Union Investment erhält neues Corporate Design

Union Investment Bildmarke, Bildquelle: Union Investment

Die Fondsgesellschaft Union Investment aktualisiert derzeit ihr visuelles Erscheinungsbild. Ziel der Modernisierungsmaßnahme ist es, eine stärkere Differenzierung innerhalb der Finanzbranche sowie verbesserte Anwendbarkeit zu erreichen.

Mit einem verwalteten Vermögen von rund 360 Mrd. Euro zählt die Union Asset Management Holding AG, die 1956 gegründet wurde und am Markt als „Union Investment“ auftritt, zu den führenden Fondsgesellschaften in Deutschland. Die letzte Anpassung am Corporate Design erfolgte vor zehn Jahren (dt berichtete). Um die Marke zu stärken und unabhängig von Medium und Kanal noch prägnanter in Erscheinung zu treten, wurde in den vergangenen Monaten das Corporate Design in allen wesentlichen Bestandteilen weiterentwickelt. Die neuen, vereinfachten Gestaltungsprinzipien ermöglichten ein hochflexibles Design, das sich problemlos auf alle Anwendungsfälle übertragen lasse.

Auszug der Pressemeldung

„Unser neuer Markenauftritt gibt uns die Möglichkeit, wesentlich flexibler auf unsere Geschäftsbereiche, Zielgruppen und jeweiligen Kommunikationsziele einzugehen. Dass diese neue Flexibilität auf wenigen Grundregeln basiert, macht die tägliche und zukünftige Markenarbeit für uns zugleich deutlich einfacher“, sagt Dr. Joachim Böhler, Leiter strategische Markenführung und Marktforschung bei Union Investment.

Union Investment Corporate Design – Basiselemente, Quelle: Peter Schmidt Group

Union Investment Corporate Design – Basiselemente, Quelle: Peter Schmidt Group

Das am Markt etablierte Logo wurde im Sinne einer evolutionären Anpassung weiterentwickelt. Die U-Bildmarke verfügt nun über abgerundete Ecken und steht ab sofort aufrecht, wodurch sie, so die Idee, an Stabilität gewinnt. Mit dem Verzicht auf die bisher markenprägende Trägerfläche, innerhalb der CD-Guidelines als „Handshake“ bezeichnet, werde ein flexiblerer Einsatz des Logos ermöglicht. Angeschrägte An- und Abstriche in der U-Bildmarke verstärken die nach rechts oben aufsteigende Diagonale – ein Stilmittel, um aufstrebende Dynamik zu vermitteln.

Union Investment Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Union Investment, Bildmontage: dt

Union Investment Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Union Investment, Bildmontage: dt

Dunkelblau bleibt als Primärfarbe erhalten und erscheint fortan satter. Durch das Zusammenspiel von Blau und einem neuen akzentuierenden Grünton erhofft sich das Unternehmen, stärker als bislang von Mitbewerbern in der Finanzbranche abzuheben. Mit der sogenannten „Markenform“ erhält Union Investment zudem ein neues Basiselement, das sowohl als Trägerfläche für Texte als auch als Kontur oder als Bildmaske verwendet werden kann. Die Frutiger bleibt als Hausschrift erhalten.

Das neue Corporate Design wurde von der Marken- und Designagentur Peter Schmidt Group entwickelt. Im zugehörigen Facebook-Privatkunden-Account ist das neue Design bereits zu sehen. Bis die Implementierung über alle Anwendungen und Medienkanäle hinweg abgeschlossen ist, werde es allerdings noch eine ganze Weile dauern. Bereits online ist hingegen die neue Corporate-Design-Toolbox, in der alle Prinzipien der Gestaltung dokumentiert sind.

Kommentar

Eine sinnvolle Anpassung, wie ich meine, auch aufgrund der Auflösung der sogenannten „Handshake“-Stilistik, welche das Logo einrahmt/einengt und so dessen Handhabe unnötig verkompliziert.

Die kursiv gesetzte Wortmarke hatte immer etwas von einem Logistikdienstleister (siehe DHL, Hermes, GLS, etc.). Insofern erscheint mir die Umstellung auf senkrecht ausgerichtete Lettern im Kontext einer auf Finanzdienstleitungen ausgerichteten Marke sinnvoller und passender. Denn hier geht es um Vertrauen, Solidität, Werterhalt und im besten Fall Wertsteigerung, nicht um Geschwindigkeit.

Für ein eher konservativ ausgerichtetes Finanzunternehmen ist die Aufnahme einer weiteren Corporate Farbe schon ein mutiger Schritt. Grün als Akzentfarbe aufzunehmen ist eine richtige Ergänzung, wie ich finde, denn der bisherige monochrome Look wirkte zuweilen etwas bieder/trist. Mit der – nicht böse sein lieber Adrian – Allerweltsschrift Frutiger lässt sich freilich kaum Identität stiften, denn sie fällt einfach nicht auf. Dafür ist sie aufgrund ihres neutralen Charakters ein idealer Informationsvermittler, weshalb sie, dort wo reichlich Zahlenwerk, Statistiken, Texte und Charts im Umlauf sind, dann doch wieder eine gute Wahl ist.

Mediengalerie

8 Kommentare zu “Union Investment erhält neues Corporate Design

  1. Die kleinen Schritte bei Logo und Farbwelt sind wohl zeitgemäß, die Anwendungen wirken dagegen alles andere als seriös, eher willkürliche Rahmen. Da wäre mehr Mut gefragt gewesen.

