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Ville de Fribourg bekommt neues Stadtlogo

Die schweizer Gemeinde Fribourg (Freiburg im Üechtland) legt sich ein neues Stadtlogo zu. Nachdem vor drei Jahren der Kanton Fribourg eine neue visuelle Identität verpasst bekommen hatte, folgt nun die Stadt gleichen Namens.

Im Gegensatz zum Vorgängerlogo, das schon allein aufgrund seiner horizontalen Auslegung unpraktikabel ist, wird das neue Stadtlogo stärker von seiner Typographie bestimmt. Die Darstellung der Saane reduziert sich im neuen Logo auf eine abstrakte Form, die sich aus den Buchstaben „OU“ speist und dabei ein gelungenes Spiel zwischen Bildelement und Schriftzeichen vollzieht.

Das neue Stadtlogo wird in den verschiedenen Medien durch eine Bildmarke ergänzt, einer Neuinterpretation des offiziellen Stadtwappens von Fribourg.

Update 10/2021: Da das Logo lediglich in einer Version in französischer Sprache angelegt worden war, wurde im Stadtparlament eine Resolution auf den Weg gebracht, um auch eine deutschsprachige Version zu erwirken. Daraufhin hatte die Stadtregierung angeordnet, eine Änderung des Logos prüfen zu lassen. Tatsächlich wurde das Logo in der präsentierten und in diesem Beitrag gezeigten Form niemals eingeführt.

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Dieser Beitrag hat 16 Kommentare

  1. an koni:

    Um es anders auszudrücken – die „alten Designs“ nehmen sich nicht so wichtig. In erster Linie bilden sie einen visuellen Rahmen oder einfach eine Basis der Informationsvermittlung, der Inhalt sowie der Kontext womit die Gestaltung zusammenhängt ist dann das Entscheidende.

    Im Gegensatz zu den aktuellen Arbeiten, die ihrerseits versuchen selbst schon der Inhalt – das „Spezielle oder Herausragende“ zu sein. Sie nehmen sich schlichtweg zu wichtig, was besonders daran deutlich wird, dass sie in zeitgeistige Gestaltung und in Trends verfallen. (Schauen Sie sich dazu die aktuellen Stadt-Logo-Redesigns an, Sie werden erkennen was ich meine. – Da blühen sehr fragwürdige Marketingideen auf, nur um kurz Aufmerksamkeit zu erreichen, bis hin zu abwägigen Konstrukten.)

  2. Jean, die Beobachtungen mit zeitgeistigen Logos und deren nicht eingelösten Versprechen mag in manchen Fällen zutreffen, daraus aber im Umkehrschluss zu folgern, dass Städte, Regionen, Cafés, die einen schlechten grafischen Auftritt haben, deshalb besser, echter und authentischer sind, halte ich für Quatsch. Ist dieses Denken aber gesamtgesellschaftlicher Konsens, würde es so manchen grauenhaften (kommunalen) Markenauftritt erklären.
    Ich habe nichts gegen spröde, zurückgenommene Erscheinungsbilder – ganz im Gegenteil – aber in dieses Fribourg http://www.ville-fribourg.ch/vfr/fr/pub/index.cfm mit aller 90-er Jahre dtp-Wurstigkeit würde ich nicht ohne Grund geheh. In dieses hier http://www.fribourgtourisme.ch/de/index.cfm übrigens genausowenig.

  3. an tkrtz:

    Natürlich ist das nicht in der Form verallgemeinerbar, ich wollte nur generell auf diesen Aspekt hinweisen – was ich in diesem Beispiel überspitzt darstellen wollte. Man kann den Umkehrschluss daraus nicht ziehen – ich stimme Ihnen da völlig zu.

    Im deutschsprachigen Raum sind wir im Bezug auf die visuelle Kultur dahingehen ohnehin „verwöhnt“. Wenn Sie nach Frankreich blicken, würde sie gemessen an deren Auftritten vermutlich keine einzige Stadt (ausgenommen der Großstädte) besuchen. (Wobei viele Städte mittlerweile eine offizelle Seite haben und eine explizite Tourismusseite die meist deutlich übersichtlicher ist.)

    Es geht also bei diesen Stadtauftritten in erster Linie um Klarheit, Einfachheit und Informationsvermittlung (für Bewohner und Touristen). – Steht das „Spektakel“ im Vordergrund und wird das Design zum Selbstzweck kippt das Ganze und nützt auch der Stadt im Endeffekt recht wenig.

  4. Am 22.2.22 überwies der Generalrat (Parlament) der Stadt Freiburg – so lautet übrigens in einem deutschen Text und in deutscher Sprache die korrekte Bezeichnung – ein Postulat, das die Einführung einer zweisprachigen Version des 2013 zurückgezogenen Entwurfs fordert. Die Überweisung erfolgte bei einer einzigen Enthaltung und widerspiegelt den langjährigen Konsens, dass die seit jeher zweisprachige Hauptstadt des gleichnamigen zweisprachigen Kantons ENDLICH einen zweisprachigen visuellen Auftritt braucht. Der Ball liegt weiterhin beim Gemeinderat (Regierung), die sich in dieser Frage jedoch erstaunlich und enttäuschend schwer tut. Zusagen der zuständigen Verantwortungsträger liegen vor, es bleibt abzuwarten wann und wie entsprechende Reformen zustandekommen. NB: Das Bestehen des gleichnamigen Kantons (Bundeslands) Freiburg ist übrigens auch der Grund, warum im 2013 vorgestellten Entwurf das „Ville de“ (Stadt) erscheint. Es geht auch darum, die Stadt vom Kanton auf Drucksachen zu differenzieren. Gemäss letzten Informationen überlegt sich die Stadtregierung jedoch mittlerweile die Einführung eines echten (grafischen) Logos, ohne integrierten Schriftzug, um damit die Frage der Zweisprachigkeit „elegant“ zu umgehen. Affaire à suivre…

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