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Vernel im neuen Look

Vernel Logo, Quelle: Henkel
Vernel Logo, Quelle: Henkel

Vernel, eine zum Unternehmen Henkel gehörende Weichspüler-Marke, hat ein Rebranding vollzogen. Im Zuge der Überarbeitung des Packaging-Designs wurden neben dem Flaschenformat auch das Markenlogo selbst modifiziert. Zudem wurde die Produktlinie durch neue Wäschepflegeprodukte-/düfte erweitert.

Die Marke Vernel wurde erstmals 1969 im deutschen Markt lanciert, als einer der ersten Weichspüler. Heute ist die Marke Vernel in vielen europäischen Märkten präsent. Die nun vollzogene Erneuerung des Markenauftritts erfolge im Hinblick auf eine klarere Varianten-Differenzierung sowie mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit, so das Unternehmen. Der Flaschenkörper bestehe nunmehr aus 100 % recyceltem Plastik. Dank veränderter Formel sei Vernel Weichspüler nun erstmals für alle Textilien geeignet.

Die Gestaltung der Verpackung wurde dezent überarbeitet. Bei grundsätzlich ähnlichem Aufbau wurden Visualisierungen/Renderings stilistisch neu interpretiert und die unterschiedlichen Elemente wie Produktnamen (z.B. „Frischer Morgen“) und Piktogramme neu arrangiert.

Vernel Frischer Morgen Verpackung – vorher und nachher, Bildquelle: Henkel, Bildmontage: dt
Vernel Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Henkel, Bildmontage: dt

Auch das Markenlogo, eine zweizeilige scriptuale Wortmarke, wurde dezent angepasst: der Blauton ist nun etwas dunkler, der umgebende helle Schein wurde entfernt. Auf Verpackungen der neu geschaffenen Produktlinie Aromatherapie ist der Vernel-Schriftzug zudem in gold statt in dunkelblau abgebildet (siehe Produktsortiment).

Der neue Flaschenkörper ist im Vergleich zum bisherigen Format etwas kleiner jedoch sichtbar breiter. Die Füllmenge wurde von bisher 858 ml auf 1.100 ml angehoben. Die Weichspülermenge reicht nun, wie es die auf der Vorderseite abgebildete Kennzeichnung ausweist, für 50 statt für 39 Wäschen.

Bei der Drogeriekette DM wurde der Preis von 1,95 € (Literpreis 2,27 €) auf 2,95 € (Literpreis 2,68 €) angehoben (siehe Abb. unten). Auch bei anderen Händlern sind ähnliche Preisanstiege zu beobachten.

Vernel Relaunch – im Onlineshop von DM, Quelle: DM
Vernel Relaunch – im Onlineshop von DM, Quelle: DM

Das neue Vernel Portfolio soll laut Henkel ab dem 4. Februar 2026 im Handel erhältlich sein.

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Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Bin ich zu pessimistisch, wenn ein Redesign einfach immer nur dann passiert, wenn Preisanstiege versteckt werden sollen?

    Mehr Kohle wollen → Andere Verpackungsgröße wählen → Etwas Augenwischerei mit neuem Design betreiben.

    1. Es ist schon etwas komplexer, auch weniger monokausal als von Dir dargestellt, wie ich meine.

      Mehr Kohle wollen

      Unternehmen haben vor dem Hintergrund stetig steigender Preise (für Rohstoffe, Energie, Personal, Verwaltungsaufwand, u.a.) oftmals gar keine andere Wahl, als dass sie ebenfalls die Preise für ihre Produkte erhöhen. Dahinter steckt keine Geldgier, vielmehr geht es schlichtweg um die Sicherung der unternehmerischen Existenz.

      Der Umstand, dass Lebensmittelhersteller die Größe von Verpackungen anpassen können – in der Regel werden diese kleiner – haben wir als Konsumenten der EU-Richtlinie 2007/45/EG zu verdanken. Seit 2009 können deutsche Produzenten die Größe von Verpackungen frei wählen. Was zu einem, wie ich finde, schrecklichen Durcheinander geführt, und letztlich eine Entwicklung wie Shrinkflation befördert hat.

