Vattenfall bekommt ein neues Logo

Vattenfall

Das schwedische Energieunternehmen Vattenfall, mit 6,3 Mio. Stromkunden und 2,2 Mio. Gaskunden einer der größten Stromerzeuger in Europa, legt sich ein neues Logo zu. Nach dem Verkauf der Braunkohlensparte und der Ausrichtung hin zu einem klimaneutralen Unternehmen möchte man den Wandel, der sich derzeit bei Vattenfall vollzieht, auch nach außen hin darstellen.

Erstmals seit 26 Jahren bekommt Vattenfall ein neues Unternehmenslogo. 1992 wurde das bisherige Logo eingeführt – seinerzeit war Vattenfall ein rein auf dem schwedischen Markt tätiges Unternehmen. Mittlerweile ist Vattenfall unter anderem auch in Dänemark, Finnland, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland aktiv.

Zum Hintergrund: Vattenfall will innerhalb einer Generation als erster Strom- und Wärmekonzern fossilfrei werden und beispielsweise in der Bundeshauptstadt Berlin bis 2030 keine Steinkohle mehr verwenden. Bereits Ende 2016 hat der schwedische Staatskonzern sein Braunkohlegeschäft in der Lausitz und Sachsen an den tschechischen EPH-Konzern verkauft und im Mai 2017 seinen letzten Braunkohleblock in Berlin abgeschaltet und sich damit von der besonders Kohlendioxid-intensiven Braunkohle verabschiedet. Zuletzt hatte Vattenfall seine deutsche Telekommunikationstochter verkauft, um damit die Konzentration auf das Kerngeschäft voranzutreiben. Bis 2050 will Vattenfall klimaneutral sein.

„Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen von heute. Da spielt die Energiewirtschaft eine große Rolle. Wir wollen führend in der Umstellung sein und sind mitten in einer Phase der Transformation. Unser Markenauftritt ist eine Möglichkeit, den Wandel sowohl intern als auch nach außen zu zeigen“, so Karin Lepasoon, Kommunikationsdirektorin bei Vattenfall.

Vattenfall Logo – vorher und nachher

Das neue minimalistische, kreisrunde Logo gibt selbstbewusst die schwedischen Herkunft von Vattenfall zu erkennen. Der blau-gelbe Kreis ist in der Mitte geteilt – ähnlich wie beim Vorgängerlogo werden auf dieses Weise die Elemente Wasser und Luft (bzw. Sonne) symbolisiert. Der Designprozess habe sich über einen Zeitraum von rund einem Jahr erstreckt. Ziel sei es, das Profil von Vattenfall nicht nur auf den Aspekt Umwelt zu lenken, sondern den Markenauftritt auch im Hinblick auf digitale Plattformen zu optimieren. Neben den Farben wurden unter anderem auch die Bildauswahl, die Typographie und auch das Sound-Branding modifiziert. Die Vattenfall-Wortmarke wurde in einer nunmehr serifenlosen Schriftart neu gesetzt.

Ab April wird zunächst in Schweden eine Kampagne gestartet, um die neue Marke einzuführen. Später folgen in anderen Ländern ähnliche Kampagnen. Verantwortlich für das Redesign zeichnet die Agenturgruppe Nord DDB.

Kommentar

Skandinavisch-minimalistisch. Auf den ersten Blick mag das neue Logo aufgrund der vereinfachten Form beliebig wirken. Im Zusammenspiel aus Wortmarke und dem zweigeteilten, gelb-blauen Kreis entsteht jedoch ein Logo, das ausreichend eigenständig genug ist, um eine visuelle Identität zu transportieren. Insofern erscheint mir die Reduktion der Bildmarke auf die Farben Gelb und Blau sinnvoll, auch weil die simple Formgebung besser zu einem großen Konzern passt als die bisherige, kindlich-naive Sonne-Wellen-Bildmarke. Ebenfalls nachvollziehbar ist der Austausch der Wortmarke, die mit ihren Copperplate-ähnlichen winzigen Serifen tatsächlich etwas aus der Zeit fällt. Man darf gespannt sein, wie sich das Gesamterscheinungsbild von Vattenfall entwickeln wird.

Update 28.03.2018: Zwischenzeitlich wurde die digitale Präsenz auf das neue Design umgestellt (siehe Pressemeldung), sodass die Mediengalerie um weitere Bilder ergänzt werden konnte.

