationen zusammentragen, ohne jemals über den Umgang mit dem Medium zu reden. Es werden Leistungen erwartet ohne den Schülern das Handwerkszeug beizubringen. Ein großes Versäumnis.

    Handwerklich: Mir ist die Seite, wie hier auch schon an anderer Stelle erwähnt, zu unübersichtlich. Das Lesen der zu langen Texte ermüdet. Courier! Das Skizzenhafte hilft in keiner Weise dem Thema den nötigen Ernst zu verpassen. Warum müssen solche Seiten immer so anbiedernd gestaltet werden? Ich denke, die Kids nehmen das Unfertige sehr wohl war. Das sieht alles aus wie Skizzen für einen Comic. Außerdem fallen mir mehr die Kooperationspartner ( SVZ, Lokalisten, T-KOM etc) auf, als die Themen. Aber, halt! Die kennen sich ja so gut mit Datenschutz aus!

    Fazit: Die Aktion dient den Verantwortlichen als prima Alibi. Sonst nix. Traurig.

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