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Volkswagen modifiziert Markenzeichen

Volkswagen Markenzeichen (2012)

Als vor zwei Wochen in der Berliner Nationalgalerie der neue Golf 7 vorgestellt wurde, war die gesamte Aufmerksamkeit auf das Fahrzeug selbst gerichtet. Im Blitzlichtgewitter ging allerdings unter, dass sich auch das VW-Markenzeichen in einem neuen Gewand zeigte. Das überarbeitete Markenzeichen orientiert sich, wie schon zahlreiche Redesigns anderer Automobilmarken in jüngerer Vergangenheit, wie beispielsweise auch Peugeot, stärker am Emblem der eigenen Fahrzeuge. Offensichtlich entschied sich das Designteam rund um VW-Chef-Designer Walter Maria de Silva, dass der Verkaufsstart des Golf 7, dem wichtigsten Fahrzeug im Volkswagen-Konzern, der richtige Zeitpunkt sei, um auch dem Markenzeichen ein Redesign zu verpassen, wenn auch ein dezentes.

Während im bisherigen VW-Markenzeichen die in weiß dargestellten Buchstaben „VW“ sich in Scherenschnitt-Manier vor der blauen Kreisfläche abheben und ein dreidimensionaler Eindruck sich allein aufgrund des Schattenwurfs einstellt, verfügen im überarbeiteten Zeichen die Buchstaben samt inneren Ring nun über eine eigene plastische Anmutung, eine Art Kantenschliff. Darüber hinaus wurde der graue Verlauf innerhalb der Buchstaben-Fläche nun um einige Farbunterbrechungen erweitert, ohne allerdings, dass sich dabei der Eindruck von Chrom einstellte.

Volkswagen Logo

Im Endergebnis wirkt das neue Markenzeichen plastischer und zugleich dunkler als sein Vorgänger. Gerade in ein…

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 32 Kommentare

  1. Gerade VW war für mich eigentlich immer ein schönes Beispiel, dass man nicht unbedingt zentimeterdicke Eckeneffekte und Chromverläufe braucht, um ein einfaches Logo aufzuhübschen, sondern dass man es mit wenigen dezenten Dingen auch tun kann.

  2. Unter den einen Artikeln wird sich über die allzu starke Reduktion und Vereinfachung aufgeregt, unter den anderen Artikeln über den Trend zu plastischeren, fotorealistischen, Materialität imitierenden Bildmarken. Da ist doch für jeden was dabei. Aber in beiden Fällen wird so argumentiert als gäbe es derzeit nur diese eine Entwicklung, und als würden demnächst alle Bildmarken gleich aussehen.

    Es ist genau wie beim Wetter: Wenn es regnet, wird gejammert, weil es zu nass ist, wenn die Sonne scheint, beschweren sich alle, dass es zu heiß ist.

    Ich persönlich bin Fan der Reduktion und finde diesen »Trend« deutlich angenehmer zu beobachten als die Entwicklung die VW hier vollzieht. Und ich mag Sonne lieber als Regen.

  3. Daniel, du hast Recht. Es gibt einen Trend zur Verschlimmbesserung in mehrere Richtungen.
    Das VW Logo ist Tradition und sollte auch beibehalten werden. Aber schön ist es bestimmt nicht. Die alte Darstellung hat es eleganter wirken lassen. Mit dem neuen fühle ich mich ein wenig in die Zeit des Golf 2 zurückversetzt.

  4. Das bullig-kantige Tech-Barock des Logos, welches das ebenso kantige Autochen zieren soll, ist Teil des Ausdrucks einer Mode, eines kurzlebigen Trends.
    Kann man machen, muss man aber nicht.

    Hatte aber auch schon immer Punkte hinter einem Claim, der gar kein ganzer Satz ist, albern gefunden. Bin, was das betrifft, wohl aus der Zeit gefallen.

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