Mediengalerie

35 Kommentare zu “Vattenfall bekommt ein neues Logo

  1. … alle die hier über die Dauer des Prozesses kommentieren, haben wohl selbst noch nie an solch einem teilgenommen. Wenn dies der Fall wäre, hätten wir hier einige unnötigen Kommentare weniger.

    Und wie sicherlich viele der hier anwesenden „Fachkollegen aus der Designbranche“ wissen, sind die einfachsten Lösungen die, die den intensivsten und meist schwierigsten Prozess hinter sich haben. Selbst wenn der einfache Kreis im nachhinein die wohl simpelste Lösung ist, so ist es die Beste. Nicht umsonst ist auch die Japanische Flagge die schönste.

    Chapeau vor den Entscheidern von Vattenfall die dieser Lösung zugesprochen haben. Der „Haustechnikbetrieb Maier“ hätte diese Lösung wohl als Scherz verstanden, so wie viele der hier Kommentierenden ebenfalls. Aber das lernt ihr auch noch, falls ihr jemals aus eurer „WannaBe-Kleinstadtagentur“ in eine „richtige“ Agentur kommt und mal nicht den Aktions-Flyer für eine 5-Mann Physiotherapie-Praxis mit Anfahrtbeschreibung machen müsst.
    (Sorry…aber mich nerven diese „Ich-habe-keine-Ahnung-von-gutem-Design-aber-gebe-trotzdem-mein-Senf-dazu-Kommentare.“)

    Der grau/braune Schriftzug rundet die beiden Farben toll ab, ein schwarz wäre zu hart. So wird das Gesamtbild beruhigt. Auch die Bildsprache und der Umgang mit dem Kreis als Element ist modern und ansprechend. Insgesamt ein erfolgreicher neuer Auftritt.

    • Auch wenn ich „Weißer Hai“ inhaltlich Recht gebe, gehört zu einem angemessenen Umgangston auch, die herablassenden Spitzen vielleicht mal sein zu lassen. Das nur als Anregung, um das sinkende Niveau im Kommentarbereich vielleicht doch wieder zu heben ;)

      Ich finde das Redesign bisher gut gelungen. Die Reduktion lässt alles sehr viel reifer erscheinen und die Wortmarke läuft ziemlich gut, wie ich finde.
      Die Farben sind frisch; die Assoziation zu Schweden hat bei mir auch funktioniert, ist aber im Endeffekt auch eher zweitranging, da Vattenfall ja auch sonst keinen großen Heimatbezug herstellt (wie auch, als multinationaler Konzern?).
      Zum Schwarz: Auch hier hat Weißer Hai vollkommen Recht; ein plattes Schwarz wäre wohl zu hart und zu kühl. Eine wärmere Umsetzung ist angeraten, wobei man hier aufpassen muss: Anscheinend schwankt diese Farbe doch stark zwischen Schwarz und Braun, je nach Ausgabegerät (zu bemerken an den ersten Kommentaren hier). Vielleicht hätte man doch eine etwas „stabilere“ Farbe finden müssen.

      • Auch wenn ich „Weißer Hai“ inhaltlich Recht gebe, gehört zu einem angemessenen Umgangston auch, die herablassenden Spitzen vielleicht mal sein zu lassen. Das nur als Anregung, um das sinkende Niveau im Kommentarbereich vielleicht doch wieder zu heben ;)

        Das trifft auch mein Empfinden. Danke David.
        Ich kann nur dafür werben, dass all jene dt-Leser, die bei derlei „erinnert mich an…“-Kommentaren zurecht den Mangel an Substanz beklagen, mit entsprechend gehaltvollen Beiträgen antworten und sich nicht in Mutmaßungen über den Absender eines Kommentars verlieren. Gegen hohle Phrasen wirken überzeugende Argumente!

        Insofern einen herzlichen Dank an alle Kommentatoren, die auf konstruktive Weise dazu beitragen, die Diskussion sachlich-fachlich voranzubringen. Und natürlich zählt dabei, wie dt-Leser erzdeebee richtigerweise einwarf, die Ansicht und Wahrnehmung eines Laien ebensoviel wie die eines Profis. Für beides bin ich sehr dankbar.

      • Ja ich gebe zu ich habe mich in meiner Aufregung über die Kommentare etwas verloren und zu weit ausgeholt.