  2. Das passt doch sehr gut so – zu Union Investment als auch zur Peter Schmidt Group. Ein Redesign dass die Marke nicht neu erfindet, aber die richtigen Stellschrauben dreht und man sich denkt: „Klar, wie konnte das bisher nur anders sein?“ Vor allem die Bildmarke gewinnt durch den Verzicht auf den kursiven Look. Vielleicht nicht das aufregendste Redesign des Jahres, aber eines dass für viele Jahre halten wird.

    Dass man die Frutiger einsetzt erfreut und überrascht zu gleich. Es freut mich natürlich einen Klassiker weiterhin im Einsatz zu sehen, denn auch Klassiker kann man so setzen, dass ein typisches Markenbild entsteht. Überraschend finde ich, dass man sich die Lizenzkosten in diesen Tagen gönnt – viele andere große Unternehmen wechseln neben der stärkeren Differenzierung vor allem auch wegen der Kosten- und Lizenzfrage zu einem Corporate Font.

    Der neue Blauton mit höherem Magenta-Anteil ist ganz nett, aber weder sonderlich innovativ oder markant, das ergänzende Grün ist ebenso nicht der Brüller, genau diese Kombination erinnert mich auch an ein anderes Unternehmen. Hier hätte man mehr wagen dürfen, ebenso bei der Bildsprache, die wirkt etwas überholt … Die neuen Icons in ihrer Zweifarbigkeit sind solide und hübsch, erinnern mich aber irgendwie auch ein bisschen an die zweifarbigen Linde-Piktogramme/Icons die die PSG vor einigen Jahren entwickelt hat.

  3. Für mich eine souveräne Erneuerung der Bildmarke. Die Erkennbarkeit des U/i ist deutlich gesteigert. Die Winkel und Radien sind gut ausbalanciert, alles in allem ein klassisches Erscheinungsbild.
    Der Rest des Corporate Designs ist für mich auch ganz okay, ich beziehe mich eher auf das Logo.

  4. Das Logo ist ein deutlicher Schritt nach vorn, endlich fällt diese Schrägstellung weg. Was aus meiner Sicht aber echt nicht geht ist die Kombination mit dem Grün. Besonders auf den abgebildeten Anzeigen ist das echt furchtbar. Grün und blau schmückt die Sau.

    • Grün und blau schmückt die Sau.

      Es gibt wirklich viele Beispiele, die zeigen, dass eine solche Farbkombi keineswegs per se ein Nogo aus gestalterischer Sicht ist, Euronext, Wintershall Dea, Movistar (mittlerweile als Marke eingestellt), Cosmosdirekt, Standard Chartered u.v.a.. Insofern ist diese Aussage eher ein Fall fürs Phrasenschwein.

  5. Solidität durch ein knuffiges Logo zeigen? Ja, das neue U-i ist knuffig mit seinen abgerundeten Recken (Danke, Achim). Und die Dynamik, die ich von einer Geldanlage erwarte, ist weg. Jetzt macht die Union Investment also in Spielzeug, deswegen auch die vielen Kinder in den Beispielen.
    Weg ist auch die Visualisierung der Union, des Zusammen. Jetzt ist da nur noch ein Rand in ziemlich gewöhnlichem Blau oder eine teilweise abgerundete Raute, deren gerade Kanten mal so, mal so gebogen scheinen. Das ist doch Grundstudium, Formenlehre, dass man nicht einfach Kurven an Geraden setzt, weil das falsch aussieht, sondern ausgleichen muss?
    Und die Übertragung des Knuffigen in die Icons? Die ist einerseits inkonsequent, gleichzeitig aber auch sehr bemüht. Mal wird bei allen Elementen auf Teufelkommraus gerundet, mal überhaupt nicht.

  6. Konsequent ist, dass man analog zur Bildmarke den i-Punkt modifziert und rundgemacht hat (vgl. FF Transit).

    „Investment“ hat insgesamt eine viel größere Laufweite als Union.
    Doch ist das ganze Kerning auch innerhalb von Investment sehr unausgewogen: n-v-e- steht kompakt – ähnlich kompakt wie Union; ab dann gibt es wieder viel Luft; t-m fällt auseinander.

    Klar, man wollte wohl erneut erreichen, dass das zweite n aus „Union“ bündig mit dem ersten t abschließt. Doch der Preis ist zu hoch: Leider hat man es versäumt, das Kerning bei I-n zu korrigieren, es klemmt auch weiterhin.

    Es stimmt: Die Übergänge beim U sind zu hart – besonders beim Aufstrich Innenseite: Dort wirkt es optisch sogar so, als gäbe es am Übergang eine Verjüngung.
    Allerdings ist es ein nicht unerheblicher Aufwand, diese Übergänge von Gerade zu Rundung adäquat zu glätten.

    Diesbezüglich ist m.W. noch immer ungelöst, mit welcher Zauberformel Apple seit IOS 7 seine App-Icons formvollendet rundet.
    (siehe dazu: Mike Swanson’s Blog: Unleashing genetic algorithms on the IOS-7-Icon)

  7. Ich hätte das “Ui” – Ident als sehr unverwechselbares Element (Bildmarke) auch nicht aufgegeben > wurde auch nicht gefordert. Die Unverwechselbarkeit ist eindeutig gegeben.
    Dementsprechend gefällt mir die Überarbeitung.
    Evolution statt Revolution.
    Farbspychologie:
    Die Farbe Blau hat ja die Aufgabe, Sicherheit und Vertrauen zu kommunizieren und kann diese Werte unbewusst und zielsicher transportieren.
    Als Investment-Unternehmen daher nachvollziebare Farbwahl.

    >>> https://www.designtagebuch.de/wiki/bedeutung-der-farben-fuer-das-branding/

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