      Es ist ganz sicherlich so, dass viele Unternehmen und Hersteller im Zuge eines Redesigns/Rebrandings die Gelegenheit nutzen, um eine Preisanhebung vorzunehmen, teils kombiniert mit einer Verkleinerung des Gebindes (z.B. Cremissimo, u.a.). Preisanhebungen finden jedoch auch völlig unabhängig von Redesigns/Rebrandings statt. Es dürfte, so meine Vermutung, der bei weitem häufigste Fall sein. Ein Rebranding jedenfalls ist nicht der Grund für eine Preisanhebung! Ein Trugschluss, der aus Konsumentensicht gelegentlich aus Unkenntnis heraus unterläuft – von wegen die Werbeagentur war wieder so teuer und hat „100.000 Euro für ein neues Logo eingesackt“. Es gibt auch Rebrandings, wenngleich dies hier im dt bisher eher selten dokumentiert wurde, bei dem Unternehmen im Rahmen eines Rebrandings von der Anhebung des Preises (vorerst) abgesehen haben, wie bei Develey.

      Augenwischerei

      Im Kontext Konsum und Werbung ist es immer wichtig genau hinzusehen. Denn jede Werbung, jeder Spot, jede Verpackung ist ein Versuch, die Wahrnehmung und das Verhalten von Konsumenten zu lenken und zu beeinflussen. Und in diesem Zusammenhang ist Design maßgeblich und ausschlaggebend. Ein Design kann über die Aufmachung der Verpackung einen Preisanstieg kaschieren – Beispiel Der Große Bauer. Als Konsument ist die Reduktion der Füllmenge bei unverändertem Preis so kaum zu erkennen.
      In diesem Fall, Vernel, dürften viele Konsumenten die Veränderung der Füllmenge, bedingt durch die signifikante und spürbare Anpassung der Flasche, auch im taktil-haptischen Sinne, durchaus bemerken, so meine Mutmaßung.

      Wenn Design entgegen der ursprünglichen Bedeutung in einen stark negativen Kontext gestellt wird („Designerdroge“, „Designerbabys“ u.a.) und/oder gewissermaßen mit Augenwischerei und Manipulation gleichgesetzt wird, dann regt sich in mir ein gewisser Widerstand ;-) Denn im Kommunikationsdesign steht der Mensch und dessen Bedürfnisse im Mittelpunkt.

    2. Klar gibt es Fälle, in denen sich beides überlagert und sich gegenseitig verstärkt, aber daraus eine grundsätzliche Absicht abzuleiten, greift aus meiner Sicht zu kurz. Vielleicht hilft es, nicht nur die besonders einprägsamen Beispiele zu betrachten – sonst bestätigt man am Ende vor allem den eigenen Pessimismus 😉

  2. Ich finde die größere Packung grundsätzlich sinnvoll. Wenn dadurch pro Waschgang insgesamt weniger Plastik verbraucht wird, ist das aus Nachhaltigkeitssicht ein nachvollziehbarer Schritt – auch wenn „größer“ auf den ersten Blick oft kritisch gesehen wird.

    Die reale Preissteigerung von rund 10 % bewegt sich zudem in etwa im Rahmen der Inflation der letzten drei Jahre. Ich weiß nicht, wie häufig es in der Vergangenheit Preisanpassungen gab, aber sofern in diesem Zeitraum keine erfolgt ist, halte ich das – auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht – für absolut angemessen. Zumal es genügend Berufsgruppen gibt, die in den letzten Jahren deutlich stärkere Einkommenssteigerungen verzeichnen konnten.

    Dass die Weiterentwicklung des Designs an die Einführung einer neuen Verpackung gekoppelt wird, halte ich für richtig. Gestaltung muss sich stetig weiterentwickeln, um zeitgemäß zu bleiben. Im Regal wäre mir das neue Design vermutlich gar nicht aktiv aufgefallen – aber braucht es diese Anpassung trotzdem? Meiner Meinung nach: ja. Andernfalls wirkt eine Marke irgendwann aus der Zeit gefallen und wäre gezwungen, später einen deutlich stärkeren Bruch zu vollziehen. Genau dieser würde dann wesentlich mehr Risiken bergen als eine kontinuierliche, behutsame Weiterentwicklung.

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