    • Dem zweiten Absatz muss ich gleich mal widersprechen. Sehr ich absolut überhaupt nicht so.
      Einfach im Sinne von leicht verständlich ja, aber im Sinne von „Ich mach da jetzt mal nen zweifarbigen Kreis hin und stelle das als großartiges gestalterisches Tun dar“ absolut nein.
      Woher weißt du, ob hier der Kreis die beste gestalterische Lösung war, wenn du die anderen Konzepte gar nicht zu Gesicht bekommen hast? Wobei „die Beste“ eh abgesehen von der techn. Seite vollkommen subjektiv ist.

      „Aber das lernt ihr auch noch, falls ihr jemals aus eurer „WannaBe-Kleinstadtagentur“ in eine „richtige“ Agentur kommt“

      Ich bin zwar kein Agenturmitarbeiter, aber diese billige Rhetorik um Argumentation der Gegenseite herabzusetzen sollte man sich ab einem gewissen Diskussionniveau und Alter wohl auch langsam abgewöhnen…

      „(Sorry…aber mich nerven diese „Ich-habe-keine-Ahnung-von-gutem-Design-aber-gebe-trotzdem-mein-Senf-dazu-Kommentare)“

      Für wen werden Logos nochmal entwickelt? Gerade Leute die wenig Ahnung von der Materie haben sollen gern ihren subjektiven Eindruck mitteilen. Ein gut gestaltetes Logo hält auch Kritik von einer Person die in deinen Augen „keine Ahnung“ hat stand. Zumal man nicht vom Fach sein muss, um überhaupt irgendwo Kritik anbringen zu dürfen, wo kämen wir denn da hin.

  2. Die einfachsten Lösungen benötigen oft am meisten Zeit. Das ist nicht nur bei Designern so, sondern auch in anderen Branchen. Ich zum Beispiel arbeite als Konstrukteur im Maschinenbau. Da wird oft viel zu kompliziert und zu schwer gedacht. Das einfachste ist meist nie am naheliegendsten.

    Daher kann ich auch nur aus „Amateur-Sicht“ entsprechende Kommentare abgeben. Aber auch diese sind eine Sicht zu einer bestimmten Sache, auch wenn sie nicht auf Fachkenntnissen beruhen. Daher sollte dieser „Senf“ auch immer dazu gehören.

    „Was, ein Jahr für einen zweifarbigen Kreis?!“ fragen sich bestimmt viele. Ich bin mir sicher, dass bei 99% niemals der erste Gedanke ist: „Ach, ein Kreis tut es eigentlich auch.“ Und fertig ist das Logo nach 10 Minuten.

    Deswegen Hut ab, dass man auf solch eine – vermeintlich primitiv wirkende – Idee gekommen ist.

  3. Hm. Ich denke bei dem Gelb-Blauen-Kreis nicht an Schweden, sondern an die Flagge der Ukraine. Die ist zwar umgekehrt, sieht aber sonst genauso aus. Für Schweden sind mir beide Farben zu hell. Aber das ist natürlich nur mein Gefühl.

    Ich finde es zudem schade, dass der Name gar nicht mehr symbolisiert wird. Vattenfall heißt ja übersetzt Wasserfall und das passt zur Ausrichtung auf Erneuerbare Energien (überwiegend Wasserkraft) ja eigentlich hervorragend. Andererseits entnehme ich den Kommentaren, dass das bisherige Logo offenbar von vielen nicht als Wasserfall, sondern als „Landschaft“, „Wellen“, etc. wahrgenommen wurde und einigen zu verspielt wirkte. Vielleicht hätte man den Stern weglassen, die Wellen vereinfachen und diagonaler anlegen können. Damit hätte man die bisherige passende Symbolik in ein zeitgemäßes Erscheinungsbild übertragen können.

    Die Schrift finde ich sowohl typografisch als auch farblich sehr passend.

    • Genau aus dem Grunde, dass Vattenfall bereits Wasserfall heißt, verzichtet man nun auf die redundante Abbildung. Jetzt zeigt die Marke Sonne und Wasser, und gleichzeitig noch die schwedischen Farben. Besser und simpler geht’s doch wirklich nicht, ich find’s sehr gut.

  4. Meine erste Assoziation zum neuen Logo ist „Könnte ein Bauunternehmen sein!?“. Das alte Logo hätte man in Richtung erneuerbare Energien beibehalten und etwas verfeinern sollen. Das 50/50 Kuchendiagramm mit horizontaler Teilung weckt bei mir höchstens die Assoziation „Vattenfall Hoch- und Tiefbau“.

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